Rauschen bei Analogtelefonie, wenn Router an + keine Internetverbindung

Sidolin

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Servus!

Ich verzweifle allmählich am folgendem Problem und will deswegen nachfragen, ob jemand zum Folgenden Sachverhalt etwas sagen kann.

Unser Haus hat zwei Stockwerke und eine Telefonleitung. Es existieren mehrere Telefonbuchsen; welche davon man verwendet, ist egal (man könnte auch alle belegen, dann klingeln halt alle Telefone gleichzeitig, wenn ein Anruf kommt). Im Erdgeschoss befindet sich das Telefon, welches analog betrieben wird. Im Obergeschoss steht ein Computer mit Fritzbox. Bisher nutzten wir ein Siemens DECT-Telefon, womit es an sich keinerlei technische Probleme gab. Das heißt: man konnte problemlos via Fritzbox surfen und gleichzeitig das Telefon betreiben. Nun haben wir uns ein Panasonic KX-TG8522 zugelegt. Jetzt ist es nicht mehr möglich, die Fritzbox und das Telefon (analog) gleichzeitig zu betreiben. Wenn die Fritzbox angeschaltet ist, wählt sie sich nicht ins Internet ein, außerdem rauscht das Panasonic-Telefon beim Telefonieren immens. Sobald ich die Fritzbox ausschalte, funktioniert das Telefon tadellos. Wenn ich wiederum surfen will, muss ich entweder das Telefon entfernen oder das Siemens-Telefon anschließen.

Ich verstehe das nicht. Wieso ist das so und wie kann ich das Problem beheben?

Gruß
Sidolin
 
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FoxBob79 schrieb:
Wo sitzt denn bei Euch der DSL Splitter?
Der Splitter ist im Obergeschoss bei der Fritzbox (oder verstehe ich Deine Frage falsch?)

Habt Ihr eine FritzBox Fon?
Ja, eine Fon WLAN 7170.

Wie war das alte Telefon angeschlossen?
Analog (direkt an der TAE-Buchse) im ersten Stockwerk, also genauso wie das neue. Ich habe nichts an der Anschlussart geändert, sondern nur das Telefon ausgetauscht.

Das funktioniert so bei uns nicht, da das Telefon sich im unteren, die DSL-Anlage im oberen Stockwerk befindet.
 
Mach mal ein genaues Schema von den Dosen und wo was hängt. Ansonsten liegts an der offensichtlich vorhandenen Parallelschaltung, die das DSL- und Telefonsignal durcheinander bringt (grob gesagt).

edit: Was du machen kannst: Den Splitter an die allererste TAE-Dose stecken. Das Telefon in den Splitter stecken.
Dann muss noch die Parallelschaltung in der 1. TAE-Dose aufgelöst werden. Zur Zeit sieht es wahrscheinlich so aus, dass alle TAE-Dosen des Hauses auf Klemme 1&2 der 1. TAE-Dose liegen - so kommt die (übrigens illegale) Parallelschaltung zustande, die alle Telefone klingeln lässt. Auf Klemme 1&2 darf nur der Zugang von außen (AMT, APL etc.) liegen!
Die Adern die zur TAE des Routers gehen müssen jetzt auf Klemme DSL a&b im Splitter gelegt werden. Jetzt liegt das DSL-Signal korrekt an der TAE für den Router an. Um von dem Router (RJ-Buchse) auf die TAE-Dose zu kommen, könnt Ihr entweder einen zweiten Splitter nehmen oder im Fachhandel ein TAE->RJ11 bzw. TAE->RJ45-Kabel kaufen und den Router mit diesem Kabel an die TAE-Dose legen.

Möglich wäre auch ein ausrangiertes Netzwerkkabel zu nehmen, das eine Ende in den Router zu stecken sowie am anderen Ende den Stecker abzuschneiden und die beiden mittleren Adern auf Klemme 5&6 der "Router-TAE" zu legen. In diese TAE-Dose darf dann aber kein Gerät mehr eingesteckt werden, da ansonsten der Weg zu 5&6 unterbrochen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist mir offen zugestanden zu hoch! Insbesondere erkenne ich den Zusammenhang zwischen Panasonic und den Darlegungen nicht bzw. warum das Siemens-Telefon (übrigens auch schon unser altes, ebenfalls ein DECT) keinerlei Probleme machte, das Panasonic jedoch schon, obwohl sich ansonsten nichts geänder hat.
Werde mich mal an den zuständigen Telekomtechniker wenden. Trotzdem danke.
 
Kannst Du den Splitter mal tauschen?
Hatte genau das gleiche Problem, am ende war der Splitter defekt.
 
Sagen wir einfach mal dass das Panasonic empfindlicher ist als das Siemens. Ganz blass gesagt.
Die parallelen DSL- und Telefonsignale gehören so früh wie möglich gesplittet und vor allem darf nichts vor oder parallel zum Splitter angeschlossen sein. Weiterhin ändern sich die elektrischen Eigenschaften der Leitung, einfach nur weil "tote Kabel" (die anderen parallelen TAE-Dosen) mit anliegen, ob da jetzt ein Telefon drinsteckt oder nicht.
Der Splitter muss jetzt ein Signal aufteilen, wo bereits Aktivität drauf ist (Telefonie) und zwar auf einer Leitung die nicht die erwarteten elektrischen Eigenschaften (Stichleitung(en)) hat. Beim Siemens war das noch nicht so schlimm, beim Panasonic jetzt schon. Das hat btw nichts mit DECT zu tun.
Stark vereinfacht alles.

Es könnte helfen in der Fritzbox die Leistung statt auf Performance auf Stabilität zu stellen sofern möglich. Mit Bandbreiteneinbußen versteht sich. Auf Garantie und evtl. sogar mit Bandbreitengewinn funktioniert es mit meiner Methode.


@windbeutel: Auf ein mal?
 
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@t-6

ja auf einmal, am abend noch gemütlich gesurft und Telefoniert, am nächsten Morgen kein Internet, sobald ich eine Seite aufrufen wollte, war der sync weg.
Beim Telefonieren war ein lautes Rauschen auf der Leitung, sobald die Fritz Box den Sync verloren hatte, war das Rauschen weg.
Splitter getauscht und alles war wieder i. O.
 
Mit auf ein mal meinte ich "exakt in dem Moment wo ein neues Telefon angeschlossen wurde"?
 
Nein, dass nicht.
Aber bei genaueren überlegen, bei einem Bekannten hatte ich vor kurzer Zeit was ähnliches. Sie hatten sich ein neues Telefon mit Fax zugelegt, weil das alte Siemens "defekt" war, das Gespräch war immer irgendwan unterbrochen. Das neue war glaube ich auch Panasonic und wenn das an der gleichen TAE Dose angeschlossen war hat es ziemlich laut gerauscht. Ich hatte anfangs keine Erklärung dazu aber nach ein wenig umschauen (Splitter, Router) stellte ich schnell fest, dass das Telefon vor dem Splitter angeschlossen war und zwar direkt am übergabepunkt der Telekom, welcher gleich daneben war. Es war einfach Parallel geschalten, und beim Siemens Telefon, welches auch schon uralt war, konnte man nur ein sehr leichtes rauschen hören. Angeschlossen hatte übrigens ein Bekannter, der bei der Telekomm gearbeitet hat. Ich habe einfach das Telefonkabel abgetrennt und auf den Splitter gelegt und alles war gut.
 
Hi und danke für die Antworten!

@windbeutel1: Ich müsste irgendwo einen großen und klobigen Splitter von früher haben. Vielleicht finde ich ihn, dann kann ichs ausprobieren. Aber finde es dann komisch, warum ich problemlos surfen kann, wenn das Siemens angeschlossen ist (so wie jetzt).

@t-6: Danke für die Info! Angenommen, die Leitung ist parallelgeschaltet. Dann ist das doch der Grund, warum man für das obere Stockwerk keinen eigenen Telefonanschluss haben kann, oder? Ich würde gern für unten einen reinen Telefonanschluss bei der Telekom haben, ohne auf einen Router zum telefonieren angewiesen zu sein. Aber für oben wäre es ideal, wenn wir dort einen Anschluss etwa von 1&1 hätten, also Telefonie und Internet per Router. Wäre das machbar, wenn die Leitung "umgeschaltet" würde? Und: ist es aufwändig, dies zu tun?

Aber wenn die Parallelschaltung beseitigt wird (sofern tatsächlich eine vorliegt), dann kann man nur noch von einer Telefonbuchse aus telefonieren mit dem jetzigen Telefonanschluss, oder? Man könnte sich also nicht aussuchen, wo das Telefon stehen soll, nicht wahr?
 
@t-6: Danke für die Info! Angenommen, die Leitung ist parallelgeschaltet. Dann ist das doch der Grund, warum man für das obere Stockwerk keinen eigenen Telefonanschluss haben kann, oder?
Meinst du jetzt einen vollkommen unabhängigen Telefonanschluss, also quasi ein zweites AMT? Das hat mit der Parallelschaltung nichts zu tun.

Ich würde gern für unten einen reinen Telefonanschluss bei der Telekom haben, ohne auf einen Router zum telefonieren angewiesen zu sein. Aber für oben wäre es ideal, wenn wir dort einen Anschluss etwa von 1&1 hätten, also Telefonie und Internet per Router. Wäre das machbar, wenn die Leitung "umgeschaltet" würde? Und: ist es aufwändig, dies zu tun?
Da musst du bei der Telekom anfragen ob ein zweiter Anschluss gelegt werden kann. Wenn ja, dann kann man sicherlich eine der anderen Telefondosen zu einer neuen Hauptdose machen und damit zwei getrennte Anschlüsse betreiben.
Alternative: Unten (am Splitter) das konventionelle Telefon. Oben ein VoIP-Router & Beantragung einer VoIP-Nummer bei bspw. Sipgate. Braucht nur einen Anschluss, da ja die Telefonie über das Internet geht. Und einen VoIP-fähigen Router, bspw. FritzBox Fon.

Aber wenn die Parallelschaltung beseitigt wird (sofern tatsächlich eine vorliegt), dann kann man nur noch von einer Telefonbuchse aus telefonieren mit dem jetzigen Telefonanschluss, oder? Man könnte sich also nicht aussuchen, wo das Telefon stehen soll, nicht wahr?

Du könntest dir nicht mehr komplett frei und spontan aussuchen wo das Telefon stehen soll. Bei einer Reihenschaltung der TAE-Dosen wäre das möglich, dann aber auch nur ein Telefon auf der gesamten Linie, da beim Einstecken die Leitung ab dieser Dose unterbrochen wird. Eine Reihenschaltung die irgendwie zur Paralleschaltung umgesetzt wurde wird das bei euch aber sicherlich nicht sein.
Alternative: Ein automatischer Mehrfachschalter. Wird in den Splitter gesteckt. Die Kabel von den anderen TAE-Dosen (bis auf die Router-TAE) gehen auf den AMS. Hier können auch mehrere Telefone angeschlossen werden, die bei Anruf alle klingeln.

Ich mal noch mal ein Schema...

edit: So oder so ähnlich sieht es zur Zeit bei euch aus :
telist2-png.264120


Die freien Leitungen "wirken" auf die Zuleitung zum DSL-Router ein (Stichleitung). Zusätzlich stellt das Telefon Unfug auf der noch nicht gesplitteten Leitung an.

...und so stelle ich mir vor wie es am unkompliziertesten gelöst werden könnte ohne dass Wände aufgerissen werden müssten:
telist4-png.264131


Der Router wird jetzt nicht mehr durch die anderen Leitungen beeinträchtigt und bekommt einfach nur ein sauberes DSL-Signal vom Splitter. Und durch den AMS kannst du mehrere Telefone gleichzeitig klingeln lassen.
 

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Hi und danke für die tollen Grafiken!


t-6 schrieb:
Alternative: Unten (am Splitter) das konventionelle Telefon. Oben ein VoIP-Router & Beantragung einer VoIP-Nummer bei bspw. Sipgate. Braucht nur einen Anschluss, da ja die Telefonie über das Internet geht. Und einen VoIP-fähigen Router, bspw. FritzBox Fon.
Ja, für oben habe ich tatsächlich Sipgate! Wie's aussieht, wird es auch dabei bleiben.



t-6 schrieb:
Du könntest dir nicht mehr komplett frei und spontan aussuchen wo das Telefon stehen soll. Bei einer Reihenschaltung der TAE-Dosen wäre das möglich, dann aber auch nur ein Telefon auf der gesamten Linie, da beim Einstecken die Leitung ab dieser Dose unterbrochen wird. Eine Reihenschaltung die irgendwie zur Paralleschaltung umgesetzt wurde wird das bei euch aber sicherlich nicht sein.
Reihenschaltung ist also das, was wir eigentlich haben sollten (= was das "Normale" wäre). Ist es kompliziert, aus einer Parallelschaltung (die wir ja anscheinend haben) eine Reihenschaltung zu machen? Ich wundere mich eh, warum wir (wie's scheint) über eine Parallelschaltung verfügen, wenn sie nicht einmal legal ist (warum eigentlich nicht?). Eigentlich wollte der Techniker heute vorbeikommen.
Naja, wenn alles nicht klappt, bleiben wir halt beim Siemens-Telefon unten, das Panasonic kann dann für Sipgate über die Fritzbox verwendet werden.

Gruß
Sidolin
 
Ist es kompliziert, aus einer Parallelschaltung (die wir ja anscheinend haben) eine Reihenschaltung zu machen?
...wenn die Verlegekabel von der 1.TAE zu den anderen TAEs mindestens 4 Adern haben (ist die Regel), dann kann man aus der Parallelschaltung tatsächlich noch eine Reihenschaltung machen. Die Kabel laufen ja alle in der Nähe der 1. TAE zusammen.
Letztlich läuft es so, dass Klemme 1&2 der 2. TAE auf Klemme 5&6 der 1. TAE gelegt werden. Von Klemme 5&6 der 2. TAE geht es jetzt über die beiden anderen Adern des Kabels wieder Richtung 1. TAE. Hier werden jetzt aber die Adern die von Klemme 5&6 der 2. TAE kommen mit den Adern auf Klemme 1&2 der 3. TAE verbunden. Von Klemme 5&6 der 3. TAE gehts dann über die beiden Restadern wieder Richtung 1. TAE und von da auf Klemme 1&2 der 4. TAE.
Und so weiter...
Klemme 5&6 gehen halt immer auf Klemme 1&2 der nächsten TAE.

Idealerweise geht es von der 1. TAE aber nicht direkt zur 2. TAE, sondern erst mal auf den Splitter. Und vom Splitter geht es dann erst zur 2. TAE. Siehe Abbildung 2 von hier: http://www.router-faq.de/index.php?id=haus&haus=splittertaeanalog
(Klemme 1&2 der 2. TAE gehen auf Klemme a2&b2 des Splitters).
Die Router-TAE sollte ohne irgendwelche Umwege auf die DSL-Klemmen des Splitters gelegt werden. Eventuell springt dadurch sogar noch mehr Bandbreite bei raus.

Ich wundere mich eh, warum wir (wie's scheint) über eine Parallelschaltung verfügen, wenn sie nicht einmal legal ist (warum eigentlich nicht?).
2 Gründe: Einerseits aus Datenschutzbedenken (du kannst Gespräche von einem anderen Telefon aus belauschen - ein AMS trennt bei Abnahme eines Telefons die anderen Leitungen) und weil sie die Leitung (bei Anschluss mehrerer Telefone) zu stark beanspruchen (vereinfacht).
 
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