Politikarbeit (12. Kl.) - Antwort so falsch?

Und weils in einem Buch steht, ist es viel seriöser, als etwas, das im Internet steht?
Ist das so?
Wikipedia ist also nicht wissenschaftlich genug? Was das Kollektiv bis zum abwinken einem Review unterzogen hat ist also 'schlechter' als ein Buch, das von einer Einzelperson geschrieben, vielleicht von einigen Fachleuten einem Review unterzogen worden ist?

Oder haben sich die Zeiten doch schon etwas geändert, ist nur nicht so richtig bei einigen Damen u. Herren angekommen? Warum eigentlich nicht?
 
Lies meinen Text nochmal, es geht nicht um das Medium, sondern um das Organ der Publikation bzw. letztlich um die Überprüfbarkeit der Informationen. Ein wiki-Artikel kann gar nicht wissenschaftlichen Standards genügen, weil er kurz sein muss und allgemein verständliche, auch für Laien nachvollziehbare Inhalte vermitteln möchte. Das ist auch in Ordnung. Diese Zielsetzung kommt allerdings nicht der Überprüfbarkeit zugute, denn dafür muss man streng genommen jede (JEDE) Aussage, diverse Interpretationen und Zitate auf ihren Ursprung zurückführen können. Es könnte ja sein, dass man sich auf ein nicht korrektes Zitat beruft, oder dass es aus dem Zusammenhang gerissen wurde usw. Deshalb muss man wissen, wo man das "Original" findet. Mit einem richtigen wissenschaftlichen Apparat wären aber wiki-Artikel für die meisten unlesbar und würden damit ihr Ziel verfehlen.

Es kommt hinzu, dass es für bestimmte Inhalte einfach Standardwerke gibt (seien es einschlägige Monografien oder Aufsätze), die man bei der Diskussion eines Themas kennen muss, da damit Grundlagen geschaffen wurden. Um zu verstehen, warum die Dinge so sind wie sind (und woher die Erkenntnisse kommen), ist diese Arbeitsweise essentiell, wenn man Inhalte durchdringen und das methodische Arbeiten verinnerlichen soll. Lehrer, die darauf bestehen, sind keine Käuze, sondern sind einfach nur genau. ;)

Aber wie gesagt: ein online publizierter Aufsatz aus einer fachwissenschaftlichen Zeitschrift wäre natürlich verwendbar, zumindest sollte sie das sein. :D
 
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Phonetik

1. Ein wiki-Artikel kann keinen Wissenschaftlichen Kriterien genügen.
Welchen Kriterien genügt bitte dieser Artikel nicht?

2. Ursprung:
Sind in dem Beispiel nicht genügend Quellen vorhanden?

3. Wo man das Original finden.
Bei Wikipedia.

4. Für bestimmte Inhalte Standardwerke
Genau, wird als Quelle genannt.
 
Es reicht trotzdem schlicht nicht. Was meinst Du, weshalb viele Themen dort nur auf wenigen Zeilen untergebracht werden, die mit mehreren Hundert Seiten bedrucktem Papier in der Fachwelt teilweise seit Jahrzehnten diskutiert werden? Diesen Anspruch kann ein wiki-Artikel gar nicht haben.


Findet sich bei Wikipedia etwa z.B. die maßgebliche Biographie von Winston Churchill? 1:1 abgedruckt? Oder besser noch: kann man dort seine Memoiren finden? Findet sich auf Wikipedia eine textkritische, philologischen Ansprüchen genügende Edition von Sophokles' Antigone bzw. überhaupt eine im griechischen Original?

Genau, wird als Quelle genannt.

Und woher weißt Du, dass der Autor bzw. die Autoren auch wirklich das relevante Werk anführen? Vielleicht wurde das übersehen? Oder es wird Murks genannt (wissenschaftliche Bücher können sich durchaus in ihrer Qualität unterscheiden :D). Bei sowas steht man dann doof da, wenn einen der Dozent geschockt fragt, ob man nicht das oder das andere gelesen hätte, weil das ja maßgeblich ist ...
 
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Naja, diese Aussagen und Fragen treffen auch auf gedrucktes Material zu. Da gibt es genauso viel Schund. Auch wissenschaftlich verarbeitetes Material.

Das Netz ist, wie schon gesagt, meinungsbildend und sollte im PoWi-Unterricht nicht augeklammert werden. Natürlich muss der Umgang mit den Informationen reflektiert geschehen. Hier liegt die eigentl. Gefahr, die Lehrer sehen. Schüler übernehmen zuviel unreflektiert, obs passt oder nicht (oder stimmt bzw. nicht stimmt).

Es gibt schließlich mitlerweile genug wissenschaftlich erarbeitete Ergebnisse, die zuerst online veröffentlicht werden (auch in wiki).
 
Naja, diese Aussagen und Fragen treffen auch auf gedrucktes Material zu. Da gibt es genauso viel Schund. Auch wissenschaftlich verarbeitetes Material.

Natürlich ist das so. Und gerade deshalb wird man verpflichtet, das einschlägige Material kritisch zu sichten. Wer wiki als "Quelle" anführt, führt die stark vereinfachende Sublimation von einigen Egebnissen an, nicht aber die tatsächliche "Quelle". Und genau das ist der springende Punkt. ;)


Wo bzw. was z.B.?
 
Z.B. was die Behandlung von Verletzungen oder Krankheiten betrifft, nutzen Ärzte solche Plattformen ganz gern, um ihre Erfahrungen mitzuteilen.

Für wiki fällt mir gerade kein Leiden ein, aber sowas wird doch geläufig sein.
 
@ Topic
Die Bewertung ist schwierig, man bräuchte noch mehr Informationen zu den Rahmenbedinungen.

Wieviel dieser Fragen hattet Ihr zur Bearbeitung. Wieviel Zeit stand Euch zu Verfügung.

Grundsätzlich ist ein Satz zu einer offenen Frage sehr wenig. Die Antwort auf die Frage trifft auch nicht den Kern.

Wenn es denn ein Satz sein sollte:

"Damit einer Regierung keine dauerhafte Machtausübung möglich ist und somit eine Diktatur oder eine scheindemokratische Staatsform verhindert wird."

@Mr. Dende
Als Politikwissenschaftsstudent zu vergessen, das Wahlen geheim sein sollten ist auch nicht ohne.

Bei den Grundrechten die Menschenwürde nicht zu nennen allerdings noch undenkbarer, die Menschenwürde gehört zwar mit zu den aufgezählten Grundrechten, aber gerade die Menschenwürde aus Art.1 GG hätte doch zumindest in die Klammer gehört. :rolleyes:

@Wiki-Zitierung
Wissenschaftliches (juristisches) Zitieren:
http://www.jura.uni-duesseldorf.de/news.asp?id=2504
PDF Seite 18

Grundsätzlich vor dem Hauptstudium undenkbar.
Man sollte auch sehr gewichtige Gründe haben, um in einer wissenschaftlichen Arbeit aus dem Internet zu zitieren. Oder über internetspezifische Problematiken schreiben, z.b. Cyberlaw. :D
 
Genau das habe ich oben auch mehrfach gesagt. ;)

rumpel01 schrieb:
Damit soll etwas simples verhindert werden: das einfache Abschreiben von Abschreibern. ;) Ein online publizierter Aufsatz oder etwa eine online gestellte Dissertation/Habil oder sonstiges wäre sicher zitierfähig. ;)

rumpel01 schrieb:
Aber wie gesagt: ein online publizierter Aufsatz aus einer fachwissenschaftlichen Zeitschrift wäre natürlich verwendbar, zumindest sollte sie das sein. :D
 
@rumpel01: Ich muss leider in einigen wesentlichen Punkten widersprechen.

1. Wir reden hier von einem Niveau der 12Klasse:
"ich gehe in die FOS auf einer Wirtschaftsschule (12. Klasse) und habe meine Arbeit in WiPo wiederbekommen. Darin lautete eine Frage wie folgt:"

Die werden dort kaum eine "maßgebliche Biographie von Winston Churchill" benötigen, die darüber hinaus geht, was in wikipedia dazu schon steht, oder?
Selbiges für "textkritische, philologischen Ansprüchen genügende Edition von Sophokles' Antigone", dacor?

2. Ich verweise noch mal auf einen Artikel über Regelungstechnik, der durchaus ein universitäres Niveau hat. Gut, die Mathematik kommt etwas zu kurz.

3. Wenn Wikipedia diese Menge an Informationen enthalten würde, das für alle bekannten Persönlichkeiten deren eigene Biografie enthalten ist, dann würde da tatsächlich 'alles' drin stehen, was wahrscheinlich nicht mehr handhabbar wäre. Also ist für den universitären Bereich nicht alles in Wikipedia enthalten, für ein schulisches Niveau aber schon, und für einige Recherchen, auch im universitären Bereich wohl auch, oder?

3. Wo ist denn der Unterschied, wenn die gleiche Information in Wikipedia gefunden werden kann, die auch in einem wissenschaftlichen Artikel enthalten ist?
Ich geben mir mal gleich die Antwort; dann wäre es kein wissenschaftlicher Artikel mehr, sondern Allgemeinwissen, und der, der in einer fachwissenschaftlichen Zeitschrift publiziert verdient daran. Wobei Wikipedia mittlerweile weit über das Allgemeinwissen hinaus geht.

4. "Wer wiki als "Quelle" anführt, führt die stark vereinfachende Sublimation von einigen Egebnissen an, nicht aber die tatsächliche "Quelle". Und genau das ist der springende Punkt"

Ist der Artikel über Regelungstechnik stark vereinfacht? Wohl nicht, oder?
 
1. Für die Erkenntnisgewinnung ist es völlig unerheblich, ob das für die 12. Klasse oder für eine akademische Abschlussarbeit geschieht. An der methodischen Grundvoraussetzung, dass man das, worüber man berichtet in nutzbaren und überprüfbaren Quellen darzulegen hat, ändert das rein gar nichts. Im Gegenteil: man kann in der Schule gar nicht früh genug damit anfangen zu lernen, wie man Themen angeht und richtig durchdringt. Das fehlt vielen. ;)

Die werden dort kaum eine "maßgebliche Biographie von Winston Churchill" benötigen, die darüber hinaus geht, was in wikipedia dazu schon steht, oder?

Äh, das weißt Du? Nochmal meine Frage von vorhin:

Was meinst Du, weshalb viele Themen dort nur auf wenigen Zeilen untergebracht werden, die mit mehreren Hundert Seiten bedrucktem Papier in der Fachwelt teilweise seit Jahrzehnten diskutiert werden? Diesen Anspruch kann ein wiki-Artikel gar nicht haben.

Du hast schlicht nicht verstanden, worum es mir da geht. In einem wissenschaftlichen Apparat werden sämtliche Aussagen auf ihren Ursprung zurückgeführt, und das ist das Entscheidende. Ich sag' es nochmal, weil Du diesen Aspekt beständig überliest: es geht um Überprüfbarkeit!

2. Wenn der Artikel so ausführlich und vollständig ist, weshalb gibt es dort nur 22 magere Fußnoten und warum ist die scheinbar maßgebliche Monografie dazu 633 Seiten lang? Demensprechend kann Deine Frage am Ende nicht ernst gemeint sein. An den Fußnoten im wiki-Artikel sieht man übrigens sehr gut die herkunft. Es wird aus den unterschiedlichen Grundlagenpublikationen herausgeschrieben. Völlig klar, dass man bei der intensiveren Beschäftigung mit dem Thema dann auch diese zu benutzen und zu lesen hat. Für einen ersten Überblick ist der Artikel womöglich brauchbar (dafür kenne ich mich in dem Fach nicht aus), aber es ist doch klar, dass man in Anbetracht der vorhandenen Grundlagenpublikationen nicht ernsthaft die paar Zeilen als "Quelle" angeben kann.

3. Und wieder dasselbe Problem. Es geht nicht darum, dass alles dort steht, sondern dass alles, was geschrieben wird, entsprechend belegt wird und damit überprüfbar wird. Genau das geht aber bei einem populären Text nicht mehr, er würde für einen Laien schlicht unlesbar. Hast Du Dich schon einmal mit Zitier- und Abkürzungsrichtlinien mancher Fächer beschäftigt? Weißt Du, was ein wissenschaftlicher Apparat bei der Anfertigung eines Textes an Arbeit macht und an Komplexität besitzen kann?

4. Erneut das selbe Mißverständnis. Ein wiki-Artikel ist eine knappe Zusammenfassung eines Sachverhalts, das geht gar nicht anders. Die Quellen sind logischerweise die Schriften auf die verwiesen wird und demzufolge sind diese bei der Nutzung eines Referats/Hausarbeit auch zu konsultieren. Und das liegt woran? Weil die Infos ijn Wikipedia nicht im einzelnen belegt sind. Darauf kommt es aber an. ;)
 
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@ Lubber: Gebe dir bei beidem Recht, allerdings habe nicht ich das vergessen. ;)
Ist aus ner PDF eines Dozenten kopiert. Und keine Sorge der Mann hat schon Ahnung, hat die Sache damals wohl in aller schnelle Zusammengeschustert. Es ging in dem Seminar um autoritäre Systeme und da reichen die genannten Punkte als Abgrenzung zur Demokratie völlig aus :D
 
wiki als quelle anzugeben ist in etwa so, als würde man auf eine inhaltsangabe zu "krieg und frieden" bezug nehmen, statt auf das buch. man spart sich in beiden fällen massig lesestoff und hat die wesentlichen punkte schön übersichtlich zusammengefasst. aber alles, was zu den kernaussagen geführt hat und die daraus resultierenden interpretationsmöglichkeiten fallen hinten runter.

im endeffekt hat man zwar einen schönen anstrich, aber das mauerwerk darunter ist alt und bröckelig.

ist aber lustig, wie man verzweifelt argumente sucht, nur damit man sich bei wikipedia bedienen darf und somit nicht die dahinterstehenden werke lesen/durcharbeiten muss. allerdings ist irgendwann schluss mit durchschummeln und "möglichst wenig selbst arbeiten". die einen kapierens schnell, die anderen müssen erst die quittung in der uni kriegen :D

aber dann ist wieder der dozent etc. schuld dass man nichts kapiert :rolleyes:
 
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