RDP von außerhalb

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Raijin schrieb:
Security by obscurity. Ich persönlich halte davon recht wenig, weil ein umfangreicher Portscan reicht
Und wie siehst Du die Sache mit IPv6 only? Da dauert ein Portscan "etwas" länger. Vor einem Treffer gewinnst Du im Lotto und wirst anschließend vom Blitz erschlagen ;)
 
Da täuschst du dich. Ports und IPs sind zwei Paar Schuhe. Es gibt bei IPv4 65535 Ports und bei IPv6 ebenso.

Was du meinst ist wohl die Anzahl an IP-Adressen bei IPv4 und IPv6. Das ist aber ebenfalls kein Argument. Dass ein IP-Scanner bei deiner IPv6 vorbeikommt, mag unwahrscheinlicher sein, aber das ist ja nur die halbe Wahrheit. Zum einen wird früher oder später irgendein Bot bei eben dieser einen IPv6 vorbeikommen, die du dein eigen nennst. Ob das heute passiert, morgen oder wannauchimmer, ist unerheblich. Zum anderen gibt es ja noch andere Situationen als banale IP-Scanner. Klickst du im www auf eine Seite, die in irgendeiner Form Schadcode enthält - zB ein modifiziertes Werbebanner - hat ein potentieller Angreifer deine IP, genau diese eine. Anschließend wird der Portscanner-Bot im Hintergrund tätig und scannt zwar meistens nur die Standard-Ports, aber eventuell eben auch alle.

Das Argument mit den ach-so-vielen-IPv6-Adressen ist darüber hinaus insofern fadenscheinig als dass man dieses Argument auf alles übertragen kann. In Deutschland gibt es ca. 40 Millionen Haushalte und statistisch ca. 55.000 Einbrüche pro Jahr (Quelle: statista, ist aber eigentlich nebensächlich). Ist diese Zahl nun ein Argument dafür, die eigene Haustür nicht abzuschließen, weil es ja so unwahrscheinlich ist, dass ein Einbrecher nun gerade bei dir einbrechen will? Wohl kaum. Sicherlich kannst du Glück haben und es passiert nie etwas, aber so funktioniert Sicherheit nicht.

Sicherheit kommt nicht durch Verschleierung. Sicherheit hat auch nichts mit Wahrscheinlichkeiten zu tun. Sicherheit dreht sich darum, einem potentiellen Angreifer/Einbrecher die Arbeit so sehr zu erschweren wie möglich, für den Fall, dass man selbst tatsächlich das Ziel ist, also Wahrscheinlichkeit=1. Es reicht schließlich genau 1 erfolgreicher Portscan, der deinen geänderten Port findet und die dortige (potentielle) Sicherheitslücke ausnutzt.




Fakt ist, dass man mit geänderten Ports tatsächlich nur die 08/15 Angriffe abwehrt. Wörterbuchattacken auf Standardports mit Standardlogins wie "admin/admin", etc. Das ist vergleichbar mit beliebigen Passanten, die an deinem Haus vorbeigehen und kurz die Türklinke testen. "Oh, ist zu, na dann eben nicht". Wenn aber jemand ganz gezielt in dieses Haus will, ist es für ihn ein leichtes, die sprichwörtliche Fußmatte anzuheben und den Schlüssel zu finden - der offene Port 56226 mit einem unsicheren Dienst. Entgegen dem Zeitdruck eines physischen Einbrechers, der jederzeit die Entdeckung fürchten muss, kann sich ein Angreifer im www sehr viel Zeit für sowas nehmen, und wenn er es nur tut, weil er es kann.......



Daher nochmal in aller Deutlichkeit: Ein unsicherer Dienst auf einem geänderten Port bleibt unsicher.
 
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Raijin schrieb:
Zum einen wird früher oder später irgendein Bot bei eben dieser einen IPv6 vorbeikommen
Genau das bezweifle ich, jedenfalls bezogen auf meine restliche Lebenszeit ;)

"Die 4,3 Milliarden IP-Adressen von IPv4 werden bei IPv6 daher nicht nur vervierfacht, sondern ganze 96 mal verdoppelt. Insgesamt stehen daher bei IPv6 3,4*10 hoch 38 (ausgeschrieben entspricht das der unglaublichen Zahl 340 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000)"

Oder anders: 600 Billiarden Adressen pro mm² Erdoberfläche
 
till69 schrieb:
Genau das bezweifle ich, jedenfalls bezogen auf meine restliche Lebenszeit ;)
Ich glaube du hast nicht ganz verstanden was @Raijin so schön erklärt hat. Du versuchst Sicherheit durch Unwahrscheinlichkeit zu erzeugen aber der richtige Weg ist Präventiv zu handeln. Nur weil etwas Unwahrscheinlich ist, ist es nicht Unwahrscheinlich :D.
 
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sikarr schrieb:
Ich glaube du hast nicht ganz verstanden was @Raijin so schön erklärt hat.
Doch, habe ich, ist theoretisch alles richtig in der Unendlichkeit. Ich bin halt mehr der Praktiker mit überschaubarem Zeitrahmen.
 
till69 schrieb:
Doch, habe ich, ist theoretisch alles richtig in der Unendlichkeit.
Was machst du wenn die Bots auf die Idee kommen wahllos zu würfeln welche IP sie nehmen? Ist bei Bruteforce Angriffen ja genauso, kaum einer testet noch das ganze Alphabet + Nummern durch, da kommen Wörterbücher mit Millionen Einträgen zum Einsatz und die Wahrscheinlichkeit einen Treffer zu landen steigt extrem. Selbst ganze Bibelferse mit 128 Zeichen wurden in Sekunden bis Minuten geknackt.

Wenn die Bot Entwickler ähnliche Methoden entwickeln und Anwenden bist du ganz schnell erfasst.
 
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Die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Bot gerade deine IP scannt, ist unerheblich. Hinzu kommt, dass es ja nicht nur einen Bot im Internet gibt, sondern beliebig viele, die alle einen beliebig großen oder kleinen Teil der IP-Range abscannen. Niemand sucht mit so einem Bot gezielt nach dir, was nicht heißt, dass er nicht bei dir an die Tür klopfen kann. Eine Einbrecherbande sucht auch nicht speziell nach dem Haus von @till69, sondern sucht sich eine Straße in einer beliebigen Stadt aus und beobachtet die Häuser - evtl sitzt gerade einer auf der anderen Straßenseite, kannst ja mal rausgucken :lol:

Sieh es wie Lotto, nur umgekehrt. Die Wahrscheinlichkeit auf einen 6er mit Superzahl liegt irgendwo bei 1:140.000.000 (*). Beim Lotto freut sich derjenige, der den Jackpot knackt, und selbiger Jackpot wird regelmäßig geknackt. Bei Angriffen aus dem Internet freuen sich alle, die nicht den Jackpot knacken, aber der eine, der ihn geknackt hat, so unwahrscheinlich es auch sein mag, findet plötzlich die Nacktbilder seiner Freundin - oder seine eigenen - auf irgendeiner dubiosen Pseudo-Dating-Site wieder. Ein Hoch auf die "Unwahrscheinlichkeit"....

(*) Ja, IPv6 ist größer, aber es gibt auch gaaaaaaaaaaanz viele Lottos und noch mehr Lottospieler auf dieser Erde. Das ist nur ein Beispiel.


Um ein Haus einbruchssicher zu machen, baut man eine Sicherheitstür mit Bolzen und einem hochwertigen Schloss. Man sichert die Fenster und alle anderen irgendwie gearteten Zugänge zum Haus. So beißt sich ein Einbrecher die Zähne aus, wenn er es auf dieses Haus abgesehen hat.
Was man nicht tut ist: Den Schlüssel zum Haus unter der Fußmatte verstecken, die Fenster mit Fototapete in Maueroptik kaschieren - damit der Einbrecher sie nicht findet :freak: - und parallel dazu eine Quasi-Hintertür ohne Schloss im OG mit einer bereitliegenden Leiter einbauen.
Nichts anderes ist security by obscurity.

Nicht ohne Grund sichern Banken ihre Bargeldreserven mit dicken Panzertüren - auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs im Stile von Clooney's Eleven deutlich geringer ist als Hollywood es uns glauben machen möchte ;)


till69 schrieb:
Ich bin halt mehr der Praktiker mit überschaubarem Zeitrahmen.
Praktisch kannst du aber schon morgen Opfer eines Angriffs sein, so wie du schon morgen im Lotto gewinnen könntest. WENN das passiert, guckst du dumm aus der Wäsche - oder freust dich über den Lottogewinn, je nachdem :D
 
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Raijin schrieb:
Nicht ohne Grund sichern Banken ihre Bargeldreserven mit dicken Panzertüren - auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs im Stile von Clooney's Eleven deutlich geringer ist als Hollywood es uns glauben machen möchte ;)
Naja war wohl eher weils tatsächlich und zu oft passiert ist, man denke an Bonnie und Clyde oder berühmte Wildwest Bankräuber. Nur ist es halt passiert und die Banken haben sich angepasst weil die Wahrscheinlichkeit gestiegen ist.
 
Ich denke das driftet zu sehr ab. Alle Beteiligten wissen um die Wahrscheinlichkeiten und das Security by Obscurity nicht zielführend ist. Obwohl ich bei den tapezierten Fenstern schon schmunzeln musste :D
 
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