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Äh nee, aber darum nehme ich an der Diskussion Teil und lese aufmerksam die Beiträge der andersdenkenden
Wer das aus irgendwie religiösen oder spirituellen Gründen ablehnt ok. Aber ich kenne auch welche die es einfach nicht wollen weil sie nichts davon haben.
Grundsätzlich finde ich es auch falsch das der Staat dies so als "default" vorgibt, denn der Grundsatz das schweigen keine Zustimmung sein darf ist auch mir wichtig.
Ich denke aber das hier das Wohl der Allgemeinheit höher zu bewerten ist als das eigene subjektive Rechtsempfinden.
Das klingt jetzt aber plötzlich ganz anders als "ich kann nicht verstehen wie man da einen Aufriss machen kann, weil das ja so krass mega ober selbstverständlich ist"
Von Wohl der Allgemeinheit sind wir hier übrigens himmelweit entfernt. Die Zahlen an Hirntoten und benötigten Organen wurden hier ja bereits genannt...
Ich könnte den Aufriss verstehen wenn es keine Möglichkeit zum Widerspruch gäbe.
So allerdings sehe ich einerseits die quasi Bevormundung durch den Default=Spender versus die vergeudeten Organe die Leben retten könnten im aktuellen Zustand - weil gerade die deren Organe gut zu transplantieren wären oft noch nicht drüber nachgedacht haben und somit ausscheiden.
Ein Arbeitskollege von mir wäre vor 2 Jahren fast gestorben weil er kein Spenderherz bekam, und ist jetzt mit nur noch 20% Herzfunktion nicht gerade prall im Leben. Der war topfit mit Anfang 60, also nix mit rauchen und saufen und selbst dran schuld. Das regt dann doch zum nachdenken an.
Sorry, aber "vergeudet" ist hier vollkommen der falsche Begriff. Somit setzt du im Prinzip das Nicht-entnehmen von Organen mit dem Wegwerfen von noch guten Lebensmitteln gleich. Organe sind keine Güter und sollten dies auch nie sein.
Ich glaube du stellst dir das zu einfach vor. Man kann nicht jedem x-beliebigem Toten jedwedes Organ entnehmen und weiterverpflanzen.
Du benötigst zwei Bedingungen parallel:
einen unumkehrbarer Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod)),
künstliche Aufrechterhaltung des Herz-Kreislauf-Systems
Davon werden jährlich 4000 Fälle festgestellt, die in Frage kommen könnten.
Der alleinige Wille bzw. der Zwang Spender zu sein erhöht nicht diese beiden Bedingungen und damit die Verfügbarkeit von Spenderorganen.
Die offensichtliche Stellschraube ist der Hirntod (durch das ausweiden der Organe stirbt der Körper dann). Davon benötigt man mehr Fälle. Sei es durch bessere Diagnostik, weiträumigere Definition des Hirntods (hier existieren je nach Staat wohl unterschiedliche Definitionen), ein verbessertes Meldesystem der Kliniken (scheinbar werden nicht alle Hirntoten gemeldet) oder...
Man korrigiere mich bitte wenn ich das falsch verstanden habe oder rüberbringe
Aber wenn 20% der Gesamtbevölkerung einen Spendeausweis haben und man diese Quote durch eine wie auch immer geartete Änderung auf sagen wir einfach mal 70% bringen könnte - dann sind von den 4000 Hirntoten auch mehr dabei bei denen man entnehmen darf.
das es nur eine Stellschraube ist von vielen ist klar.
Ja theoretisch ist dem so. Leider kenne ich die Zahlen nicht wie vielen Hirntoten die Organe entnommen werden oder entnommen werden könnten bzw. wie viele davon überhaupt in Frage kommen als Spender in Betracht zu kommen. Vielleicht sind wir ja schon bei einer Entnahmequote von 90% was da der Zwang noch bringen soll... Vielleicht aber auch nicht...
Die letzten Beiträge haben genau gezeigt, warum das Thema so heikel ist. Wie der Mensch so tickt, denkt er immer erstmal an seinen eigenen Vorteil. Manche haben das Konzept "Spende" auch noch nicht unbedingt verstanden. "Du willst eine Spende; was gibst Du mir dafür?" passt da nicht ganz ins Konzept. Sonst ist man genau wieder in der Zwangslage, die eigentlich nicht bestehen sollte. Denn was macht der, der die Beerdigungskosten des Spenders nicht bezahlen kann? Oder der die Organe nicht in irgendeiner Form mittelbar oder unmittelbar vergüten kann? Hat der Empfänger dann einen Schadensersatzanspruch gegen die Erben, wenn das "gespendete" Organ abgestoßen wird? ...
Was unterscheidet das von professionellem Organhandel?
Frage, auf die man eigentlich keine Antwort will.
Aus meiner Sicht gibt es nur eins: Leute überzeugen, Spender sein zu wollen, indem man:
1. durch Instrumentarien sicherstellt, dass keinerlei Missbrauch stattfindet (bei Feststellen des Todes; also damit keiner Sterben gelassen wird, nur um einen anderen zu "retten", bzw. Organe zukommen zu lassen)
2. keine Bevorzugung der Empfänger bei deren Auswahl, wobei hier durchaus "zwei Herzen" (sprichwörtlich muss ich bei dem Thema wohl anmerken) in meiner Brust schlagen. Denn einerseits will ich kein "besser" oder "schlechter" bei der Vergabe. Anderseits denke ich sehr wohl, dass ein Kind mit 18 Jahren eher einen Anspruch haben sollte, als ein 75 jähriger, dass Leute, die zu ihrem Organleiden beigetragen haben, nicht oder nur nachrangig in Betracht kommen sollten (Stichwort, Raucher, Alkoholkonsumenten, etc.) und persönlich würde ich auch so manchen ausschließen wollen (Kinderschänder, andere (Schwer)Kriminelle, extrem Rechtsgesinnte, extrem Linksgesinnte, Schmarotzer, Nichtdeutsche (wobei das keinen rassistischen Hintergrund hat, sondern ich nur etwas gegen Organtransplationstourismus habe, also der Scheich, der sich einfliegen lässt, um ein Organ zu bekommen o.ä. Sachverhalte) sollten meine Organe auch nicht bekommen etc. Die Umsetzung gestaltet sich allerdings sicher schwierig.
3. Durch klare Werbung (Zeigen von Beispielen, wie Leute mit Organspende weiterleben konnte, etc.) die Bereitschaft zur Spende erhöhen.
4. aktiv fragen ohne zu nerven, etwa im Rahmen der Personalausweisausgabe oder Krankenkassenkarte
die Ethikvorgaben regeln ja jetzt schon einiges von dem was du da geschrieben hast.
und für Ausländische Medizintouristen gibt es denke ich auch nix bzw erst wenn alle regulären Empfänger versorgt sind.
da wäre ich mir nicht sicher. Zumindest wurde im Regensburger Skandal Alkoholiker aus Jordanien mit Lebertransplantationen beglückt. Man muss halt ausschließen, dass durch Geld manipuliert werden kann, das ist aber immer eine große Herausforderungen, da nicht so einfach.
Und Ethikvorgaben hin oder her. Fakt ist, Leute sind verunsichert und nicht gut informiert, weil der Staat sich dem Thema genauso verweigert wie der potenzielle Spender. So wird das aber nichts. Ein informierter Spender ist der beste Kandidat.
www.google.de oder auch hier im Thread wurde dazu schon einiges gepostet...
@Smartin: Sehr guter Beitrag wie ich finde. Du nennst manche Dinge beim Namen über die man gar nicht nachdenken will... Teilweise werden da die Abgründe des Menschen offenbart...
Aber Du nennst auch viele Dinge die ich auch schon erwähnt habe. Aufklärung zum Beispiel. Damit nimmt man den Leuten die Angst "vorm sterben gelassen werden" oder man schafft mal Klarheit warum es gut ist, dass die Quote potentieller Spender steigt und man da durch eben keine Nachteile hat.
Wer das aus irgendwie religiösen oder spirituellen Gründen ablehnt ok. Aber ich kenne auch welche die es einfach nicht wollen weil sie nichts davon haben.
lol? Aus "religiösen" oder "spirituellen" Gründen ablehnen ist okay, lehne ich aus wirtschaftlichen Gründen oder reinem Egoismus ab, dann aber nicht?
Also eine Vorschrift sozusagen wann man ablehnen darf und wann nicht. Mal davon abgesehen dass niemand in den Menschen hineingucken kann und ich auch einfach irgendwas behaupten kann.
Dann geh ich einfach zu ner Wahrsagerin, zahl der 50euro und lass mir von ihr schriftlich geben dass Unheil über meine Nachfahren einbrechen würde wenn man mir die Organe entnimmt.
Spiritueller Grund, Check!
Komische Vorstellung haben manche, etwas einfach nicht wollen ist nich okay. An irgendetwas "Glauben" soll aber auf einmal ein berechtiger Grund sein. Sind wir da dem Mittelalter vielleicht doch näher als der Gegenwart?
Der "Glaube" scheint in Moment irgendwie wieder in Mode zu kommen. Manche glauben an ne Eiszeit, andere an den Klimawandel, oder an das große Baumsterben, oder an irgendeinen Gott den irgendwie noch keiner gesehen hat und wo andere wiederum sagen den gibt es gar nicht.
Was ist wenn ein Autofahrer daran glaubt er hat sein Wagen bei 250kmh auf Nässe zu jederzeit im Griff. Ist das Tempo dann okay weil er ja dran "glaubt" ?
Privat kann ja jeder tun und lassen was er will. Doch Gesellschaftliche Dinge die irgendwo alle betreffen kann man nicht auf einem "Glauben" drauf aufbauen. Falls dem so ist gründe ich morgen ne Religion die es verbietet dass man Steuern von seinen Anhängern verlangt. Und wird das nicht akzeptiert machen wir alle den sterbenen Schwan "wie kann man diese Menschen nur nich ernst nehmen!" Sind ja dann schließlich Opfer geworden einer Diskriminierung.
Ergänzung ()
Smartin schrieb:
persönlich würde ich auch so manchen ausschließen wollen (Kinderschänder, andere (Schwer)Kriminelle, extrem Rechtsgesinnte, extrem Linksgesinnte, Schmarotzer,
Naja das würde dann aber weitere Fragen aufwerfen wie wann trifft das auf eine Person zu, ist jemand der Kinder gestreichelt hat schon ein Schänder? Ab wann ist man ein Schwerkrimineller? Biste nich schon Kriminell wenn du ne Packung Kaugummi geklaut hast? Wann ist Schmarotzen? Wann ist man Extrem Rechts- oder Linksgesinnt? Und entscheidet das dann ein Rechter der politisch aus der ganz anderen Ecke kommt, und gibt es hier dann noch Neutralität?
Auch würde es bedeuten dass Straftäter selbst nach verbüßen ihrer Strafe kein Vollwertiges Mitglied der Gesellschaft mehr werden könnten.
Ist jemand der eine Person in seiner Jugend getötet hat, seine Strafe abgesessen hat und dies zutiefst bereut jetzt ein schlechterer Mensch als jemand der klauent und prügelnt durch die Straßen zieht und 0 Einsicht zeigt?
Was ist mit denen die im Knast sitzen? Lässt man sie sterben obwohl man sie retten könnte?
Es ist ja auch immer mal davon auszugehen dass, wenns auch sehr sehr selten passiert, Leute zu unrecht für etwas verurteilt werden was sie nie getan haben.
dann könnte man noch ganz andere gründe beliebig verführen, so das man sich diese automatische organspende auch schenken kann, weil ist zu kompliziert wird mit den einzelnen ausnahmen.
ich bleibe dabei, deutschland ist eine marktförmige gesellschaft. es dreht sich alles um deals, geld und vorteile.
Ist Dir bewusst, dass ich auch bei der Widerspruchslösung einfach sagen kann "Nö, kein Bock" oder "Nö, weil heute nicht die Sonne scheint" und schon bin ich kein Spender? Es geht bei der Variante von Herrn Spahn nur darum, dass man "ja" oder "nein" sagt bzw., dass ein "nichts sagen" ein "ja" ist. Begründet werden muss da gar nichts...
du hast meinen Beitrag bzw seinen Kontext nicht richtig erfasst.
Es geht in dem von dir zitierten Teil um Gründe die ich persönlich als nachvollziehbar betrachte (obwohl ich absolut nicht religiös bin). Wie du von da zum Gesetz kommst weiß ich nicht.
Natürlich wird der Staat keine Prüfung machen warum du willst oder nicht willst.