Politikarbeit (12. Kl.) - Antwort so falsch?

Speedy1986

Lt. Commander
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ich gehe in die FOS auf einer Wirtschaftsschule (12. Klasse) und habe meine Arbeit in WiPo wiederbekommen. Darin lautete eine Frage wie folgt:

Warum ist in der Demokratie Macht immer auf Zeit verliehen?

Meine (zugegebenermaßen nicht ganz elegant ausgedrückte) Antwort:

Um die Änderung der Meinung des Volkes bzgl. der Auswahl der Parteien zu erfassen.

Gehört hätte der Lehrer gerne, dass so sichergestellt wird, dass keine Diktatur entsteht.
Dsw. hat er mir 0 von 5 Punkten gegeben. :freak:

Normalerweise würde ich es dann auch darauf beruhen lassen, aber würde ich nur 2 Punkte mehr haben währe es keine 3 mehr sondern schon eine 2!

Meine Frage ist nun:
Ist diese Antwort wirklich so schlecht/falsch, dass ich dafür keinen Punkt verdient hätte?
 
Also ich finde seine Frage eindeutig. Wenn man in der Frage das Subjektiv Macht erwähnt, ist es durchschaubar wie Plexiglas :)
 
ist bei mir schon n paar jahre her dass ich mich mit sowas rumschlagen musste, aber:

kein Lehrer wird es toll finden, wenn du ne relativ offen gehaltene Frage mit EINEM satz beantwortest ;-)

Das mit der diktatur wäre auch mein erster gedanke gewesen. Außerdem hättest du noch, ich glaube dass du das auch mit einer Antwort gemeint hast, schreiben können, dass so sichergestellt wird, dass "die Karten immer wieder neu gemischt werden", so dass, entsprechend dem Zeitgeist und der aktuellen politischen Lage, die in dem Moment gewünschten Parteien Mandate erhalten können.

Ich hab während Schule und Studium immer wieder das Problem gehabt, meiner Meinung nach eine Frage kurz und präzise beantwortet zu haben. Die Punkte haben aber immer diejenigen bekommen, die das, was ich in 3 Sätzen gesagt habe, mit hohlen Phrasen auf ne halbe Seite gedehnt haben...

Fazit: geh zu dem Lehrer, erklär ihm, dass du der Meinung bist, dass deine Antwort sicher nicht vollständig war, aber eben auch nicht zu ner Nullnummer führen sollte!
Wenn du es drauf ankommen lassen willst, kannst du die Klausur immer noch nachkorrigieren lassen.
 
Ja nun, elegant ist es wirklich nicht aber 0 Punkte? Dann müsste die Anwort ja falsch sein aber falsch ist deine nicht nur keine 5 Punkte wert. 2 vielleicht aber 1 auf jeden Fall. 3 mhhh nun der eine Lehrer ja der andere nein. Ich hätte 2 gegeben oder 1 1/2 und wenn du ein guter bist ein Auge zu und dir die 2 in der Arbeit gegeben.
 
Da die Frage ja heisst "Warum", hat dein Lehrer leider recht. Die Änderung der Meinung ist nur ein Ergebnis der Wahlen, aber nicht er Grund für die Wahlen.
Sorry, hätte dir die Punkte gegönnt, weil man aus deiner Antwort sehen kann, dass du eigentlich den Begriff Demokratie verstanden hast.
 
Diskutier das mit Deinem Lehrer.
Ich sehe in Deiner Antwort genau den Inhalt, den der Lehrer erwartet hatte, ohne das Du das Wort Diktatur benutzt hast, aber Diktatur wäre ja nur eine Extremform.
 
Ab wieviel Punkte zusätzlich würde sich denn bei dir notentechnisch etwas ändern?
 
Hm also deine Antwort ist ja nicht falsch aber es passt nicht so richtig zu dieser Frage!
Also du gehst weniger auf die begrenzte Zeit ein. Hättest du deinem Satz hinzugefügt, dass wegen der Neuerfassung der Meinung der Bevölkerung sichergestellt ist das es der Bevölkerung überlassen wird wer die nächste Zeitpersiode regiert, wären wohl die 2 Punkte drin gewesen. Also ich sehe da keine Chance...
Ich weiss nicht was euer Hauptthema war aber wenn es irgendwas mit 2. Weltkrieg bzw. Sowjetuniion oder derartiges war dann ist deine Antwort einfach nich tpassend.
Aber vielleicht kannst du ja betteln?! :P
 
Um die Änderung der Meinung des Volkes bzgl. der Auswahl der Parteien zu erfassen.


Nun aber er kann natürlich sagen das es falsch ist. So gesehen ist es ja auch. Es ist nicht dazu da, um die Meinung vom Volk zu erfassen sondern um die Diktatur zu vermeiden. Die Meinung des Volkes ist dabei eigentlich nicht wirklich wichtig. Aber so kann keine Partei für ewig an der Macht sein und wir das Volk wählen die Partei. Würden wir es nicht machen bzw können, könnte die Merkel noch in 100 (bitte lasst die nicht so alt werden) regieren.

Und bevor jetzt jemand sagt, das die Meinung vom Volk wichtig ist- Wenn es so ist, dann würden die Politiker auch das machen was sie versprechen und nicht einfach nur für die Wahl nach dem Mund des Volkes reden und später ist alles ganz anders. Das ist damit gemeint.

Auch Politiker sollten für Ihr brechen der Versprechungen bestraft/belangt werden können und nicht nach dem Motto, was interessiert mich mein gerede von gestern. Gemeint ist damit was ganz anderes aber gelebt wird es als wenn es so Gesetz ist.
 
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naja, es geht auch nicht darum eine "diktatur" zu vermeiden, sondern lediglich darum, dass sich eine Regierung bestätigen lassen muss, um weiter regieren zu dürfen.
Dh, alle 4 Jahre soll durch die Wahl sichergestellt werden, dass eine Regierung ihren Auftrag des Volkes auch nachgeht. siehe Legislaturperiode

so gesehen finde ich Deine Antwort als zu kurz und würde 1 von 5 geben, auch wenn das richtige wohl gemeint ist. Jedoch sollte man dazu schon mehr schreiben.

@Mister79: naja, im wahljahr wird auch das blaue vom himmel gelogen und versprochen, damit wir ( das volk) die partei wählen. Hört sich immer gut an, is aber meist nicht durchdacht.
(siehe senkung der Umsatzsteuer und den damit verbundenen Nachteilen für die Steuerzahler von morgen .. unseren Kindern )
 
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Deine Antwort ist zu unpräzise und geht auch an der Frage vorbei.

Man sagt zwar, dass man erst von einer "geglückten" Demokratie reden kann, wenn ein Regierungswechsel vollzogen wurde (was du ja ausdrücken möchtest). Das ist aber wirklich nicht die Antwort auf die Frage.
Bei deiner Antwort hätte die Frage lauten müssen: Welche Möglichkeiten bietet eine Wahl dem Volk?
(Dann würden die zwar noch mehr Aspekte genannt werden müssen, aber du hättest Teilpunkt verdient gehabt)

Wenn du geschrieben hättest:
Durch Wahlen hat das Volk die Möglichkeit, die Macht zeitlich begrenzt neu zu verteilen/umzuverteilen o.ö. - hätte ich die Teilpunkte gegeben.

In der 12 müssen die Fragen eben präzise beantwortet werden u. Lehrer neigen weniger dazu (als in der Sekundarstufe), die ungenauen oder von der Idee her richtigen Antworten anzuerkennen.
 
Eine Demokratie schließt aber nicht gleich eine Diktatur aus, man kann sich ja auch alle 3 Jahre einen neuen Diktator wählen :D

Falsch ja im prinzip schon aber rede einfach mal mit ihm die 2 punkte sollte er dir zumindest theoretisch schon geben können ;)
.
 
Hier stand etwas um etwas zu verdeutlichen. Wird aber falsch verstanden darum kann dieser Beitrag gelöscht werden...

Sorry wollte auf was ganz anderes hinaus aber der Weg wurde wohl falsch verstanden. Ganz nach dem Motto, es ist nicht wichtig was A (also ich) sagt sondern B versteht.
 
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Hm, die Frage ist komisch gestellt finde ich. Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass begrenzte Amtszeiten (das wird wohl mit der schwammingen Formulierung "Macht" gemeint sein) ein zentraler Bestandteil einer Demokratie ist. Auf die Frage warum, könnte man also auch sagen: Weil es sonst keine Demokratie ist. Denke mal dein Lehrer meinte es aber so wie du es verstanden hast. Also, was hat die begrenzte Amtszeit für Vorteile. Und da gebe ich dir Recht. In einer Demokratie herrscht, wie das Wort schon aussagt, das Volk. Das Volk kann seine Meinung aber ändern, kann unzufrieden sein (oder auch zufrieden) etc. Deswegen muss die Möglichkeit bestehen den Delegierten diese "Macht" auch wieder zu entziehen, oder sie eben zu bestätigen.
Also 0 Punkte ist deine Antwort nicht wert aber du solltest in Zukunft schon darauf achten, lieber 2 Sätze mehr zu schreiben. Wie bawarri0r schon gesagt hat. Es gibt leider kaum Lehrer die sich von geblubber nicht beeindrucken lassen, bzw. die einsehen, dass drei Spiegelstriche inhaltlich(!) genau soviel aussagen könne wie eine Viertelseite.

gez.
ein fast fertiger Politikwissenschaftsstudent

PS:
Einige scheinen zu glauben, dass Demokratie nur bedeutet, alle 4 jahre ein Kreuzchen zu machen. Es gibt hunderte Demokratiekonzepte aber das hier sollte wohl Minimum sein:
• allgemeine, freie, gleiche Wahlen (aktives und passives
Wahlrecht)
• zentrale Rolle des Mehrheitsprinzips bei der politischen
Entscheidungsfindung
• Grundrechte (Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit,
Vereinigungsfreiheit, Medienfreiheit)
• politisch aktive Organisationen (Parteien und
Vereinigungen)
• Informationsangebote zur Politik
• Bildung
• Gewaltenteilung
• befristete Amtszeiten für politische
Entscheidungsträger
• Rechtsstaat
 
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uuuups, doppelpost. sry
 
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Hi,

mir scheint schon in der Fragestellung eine unbewiesene Behauptung zu liegen:
Warum ist in der Demokratie Macht immer auf Zeit verliehen?
Hier könnte man zuerst einmal fragen, für wen diese postuliert begrenzte Macht eigentlich zutrifft. Es ist anzunehmen, dass ihr das Parteien- und Machtspektrum innerhalb einer aufgeklärten Demokratie, mithin das westlich demokratische Verständnis meint. Nur leider ist die Annahme einer begrenzten Macht aus sich selbst und damit aus der Form der Demokratie heraus völlig unbegründet. Zum einen geht die momentane Politikwissenschaft von einer Art Timokratie aus, zum anderen ist das System der Parteien langfristig dazu verdammt eine Art Parteiendiktatur entstehen zu lassen. Dies geschieht völlig unabhängig von demokratischen Strukturen einzig durch die innerparteilichen Selektionsprozesse. Ein weiterer von der Frage gänzlich unbeachteter Punkt ist die eigentliche Entscheidungsstruktur der Bevölkerung und der Weg dorthin. Hier ist natürlich eine Wahl vorrangig als Äußerung des freien Willens von zumindest einen Teil der Bevölkerung zu sehen, aber auch hier ist es wieder die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit, somit ist eben die Freiheit des einen, die Zwanghaftigkeit des anderen. Fragen über Lobbying, Meinungsspin, PR-Agenturen, sog. Experten, die Medien etc - welche alle erheblich zu unserem Meinungs- und Weltbild beitragen, möchte ich hier unkommentiert lassen.

Für mich bleibt als Fazit daher nur, dass die Frage unnütz, nicht durchdacht und zumindest unvollständig ist. Allein das Wort "optimal" oder "modellhaft" würde die Frage klarer erscheinen lassen. Aber da selbst der zeitlich örtliche Bezug zum untersuchenden Subjekt fehlt, kann man sie eigentlich kaum richtig beantworten. Womöglich ergibt sich dieser Zusammenhang aber aus dem Themenkomplex eurer Klausur.

Ich hoffe nur dein Lehrer betrachtet die restlichen politischen Dinge etwas differenzierter.

Grüße,
franeklevy
 
@Mister79: Naja, ich glaube es ist schwer auf diese Frage eine "richtige" Antwort zu geben, ohne zumindest eine 50 seitige Arbeit abzuliefern. Sie ist einfach sehr breit gestellt und darum deckt auch die Antwort des Lehrers nur einen kleinen Teil ab. Ich kann mir daher auch kaum vorstellen das er dies als "einzig richtige" Antwort festgelegt hat, das wäre arrogant. Als Schüler hätte man hier aber grade deswegen aus dem vollen schöpfen können und wie gesagt, 2-3 Sätze mehr schreiben können.

@Tyr43l Der Bundeskanzler kann so oft wiedergewählt werden wie er genügend Stimmen bekommt!
 
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