Restaurants seit Corona: Wie sind eure Erfahrungen?

Stannis

Lieutenant
Registriert
Juli 2011
Beiträge
601
Ich wollte hier mal das Forum als (geographischen) Querschnitt durch das Land anzapfen.

Ich habe seit Monaten einige Gespräche mit Mitmenschen geführt, und so gut wie jeder bestätigt den Eindruck, dass Restaurants nicht mehr das selbe sind wie vor der Pandemie.

Das Essen selbst ist oft noch gut, aber insbesondere die Servicequalität wird oft bemängelt. Kellner sind unfreundlich, langsam, vergessen Vorspeisen und sind dann beleidigt, wenn man das mit „nur“ 5% Trinkgeld quittiert. Auch drüben in Wien habe ich erlebt, wie ausländische Arbeitskollegen in einer, scheinbar, anständigen Traditionswirtschaft sehr offensiv nach Trinkgeld gefragt worden sind. Andere, extrem gute Plätze von 2020 und früher in Wien haben zwischenzeitlich zugemacht und sind durch atemberaubend teure Restaurants ersetzt worden.

Auch Verwandte auf dem Land berichten ähnliche Geschichten.

Ich frage nach, weil ich nicht sicher bin, ob das nur in Süddeutschland der Fall ist, oder ob sich da allgemein was verändert hat. Auch ist nicht ganz klar, wie man sich durch die Pandemie vielleicht umgewöhnt haben könnte bezüglich des Lärms in Restaurants und sowas..
 
Stannis schrieb:
wenn man das mit „nur“ 5% Trinkgeld quittiert

Was die unterste Stufe des üblichen in Österreich ist.

Ich kann das nicht bestätigen. Flächendeckend. Für mich sieht das nicht anders aus, als vor Corona. Und das obgleich die ganze Branche große Probleme hat, Personal zu finden. Das ist die Auswirkung von Corona, die ich sehe.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: FrankenDoM
BlubbsDE schrieb:
Was die unterste Stufe des üblichen in Österreich ist.

Du hast den vorherigen Teil vom Zitat weggelassen, das war durchaus im Zusammenhang zu lesen ;)

Aber die Trinkgeldthematik ist vermutlich groß genug für einen eigenen Thread.
 
Wirklich ein gutes Thema ...

Meine Erfahrungen sind ja eher Negatives; einerseits, wie am Anfang schon vermerkt wurde, der Service seitens Bedienung ist ja sowieso schlimmer geworden. Manche Bedienungen wollen ja sofort etwas Bares als Trinkgeld auf der Hand haben. Sollte einer kein Trinkgeld geben - egal auf welchem Grund -, schauen sie so bösartig, dass man merkt, dass sie nicht mehr bedient werden. Und ich sage immer, wenn ich gut bedient werde, dann bekommt er/sie das wohlverdiente Trinkgeld.

Noch schlimmer als die Bedienung finde ich in den Preisen und Qualität! Seitdem haben sich die Preisen so gesteigert, dass man gut überlegen muss, ob ein Besuch in einem Restaurant noch möglich ist. Dazu kommen die Portionen, die sind so klein und knapp geworden, dass die Preise (zusammen gerechnet) noch höher werden. Dazu kommt noch die Qualität der Speisen ... lässt nicht viel übrig.

In einem Wort: Wir gehen ja eher selten ins Restaurant. Mal sehen, ob das sich in Zukunft was ändert.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: V3ngeance
Ich kann jetzt wirklich nicht sagen, dass sich seit der Pandemie in den von uns regelmässig frequentierten Speisegaststätten irgendwas zum schlechten geändert hätte. Wenn, dann kam das eher dadurch, dass zwischenzeitlich die Besitzer gewechselt hatten und sich deshalb andere Sitten eingeschlichen haben.

Auch sonst hab ich in besuchten Speisegaststätten seitdem nie den Eindruck gehabt, dass man nicht mehr zuvorkommend, sondern eher übel gelaunt wäre. Und das sind oft Gaststätten im süddeutschen Raum, zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: FrankenDoM
BlubbsDE schrieb:
Ich kann das nicht bestätigen. Flächendeckend. Für mich sieht das nicht anders aus, als vor Corona. Und das obgleich die ganze Branche große Probleme hat, Personal zu finden. Das ist die Auswirkung von Corona, die ich sehe.
Ist auch meine Erfahrung.

Die krass gestiegenen Preise liegen ja nicht an Corona.

Mal eine suboptimale Bedienung gab es vor und nach Corona... Juckt mich aber nicht, vor allem nicht beim ersten Mal oder wenn es einmal vorkommt in einem "Stammlokal". Auch bei mir ist nicht jeder Tag gleich.
 
Wir waren seit Corona nicht mehr im Restaurant und vermissen nichts :)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Bolder und Bully49
Ich gehe regelmäßig raus in Restaurants. Von Gartenwirtschaft bis Sternerestaurant. Die geschilderten Erfahrungen kann ich nur bedingt, bis gar nicht teilen. Was ich mitbekomme, das zieht sich auch durch alle Qualitätsstufen, ist ein Personalproblem und hohe Fluktuation.

Und jetzt kommt der unschöne Teil: jeder Gast weiß um die Probleme, wird aber durch sein oft unfreundliches Verhalten selber zum Problem. Überzogene Erwartungshaltungen, Ich-Ich-Ich-Mentalität und kein Verständnis für das Gesamtproblem, verschlimmern alles. Aber hey, an einem selbst liegt es ja nie, es sind immer die anderen.

Biergarten am Rhein. Der Nachbartisch setzt sich. Stellt fest dass da ja nur zwei Bedienungen sind. Die eine Bedienung merkt bei der Bestellung an, es könnte etwas dauern mit den Getränken, sie sind nur zwei. Am Ende meckert der Nachbartisch, faselt was von mehr Einsatz und so gibt es ja kein Trinkgeld.

Man könnte ein Buch schreiben "Der Restaurantgast - das neue Ekel der Nation". :)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: fahr_rad, fr13del, wolve666 und 4 andere
War vor 3 Wochen mit meinem Sohn im Blockhouse in Hamburg. Qualität und Bedienung war gut - wie immer. Freundlich, nett und schnell.

Ist aber auch eine größere Kette und die Steaks kostet auch was. Da gibt es sicher auch Testesser aus der Zentrale und die schauen, dass die Kunden dann vernünftige Qualität bekommen.
 
Ich habe die Erfahrung mal so, mal so gemacht. In erster Linie möchte ich einen schönen Abend haben mit tollem Essen. Und daran scheitert es häufig. Die Preise sind extrem gestiegen zu vor Corona. Und wenn ich essen gehe, möchte ich bzw. erwarte ich besseres Essen als zuhause. Ich bin auch bereit gutes Geld für gutes Essen zu zahlen. Ich habe die Erfahrung gemacht das man hohe Preise zahlt und dann nur mittelmäßiges Essen bekommt. Dann ist die innerliche Enttäuschung groß.

Das Personal ist überwiegend freundlich und habe damit meist gute Erfahrungen gemacht.

Aufgrund der gestiegenen Preise orientiere ich mich beim Trinkgeld nicht mehr nach den %. Wenn ich für 3 Personen schon 80-90€ bezahle (Nur 1 Gericht + 1 Getränk) zahle ich mittlerweile nur noch 3-5€.

Alles ist teurer geworden und das Personal verdient über das Gehalt. Und ganz ehrlich, ich muss auch nach dem Geld schauen. Nicht jeder geht bei diesen Preisen überhaupt noch essen. Das mag egoistisch und geizig klingen, aber wo bekomme ich in meinem Job Trinkgeld.

Was ich mittlerweile auch mache, das ich es anspreche wenn die Qualität irgendwo nicht stimmt. Weil es zu viel Geld ist. Dann kann ich am ende den Grill anwerfen und bekoche mich selber. Aber das ist ja nicht sinn und zweck.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: LBB, V3ngeance und Stannis
@Tr8or Auch wenn ich sehr wenig Geld habe, habe ich mir es früher trotzdem nicht nehmen lassen, ein bis zweimal im Monat auswärts zu essen. Aber, quasi mit Beginn von Corona wurde das schlagartig beendet, bis heute. Seither steigen die Preise, und steigen und steigen...Schade. Heute muss ich immer zuhause essen.
 
Bei uns ist es ähnlich. Viele haben während oder nach Corona geschlossen. Die noch da sind, suchen händeringend Personal vor allem im Service. Ist aber auch klar, während Corona, haben die gemerkt, das man woanders auch Geld verdienen kann (mehr als in der Gastro) und das ohne die Arbeitszeiten..

Kenne einige die nicht mehr zurückgekehrt sind. Und so hat man eben Personal, das vllt nicht ganz so passt, oder wegen dem Mangel gestresst/überlastet ist.

Als ich noch in der Schule/Ausbildung war vor knapp 20 Jahren, war das auch ein typischer Neben bzw. Minijob von Jungen Frauen. als "Bedienung" wie man bei uns sagt. Das gibt es nun fast gar nicht mehr.

Essen ist auch schon teuer geworden, kostet nun so viel wie vor ein paar Jahren in München..

Ich gehe aber zu Hause höchstens 1 oder 2 im Jahr essen. Oder wenn ich auf Dienstreise bin so ca. 5x im Jahr.
Da zahl ich auch deutlich mehr als früher, aber das ist eben so.

Abgesehen davon gibt es bei uns bis auf 2 ältere Gasthöfe eigentlich nur Burgerresturants.
Die fangen als Pizzeria, Arabisches Restaurant, Armenisch usw. an und nach spät. 6 Jahren bieten die Burger an über Lieferando..
Leider dann oft einer schlechter als der andere.. Ist halt schwer mit dem Marktführer mitzuhalten der seine Patties selbst macht, und die Buns von einem Bäcker extra bekommt, wenn man nur Convience Zeug von der Metro nimm..
 
Über die Freundlichkeit kann ich mich eigentlich nicht beklagen hier in BaWü.
Trotzdem wurden wir auch schon öfter enttäuscht. Als Beispiel, in meiner (jetzt ehemaligen) Lieblingsgaststätte, bekamen wir die letzten Male als Beilage TK-Produkte serviert. Ganz toll, Kroketten und Spätzle mache ich zu Hause selber, dann brauche ich nicht ins Restaurant wenn ich dort ein Fertigprodukt serviert bekomme. Ob das jetzt am Fachkräftemangel seit Corona liegt, oder an der „Kostenoptimierung“ kann ich nicht sagen.
In einer anderen Gaststätte war früher bei jedem Gericht ein Beilagensalat dabei, jetzt kostet er dort extra. Und das nicht zu knapp. Reicht wohl nicht, das die Hauptgerichte eh schon 50% aufgeschlagen haben.
Am krassesten finde ich allerdings die Getränkepreise. Eine Halbe bekommst kaum mehr unter 5 Euro, und wird immer öfter auf 0,4l verkleinert, ein Glas Wein zum Essen ist zwischenzeitlich unerschwinglich, und 0,2l ist das neue "Viertele". Wir gehen daher auch immer seltener Essen, und wenn dann in Biergarten oder in den Besen, wo man sich das noch halbwegs leisten kann.

Also kurzum, den Service kann ich nicht bemängeln, hauptsächlich die (verdeckten) Preiserhöhungen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: LBB und fr13del
Gehen seither nirgends hin, bestellen alles online, meinetwegen können die Innenstädte komplett in Wohnraum umgewandelt werden.
 
Da in den allermeisten Restaurants nicht mehr selbst gekocht wird gehe ich nicht oft essen. Ab und an mal um einen Geburtstag oder so im Kreise der liebsten zu feiern. Um da halt nicht alles selber machen zu müssen. Aber wenn Ich esse gehen will möchte Ich eigentlich auch 100% selbst gemacht. Aber das kann man sicher in den meisten sogenannten Restaurants komplett vergessen. Daher kochen wir auch meistens lieber zusammen zu hause. Oder gehen dann lieber zusammen in eine Schul Küche um mit anderen neues zu lernen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: <NeoN>
Discovery_1 schrieb:
Aber, quasi mit Beginn von Corona wurde das schlagartig beendet, bis heute. Seither steigen die Preise, und steigen und steigen...Schade. Heute muss ich immer zuhause essen.

Das ist auch ein Punkt.
Ich hatte zumindest immer die Erfahrung gemacht, dass wenn man richtig gut essen gehen will, dass man auch richtig gut dafür zahlen muss. Wieso soll ich für mittelklassigen Service und Fertiggerichten z.B. in einem Chinarestaurant 20€ pro Person zahlen? Dafür koche ich (auch Chinesisch) mindestens 4 Mal selbst... Und weiß was drinne ist ;)
Nein, irgendwo war immer ein Ärgernis, egal welches. Ob irgendwas merkwürdiges mit dem Essen, reservierte Bedienung, dreckiger Stuhl/Tisch/Decke/Klo/Glas/Teller/Besteck. Brauch ich nicht. Wenn man richtig gut Essen gehen will, dann muss man >80€/Person auf den Tisch legen. Leider.
Insofern bin ich Corona fast dankbar, dass ich/wir uns das Essen gehen dadurch abgewöhnt haben.
 
Aber seit corona habe ich das Gefühl es wird immer als ausrede genommen um die Preise in die Höhe zu treiben.

Man bezahlt für eine 0.5 Cola mittlerweile 5€. Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Warenwert ca 40cent. Und das ein Salat aus ein paar blättern und einer viertel tomate 10€ als Vorspeise kostet ist auch nicht zu verstehen.

Gerne zahle ich für gute Qualität und der Handwerkskunst dem Kochen. Aber wenn ich schon für Getränke und Vorspeise ein Vermögen loswerde, vergeht einem förmlich der Appetit.
Ich glaube das die Inhaber teilweise gierig geworden sind und versuchen den Preis einfach drauf zuschlagen. 1kg sehr gutes rinderfilet kostet in der metro immernoch 35€. Für ein 250g steak mit 3 pommes liegt man aber bei rund 40€.

Ich kenne das man früher ×3 kalkuliert hat. Es ist aber schon eher x4.

Die Leute haben einfach kein Geld mehr.
Oder so wie ich, die nicht mehr bereit sind soviel Geld dafür zu bezahlen. Mir ist es einfach nicht mehr wert. Dafür grill ich selber und gib das gesparte Geld woanders aus.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: LBB und cyberpirate
Zurück
Oben