Ökostrom

Tiu

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Was haltet Ihr eigentlich von Ökostrom?

Klar, aus ökologischen Gesichtspunkten eine feine Sache, aber da haben wir ja auch noch die ökonomischen! Irgendwie empfinde ich das ganze als reine Abzocke und Alibifunktion.

Jeder Stromkunde/Bürger wird nämlich mind. dreifach abgezockt.

1.) Umlagebeitag auf die Stromrechnung
2.) Staatliche Subventionierung solcher Anlagen
3.) Steuerliche Vorteile für die Betreiber

All dies darf man dann als Stromkunde sowie als Steuerzahler bezahlen.

Zur Zeit beträgt der Ökostrom ca. 6,25% an der gesamten Stromerzeugung. Bis 2020 möchte man diesen auf 20% anheben. Wer soll das denn noch bezahlen?

Habe letztens noch einen Bericht gesehen, wo die metallherstellenden Betriebe, was ja nun einmal riesen Stromfresser sind, diesen Umlagebeitrag der ihre Kosten erhöht kaum mehr aus wettbewerbsrechtlichen Gründen zahlen können. Ich nehme an, dass wenn man die Wettbewerbsfähigkeit als auch die Arbeitsplätze erhalten will, diese Unternehmen davon befreien wird. Folglich werden wir als Ottonormalverbraucher diesen Batzen auch noch mit auf die Stromrechnung bekommen. Klasse.
 
Im Prinzip ist Ökostrom ne feine Sache - wenn es denn so Öko wäre.

1. keiner kann wir wiklich garantieren, daß der Strom nicht doch irgendwo aus ner russischen Dreckschleuder importiert wird

2. is der Stom viel zu teuer, wäre Öko-Strom wirklich gewollt, würde man ihn als Anreiz billiger machen als "Dreck"-Strom, um wirklich ein Umdenken in der Bevölkerung zu erreichen - Stromanbieter die noch auf nicht regenerative Energiequellen setzten sollten mit Strafabgaben belegt werden, die zur Quersubventionierung des Öko-Stroms genutzt werden sollten --- soherum wird ein Schuh daraus, und nicht wie bisher üblich

3. ist Öko-Strom beschlossene Sache - der geplante Atomausstieg Deutschlands bis zum Jahr 2020 spricht eine deutliche Sprache - Problem an der Sache: Nachbarländer produzieren weiterhin Ekel-Strom, den wir dann billig importieren können - und auch werden. Das Problem wird sich nur regional verlagern, solange keine europaweite Vereinheitlichung stattfindet

4. Öko-Strom wird billiger werden - wenn die hohen Startinvestitionen getätigt sind erzeugt Öko-Strom kaum noch laufende Kosten, da als Rohstoffe idR. unbegrenzt vorhandene Resourcen verwendet werden, die zudem kostenlos zur Verfügung stehen (Licht, Wind, Wasser, etc.) Kosten für Beschaffung von Brennstoffen und ihre Entsorgung fallen weg - damit auch viele Arbeitskräfte
 
Ich weiß nicht so recht.
Solaranlagen als auch Windräder sind Stromerzeuger die nur in der Masse etwas bringen. Selbst wenn man ganz Deutschland mit diesen Anlagen pflastern würde, würde es nicht ausreichen um den Bedarf zu decken. Windräder auf See kommen zunehmen auch in die Kritik, da sie durch ihre Ressonanzen z.B. Wale etc. stören.
Jede Talsperre ist auch ein ökologischer Eingriff in die Natur.
Dieses neue geothermische Kraftwerk finde ich nicht übel. Wenn man hier noch mehr rausholen kann wäre das Prima, aber auch hier sind die Kosten im Vergleich zur Leistung sehr hoch!

Ich hoffe auf einen Fusionsreaktor in naher Zukunft!:)
 
Eine allseits anerkannte Studie besagt aber, daß es reichen würde, 20% der deutschen Hausdächer mit Solaranlagen zu bedecken um den gesamten Strombedarf Deutschlands zu decken.
Die Studie ist allerdings schon ein paar Tage alt und bezieht sich auf eine etwas ältere Generation von Solarzellen. Da man bei der Strom-Ausbeute sicherlich in nächster Zeit noch einige Vortschritte erreichen wird, sollte sich dieser Wert nochmals deutlich nach unten korrigieren lassen.

Vergessen darf man dabei aber nicht, daß selbst 1% aller Hausdächer eine nahezu unbezahlbare Menge an Solarzellen erfordern würde.

Fusionsreaktor wäre ne nette Sache - bis dahin erzeuge ich lieber Kubikmeterweise Bio-Gas. Meine Frau hat mich schon des Zimmers verwiesen. :D
 
gilt für den atomausstieg nur die kernspaltung(also das bisherige) oder auch der fusionsreaktor?
meiner meinung nach ist ein fusionsreaktor ein hoffnungsträger, auch wenn er noch nicht funktioniert. und diesen nicht weiter zu forschen wäre wohl ein fataler fehler..
 
Original erstellt von karuso
gilt für den atomausstieg nur die kernspaltung(also das bisherige) oder auch der fusionsreaktor?

Wenn man Atomausstieg soooo wörtlich nehmen würde, dann sollten wir uns schon mal von jeglicher Materie frei machen - wir wären dann sozusagen eine Art spirituelle Lebensform :D

Mit Atomstrom meint man landläufig die Erzeugung von Strom durch Kernspaltung. Da eine Kernfusion derzeit nur unkontrolliert unter Laborbedingungen zu erzeugen ist, gibt es derzeit auch keinen anderen Atomstrom, von dem man sich trennen könnte. ;)
 
ob er schon erfolgreich läuft oder nicht, sagt nicht aus ob man ihn verbietet oder nicht:o ;)
nur ich denke du zielst darauf ab dass der fusinsreaktor weiterentwickelt wird, auch wenn er zur zeit mehr strom frisst als produziert..*G*
 
Was Windräder und Solarstrom angeht: erzeugen die wirklich Öko-Strom? Oder haben die nur keine primäre Verschmutzung? Wie sieht es mit dem Aufwand der Herstellung aus? Werden da womöglich giftige Stoffe angewandt, die jeden ökologischen Vorteil wieder wettmachen?

Eines steht für mich fest: so richtig "Öko" sind die beiden Verfahren auch nicht.
Das ist jetzt mal meine eigene Meinung und Überlegung, die sich hauptsächlich auf eine ganz wichtige Erkenntnis der Physik stützt: der Energieerhaltungssatz.

Ich habe dazu jetzt leider keine Zahlen bereit, die konnte ich mir noch nie merken. Aber ich denke, sie sollten überprüft werden.

Solarenergie:
es ist doch allgemein bekannt, das die Erde Sonnenstrahlen zu einem Teil absorbiert (d. h. in Wärme umwandelt), zum anderen Teil reflektiert wird. Dieses Verhältnis ist so ausgeglichen, dass seit Jahrtausenden das Klima auf der Erde einigermaßen konstant erträglich ist, zumindest so, dass Menschen überleben können. Solarzellen absorbieren allerdings einen beträchtlichen Teil dieser Sonnenstrahlung, wandeln sie in elektrische Energie um, die dann wieder zu einem großen Teil in Wärme umgewandelt wird. Ich denken, das ist ein starker Eingriff in das Weltklima, der nicht unbeachtet bleiben sollte.

Windenergie:
der Temperaturausgleich in unserem Klima findet über Winde statt. Winde sind nichts anderes als der Ausgleich verschiedener Drücke (bis vielleicht auf die Passat-Winde, die durch die Corioliskraft enstehen). Wenn jetzt den vorherrschenden Winden große Windkraftanlagen in den Weg gestellt werden, werden diese Winde abgebremst, der Druckausgleich findet nicht mehr in der für ein gemäßigtes Klima erforderlichen Größenordnung statt, und was passiert dann? Keiner weiß es. Bisher scheitern auch alle Simulationsverfahren. Aber für mich bedeuten große Windkraftanlagen eine größere klimatische Gefahr als alles andere (bis vielleicht auf fossile Brennstoffe, aber das Thema wird sich eh bald erledigt haben). Kleiner Selbstversuch gefällig, nächstes Jahr zu Ostern? Einfach mal zum nächsten Osterfeuer gehen, und in die Windzuweisende (war das jetzt Lee oder Luv?) stellen, ich kann euch eins versichern: laufe des Abends wird euch verdammt kalt.
 
Original erstellt von Bombwurzel
Eine allseits anerkannte Studie besagt aber, daß es reichen würde, 20% der deutschen Hausdächer mit Solaranlagen zu bedecken um den gesamten Strombedarf Deutschlands zu decken.

Unmöglich,
1.) Ist der Wirkungsgrad der Solarzellen viel zu gering
2.) Ist die Energiemenge der Sonneneinstrahlung pro m² auf Deutschland zu gering dafür.

Solarzellenparks zur Stromerzeugung werden daher auch fast ausschließlich in Wüsten installiert (Kalifornien). Eine gute Ausbeute haben solche Solaranlagen gerade noch in Spanien.
 
Mal eine kleine Rechnung:

1qm Solarzelle erzeugt momentan im Jahr in Deutschland ca. 85 kw/h Strom (Quelle)

Der Gesamtstrombedarf von Deutschland im Jahr 2000 war ca. 500 Mrd. kw/h (Quelle)

Um also 500 Mrd. kw/h Strom zu erzeugen bräuchten wir 500.000.000.000 / 85 = 5.882.352.941 qm Solarzellen, das sind 5.882 qkm. Die Gesamtfläche der BRD umfasst 357.031 qkm (Quelle)
 
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Bombwurzel :D

1.) Es sind 1,26m²
2.) Sind die Angaben bei dem Link in Watt und nicht in Kw
3.) da man das dann wieder x 1000 nehmen muß, stimmt somit Darias Rechnung fast.
 
Hoppla, das war wohl eine Schlampigkeit meinerseits. Nichsdestotrotz bleibe ich dabei: Auch wenn die Zahl 5.882 qkm jetzt im Vergleich relativ klein aussieht stellt es meiner Meinung nach immer noch eine Fläche dar die in Deutschland so nicht zur Verfügung steht.

Ausserdem kommt zu den Solaranlagen immer noch der Herstellungsprozeß dazu, der u.a. auch Energie benötigt und die umwelt belastet. Am ende läuft man Gefahr das die Herstellung der Solarzelle mehr Energie verbraucht als die Zelle produziert.

Sicherlich waren diese Herstellungskosten bei den AKW's auch enorm, allerdings gilt hier auch "There's no crying about spilled milk". Sprich die Kosten sind ausgegeben, daran lässt sich jetzt nichts mehr ändern und deshalb sollten sie zukünftige Entscheidungen nicht beeinflussen (was die Betreibung der jetzigen AKW's betrifft).
 
noch mal zu ökostrom:

Mit Windrädern Beispielsweise entsteht ein recht kurioses Problem: Je mehr Windräder gebaut werden umso mehr konventionelle Kraftwerke werden benötigt. Was zuerst Schwachsinnig kling ist eigentlich ziemlich logisch. Wind weht nicht immer also müssen diese Schwankungen in der Produktion ausgeglichen werden und dafür nimmt man zur Zeit in deutschland Kohlestrom. War also nichts mir der sauberen Energie (leider).


@Daria :

das AKW Problem ist allerdings das die dinger auch wieder abgerissen werden müssen und das ist teurer als sie zu errichten. nur leider sind diese Kosten im Strompreis nicht eingerechnet, das heisst konkret das der Staat das ganze durch Subventionen wieder bezahlen wird und damit letztlich wir.
 
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