Planung und Kaufberatung Heimnetzwerk

Pelev

Lt. Junior Grade
🎅Rätsel-Elite ’08
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Juni 2007
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Hallo Leute,
ich bin WLAN leid und möchte -leider nachträglich- in unserer 2-geschossigen Wohnung ein Heimnetzwerk etablieren.
Ich hab mir auch schon ein bisschen was durchgelesen, hadere aber noch etwas mit der Bestellung der Teile.

Was ich bisher verstanden habe (mit der Bitte auf Prüfung und gegebenfalls Korrektur ;)) :
- Es gibt für das Heimnetz generell zwei Arten Netzwerkkabel, das festeren Installations- oder Verlegekabel und die bekannten Patchkabel. Verlegekabel lassen sich aufgrund der dickeren Adern nicht auf RJ-45 Stecker crimpen?
- Es existieren verschiedene Kabelstandards in Form der CAT-Normen, wobei irgendwie zwar meist das (theoretisch) zu 10GBIT-Fähige CAT6(a) oder CAT7(a) empfohlen werden, diese werden heute aber noch gar nicht ausgereizt und bräuchten dann auch ganz andere Stecker als der übliche RJ-45? Warum dann nicht einfach zu CAT5 greifen?

Ich habe in der unteren Etage 5 Räume, die ich mit insgesamt 6 (Aufputz)Netzwerkdosen ausstatten möchte. Das Obergeschoss ist ein großer Raum, in dem ich an zwei Stellen Netzwerkanschlüsse haben möchte, davon eine nahe der Treppe, über die ich die vertikal-Verbindung realisieren möchte. Wegen des nahen Telefonanschlusses soll an dieser Stelle unsere Fritzbox stehen, die über 2 100 Megabit und 2 Gigabit Anschlüsse verfügt, die andere Stelle macht eine Heimkinoanlage mit mehreren Netzwerkfähigen Geräten aus.
Alles Netzwerkequipment bis auf die Fritzbox würde extra angeschafft werden.

Meine Idee (Im folgenden "Variante 1") war jetzt, die Verlegekabel der Dosen im UG in einem Patchpanel im Flur zusammenlaufen zu lassen, an welches ich dann einen 8 Port-Gigabit Switch anschließen würde - dies wäre meine "Basis" für das UG. Von diesem aus würde ich dann ein Patchkabel an der Wand durch das Treppenhaus nach oben zum ersten Gigabit-Anschluss der Fritzbox im OG führen. Von deren zweiten Gigabit-Anschluss würde ich dann ein zweites Patchkabel bis zu der zweiten Station im OG führen, wo dann ein weiterer 4- oder 5-Port Gigabit Switch Anschlüsse bietet.

Ich bin noch etwas unsicher, für eine relativ feste Installation (Eigentumswohnung) auch Patchkabel zu verwenden. Im Zweifelsfall wäre es vielleicht wenigstens für die Vertikal-Verbindung besser, auch dort eine Verlegekabel-Buchse Kombination zu fahren, vielleicht auch für die Horizontalverbindung der beiden Knoten im OG (s.u. "Variante 2")? Oder sollte ich noch etwas mehr Kabellänge investieren und auch den zweiten Knoten im OG mit der "Basis" im UG per Verglegekabel+Buchse verbinden ("Variante 3")?

...Und weil das ganze jetzt so furchtbar anschaulich war hier nochmal alle 3 angedachten Varianten als liebevoll gestaltete Schaubilder ;)

Variante 1.jpgVariante 2.jpgVariante 3.jpg

Welche Variante würdet ihr empfehlen? Und warum? 3 Macht auf mich z.Z. den besten Eindruck, die Strecke zwischen den beiden Switches wäre aber auch nicht unerheblich lang, auch wenn ich bei der unteren Station etwas Spielraum habe, wo genau ich diese platziere - in jedem Fall wohl nahe der Decke an der Wand, da ich plane an der Flurdecke einen Kabelkanal zu installieren.

Und wenn ich mich dann dank Eurer Hilfe auf ein Netzwerkdesign geeinigt habe, würde ich mich auch sehr über Hinweise bezüglich der Komponenten freuen! Also: Was gilt es, bei der Wahl von (Aufputz)Netzwerkdosen zu beachten, Patchpaneln, Switches, etc.

Vielen Dank für Eure Hilfe!
Pelev
 
Verlegekabel lassen sich aufgrund der dickeren Adern nicht auf RJ-45 Stecker crimpen?
Das ist korrekt. Es entspricht aber auch nicht dem Verwendungszweck, auf das Verlegekabel überhaupt einen Stecker krimpen zu wollen. Verlegekabel kommt zwischen Patchpanel und LAN-Dose!

Warum dann nicht einfach zu CAT5 greifen?
Cat 5e oder auch Cat6 ist für Gbit-Ethernet Problemlos verwendbar. Wenn der Preis passt könnte man "auf Verdacht" auch ein Cat 7 verlegekabel installieren und nachträglich notfalls die Dosen tauschen und bis dahin Cat6-Dosen installieren. Cat6-Verlegekabel sollte aber auch noch reichen.

Mein Tipp: Wenn du schon anfängt groß Kabel zu ziehen (machst du auf oder unter Putz?), Plan einfach ein paar Dosen mehr ein, notfalls erstmal Dummies, und installier ein 16er oder 24er Patchpanel. Dann hat du deine Ruhe und ärgerst dich nicht, falls es dann doch mal irgendwo mangelt und du nachträglich noch zehn Switches brauchst und laute Ethernetkabel rumliegen hast.

An deine Zweifel adressiert: Wenn man strukturiert verkabelt und Etagenverteiler macht, dann patcht man dort sinnigerweise auch durch und zieht nicht plötzlich quer doch noch Ethernetkabel. Zieh nach oben einfach ein paar Kabel mehr und installier eine Doppelbuchse mehr als du jetzt eigentlich brauchst (2 -Geschossig ist noch einermaßen übersichtlich, Kollege hat sein Haus jetzt mit einer Armdicken Kabelpeitsche durch alle Stockwerke vernetzt ;-) ). Auch im Heimkino würde ich an deiner Stelle einfach 6 Buchsen Installieren anstatt da mit zig Switches rum zu ballern. Für das Geld kann man sich dann nämlich nen dicken 24-Port raushängen lassen.
 
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- Es gibt für das Heimnetz generell zwei Arten Netzwerkkabel, das festeren Installations- oder Verlegekabel und die bekannten Patchkabel. Verlegekabel lassen sich aufgrund der dickeren Adern nicht auf RJ-45 Stecker crimpen?
Es gibt sog. feldkonfektionierbare Stecker die man auch auf Verlegekabel crimpen kann, aber die sind sehr teuer. Dann gibts noch "echte" Billig-Stecker zum Crimpen auf Verlegekabel, die sind aber scheiße. Normale Billigstecker für Patchkabel sind noch beschissener. Und überhaupt ist Crimpen eine fehlerträchtige und frustrierende Scheißarbeit, besonders bei Verlegekabel mit den starren Drähten.

Verlegekabel wird mit Dosen und Patchpanel abgeschlossen, punktum.

- Es existieren verschiedene Kabelstandards in Form der CAT-Normen, wobei irgendwie zwar meist das (theoretisch) zu 10GBIT-Fähige CAT6(a) oder CAT7(a) empfohlen werden, diese werden heute aber noch gar nicht ausgereizt und bräuchten dann auch ganz andere Stecker als der übliche RJ-45? Warum dann nicht einfach zu CAT5 greifen?

Die alte Leier ^^ Natürlich reicht Cat5(e) für simples Gbit ebenfalls (dafür ist es spezifiziert), wichtiger hingegen ist bei langen Strecken die Schirmung. Der Einfachheit halber würde ich persönlich zu Cat7 greifen, aber dann auch gleich zu Duplex-Kabel das es nur in Cat7 gibt. Macht das Verlegen von mehreren Kabeln direkt einfacher.

Von diesem aus würde ich dann ein Patchkabel an der Wand durch das Treppenhaus nach oben zum ersten Gigabit-Anschluss der Fritzbox im OG führen.
Kein Patchkabel. Mach lieber eine Strecke mit Dosen & Verlegekabel. Sieht nebenbei besser aus als stumpf lustlos in die Wand/Kabelkanal geführtes Patchkabel.

Ich bin noch etwas unsicher, für eine relativ feste Installation (Eigentumswohnung) auch Patchkabel zu verwenden.
Eben. Macht man nicht. Es heißt nicht Installationskabel ohne Grund. Verlegekabel/Installationskabel ist robuster und die Drähte sind für das Auflegen in die üblichen LSA-Klemmen von Dosen/Panels gedacht. Außerdem, Murphy's Law der Netzwerker: Früher oder später - aber immer - wird der Clip eines Patchsteckers abgerissen. Und dann darfst du Crimpen und das willst du nicht. Da ist es deutlich einfacher eine zerrammelte Dose zu ersetzen und neu aufzulegen als in der unmöglichsten Position TP-Kabel auseinanderzupflücken.

Und wenn ich mich dann dank Eurer Hilfe auf ein Netzwerkdesign geeinigt habe, würde ich mich auch sehr über Hinweise bezüglich der Komponenten freuen! Also: Was gilt es, bei der Wahl von (Aufputz)Netzwerkdosen zu beachten, Patchpaneln, Switches, etc.

u.A.:
-installier so viele Netzwerkdosen wie du kannst - und dann noch ein paar mehr. Installier nicht "gerade genug" Dosen/Buchsen, sondern denk ein wenig in die Zukunft. Die Zukunft besteht nicht nur aus WLAN. Pauschal: Schlafzimmer/Kinderzimmer: Mindestens 2 Buchsen. Wohnzimmer: Mindestens 6 (TV, HTPC, Konsole, Media-Player, wasweißich, ggf. WLAN-AP)
Je weniger Switches du im Haus brauchst, desto besser. Mehr Switche brauchen mehr Strom als ein einzelner Switch für dieselbe Anzahl an Buchsen. Netter Nebeneffekt von reichlich gesetzten RJ45-Dosen: Sie sind auch für Telefonie benutzbar.
-Duplexkabel ist empfehlenswert. Bedingt Cat7, also können wir uns die Diskussion eigentlich gleich sparen ^^
-in der Wand, auf der Wand, durch die Wand: Installationskabel/Verlegekabel. Im Zimmer: Patchkabel. So und nicht anders.
-kauf reichlich fertig konfektionertes Patchkabel. Du willst nicht Crimpen.
-LSA-Tool zum Auflegen aufs Patchpanel/Dosen
-ein billiger Netzwerktester zum Prüfen auf Durchgang
-arbeite auf eine Sterntopologie hin, mit bspw. der Abstellkammer als Kollokationsraum für das Panel, großem Switch & ggf. NAS). Deine Variante 3 kommt dem am Nächsten, wobei ich die Fritzbox persönlich direkt noch in den K-Raum verbannen würde (inkl. der 1. TAE-Dose) und die WLAN-Abdeckung mittels ein paar verteilter APs realisieren würde welcher per PoE gespeist werden, aber das ist ein wenig Overkill und nicht wirklich notwendig.
 
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und die WLAN-Abdeckung mittels ein paar verteilter APs realisieren würde welcher per PoE gespeist werden, aber das ist ein wenig Overkill und nicht wirklich notwendig.
Ehrlich gesagt ist das mitunter die schönste Variante ;-) Bis wir bei "Overkill" sind müssen wir noch ein bisschen sammeln :D
 
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