Organspende

Würdet ihr Organe Spenden?

  • Ja. Wenn möglich sogar wenn ich noch lebe.

    Stimmen: 35 13,9%
  • Ja, aber erst nach meinem Tod.

    Stimmen: 119 47,2%
  • Ja, darf aber aus gesundheitlichen/religiösen Gründen nicht.

    Stimmen: 6 2,4%
  • Nein, selbst nicht nach meinem Tod. Würde/Tue aber Blut spenden.

    Stimmen: 30 11,9%
  • Nein. Ich spende nichts von meinem Körper

    Stimmen: 62 24,6%

  • Umfrageteilnehmer
    252
Ilsan schrieb:
Naja das würde dann aber weitere Fragen aufwerfen wie wann trifft das auf eine Person zu, ist jemand der Kinder gestreichelt hat schon ein Schänder? Ab wann ist man ein Schwerkrimineller? Biste nich schon Kriminell wenn du ne Packung Kaugummi geklaut hast? Wann ist Schmarotzen? Wann ist man Extrem Rechts- oder Linksgesinnt? Und entscheidet das dann ein Rechter der politisch aus der ganz anderen Ecke kommt, und gibt es hier dann noch Neutralität?
Auch würde es bedeuten dass Straftäter selbst nach verbüßen ihrer Strafe kein Vollwertiges Mitglied der Gesellschaft mehr werden könnten.
Ist jemand der eine Person in seiner Jugend getötet hat, seine Strafe abgesessen hat und dies zutiefst bereut jetzt ein schlechterer Mensch als jemand der klauent und prügelnt durch die Straßen zieht und 0 Einsicht zeigt?
Was ist mit denen die im Knast sitzen? Lässt man sie sterben obwohl man sie retten könnte?
Es ist ja auch immer mal davon auszugehen dass, wenns auch sehr sehr selten passiert, Leute zu unrecht für etwas verurteilt werden was sie nie getan haben.
Nicht umsonst habe ich geschrieben, dass das schwer ist, es entsprechend zu berücksichtigen. Es ging mir dabei auch nicht allein um die "gesellschaftlichen" Werte (Strafe gesühnt) sondern um die persönlichen. Und wenn man wählen muss zwischen zwei gleich geeigneten Empfängern, dann würde ich den wählen, der keine Straftat begangen hat.
Bei den Straftaten könnte ich ja auch durchaus differenzieren, zb ab Verbrechen (dagegen ist es bei Vergehen kein Problem.) Oder wenn einer vorbestraft ist. Dann wären sogar alte Taten, die im Register schon gelöscht wurden, unberücksichtigt. Andererseits deckt das auch nicht zwingend die Fälle ab, wo man Straftaten mitunter sogar moralisch nachvollziehen kann (zB die Ehefrau oder der Ehemann, die/der jahrelang vom Partner gequält wurde und sich irgendwann rächt.) Oder die Fälle zu unrecht verurteilter (wie zB falsch angezeigter, die Frau, die aus Rache oder Scham behauptet, es war Vergewaltigung obwohl es einvernehmlich war etc.) Wie gesagt einfach ist das definitiv nicht. Mitunter auch nicht fair. Mir ging es nur darum, dass ich keine Lust hätte, meine Organe an einen Schwerkriminellen zu spenden, oder an einen Kinderschänder (und was darunter fällt oder nicht, entscheiden Gerichte. Da braucht es keiner kruden Fragestellungen, ob es schon ein Kinderschänder ist, wenn er ein Kind anfässt; das kommt wohl auf das "Wo" und "Wie" er das Kind anfässt und nicht auf das "Ob"), oder an einen Steinewerfer, oder Rechtsradikaler, der meint seine Idiotologie äh Ideologie sei die maßgebliche der Gesellschaft. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass ich Leute, die ich nicht mag oder vielleicht krasser gesagt, die ich sogar hasse, nicht noch mit meinen Organen belohnen möchte.
Ergänzung ()

Lasst die Religion da raus. Wenn ich lese, religiöse Gründe rechtfertigen ein Ablehnen, anderes nicht, fühle ich mich in meiner Religionsfreiheit (in meiner negative Religionsfreiheit um genau zu sein), beeinträchtigt.
Es ist die Entscheidung eines jeden Individuums selbst, und die Gründe für die Entscheidung sind irrelevant.
 
Smartin schrieb:
Lasst die Religion da raus. Wenn ich lese, religiöse Gründe rechtfertigen ein Ablehnen, anderes nicht, fühle ich mich in meiner Religionsfreiheit (in meiner negative Religionsfreiheit um genau zu sein), beeinträchtigt.
Religionen dürfen keine Rolle spielen, denn ansonsten könnte man alles mögliche damit rechtfertigen. Und man kann jeden noch so absurden Glauben kurzerhand auch einfach erfinden.
Nur weil ich an etwas glaube befreit mich das nicht von irgendwelchen Regelungen.
In meinem Glauben ist es beispielsweise Sünde beim Arzt lange warten zu müssen. Kann ich ihn nun wegen diskriminierung verklagen wenn ich länger als 5minuten warten muss?
Das ganze mit dem Glaube nimmt sowieso absurde Ausmaße an.
Smartin schrieb:
Es ist die Entscheidung eines jeden Individuums selbst, und die Gründe für die Entscheidung sind irrelevant.
Ja das wäre ein Nenner auf den man sich einigen kann
 
Natürlich spielen religiöse Gründe bei der Entscheidung eines einzelnen eine Rolle. Ich kenne einige Menschen, die die Organspende wegen ihrem Glauben ablehnen. Sie glauben u.a. dass die Seele eines Menschen sich erst nach einigen Tagen vom Körper löst und aufgeht, und dies soll eben ohne herumschnibbeln passieren. Ob das wahr ist oder nicht, seie mal dahingestellt. Aber was sollte daran verweflich sein, wenn dies die Überzeugung dieser Menschen ist ? Ist doch volkommen wumpe, aus welchen Gründen diese Entscheidung fällt.
 
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@FrankenDoM
Das ist doch keine Diskussion wenn jeder nur so hinblubbert um was geschrieben zu haben.

Dass es zwei Diskussionsstränge gibt, einen mit der persönlichen individuellen Entscheidung und einen der die Gesetzgebung betrifft ist voll an den Herrschaften vorüber gegangen.
 
@Corto: Apropos dahin geblubbert...
Die 3 sind alle der Meinung, dass eine Ablehnung oder Zustimmung die Entscheidung eines jeden Individuums ist und warum wie entschieden wird geht nur einen selbst etwas an. Seh ich übrigens auch so...

Was ist daran falsch seine Meinung dazu zu äußern, aus welchen Gründen man entscheiden können sollte?
An der Gesetzgebung hat sich ja bisher noch nicht mal was geändert...

Thema nur um was geschrieben zu haben... Was sagt uns Dein Beitrag #305?
 
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also, ich schrieb davon das ich lediglich religiöse Gründe nachvollziehen kann wieso jemand seine Organe nach seinem Tod nicht spenden will. Ist eine persönliche Meinung und hat garnichts mit irgendeinem Gesetz oder so zu tun.

im Beitrag danach schreibt dann jemand dass religion kein Grund sein darf weshalb man (der Staat) jemand aus der Organspendepflicht (die es nicht gibt oder gab) ausklammern soll.

das meine ich wenn ich "dahinblubbern" schreibe. Es bringt die Diskussion überhaupt nicht voran wenn man den Kontext nicht beachtet in dem das geschriebene steht.

darauf habe ich dann in Beitrag 305 hingewiesen, indem du ja auch den Diskutanten den Hinweis gibst das sie sich überhaupt nicht widersprechen. sie reden lediglich permanent aneinander vorbei.
 
Danke für die Erklärung. Konnte ich leider so nicht aus deinem Beitrag #305 raus lesen.

So ergibt das alles Sinn ;)
 
@Corto Wer im Glashaus sitzt...deine Bundeswehr Diskussion ging auch völlig am Thema vorbei.
 
Nein ging sie nicht.

Damit wurde ein Beispiel gebracht um zu zeigen das der Staat sehr wohl in die persönlichen Angelegenheiten sein Bürger eingreifen darf und es auch schon lange tut. Das wurde vorher bestritten.
 
Tja, wieder typisch aktuelle Politik. halbgare bis nichts bringende faule Kompromisse (ähnlich wie in der Klima"lösung"), echte Entscheidungen gibt's wenige. Hier hat man eine Chance vertan, Menschen, die wirklich Hilfe benötigen, zu helfen und hat vermeintlich Menschen, die keine Hilfe benötigen, "geschützt". Von wegen sozial und solidarisch. Man ist ja nicht mal mehr bereit Menschen zu helfen obwohl man keine konkreten Nachteile hat, man muss lediglich einmalig (!) aktiv werden. Nur noch traurig und ein Spiegel dieser Gesellschaft.
 
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Meine Hoffnungen oder besser gesagt Erwartungen an die Abstimmung wurden leider nicht erfüllt. Ich spreche mich für eine Opt-Out-Lösung aus. Was die gebrachten Argumente der Gegner wie z.B. "Eingriff in die Freiheit" oder "persönliche Selbstbestimmung" betrifft, so denke ich, endet diese mit dem Tode. Wenn Glaube, Religion und "Selbstbestimmung" Menschenleben im Weg stehen, kann ich mich damit nicht zufriedengeben. Ich persönlich nehme eine zunehmende Gefühlskälte und immer weniger Mitgefühl und Solidarität in unserer Gesellschaft schon seit längerem wahr. Dieses Urteil bzw. überhaupt die Notwendigkeit, dass unsere Politik in dieser Frage aus Mangel an freiwilligen Organspendern aktiv werden muss, ist ein weiteres Beispiel für mich. Weit hinten im weltweiten Vergleich
 
TheManneken schrieb:
Wenn Glaube, Religion und "Selbstbestimmung" Menschenleben im Weg stehen, kann ich mich damit nicht zufriedengeben.

Wie lässt sich das mit Opt-Out vereinbaren? Das liest sich so, als ob Du für Organspende ohne wenn und aber wärst.

Mir persönlich ist das Ergebnis der Abstimmung, nicht das Thema, relativ egal, da ich so oder so die Möglichkeit habe/hätte meine Entscheidung frei zu treffen.
Natürlich ist es Schade, dass man so verpasst, dass sich mehr Menschen mit dem Thema befassen, aber ob ein Zwang sich damit auseinanderzusetzen besser wäre... Keine Ahnung.
Aber um eine Entscheidung zu treffen, muss man sich mit dem Thema halt befassen und genau das muss man halt bei der Opt-In Regelung nicht wirklich. So kann es der "Ist mir egal" Fraktion weiterhin egal sein. Mancher sieht das als Freiheit an, aber mancher sieht es auch als Freiheit an Böllern zu dürfen. Folgen egal.
 
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Der Körper lebt aber noch wenn die Organe entnommen werden. Ja, du wirst daran sterben und ja du wirst auch ohne Organspende mit quasi absoluter Wahrscheinlichkeit nie wieder rumlaufen oder überhaupt aufwachen können.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das BVerfG bei einer Klage den Spahn-Entwurf sowieso kassiert hätte.

Und selbst wenn. Bis heute und wahrscheinlich auch in den nächsten zehn Jahren hat niemand gesagt oder gezeigt, dass eine erzwungene Organspendepflicht auch wirklich mehr nutzbare Organe bringt.

Vor der Abstimmung lief im WDR-Radio ein Beitrag, dass viele der potentiellen Spender wenn die denn (hilfe, wie soll ich das ausdrücken?) in eine "spendefähige Lage" kommen eh nicht berücksichtigt werden können weil zu alt oder die Organe schon zu defekt sind.

Wie also soll die Organspendepflicht mehr nutzbare Organe liefern? Man braucht ein Mehr an jüngeren Leuten, an denen der Hirntod festgestellt werden kann - woher nehmen?
 
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@strempe: Mehr nutzbare Organe hast du sicher. Aktuell hast du 11,5 Spender auf 1 Mio., werden daraus nur 20 pro 1. Mio hast du auch mehr verwendbare Organe. Natürlich muss erstmal einer der Spender verunfallen, aber das ist auch jetzt schon so bei nur 11,5.
 
@FrankenDoM
Nein, für eine Zwangsentnahme auch bei Widerspruch bin ich nicht. Die Frage würde sich auch gar nicht stellen, wenn genug Menschen bereit wären, sich von sich aus zur Organspende bereit zu erklären. Dann hätte die Politik in dieser Frage auch gar nicht erst handeln müssen.
 
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TheManneken schrieb:
Ich spreche mich für eine Opt-Out-Lösung aus. Was die gebrachten Argumente der Gegner wie z.B. "Eingriff in die Freiheit" oder "persönliche Selbstbestimmung" betrifft, so denke ich, endet diese mit dem Tode. Wenn Glaube, Religion und "Selbstbestimmung" Menschenleben im Weg stehen, kann ich mich damit nicht zufriedengeben.
ich finde die ganze argumentation ohnehin unsinnig, denn auch mit der opt-out-lösung wird die selbstbestimmung nicht tangiert. es steht auch da jedem frei selbst zu bestimmen, nicht daran teilzunehmen. der einzige unterschied in den beiden lösungen liegt ja darin, was gemacht wird wenn die person auf die selbstbestimmung verzichtet (oder zu faul zur selbstbestimmung ist). imho interessiert die allermeisten menschen das ganze überhauptnicht und darum belassen sie die regelung die "voreingestellt" ist. im von spahn vorgeschlagenen fall wären sie halt organspender, im jetzigen sind sie kein organspender. und diese desinteressierte gruppe dürfte bei ca. 95% der bevölkerung liegen. fast kein mensch setzt sich mit dem thema auseinander bevor er nicht selbst ein spenderorgan benötigt.
ich bin ja selber faul. ich habe meinen organspendeausweis auch nur, weil ich ihn mal von meiner krankenkasse zugeschickt bekommen hab. drum gekümmert hab ich mich selbst nie. keine zeit, keine lust, kein interesse. das bedeutet nicht, dass diese menschen sich verweigern würden. sie haben nur keine lust sich zu kümmern. es ist ihnen egal. und darum halte ich spahns lösung für sinnig, die menschen, denen es ohnehin egal ist, auf der spenderseite starten zu lassen und nicht auf der verweigererseite. es steht ihnen ja frei ihre seite selbst zu wählen. wer seine wahl verweigert soll wenigstens die bessere lösung "voreingestellt" haben.
 
strempe schrieb:
dass eine erzwungene Organspendepflicht
Wo ist die Opt-Out ein Zwang?
Genau das ist, was mir so sauer aufstößt! Die Opt-Out Lösung wird als Zwang war genommen, weil der geringe Aufwand des Widerspruchs als Zwang tituliert wird bzw. der "Aufwand" gescheut wird. Das is das zynische daran. Ein Menschenleben ist scheinbar nicht mal mehr diesen Aufwand wert. Jeder, der aus religiösen, persönlichen oder welchen Gründen auch immer keine Organspende machen möchte, hätte einfach nur 5 Minuten in den Widerspruch investieren müssen.

FrankenDoM schrieb:
Mit dem Argument einmalig aktiv werden kann ich aber auch jetzt noch argumentieren ;)
Mit diesem Argument hätte man auch bei Email Verifikation (und vielen weiteren Beispielen) für Spam argumentieren können.

strempe schrieb:
Es gibt viele, die meisten dürfen aber eben nicht "verwendet" werden, weil kein Organspendeausweis vorliegt. Ich denke, die Mediziner auf dem Gebiet haben die eine weit bessere Übersicht und soweit ich informiert bin war in den Kreisen die Opt-Out Variante unter anderem deshalb bevorzugt.
 
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