PC-System mit Schutz vor unfreiwilliger Bespitzelung

Technikfreund

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Hallo Freunde der Netzwerksicherheit.

Es geht in diesem Thread um die Frage, wie man sich effektiv gegen die Datensammelwut großer Technikunternehmen wie Google, Facebook, Microsoft usw. wehren kann. Dabei soll ein vernünftiger Kompromiß zwischen Netzwerksicherheit und einem bequemen Arbeiten mit dem Computer gefunden werden. Es geht also nicht um die totale Sicherheit, da diese faktisch nie erreicht werden kann, sondern höchstens darum, nach ihr zu streben, ohne in sie zu vernarren.

Ein Großteil meiner Internetaktivitäten stellt das Browsen im Web dar. Emailverkehr findet nicht derart häufig statt. Auch andere Internetdienste benutze ich, wie wahrscheinlich fast alle normalen Menschen, selten, weswegen ich das Browsen im Netz besonders absichern möchte.

Drei mir bekannte Fallen, in die man als unbedarfter PC-Nutzer tappen kann, sind meines Wissens nach folgende. Ich liste diese auf und erläutere meine Gegenmaßnahmen. Wenn ihr weitere Fallen und / oder Gegenmaßnahmen kennt, wäre ich sehr dankbar, wenn ihr diese mitteilt.

Erste Gefahr: Verwendung eines Betriebssystems, dass proprietär ist und den Nutzer beschnüffelt

Microsofts und Apples Betriebssysteme senden in aller Regel viele Protokolldaten über die Aktivitäten seiner Nutzer zu ihren Servern. Diese werden gesammelt, ausgewertet, weiterverarbeitet und ggf. manchmal sogar verkauft. Auch besteht die Gefahr, dass clevere Köpfe ohne Moralbewußtsein diese Daten stehlen, und somit den Nutzern unkalkulierbare (Ruf-)Schäden zufügen.

Meine Gegenmaßnahme: Verwendung eines freien Betriebssystems mit nur den nötigsten, proprietären Elementen

Als Gegenmaßnahme benutze ich ein freies Betriebssystem, dass ich nur in Ausnahmefällen mit proprietärer Software erweitere, beispielsweise um Hardwarekomponenten nutzen zu können. Für Altlasten, bei denen ich normalerweise auf Windows angewiesen wäre, benutze ich virtuelle Maschinen.Virtualbox hat sich am geeignetsten und komfortabelsten erwiesen.

Zweite Gefahr: Installation von proprietärer Software, dessen Funktionsumfang nicht bekannt ist

Damit ist nicht nur proprietäre Software an sich, die aus meiner Sicht nicht generell abzulehnen ist, gemeint, sondern vorrangig Software, die man zwar braucht, von der man aber nicht weiß, ob man ihr vertrauen kann. Beispielszenario: Ich brauche mal schnell einen Video-zu-Audio-Converter. Chip bietet mir ein wunderbares Programm mit einem Installer an, der noch dutzende nützliche Programme freundlicherweise mitinstalliert. Sowas sollte auch für unbedarfte PC-Nutzer ein absolutes No-Go sein.

Meine Gegenmaßnahme: Installation neuer Software ausschließlich über Standardpaketquellen

Ich installiere lediglich Software aus den Standardpaketquellen meiner Linuxdistribution. In diesen wird ausschließlich freie Software angeboten, sofern man die Standardpaketquellen nicht selbst umkonfiguriert. Alltagsgebräuchliche Programme und Speziprogramme werden beidermaßen und in großem Umfang in diesen Paketquellen zur Verfügung gestellt.

Dritte Gefahr: Webbrowsen

Eines der größten Gefahren stellt zweifelsohne das Browsen im Web dar. Auch "vertrauenswürdige" Seiten wie Google sammeln massenhaft, oder besser gesagt, gerade diese, sammeln massenhaft Daten, dessen Weiterverarbeitung wahrscheinlich nicht nur der Aufbereitung von Werbeangeboten, sondern noch ganz anderen Zwecken dient. Die Datensammelei und das Erstellen von Profilen der Nutzer, die fast schon umfassender sind als die Daten, die Scientology über seine Mitglieder hat, wurde in den letzten Jahren mit Javascript und Cookies perfektioniert.

Meine Gegenmaßnahme: mehrere Browser mit besonderen Einstellungen

Ich verwende zwei Browser. Google Chromium verwende ich für Aktivitäten, die Javascript und Cookies erfordern. Für Recherchearbeit und den Zeitvertreib verwende ich einen zweiten Firefox-Browser, in dem ich die eingebaute Anti-Aktivitätsverfolgung einschalte. Auch jegliches Javascript und Cookies sind deaktiviert. Als Standardsuchmaschine für Firefox wird DuckDuckGo anstelle von Google verwendet.

Soweit zu meinen Vorkehrungen. Es wäre schön, wenn andere Fachkundige hierzu etwas ergänzen könnten. Als Informatikstudent möchte ich auch von euren Erfahrungen profitieren (sonst würde ich diesen Thread wohl nicht erstellen). Ich bin sehr dankbar für hilfreiche Antworten!
 
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Technikfreund schrieb:
Ich verwende zwei Browser. Google Chromium verwende ich für Aktivitäten, die Javascript und Cookies erfordern. Für Recherchearbeit und den Zeitvertreib verwende ich einen zweiten Firefox-Browser, in dem ich die eingebauten Anti-Aktivitätsverfolgung einschalte. Dazu ist jegliches Javascript, und auch Cookies sind deaktiviert.

das ist unsinn, dafür man auch rein den Fuchs nehmen mit umatix, canvasblocker und einen Adblocker. Dazu noch ein privates Browserfenster und gib ihm
 
Sebbi schrieb:
das ist unsinn, dafür man auch rein den Fuchs nehmen mit umatix, canvasblocker und einen Adblocker. Dazu noch ein privates Browserfenster und gib ihm
Ein Adblocker ist bereits in der Anti-Aktivitätenverfolgung von Firefox enthalten. Viele zusätzliche Websiten werden allein bei abgeschaltetem Javascript schon nicht geladen, weswegen eine Firewall vlt. nur bedingt Sinn macht. Auch bevorzuge ich da eher iptables. Canvas ist meines Wissens nach auch nur mit eingeschaltetem Javascript ein potentieller Schädling. Aber man möge mich da eines besseren belehren, wenn das nicht stimmt.
 
Sieht gut aus. Ich denke die wichtigsten Punkte hast du abgedeckt.

Hinsichtlich des Browsers ist natürlich noch die Wahl der Suchmaschine von Interesse. Hier sind DuckDuckGo und Startpage wohl die bekanntesten Vertreter ohne Datensammelwut.
Wer es wirklich Ernst meint oder durch staatliche Repression gezwungen ist, kann darüberhinaus auf Tor zurückgreifen.
 
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Um es einfach zu machen, wenn du wirkich "sicherheit" haben möchtest bzwgl. Internet.
Nutze es sowenig wie Möglich, versuche keine Seite 2x mal zu besuchen vom Selben PC/Smartphone innerhalb eines Netzwerkes etc...

Aber wenn du nicht möchtest das ein Programm Daten ans Internet sendest(ob jetzt OS oder Programm ) . Brauchst du ein Firewall zzgl. richtiger konfiguration am besten sogar eine Hardwarefirewall samt DMZ.
Somit bist du etwas "sicherer".

Nutze TOR für das WWW dann bist du wiederum ein wenich Unsichtbarer, aber auch Tor ist nicht "sicher/unsichtbar" da die NSA/CIA etc. gern eigene knoten aufbauen um TOR netztwerkaktivitäten aufzuzeichnen und zu analysieren.

Freie Software ist zwar schön und gut, aber selbst sie ist nicht perfekt.

@Markchen
Also wenn dann schon Tails, das ist nämlich für diverse szenarien entwickelt worden die nix mit "hacken" zu tuen haben so wie Kali & co.
 
Sers, klingt gut. Tor wäre noch ne Sache wie der Vorredner bereits sagte. cheers, alexx
 
entropie88 schrieb:
https://www.whonix.org/
Wenn einem Sicherheit wirklich wichtig ist. Hinter des Gateway kann man auch etwas anderes hängen.
Das sieht fantastisch aus. Ich hätte nicht gedacht, dass sich Leute freiwillig erbarmen und sich solch eine Mühe machen. Das werde ich auf jeden Fall mal in Virtualbox ausprobieren!
 
was versucht du zu erreichen? was hast du zu verstecken?
TOR nutzen ehrlich? deren sitz in usa ist? also wenn ich jemand finden wollen würde der was zu verheimlichen hat, würde ich sowas wie TOR schaffen und überall bla bla machen we sicher es ist, um später einfach die zu filtern die was zu verstecken haben.
je unscheinbarer du bist desto besser, deine ip ist überall zu finden und dein surfverhalten wird auch bleiben.
Was man natürlich machen kann die unnötige datensammlerei erschweren.
 
auszuug aus wiki:
Geschichte
Die ersten Ideen für Tor stammen aus dem Jahr 2000. Zwei Jahre später wurde die Arbeit an Tor durch Matej Pfajfar an der Universität Cambridge begonnen. Darauf folgte am 20. September 2002 die Veröffentlichung der ersten Alpha-Version.[6]
In der Anfangszeit von 2001 bis 2006 wurde Tor durch das United States Naval Research Laboratory mit Unterstützung des Office of Naval Research (ONR) und der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA),[7] vertreten durch Paul Syverson, unterstützt. Die weitere Entwicklung wurde vom Freehaven-Projekt unterstützt. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) unterstützte die Entwicklung von Tor zwischen dem letzten Quartal 2004 bis ins späte Jahr 2005 hinein.[7]
Im Dezember 2006 gründeten Dingledine, Mathewson und andere das Tor-Projekt, die The Tor Project, Inc, eine Non-Profit-Organisation für Forschung und Bildung, verantwortlich für die Aufrechterhaltung von Tor.[8]
Im März 2011 wurde das Tor-Projekt von der Free Software Foundation mit dem Preis für gesellschaftlichen Nutzen (engl. „social benefit“) ausgezeichnet. Als Grund wurde angegeben, dass Tor weltweit ca. 36 Millionen Menschen unzensierten Zugang zum Internet mit der Kontrolle über Privatsphäre und Anonymität ermögliche. Tor habe sich als sehr wichtig für die Oppositionsbewegungen im Iran und in Ägypten erwiesen.[9]
Im Jahr 2011 finanzierte sich das Projekt zu etwa 60 % aus Zuwendungen der US-Regierung und zu 40 % aus privaten Spenden.[10]
Im Juni 2014 machte der Fall des Erlanger Studenten Sebastian Hahn[11] eine größere Öffentlichkeit und insbesondere den gerade tagenden NSA-Untersuchungsausschuss darauf aufmerksam, dass die NSA neben der Bundeskanzlerin auch den Betreiber eines Tor-Knotens überwacht.[12]
Seit Ende Oktober 2014 ist Facebook über eine eigene Adresse im Tor-Netzwerk erreichbar (https://facebookcorewwwi.onion/), um damit den Zugang für Menschen zu erleichtern, in deren Ländern der Zugang zu Facebook durch Zensur erschwert wird.[13][14] DigiCert hat für Facebook eines der ersten TLS-Zertifikate für eine .onion-Adresse ausgestellt.[15]
Die bisherige Tor-Führungsspitze, der Verwaltungsrat, hat im Juli 2016 sechs neue Mitglieder gewählt und ist gleichzeitig selbst zurückgetreten. Zu den zurückgetretenen zählen auch die Projekt-Mitgründer Roger Dingledine und Nick Matthewson, die jedoch weiterhin die technische Entwicklung des Dienstes leiten. Zum neuen Aufsichtsgremium gehören unter anderem der prominente Kryptologe Bruce Schneier und die Leiterin der Electronic Frontier Foundation, Cindy Cohn.[16]

deine Daten bewahrst du sicher in einem abgeschottetem PC ohne internetzugang.
 
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Technikfreund schrieb:
Und was soll mir dieses nichtformatierte Riesenzitat sagen?

Du bist nicht besonders helle, oder? :D

nun ja, hauptsache du bist "Helle"

über das was du oben (thema) geschrieben hast, habe ich mir schon vor sehr langer zeit gedanken gemacht, und meine IT-sicherheitslevel inhouse sind höner als in so mancher Sicherheitsfirma.
Ich bin aber zum consens gelangt das:
Ich kann mir das (IT)leben sicher aber nicht lebenswert machen, oder ich muss gewisse
kompromisse eingehen.
Das habe ich versucht dir zu vermitteln.
 
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