Polizei BTM Datenspeicherung

Ameisenmann

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Vor ein paar Jahren hatte ich ein Ermittlungsverfahren wegen einer BTM Sache.
Die Polizei hat mit richterlichem Durchsuchungsbeschluss nach Hanfpflanzen in meiner Wohnung gesucht.

Natürlich gab es diese Plantage nicht und die Polizei hat auch nichts gefunden. Mich hatte man angeschwärzt (ich weiß auch wer). Wie auch immer... zur Sache hatte ich damals nichts gesagt und das Ermittlungsverfahren wurde umgehend eingestellt.

Das alles geschah damals in einer Kleinstadt mit 60 000 Einwohnern wo man sich mehr oder weniger kennt. Teile meiner Familie wohnen noch immer dort. Mein kleiner Bruder (immerhin schon 25) meinte erst kürzlich, dass mein Name auf einer Art Drogenliste stehen würde, die die Polizei verwenden würde so eine Art interne Datensammlung der Polizei. Wenn es nur Gerede wäre, könnte mir das egal sein. Er meinte aber, dass er die Info von seinem Kumpel hat, der bei diesem Polizeiposten arbeitet und er ihn darauf angesprochen hat weil er mich auch kennt und über die Sache gewundert hat.

Datenschutz hin oder her, soweit ich weiß wird das zu den Akten gelegt und nach einer bestimmten Zeit gelöscht. Was die Polizei da scheinbar macht ist nicht legal. Die Sache ist bestimmt schon 6 Jahre her.

Hat jemand von euch schon mal solche Erfahrungen mit der Polizei gemacht oder kennt einen ähnlichen Vorfall? Würde eine Beschwerde beim Datenschutzbeauftragten des Landes Erfolg haben? Ich nehme an, dass diese Liste nicht offiziell ist und man da nicht viel machen kann. Soll ich den schlafenden Hund wecken?
 
warum schlafenden hund wecken? bei btm sachen würde ich da wegen deinem guten leumund klagen. musste wegen ner anderen sache fingerabdrücke abgeben und nachdem ich den prozess gewonnen hatte, wollten sie die daten trotzdem nicht löschen.
 
Nicht wecken!
In den A.... treten, aber auf jeden Fall mal bei einem Anwalt Erkundigung über sowas einholen, eventuell auch gleich Rechtsbeistand. Und wenn's wirklich illegal ist dann auf dein gutes Recht pochen und wenn sie nicht hören wollen am besten Schützenhilfe bei den Medien suchen (wir kennen ja die Bild, die ist wild auf solche Storys).
Soviel zur Theorie, was wirklich machbar ist, das müsste dir ein Anwalt verraten.
 
Der Datenschutzbeauftragte wird interne "Geschichten" nicht verhindern können. Eine Datenlöschung im Kopf findet z.Zt. noch nicht statt. Wenn Du dem Feuer Nahrung gibst, brennt es nur um so heller.

Es gibt Dinge, da steht man drüber.
 
Erstaunlich. Auf einer internen Liste kannst du vielleicht stehen, aber die wirst du wahrscheinlich nicht zu Gesicht bekommen. ;)
 
Ameisenmann schrieb:
in einer Kleinstadt mit 60 000 Einwohnern wo man sich mehr oder weniger kennt.

mal ehrlich, wenn man sich in einer doch schon relativ großen Stadt 'mehr oder weniger' kennt, muss ja dann mehr vorgefallen sein - ob negativ oder positiv.
 
@ das mit dem drüberstehen: nunja wenn du angehalten wirst allgemeine verkehrskontrolle, dann funken die dein auto mal durch und wenn die hören der hat gegen btmg verstoßen, dann ist ende im gelände! die filzen dich und dein auto x-fach durch!

das kommt dann unter polizeiliche-schikane!
 
@Darklord272

oh ja in die Bild wollte ich schon immer :rolleyes:
damals meinte ein Freund (ist Rechtsanwalt) ich solle die Aussage verweigern und nicht beschweren wegen der Durchsuchung weil das a) nichts bringt und b) nur mehr Akten schafft und somit womöglich noch länger gespeichert wird. Er sagte damals auch, dass man schlafende Hunde nicht wecken sollte.
 
Macht Euch doch nichts vor, seine Daten usw. werden immer gespeichert sein.

Genau das gleiche ist es wenn man einmal Erkennungsdienstlich erfasst wurde.

(Fingerabdrücke, Fotos, Tattoos usw.)

Man kann die Löschung nach 10 Jahren verlangen, aber glaubt Ihr im Ernst die Daten werden glöscht?

Einmal in der Datei..... immer in der Datei.

So ist das nunmal.

MfG
 
Zuletzt bearbeitet:
wer sagt denn, dass man solche Daten nicht länger als 6 Jahre speichern darf?
 
@florian.

weil sie nicht gespeichert werden dürfen? Man könnte ja deinen Namen einfach auf die Kinderpornoliste setzen und das wäre dann nach deinem Verständnis auch ok?
 
consul75 schrieb:
Macht Euch doch nichts vor, seine Daten usw. werden immer gespeichert sein.

Genau das gleiche ist es wenn man einmal Erkennungsdienstlich erfasst wurde.

(Fingerabdrücke, Fotos, Tattoos usw.)

Man kann die Löschung nach 10 verlangen, aber glaubt Ihr im Ernst die Daten werden glöscht?

Einmal in der Datei..... immer in der Datei.

So ist das nunmal.

MfG

Leider. Wurde vor Rund zwei Jahren auch Erkennungsdienstlich erfasst um mich als Täter bei einem Diebstahl auszuschließen. Es hieß sobald die Sache geklärt ist (was sie schon ist) werden die Daten gelöscht. Wenn ich alles glaube aber dass nicht. Ich bin fest der Überzeugung dass meine Fingerabdrücke immer noch in die Datenbanken herumschwirren.

@Ameisenmann
Das Problem ist wenn du dagegen etwas unternehmen wollen würdest, würde man wissen wollen woher du die, offensichtlich nur Polizeiinternen, Informationen her hast. Somit hast du dann ein Problem und dein Bekannter eventuell seinen Job los.
 
Lest einfach mal eure Landespolizeigesetze, dort werden Speicherfristen eindeutig benannt, außerdem kann man ja Einsicht in seine polizeiliche Akte beantragen. Erinnerungen der Beamten lassen sich nun einmal nicht löschen, und Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass eine riesige interne Datei existiert, in dem alle offiziell gelöschten Daten abgelegt sind...es gibt Datenschutzbeauftragte. Und eine Durchsuchung wegen eines Jahre zurückliegenden Falles ohne aktuelle Erkenntnisse?...ich sage noch einmal, lest die geltenden Gesetze, in diesem Fall die StPO.
 
Ich glaube, da kannst du nichts machen. Musst du einfach drüberstehen, die können dir doch eh nichts. Und so eine Polizeikontrolle im Auto ist auch nur halb so schlimm, wenn man es nicht ganz so ernst nimmt.

Denke mal, über fast jeden, der öfter Abends unterwegs ist, steht irgendetwas in irgendeiner Akte, who cares?

EDIT: @ über mir: Doch, die speichern alles. Von mir gibt es noch Eintragungen aus meiner Jugend von vor 15 Jahren...
 
... wenn du dir nichts vorzuwerfen hast kannst du einfach hingehen und fragen ob der Datensatz noch nicht gelöscht wurde. So einfach. Vor allem wenn es um ein eingestelltes Vermittlungsverfahren geht. Ansonsten hilft die Staatsanwaltschaft weiter bei der das Verfahren damals eingestellt wurde.

@Huey Duck,

dann würde ich mich mal um die sofortige Löschung unter Drohung einer Anzeige bemühen.
 
Der Verfolgungswahn bzw. die Paranoia des ein oder anderen hier ist doch bemerkenswert.

@TE, man kann sich persönlich oder schriftlich bei der aktenführenden Behörde über die gespeicherten Daten erkundigen und unter bestimmten Voraussetzung und Wahrung der Fristen (muss man länderspezifisch erfragen) die Löschung beantragen. Da weckt man auch keine schlafenden Hunde, weil deine Akte ja nicht beim Rauschgiftkommissariat geführt wird, sondern in einer zentralen Sammlung für die eine Verwaltungsabteilung zuständig ist.
 
diRAM schrieb:
Der Verfolgungswahn bzw. die Paranoia des ein oder anderen hier ist doch bemerkenswert...

... so kann man es auch sehen. Allerdings verstehe ich nicht wirklich warum man andererseits darüber so glücklich sein kann?
 
@diRAM nicht so laut DIE hören alles *ängstlich umschau*

Jetzt mal im ernst. Hier geht es nicht darum ob man Paranoid ist oder nicht. Viel mehr geht es darum dass Angaben zur Löschung von Daten gemacht werden und die Löschung dann nicht eintritt. Klar ist es die Polizei und kein "Verein zur Förderung des Datenhandels" aber trotzdem schwingt ein mulmiges Gefühl mit.

Wie jeder weiß gibt es überall Sicherheitslecks und dass kann keiner abstreiten. Die Gefahr dass die Daten dann in die "falschen" Hände gelangt besteht also. Diese Gefahr wird natürlich minimiert wenn die Daten fristgerecht gelöscht werden.

Es gibt auch andere Vorgänge zum Datenschutz öffentlicher Einrichtung die ich für bedenklich halte. Eine Klage gegen den Staat würde da für einiges Aufsehen sorgen. Aber da fehlt einem natürlich das nötige Kleingeld... Dass ist aber kein Thema für diesen Thread.
 
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