Ökostrom Vor- und Nachteile

pstar1988

Banned
Registriert
Jan. 2010
Beiträge
2.676
Huhu

Wir überlegen auf ökostrom zu wechseln, das thema ist aber komplettes neuland für uns.

Habe daher ein paar fragen:

- ist er von überall aus verfügbar, oder muss man in der "nähe" eines ökostromanbieters wohnen?
- gibt es ausfälle aufgrund von Wetterbedingungen? Habe gelesen das dies ein problem ist bei zb windkraftanlagen, wasserstromanlagen etc!? Oder ist immer genug überschuss da um lückenlos zu versorgen?

Was gibt es noch für nachteile gegenüber normalem strom?

In den anfängen war ökostrom ja deutlich teurer, aber mittlerweile sind viele ökoanbieter im preisverleich führend.

Mfg
 
Erstmal musst du dir im klaren sein, dass der Strom den du letztlich bekommst genauso gut aus nem Atomkraftwerk oder Kohlekraftwerk kommt wie bisher (sogar sehr wahrscheinlich).
Ein Öko Strom Tarif bedeutet lediglich, dass der Anbieter mit dem Geld der Kunden Stromkontingente aus Wasser, Sonne, Wind kauft und ins Netz einspeist bzw. einspeisen lässt oder das Geld in den Aufbau entsprechender Anlagen investiert.
Daher kannst du auch keine Unterbrechungen in der Versorgung haben.

Im Grunde ist ein Öko Strom Tarif also lediglich eine Art Investition in erneuerbare Energien, sonst nichts. Der Strom ist der gleiche wie bisher und bei allen anderen Verbrauchern.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ökostrom
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt ne Strombörse und da wird (sofern der Anbieter sich denn dran hält) dein Anbieter Stromkontingente aus der Ökostromerzeugung kaufen. Die werden dann ins Europ. Netz eingespeist. Was du dann letztendlich aus der Steckdose bekommst kann aus jedem anderen Kraftwerk kommen.

Stromausfälle aufgrund der Wetterbedingungen? Sorry schalt doch mal dein Grips ein. Die legen dir doch kein separates Kabel vom Nächsten Windkraftwerk und bei Flaute kommt nix mehr aus der Dose.
 
Humptidumpti schrieb:
Es gibt ne Strombörse und da wird (sofern der Anbieter sich denn dran hält) dein Anbieter Stromkontingente aus der Ökostromerzeugung kaufen. Die werden dann ins Europ. Netz eingespeist. Was du dann letztendlich aus der Steckdose bekommst kann aus jedem anderen Kraftwerk kommen.

Kann ich nur unterstreichen!

Das ist auch der Grund warum man imho teure Ökostromangebote vom regionalen Versorger (bspw Stadtwerke) meiden sollte, da sich dadurch dessen Energirmix nicht ändert sondern nur höhere Gewinne erwirtschaftet werden.
 
Es gibt nur einen uneingeschränkten Ökostromanbieter. Und das ist leider Gottes Greenpeace. Die bieten nämlich weder Gas an , und auch kein BHKW und was es sonst noch so alles gibt. Greenpeace kauft 100% Ökostrom ein, und gibt das auch weiter.

Dass du nur aus dem Netz, also aus dem Strommixnetz deinen Strom bekommst ist klar und ändert sich in sofern nur, ... ach, siehe oben was die Anderen geschrieben haben.

Wäre Greenpeace nur nicht so teuer und würde nur diese Stromgewinnung finanzieren und nicht noch deren andere Projekte würde ich sie eingeschränkt empfehlen. Wie gesagt, für mich der einzige Anbieter, der wahrhaft grün bei Energie/Umwelt arbeitet.
 
Grennpeace kauft den Strom fast ausschließlich aus EDO anlagen. (eh da --> Österreichische Wasserkraftanlagen)
steht auch so auf ihrer Webseite
es ändert sich also absolut nichts, außer das ein anderer die Rechnung schreibt!
 
Ja und? Wo der Strom herkommt war doch nicht gefragt oder? Klar ergeben sich dadurch Verluste und vielleicht kommt von dem Strom, den die aufkaufen nur 10% an. Dafür wird aber eben nur in Ökostrom von denen investiert. Und neue Anlagen, so klein sie auch sind, werden scheinbar auch gebaut vom Erlös.
 
wenn nur Ökostrom eingekauft wird, wo wird dann in Ökostrom investiert?

Grennpeace energy schrieb:
Wir wählen unsere Lieferanten nach strengen Maßstäben aus: Selbstverständlich muss der Strom, den wir beziehen, aus sauberen Kraftwerken stammen. Darüber hinaus sollten unsere Lieferanten eine ökologische Geschäftspolitik verfolgen und nicht über Beteiligungen mit Atomstromkonzernen verflochten sein.

Sie Kaufen Strom ein, welcher sowieso produziert wird, dadurch wird die Umwelt kein bisschen besser.
und die 2-3 kleinen Windrädchen welche sie Neu Bauen machen den Kohl nicht wirklich Fett.


wer Ökostrom für sein gewissen Kaufen will, der soll das Tun, mehr bringt es aber eben nicht!
..
..
..
 
Mit was für Vorstellungen hier die Stromkonsumenten um sich werfen.

Erstmal die rationale Frage: Wie soll unmittelbar investierte Ökostromabgabe ein neues Kraftwerk bauen? Richtig - gar nicht.
Die Entscheidung für eine bestimmte "Stromart" ist eine langfristige und zeigt die Tendenz des Konsumenten sich für eine bestimmte Herkunft zu entscheiden. D.h. die Nachfrage reguliert den Neubau von Anlagen.
In dem Zusammenhang profitieren gerade Stadtwerke von einer hohen Nachfrage nach ökologischen Kraftwerken, da diese vor Ort gebaut werden könnten und damit auch die Netzmaut in gewissem Maße flach fällt. Natürlich funktioniert das nicht bei jeder Kleinstadt aber auch dafür schließen sich Stadtwerke zusammen, um solche Projekte zu finanzieren.
Ob die jeweiligen Stadtwerke eher in einen Offshore-Windpark investieren, oder in eine Anlage vor Ort liegt am jeweiligen Management.
Man sollte sich allerdings was die Stadtwerke angeht auch vor Augen halten, dass eben jene kommunale Betriebe sind, die natürlich auch Abgaben an die Stadt zahlen und damit diese finanzieren - ebenso wie die Sparkassen. Wer also nur vom großen Anbieter einkauft oder sein Geld lieber bei einer holländischen Onlinebank auf einem Onlinegirokonto verwaltet, sollte sich darüber Gedanken machen, dass er damit Jahr für Jahr unmittelbar seinem Wohnort schadet. (Was sich dann wiederum in der Schließung oder Verteuerung von Schwimmbädern, dem Zusammenstreichen des ÖPNV, Kürzung im Ausbau von Fahrradwegen, Schulausgaben, oder auch der evtl Beitragserlassung bei Kindergärten usw bemerkbar machen könnte)
Solange eine Kommune noch über Stadtwerke verfügt, sollte man diese auch stützen. Ist imho noch die direkteste Methode den Haushalt vor Ort zu unterstützen.
 
Onkelhitman schrieb:
Es gibt nur einen uneingeschränkten Ökostromanbieter. Und das ist leider Gottes Greenpeace.

Das ist Quatsch! Es gibt definitiv mehr als einen reinen Ökostromanbieter! Neben Greenpeace fallen mir spontan LichtBlick und Naturstrom ein und daneben gibt es bestimmt noch einige Anbieter mehr.
 
@Cotom

Nochmal: LESEN.

Lichtblick bietet weiterhin auch Gas an, und das eben nicht nur aus Öko-Herstellung. Und wenn das nicht gewährleistet ist, so wird wahrscheinlich auch vorwiegend auf den Ausbau des Gasnetzes gesetzt, als auf teure Bio-Gasanlagen.

Naturstrom bietet auch Gas an. Bis zu 100% Biogas. Aber auch normales Gas. Was wiederum Umweltschädigend bzw. nicht nachhaltig ist.
 
@JanKron:
Wenn es keine Abnehmer für diese Anlagen gäbe, dann würde sich auch das Investieren in diese Anlagen nicht lohnen.

@Onkelhitman:
Nur weil ein Unternehmen neben Strom auch Gas anbietet bedeutet das nicht, dass das Stromprodukt nicht mind. mit dem Strom von Greenpeace ebenbürtig ist.

Außerdem habe ich mir gerade mal die Greenpeace Seite angeschaut und ooh Wunder, die bieten auch Gas an, nennen das ganze Windgas, schaut man sich dann das ganze genauer an, dann steckt dahinter Erdgas! Die kaufen nämlich ihr Gas von wingas, einem Unternehmen, das zu 50% Gazprom gehört.

Und es kommt noch besser, schaut man sich den Strommix von Greenpeace an dann muss mind. 50% des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen, die anderen 50% dürfen auch aus KWK-Kraftwerken, also Gaskraftwerken kommen.

Tut mir Leid, nur weil Greenpeace draufsteht ist es noch lange nicht gut. Die beiden von mir genannten Anbieter sind erheblich "grüner" als Greenpeace zumindest bei Strom.
 
@ pstar1988:

Um das mal zusammenzufassen:
Der Strom, der bei dir aus der Steckdose kommt ist der gleiche wie vorher. Mit deiner Zahlung verpflichtet sich dein Stromanbieter nur, deinen Verbrauch in Ökostrom irgendwo ins Netz zu speisen. Die Qualität deines Stroms ändert sich dadurch nicht, keine Ausfälle, keine Schwankungen o.ä. Und die Entfernung zum Hersteller ist demnach auch egal. Und den Wechsel bekommst du auch gar nicht mit. Kein kurzzeitiger Stromausfall oder so.

Da die Stromanbieter größtenteils mehrgleisig fahren muss man darauf achten, was in dem Ökostrom drin ist: 100% Ökostrom, größtenteils Ökostrom, kleiner Anteil ... Du kannst auch von Vattenfall Ökostrom kaufen. Oder reinen Atomstrom. Wie man will. Achte also darauf, dass das 100% Ökostrom ist und dann ist gut.

Was der Stromanbieter noch anbietet und wie Strom gehandelt wird ist völlig zweitrangig. Sei denn, einem ist das politisch wichtig.
 
@Cotom

Tatsächlich! Du hast vollkommen Recht. Sehe gerade auch, dass die von WinGas GmbH einkaufen. Somit ist auch der letzte wirklich "grüne" gefallen für mich. Als ich damals die Informationen gesammelt habe, weil mich dieses Thema selber interessiert hat, war Windgas nur als einseitige Information verfügbar. Dort stand nur, dass man überzähligen Strom in Gas umwandeln wolle. Die Idee fand ich super, ist es doch genau das, was ich persönlich als Wende ansehen würde. Nämlich nachhaltig Strom und Gas nutzen mit der Sonne/Wind/Wasser.
 
Cotom schrieb:
@JanKron:
Wenn es keine Abnehmer für diese Anlagen gäbe, dann würde sich auch das Investieren in diese Anlagen nicht lohnen.

Lies mal den Link - bei Ökostrom gibt es mehr Angebot als Nachfrage.

Die Rendite aus der Investition kommt, weil es für Einspeisung von Ökostrom eine gesetzlich festgelegte Vergütung gibt. Und durch Befreiung von der Abgeltungssteuer.
 
Damit jetzt diesen kaputt rechnen zu wollen geht nicht auf. Immerhin wurden den AKW-Betreibern auch die Kosten für Wiederaufbereitung und Lagerung erlassen (müssen die Steuerzahler trotzdem zahlen, aber es steht "immerhin" nicht mit auf der Stromrechnung.)
 
@JanKrohn,
es gibt europaweit mehr Angebot als Nachfrage, dass ist aber keine Aussage auf Deutschland.

Das die Investitionen neuer Anlagen durch das EEG und die vorrangige Einspeisung der EE besteht ist klar. Aber Investitionen in diese Branche werden schon alleine durch diese Subventionen getätigt, dass ist sozusagen eine künstliche Nachfrage.
Diese künstliche Nachfrage und den Druck noch mehr EE zu erzeugen kann ich noch viel stärker erhöhen, in dem ich die Nachfrage nach "Ökostrom" erhöhe. Denn dann helfen auch die Taschenspielertricks (ich kaufe Ökostrom aus Europa ein, habe selber aber nur konventionelle Kraftwerke) nicht mehr. Vielleicht sollte man sich auch einfach direkt überlegen diese Tricks zu verbieten.

Übrigens die hier genannten Stromanbieter lassen diese Tricks und investieren alle wirklich in neue Anlagen, dass bedeutet ohne das ich zusätzlich Geld in die Hand nehmen muss (ich bezahle nur meinen "Ökostrom", der mittlerweile sogar günstiger sein kann als der "normale") helfe ich beim Ausbau der EE mit. Wieso dies jetzt schlechter sein soll als direkt in EE zu investieren (vor allem wenn mir das finanziell evtl. gar nicht möglich ist), erschließt sich mir nicht.
 
Zurück
Oben