(Pauschal-)Bezahlung für Ärzte / Einheitssatz für Patienten

Es soll Krankenhausärzte geben, die gerade mal 1700€ Brutto im Monat haben, o.k. sie sind erst im ersten Jahr, aber da wird einem ja wirklich schon schlecht. Es gibt Regionen, da verdient ein Müllmann schon besser.
Wenn man mal bedenkt was einem für die Krankenkassen vom Gehalt abgezogen wird, fragt man sich letztendlich wohin das ganze Geld so abfliesst. Es wird wohl genug Kanäle dafür geben.
Durch meine Auswanderung in die Schweiz ist mir das noch bewusster geworden, da ich hier gemessen am Verdienst und der Währung doch sehr wenig Krankenkassenbeiträge bezahle. O.K. die Zahnarztkosten muss ich komplett selbst bezahlen, was sicherlich ein hoher Faktor ist. Aber dennoch bleibt der Unterschied enorm. Man muss ja auch berücksichtigen, dass hier die Ärzte deutlich mehr verdienen und Maschinen, Geräte, Werkzeuge, Arzneimittel sowie Möbel hier deutlich teurer sind. Von den Mietkosten einer Praxis könnte man in Deutschland schon leben.
Es wäre schon interessant dies zu erfahren.
 
Also ich kann euch sagen, dass sehr viele Ärzte viel zu wenig verdienen.
Der Vater von einem guten Freund ist Chirurg (welche Richtung genau kann ich leider nicht sagen) und der kassiert ~32€ pro Quartal pro Patient.
Da sind allerdings dann einige dabei, die kommen dann 5 x pro Quartal.
Auch kenne ich einige Zahnärze, die verdienen weniger als ein Kraftwerker.
Ich muss sagen, dass ich es nachvollziehen kann, dass viele Ärzte nur noch Privatpatienten behandeln.
 
Ich weiss nicht ob man die Frage ob ein Arzt viel oder wenig verdient so pauschal beantworten kann. Mir ist das Gesundheitssystem noch immer nicht transparent genug. Es lässt sich sehr schwer einschätzen, welche Entgelte ein Arzt für seine Leistungen erhält.
 
Ich denke wenn man die Einkünfte einiger Ärzte kennt, kann man über diese pauschal antworten.
Für alle kann man nicht sprechen, da die Unterschiede z.T. gravierend sind.
 
t-kay187 hats doch kurz zusammengefasst.
Jeder Arzt bekommt von den gesetzlichen Krankenkassen über die KV (Kassenärztliche Vereinigung) einen Betrag pro Patient, der zudem von Facharzt zu Facharzt unterschiedlich ausfällt. Unabhängig davon wie oft der Patient ihn besucht.
Damit der Arzt nicht auf die Idee kommt alle seine Patienten in der Kartei einmal im Quartal zu sich in die Praxis "einzuladen" wird nur eine gewissen Anzahl vergütet.
Alle anderen Patienten darüber hinaus die dann vorstellig werden werden "kostenlos" behandelt, gibt auch Ausnahmen.
Von daher muss jeder Arzt sehen welche anderen Leistungen er anbietet, die dann vom Patienten bezahlt werden, oder er führt OPs aus etc.
Dadurch können die Einnahmen ordentlich steigen, ist aber mehr Ausnahme als Regel.
 
Schon mal gesehen was ein Arzt mit einer Radiologischen Praxis verdient? Oder Zahnaerzte? Es faengt jeder mal klein an, aber hohe Loehne gibt der Standort Deutschland einfach nicht mehr her. Das muessen auch die Aerzte langsam mal einsehen.

Wie hat Volker Pispers mal gesagt? Seit 16 Jahren gibt es Aerztesterben in Deutschland. Das ist auch ein zaehes Pack.
Die Aerztearmut ist von den Medien echt gepushed.
Und wenn ein Arzt meint er verdient zu wenig, kann er gern nach England, USA oder Kanada gehen. Die freuen sich ueber Aerzte, sofern das Studium anerkannt wird.
Wenn mein Hausarzt vertretung macht fuer nen anderen Arzt, bekommt der 400E Netto am Tag. Aber Aerzte verdienen ja nichts. Mein Hausarzt hat damals fuer die Beratung auf die Rechnung "Psychologisches Gespraech" aufgeschrieben. Ja klar...

Aerzte brauchen halt eine lange Ausbildung. Der Arzt in Ausbildung ist auch Sinnvoll. Ich will keinen Arzt an mir rumschnippeln lassen, der keine Chirurgische Ausbildung gemacht im Krankenhaus. Und die sagt nun mal vor, das man eine bestimmte Anzahl von OP's vornehmen muss.

Und seitdem die Aerzte gestreikt haben fuer mehr Gehalt, sind die Krankenhaeuser am umdenken. Die wollen halt auch Gewinn machen. Ich kenn ein KH, die ham nach dem STreik alle Aerzte bis auf einen Oberarzt und Chefarzt zu normalen Aerzten degradiert. Damit wurden mehrausgaben an Gehaelter fuer die Aerzte bis zu 2 Millionen Euro pro Jahr gespart.
Aerzte sind ja auch die einzigen die sich Protestanten leisten koenne. Ironisch oder? Streiken wegen mehr Gehalt, aber leute auf der Strasse ansprechen und 50E bieten zum streiken. Da haben Leute gestreikt, die gar keine aerzte sind.

Und mal ganz ehrlich: Wenn ich medizin studiere und Arzt werde, erkundige ich mich ueber den Beruf genauestens. Und zweitens weiss ich was auf mich zu kommt. Aber das ist halt Deutschland. Einfach machen und dann meckern wenn es nicht passt.
 
Wer sagt eigentlich, dass Ärzte viel verdienen müssen? Nur weil er sich um die Gesundheit der Menschen bemüht?

Ein Automechaniker hat eine genau so hohe Verantwortung! Baut er die Bremsen nicht Ordnungsgemäß ein dann knallts! Dieses Beispiel kann man auf fast jeden Beruf projetzieren! Jeder Arbeiter hat eine hohes Maß an Verantwortung! Wird ihnen dies Finanziell gedankt? Ich denke mal in den wenigsten Fällen! Wieso sollten also die Ärzte eine Ausnahme sein?

Sollen sie froh sein! Manch einer Buckelt für 5€ die Stunde in ner Leihfirma um seine Familie durch zu bringen!

Solange die Ärzte noch Mercedes fahren können, Mittwoch und Freitag mittags die Praxis zu haben und 5 Mal im Jahr Urlaub haben gehts ihnen noch gut!

Mein Mitleid hält sich in Grenzen!

Und wenn sie im Klinikum 30h Schichten schieben, selber schuld! Wenn sie das mit sich machen lassen! Würde jeder Nein sagen, wäre ganz schnell Schluss damit!
 
wer sagt eigentlich, das selbständige und sonstige freiberufler so viel verdienen müssen? müssen die auch mercedes fahren? müssen vostände von krankenkassen so viel verdienen (was ham die überhaupt für eine verantwortung) müssen investmmentbanker so viel verdienen, müssen die auto x fahren? etc. hier kann man jeden x-beliebigen beruf raussuchen und hinterfragen. ansonsten hoffe ich, das ihr niemals krank werdet und immer, wenn es nötig ist, ein arzt in der notaufnahme mach ne 30 stundenschicht euch sehen und behandeln will. oder das auch der rettungswagen, der euch aus dem straßengraben kratzt, weil euch irgend jemand von der straße geschossen hat, nen arzt dabei hat. und, praxis geschlossen, heißt noch lange nicht, das die damen und herren ärzte am strand liegen und die sonne auf den bauch scheinen lassen. ihr solltet euch besser informieren. was für eine scheindiskussion.
 
Bumbelbee schrieb:
Ein Automechaniker hat eine genau so hohe Verantwortung! Baut er die Bremsen nicht Ordnungsgemäß ein dann knallts! Dieses Beispiel kann man auf fast jeden Beruf projetzieren! Jeder Arbeiter hat eine hohes Maß an Verantwortung! Wird ihnen dies Finanziell gedankt? Ich denke mal in den wenigsten Fällen! Wieso sollten also die Ärzte eine Ausnahme sein?

Naja, ne Bremse kann fast jeder, mit ein wenig Übung, einbauen. Verantwortung sieht da schon anders aus. Es hat zwar jeder die Verantwortung, seinen Job richtig zu machen, pauschal gleichwertig ist es aber mit Sicherheit nicht.

Die Entlohnung, in welcher Höhe auch immer, ist auch kein Dank, sondern eine Gegenleistung für die Bereitstellung von Zeit, Know How und Arbeit unter der wesentlichen Berücksichtigung des Bedarfs.

Eigentlich solltest Du froh sein, wenn sich Ärzte teure deutsche Automobile leisten können, sonst gäbs wohl weniger Bremsen, die man einbauen könnte.

MFG
 
@Bumblebee:

So ein Quatsch. Ein Mechaniker oder sonst einer macht seine Ausbildung in 3 Jahren und verdient dann normal. Gehen wir mal von 2.000 € brutto im Monat aus.
Ein Arzt hingegen braucht ca. 12 Jahre bis er seinen Facharzt hat.
Die 9 Jahre müssen ja auch irgendwie aufgeholt werden.
In dieser Zeit verdient der Mechaniker 216.000 € brutto mehr (Vorsicht: Milchmännchenrechnung).

Deswegen sind die höheren Einkünfte durchaus gerechtfertigt.

Ich bsp. studiere jetzt noch Jura. Würde ich nach Ausbildung und 2 abgeschlossenen Studiengängen soviel verdienen wie ein einfach Arbeiter, würde etwas verdammt komisch laufen.
 
Ich weis nicht mehr wo ichs gelesen habe (ich glaube Spiegel) aber Fachärzte verdienen, sofern der Artikel stimmt, recht gut.

In dem Bericht gabs ne Auflistung nach Fachärztetypen und deren monatlichen Bruttoeinkommen im Monat. Wenn ich mich recht erinnern kann, kamen auf dem ersten Platz die Kieferorthopäden, die im Schnitt mit etwas mehr als 17000€ Brutto im Monat nach Hause gehen.
Weitabgeschlagen kamen in der Rangliste Allgemeinärzte.

Edit: Hier die Auflisten. Hab mich geirrt, an erster Stelle kommen doch die Radiologen ^^

http://wissen.spiegel.de/wissen/ima...2009/03/21/ROSPG2009013007802.JPG&thumb=false
 
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dafür ist der fach-arzt auch facharzt. als nur arzt sieht man von solchen einkommen natürlich nix. und ne berufliche püerspektive ohne fach-arzt hat man auch nicht.

man kann aber auch bei den ärzten direkt nachsehen http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=65130

ähnlich den diplom-ingenieuren und den fach-anwälten. nur bei den ärzten solls ein ploblem sein.
 
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naja, auch ein allgemeinarzt ist in der regel ein facharzt. sonst gibt es keine kassenzulassung. abweichend natürlich die alten ärzte, die z.b. in der ddr eine andere bezeichnung hatten.

aber der "nur" knie kann hat auch viel höhere ausgaben für die anschaffung und den betrieb seiner praxis. wenn er ambulante operationen macht noch viel mehr. da kommt ein allgemeinmediziner deutlich günstiger weg. letztendlich müßte man sehen, nach wieviel jahren sich die investitionen amortisiert haben und welcher arzt dann das "bessere" einkommen erziehlt hat.
 
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