Nagilum99 schrieb:
Also du traust MS nicht, aber Macrium irgendwas und betreibst lieber ein total zerbasteltest System um ja nicht die MS Lösung zu verwenden?
Sorry, aber Du weißt offenbar nicht, wovon Du sprichst, und maßt Dir an, über ein Produkt und vermutlich auch ein Backup-Konzept zu urteilen, das Du noch nicht mal kennst.
Macrium Reflect Home ist zurzeit immer noch die zuverlässigste Backup-Lösung für Windows mit Features, die der Mitbewerb nicht hat, z.B.: Rapid Delta Restore, benötigte Treiber (USB3, LAN oder auch für Intel VROC) werden automatisch auf das Boot-Medium geschrieben, und verschiedene Backup-Profile – am besten gefällt mir eine Mischung aus Full, Differential und Incremental Backup.
Da ich mit Disk-Imaging-Software früher (mit Acronis) schon mal die schlechte Erfahrung machte, dass ein Archiv korrupt war und sich nicht zurückspielen ließ, verwende ich disk-image-basierte Software nur noch für die
Windows-Partition (auf eigener SSD) und sichere mir gelegentlich „Golden Images", wenn ich einen guten Stand einfrieren möchte.
Meine
Anwenderdaten sichere ich mit FreeFileSync im nativen Format. Das ist seit über 20 Jahren die beste Software zum Spiegeln von Daten auf ein anderes Medium. Sehr nützlich ist die Eigenschaft, dass bei Änderungen von Dateien Sicherungsdateien mit optional angehängtem Zeitstempel erstellt werden können. Man kann diese Sicherungsdateien auch vom Original getrennt in einem parallelen Pfad sichern; das erhöht bei über 10 Backup-Dateien die Übersicht, und man kann diese in bestimmten Situationen dann auch schneller rekursiv löschen, falls mal der Platz zu knapp wird.
Storage
Platz ist jetzt nicht mehr knapp, weil ich eine Menge Storage vorhalte:
1. Ein
BIOS-RAID-0 (Intel VROC) aus 3× Samsung QVO 870 mit je 8 TB, das sind netto 20 TB. Die QVOs werden ja bekanntlich langsamer, wenn der Schreibcache voll ist. Dann fallen sie von rund 530 MB/s auf 160 MB/s Durchsatz ab. Das fängt das RAID-0 auf: Mit 3 × 160 MB/s erreiche ich wieder eine ausgezeichnete Performance von mindestens 480 MB/s, oft aber auch viel höher bis über 1500 MB/s. Ein zusätzlicher positiver Nebeneffekt des RAID-Verbunds ist, dass die SSDs etwas länger mit voller Speed durchhalten, und so viel ändert sich beim inkrementellen Backup nicht. Da ein RAID-0 natürlich „fragil" ist, fällt eine von drei SSDs aus, verwende ich es tatsächlich nur als, wie soll ich sagen, schnellen „Pufferspeicher" für schnelle Backups und Restores. Also solange das RAID-0 noch intakt ist, wenn nicht dann habe ich das Backup der Daten auf den beiden externen USB 3 disks redundant vorliegen.
2. Durch
zwei externe 20-TB-USB-3-Festplatten schaffe ich entsprechende Redundanz, die das voll ausgleicht. Es werden nicht nur die Userdaten, sondern auch die Golden Images gespiegelt, sodass ich beides im sicheren Hafen habe: die Anwenderdaten und bewährte Disk-Images von Windows. Die USB-3-Platten sind zwei 20-TB-Seagate-Exos-X24-Enterprise-Laufwerke in USB-3-Gehäusen mit UASP-Unterstützung (wie auch der Controller), was die 270 MB/s der Laufwerke voll unterstützt.
Preisvorteil gegenüber NAS
Das ist auch preisgünstiger als ein NAS mit höherer Komplexität, das ich zudem auch doppelt vorhalten müsste, denn ein NAS allein ist ein Single Point of Failure, selbst wenn Du ein RAID-5 oder was auch immer verwendest. Ist die Hardware/Elektronik defekt, dann hast Du auch Probleme mit dem Restore. Diese Kombination hat sich seit über 10 Jahren bewährt.
Real-life Performance
Da Macrium über das Feature Rapid Delta Restore verfügt, kann ich selbst eine 1 TB große Systempartition in Nullkommanix auf den Stand von vor ein paar Tagen bringen, weil dieser clevere Mechanismus nur die zu ändernden Daten auf die Disk schreibt, was superschnell geht und vor allem den Verschleiß von SSDs minimiert. Das dauert nicht länger als 10 Minuten. Viel Zeit verbraucht beim Reboot mein BIOS-POST, weil ich ein Server-Mainboard mit 64 GB RAM habe (fast 2 Minuten, und man braucht 2 Reboots für den Restore).
Daten Organisation
Meine Userdaten (Eigene Dateien, Musik, Downloads, etc.) befinden sich natürlich nicht mehr im Profilordner unter C:\Users..., sondern auf einer eigenen SSD, sonst würde ich beim Restore der Windows-SSD Userdaten verlieren.
Zusätzliche Features
Um zu verhindern, dass ich beim Restoren Programmeinstellungen oder Firefox-Bookmarks im Profilordner unter App-Defaults verliere, habe ich die wichtigsten auch auf die separate SSD mit Userdaten verschoben und mit Symbolic Links darauf verwiesen, die man mit Hermann Schinagels LSE (Link Shell Extensions) für den Windows Explorer sehr einfach erstellen kann.
Dabei habe ich die
gleiche Ordnerstruktur beibehalten wie unter App-Defaults, sodass das Ganze auch die notwendige Übersicht bietet.
Dadurch ergeben sich für mich
2 entscheidende Vorteile:
a) Nach einem Restore der Windows-Partition bekomme ich keine alten Stände von Bookmarks und Programmeinstellungen, an denen sich öfters mal was ändert, bzw. die mir wichtig sind. Das macht das Restoren, falls sich Windows mal verschluckt hat (bad patch, etc.), nicht nur super fix (dank Rapid Delta Restore), sondern auch super easy im Handling ohne lästige Nacharbeiten. Vorher musste ich vor einem Restore immer erst zumindest die Firefox-Bookmarks sichern und nach dem Restore zurückspielen. So etwas entfällt nun völlig.
b) Ich habe diese wichtigeren Profildaten dann im Backup mit FreeFileSync im nativen Format vorliegen.
Das setup ist lautstärkeoptimiert. Keine HD im Rechnergehäuse mehr, super silent.
Von den externen Platten hört man nur etwas beim Backup ein wenig, die Platten sind nicht so laut bei zugriffen wie so man andere. Und die beiden Gehäuse habe ich auf Gummifüsse gestellt, um sie vom Schreibtisch und gegenseitig zu entkoppeln.
Datensicherheit
Ich verwende ein server mainboard mit echtem ECC RAM, das ist schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung in Sachen Datenintegrität.
Sicherlich gibt es noch weitere Optimierungsmöglichkeiten mit einem NAS, dass vielleicht auch im Dateisystem Prüfsummen hinterlegt sind. Aber wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen, dann werden die NAS Geräte auch wieder komplexer und wo es Komplexität gibt, gibt es auch wieder mehr Fehler und Ausfallmöglichkeiten. Zudem bliebe nur ein NAS auch wieder nur single point of failure.
Insofern habe ich eine leistungsfähige Lösung aufgebaut, die absolut silent ist, nicht so viel kostet und eine Menge Redundanzen bietet.
Da das OS und meine User-Daten auf 3 SSDs verteilt sind, würde auch nicht alles auf einmal ausfallen.
Falls die System SSD ausfällt, kann ich vom Clone dieser SSD booten oder den letzten Stand darauf restoren, um schnell wieder betriebsfähig zu werden.
Stufen der Redundanz: 3 Datenträger // 1. Schnelles Silent RAID-0 // 2+3. externe Harddisks
Zu den Preisen
Damals kosteten die Samsung 870 QVO 8 TB und die Seagate Exos 20 TB noch rund um die 350 €.
Da war es noch erschwinglich. Das sieht heutzutage leider anders aus.
Aber bei 2 NAS, die am besten gleich 10 Gbit LAN unterstützen sollten, würden die Kosten zusätzlich in die Höhe schießen.
Fazit
Solche ausgefeilten und funktionierenden Lösungen hat Microsoft nicht im Entferntesten zu bieten.
Hör Dich doch mal um, schon vor über 10 Jahren hatten die M$‑Bordmittel für Backup/Diskimage einen schlechten Ruf. Darauf lasse ich mich nicht ein.
Wenn man sich etwas auskennt und weiß, was man will, dann kann man sich auf diese Art und Weise ein zuverlässiges und ausgefeiltes Backup-System bauen, so wie oben beschrieben. So schnell findest Du nichts Besseres, was Zuverlässigkeit, Turnaround-Zeit und Handling anbelangt.