e-ding schrieb:
Ich habe das Buch nicht gelesen aber verdreht auch nichts. Ich kenne China und auch Tibet recht gut. Ich habe dort studiert, meine Diplomarbeit drueber geschrieben und einige Zeit auch gearbeitet, - bin also kein Landkartenanalytiker.

Soweit mir bekannt ist, handelt es sich bei dem Buch eher um einen Roman als um wissenschaftliche Literatur, kann aber nichts weiter drueber sagen, da ich es noch nicht las.
Es ist eine Zusammenfassung von Harrer's Tagebuch. Er schildert seine Erlebnisse die er von der Flucht aus dem Internierungslager bis nach Lhasa gemacht hat, die zahlreichen Feste und Prozessionen werden erläutert und auch was er selbst in Tibet tat.
Erläutert wird das es keinen wirklich schlecht ging, den Verbrechern die teils für unsere Maße heftige Strafen erhielten (Auspeitschungen etc.) lebten gut dann bei einem Bonpö oder von den Almosen, vielen den es schlecht ging bekamen von der Nachbarschaft oder anderen Tibetern Zuwendungen.
Man kann auf jedenfall feststellen das es durch der tiefen religiösen Lebensweise eine Ausgrenzung nicht gab. Im Gebet oder der Zuwendung zu ihrem Dalai Lama gab es keine Unterschiede zwischen den Normaden und den Adel.
e-ding schrieb:
Nur weil eine Feudalgesellschaft gut funktioniert (Fuer wen eigentlich? Hat bei uns auch mal gut funktioniert!), ist diese Gesellschaftsform doch rueckstaendiger als die chinesische Diktatur. Nochmal: der Lebensstandard des Durchschnittstibeters ist gestiegen. Abstriche musste in erster Linie die, durch die einfache Bevoelkerung finanzierte, Regierungselite hinnehmen.
Für unsere Verhältnisse war Tibet rückständig, aber nicht für ihre damaligen Verhältnisse. Es ging einen langsamen Gang, der jedoch die Vorzüge hatte das absolut nichts eilte - das es unter dem Volk kein Neid, keinen Streit und auch keine Verachtung gab.
Der tief verwurzelte Glaube in der feudalistischen Herrschaft und im Volke machte diese Dinge gar nicht erst möglich.
Durch die Besetzung wurde Tibet auf einem Schlage in eine Welt befördert wofür sie gar nicht bereit war! Mit dem gestiegenen Lebensstandard (z.B. in der Medizin) und den anderen damit verbundenen Dingen kamen genau die Werte nach Tibet die erst nicht herrschten, Neid, Verachtung, Eile!
Das es Bildung gibt mag auch theorethisch gut sein, ist es jedoch nicht denn die Tibeter werden einer radikalen Kur unterzogen. Um jeden Preis sollen die Tibeter dressiert werden.
e-ding schrieb:
Natuerlich kontrolliert der chinesische Staat die Religion. Eine freie Ausuebung ist allerdings in gewissen Rahmen erlaubt. Das trifft aber auf alle 1,3 Mrd. Chinesen zu. Hier werden die Tibeter nicht gesondert behandelt.
Was heißt in gewissen Rahmen?
e-ding schrieb:
Ich empfinde das Handeln Chinas in Bezug auf Tibet zwar nicht richtig aber dies in Verbindung mit Olympia zu bringen, ist einfach nur laecherlich.
China ist nicht erst in Tibet einmarschiert nachdem es die Olympiazusage erhalten hat.
Ueberraschung!
MFG
Da muss ich dir zustimmen!
Chinas Handeln mit Tibet war falsch und ist es noch immer! Gespräche werden nicht geführt, die Chinesen blocken und die Unzufriedenheit der Tibeter wächst.
Doch in unserer Bildergeilen und Propaganda-Medien Welt ist es nötig Olympia für Tibet zu missbrauchen, nur so kann man wirksam (vielleicht auch zu nervend) auf das Aufmerksam machen was seit Jahrzehnten in diesem "Dach der Welt" geschieht - darum geht es bei alle dem!
Da das aber die olympische Kommision, die NATO, UNO und alle ziemlich kalt laesst, da man aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht auf China treten "kann" - wird es nach Olympia in Sand verlaufen wie in all den letzten Jahrzehnten.
@Deutschland und chinafeindlich
Das dürfte durchaus darauf beruhen da China sehr viel mit ihren Duplikaten auf die dt. Wirtschaft drückt. In gewisser Weise fürchten sich die alten mächtigen Länder davor das China wirtschaftlich eine Bedrohung werden könnte. Also zeigt man sich bewusst Vorsichtig und skeptisch, gleichfalls kann es sich Deutschland mit ihrer Wirtschaft nicht leisten auf China zu treten (trotz den Duplikaten!) - zu wichtig ist dieses noch immer boomende Land für unsere Ökonomie!
Da Politik nicht mehr viel in unserer globalen Wirtschaft zu sagen hat, läuft die ganze kritische Sichtweise in den Sand - die globele Wirtschaft regiert uns!