Restaurants seit Corona: Wie sind eure Erfahrungen?

schniposa2019 schrieb:
Ich gehe regelmäßig raus in Restaurants. Von Gartenwirtschaft bis Sternerestaurant.
Da muss ich dir teilweise Recht geben. Niemand ist aufgefordert, in einem guten Restaurant zu gehen, ob
Nobelrestaurant oder einfacher Imbissbude ist jedermanns Sache. Genauso ist, wie oft man hingeht ...
Kann aber auch sein, dass je nach Gebiet, wo man lebt, sind die Preise und vor allem die Bedienungsleistungen ganz anders sind als sonst wo ...

Hier bei uns muss auch was dran sein, denn von etwa 15 Restaurants haben in den letzten 3-4 Jahren 11 dichtgemacht. Heute? Es gibt nur noch Dönerbuden und das sogar mit überteuerte Preisen und das einzige Restaurant, das wir haben, ist ein Chinese, aber ich muss zugeben, der ist gut ...
 
Das einzige was mir negativ aufgefallen ist sind die immer häufigeren Preiserhöhungen. Früher war das alle 2 - 3 Jahre mal der Fall. Heute ändert sich der Preis teilweise zweimal pro Jahr. Besonders bei Getränken und Vorspeisen.

Ich habe kein Problem angemessene Preise zu zahlen, aber gerade Getränke und Vorspeisen sind oft mit wenig Aufwand verbunden.
 
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Also bei mir in der nächstdirekten Stadt ist qualitativ das Essen recht gleich geblieben, nur die Preise wurden hier und da merklich erhöht. Am Krassesten beim Vietnamesischen-Restaurant nach dessen Neueröffnung (gleiche Bedienung), mal schlappe 40% draufgepackt.

Auch in anderen Restaurants kann ich sagen, was geboten wird passt weitgehends.
Einige wenige haben zu gemacht oder ein seltsames Gechäftsmodell mit begrenzten Öffnungszeiten (geht ja noch aber man sieht diese sind für Stammkunden gemacht) und man muss vorher telefonisch (!) bestellen und kann Vorort essen, Begründng meistens mangels Arbeitskräfte.

Und in jeder Stadt gibt es schwarze Schafe, war aber auch vor Corona so. Bei mir in der direkten Stadt eine möchtgern Schick-Bar wo die Essensqualität dem Preis einfach nicht einfach wert ist und die Qualität nicht gut ist.
Und ja Dönerbuden und China-Imbiss ist in kleineren Städten meist das Einzige wa man noch bekommt.

Service ist eine Sache für sich, zumeist bin ich vom Service einfach bitter enttäuscht. Es wird nicht gefragt ob das Essen passt, wenn man fertig ist, wird der Tisch nicht abgeräumt, wenn das Getränk leer ist wird meistens nicht nachgefragt ob man noch was möchte; strich Aufmerksamkeit der Bedienung erlebe ich meistens bei 0.
Aber auch durchaus verständlich, ist das ein recht undankbarer Job, schlechte Arbeitszeiten, dürftige Zahlung.

Was ich in Deutschland jedoch sehr vermisse ist, dass wenn man schon "fremdes" Essen ist, sei es Indisch oder Thai; dass es immer so fad eingedeutscht ist. Alles ein ziemlicher Einheitsbrei.
Und Deutsche Küche (auf dem Land) ist brilliant darin sich zu weigern selbst für Vegetarier mal Optionen anzubieten, da bleibt halt meist nur Käsespätzle...und in den Städten quellen diese manchmal über, weil bewusst eine eine breitere Kundschaft (wie eben Vegetarier) bedient werden soll.
Wie der CDU und SPD das deren Wähler mit der Zeit wegbrechen, so auch auf dem Land mit den klassischen Restaurants und dessen Besucher.
 
Shader schrieb:
Service ist eine Sache für sich, zumeist bin ich vom Service einfach bitter enttäuscht.
Naja, wir geben einem Lokal zumeist eine zweite Chance und wenns dann immer noch so traurig ist, gehen wir nie wieder hin. Kommt aber echt selten vor, dass wir so verfahren. In den Lokalen, bei denen wir regelmässig einkehren, passen Qualität und Service gut.
 
Shader schrieb:
, wenn das Getränk leer ist wird meistens nicht nachgefragt ob man noch was möchte
weil sich ein zweites Getränk eh die wenigsten leisten können ;)
Shader schrieb:
dass wenn man schon "fremdes" Essen ist, sei es Indisch oder Thai; dass es immer so fad eingedeutscht ist.
das nennt sich dann ganz schick "Fusion-Küche". Ist halt auf den europäischen Gaumen angepasst. Original Thai ist den meisten halt viel zu scharf, und original indisch ist schon sehr speziell, dass muss man mögen. Von dem her kann ich das nachvollziehen, solche Gerichte etwas an die Kunden anzupassen.
 
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Aber auch nur in Deutschland. Ich war bei einem Inder auf der Isle of Syke in Schottland. Ein Indisches Restaurant in einem Dorf im Nirgendwo ist viel besser als jegliches Indisches Restaurant in Deutschland.
Einfach nur bitter solche Erfahrungen zu machen.
 
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Bei uns in der Umgebung gibt es noch ein paar gute Restaurants (Zumindest was das Essen betrifft) aber in den letzten Jahren haben sich die Preise nahezu verdoppelt. Da werden teilweise Preise von 20€+ für EINE PIZZA genommen....

Aber es gibt gefühlt immer mehr schwarze Schafe:
Beispielsweise waren meine Freundin & Ich vor ein paar Wochen spontan bei unserem Stamm Italiener (Ob der das noch weiter bleibt ist fraglich) und die Qualität hat massiv nachgelassen. Der Pizzaboden war definitiv nicht mehr selbst gemacht sondern fertig.
Die größte Frechheit war aber das meine Freundin ihr nicht geschafftes Essen mitnehmen wollte. Normalerweise kennt man es dass das Essen vom Kellner mitgenommen wird und dann verpackt an den Tisch zurück kommt. Hier aber wurde nur unfreundlich eine Pappverpackung auf den Tisch geworfen mit der Ansage "Hier kannste dir selber einpacken!". Service = 0.

Noch eine Anekdote:
Meine Freundin und ich waren von Ende April bis Anfang Mai an der Nordsee (Wilhelmshaven & Umgebung) eine Woche im Urlaub und jeden Abend Essen und das tat weh im Geldbeutel. Aber ist halt Urlaub, da sitzt das Geld irgendwie zumindest bei uns lockerer.

Wir haben meist zu zweit mit Getränken (Wasser, mal ein Bier oder Wein) in normalen "Standard Restaurants" (Italiener, Grieche, Burgerladen, Sushi, Vietnamesisch, ...) 70€-100€ inkl. Trinkgeld bezahlt. Absolut übel.
 
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NephTis schrieb:
Aber ist halt Urlaub, da sitzt das Geld irgendwie zumindest bei uns lockerer.
Daher nehmen wir uns seit Jahren ein Appartement, mit Küche.
Ab und zu mal selber kochen oder ganz einfache Fertiggerichte. Das wurde uns schon damals zu viel, dass mehr als 30% der Urlaubskasse in Restaurants geflossen ist.
 
Quantität und Qualität haben überwiegend abgenommen, quer durch -D-. Allerdings nicht überall, es gibt nach wie vor gute Gastwirtschaften mit tollem Service.

Am Ende liegts an allem: Preise für Energie, Lebensmittel, Belegschaft ... finde mal einen guten Koch - das wird sehr schwierig werden mittlerweile.

Zudem spielt es auch überdeutlich eine Rolle, wie sich das Lohngefüge gestaltet und wie viele Mitbewerber es im näheren Umkreis gibt und ob es Touristenmagnet ist. Die kleine Wirtschaft um die Ecke ist dann sehr oft viel günstiger und qualitativ besser. ;)

Preise für Getränke sind definitiv zu hoch - der halbe Liter Weizen kostet dann schon mal 6 - 7,50 Euro standard. Nee, das ist mir dann zu viel. :(
 
Ausnahmen gibt es in jede Richtung, aber im Schnitt sehe ich es so:
Preise hoch und Service, Qualität und Quantität runter. Kostensteigerungen weitergegeben und Kostenerstparnisse einbehalten. "Chef/Besitzer" sagt, dass es anders nicht geht, aber fährt mitlerweile X3M, Taycan oder so und nicht mehr Passat. Das gilt aber mmN nicht nur für Restaurants, sondern den gesamten Dienstleistungssektor.

Und auch wenn man es sich leisten kann, bewerten wir die Sachen mitlerweile völlig anders. Statt einmal in der Woche ins Restaurant wird bei irgendeinem Familienmitglied gekocht/gegessen. Bei der Arbeit will keiner mehr Essen bestellen, aber dafür wird der Grill angemacht. Und der Lieferdienst kommt nun alle zwei bis drei Wochen, anstatt zweimal in der Woche. Um nicht im eigenen Horizont festzukleben, kommt dafür Hello Fresh, was wesentlich günstiger und besser ist als der Döner vom Lieferdienst.

So nehme ich das auch im gesamten Umfeld war, egal wieviel die Leute verdienen.

Im Gegenzug pfeiffen wir dann aber auch auf die Kosten, wenn wir mal Essen gehen oder unterwegs sind.
Dann ists egal, ob Vorspeise, Nachspeise und das zweite, dritte Bier, und, ob der Aperol mitlerweile nen 10er kostet.:freak:
 
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Ich kann nur preislich einen Unterschied feststellen. An der Qualität der Speisen oder dem Servicepersonal hab ich keinen Unterschied bemerkt.
 
Die Qualität der Gäste nimmt leider auch rapide immer öfter ab. Es sind einige wenige, aber das genügt um Personal zu vergraulen.
 
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Blackland schrieb:
der halbe Liter Weizen kostet dann schon mal 6 - 7,50 Euro standard. Nee, das ist mir dann zu viel. :(
Da man ja in manchen Biergärten sein mitgebrachtes Vesper essen darf, bin ich schwer dafür, dass man in Restaurants zukünftig sein eigenes Bier mitbringen kann ;)

schniposa2019 schrieb:
Die Qualität der Gäste nimmt leider auch rapide immer öfter ab. Es sind einige wenige, aber das genügt um Personal zu vergraulen.
Ist leider überall so, wo man direkt mit Kunden zu tun hat. Meine Frau könnte dir ein Lied davon singen ...
Da bin ich echt froh bei der Arbeit am Computer zu hocken ohne Kundenkontakt.
 
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Unabhängig von Corona müssen meine Partnerin und Ich da schon sagen das der Service über die letzten Jahre schon zum Teil deutlich abgenommen hat, natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel.

Wir haben allerdings unsere Favoriten wo wir immer sehr zufrieden sind, die Köche sehr gut sind, das Personal aufmerksam und freundlich und man am Ende immer gerne gutes Trinkgeld gibt. Ich bin da eh immer sehr großzügig mit uns rechne auch nicht im Kopf aus wie viel Prozent gebe ich nun aufgrund welchen services usw...wenn es wirklich top ist dann gibt es auch viel Trinkgeld, immerhin lebt das Personal leider auch davon und ich unterstütze das gerne.

Bzgl unfreundliche Kunden könnte man sicher ganz Bücher füllen was man da nicht alles schon gesehen und erlebt hat. Leider hält sich dieses falsche Sprichwort immer noch mit "Kunde ist König" und einige denken wirklich sie hätten da oben eine Krone auf sobald man auswärts essen geht.

Letztes Jahr ein wunderbares Beispiel von assozialen Verhalten gesehen. Familie mit Mutter und Vater samt zwei Kinder setzen sich neben uns an Tisch und die Mutter bestellt sich ein Rindersteak. Nachdem sie dieses bekommen hat und bereits zur Hälfte!!! gegessen hat ruft sie die Kellnerin zu sich und beschwert sich das sei ja nicht durch sondern nur Medium und sie wollen ein neues Steak. Da möchte man einfach nur noch rüber gehen und zuschlagen aufgrund von so viel Dreistigkeit und Dummheit...

Aber insgesamt bleiben unsere Erfahrungen durchaus positiv aber eben weil wir uns meistens im Kreise unserer Favoriten bewegen und wenn man mal was neues probiert und es nicht passt geht man einfach nicht mehr hin.
 
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Gerade im Dienstleistungs-, Gastronomie- und Servicebereich wird oft nur der Mindestlohn bezahlt, mithilfe von Tricksereien bei den Arbeitszeitmodellen sogar noch weniger!
Ich kann gut verstehen, warum die Mitarbeiter dann nur Dienst nach Vorschrift machen und nicht motiviert sind.
Das zieht sich mittlerweile durch alle Dienstleistungsbranchen, in denen sich ein Dienstleistungsprekariat herausgebildet hat.
Viel schlechte und harte (Schicht-)Arbeit für ein geringes Einkommen.
Wer zum Mindestlohn arbeitet, ist ebenso von hoher Inflation und starken Preissteigerungen betroffen und hat somit immer weniger Einkommen zur Verfügung, da der Mindestlohn nicht automatisch angepasst wird.
Lohnsteigerungen gibt es vonseiten der Arbeitgeber auch eher selten bis gar nicht, außer bei einer Mindestlohnerhöhung.
Diese gleicht jedoch die hohen Preissteigerungen bei Weitem nicht aus, geschweige denn ermöglicht sie eine zusätzliche Lohnsteigerung.
Gleichzeitig wollen Gastrokunden, die sich einen Kneipen- oder Restaurantbesuch noch leisten können, nicht mehr Geld für Dienstleistungen und Verzehr bezahlen.
Sie beklagen sich über steigende Preise und sinkende Servicequalität – ein Teufelskreis.
Durch die Coronapandemie hat sich die Situation weiter verschärft, weil sich in dieser Zeit viele Servicekräfte neu orientierten und besser bezahlte Jobs suchten.
Nach Ende der Coronabeschränkungen kehrten deshalb viele ehemalige Mitarbeiter nicht mehr an ihre alten Arbeitsplätze in der Gastronomie und im Dienstleistungssektor zurück.
 
Zuletzt bearbeitet:
schniposa2019 schrieb:
Die Qualität der Gäste nimmt leider auch rapide immer öfter ab. Es sind einige wenige, aber das genügt um Personal zu vergraulen.
Das stimmt allerdings auch. Wenn ich mir meinen Onkel anschaue, der ungeduldig wird und wild umherguckt/-fuchtelt, sobald er am Platz zwei Minuten auf die Speisekarte warten muss...
 
rasand79 schrieb:
Ist leider überall so, wo man direkt mit Kunden zu tun hat. Meine Frau könnte dir ein Lied davon singen ...
Da bin ich echt froh bei der Arbeit am Computer zu hocken ohne Kundenkontakt.

Einer der Gründe für's Eröffnen des Threads war in der Tat mein Gedanke, ob wir durch die Pandemie oder andere Ereignisse vielleicht zwischenzeitlich teilweise ein wenig zu Primadonnas geworden sein könnten ^^'

An mir selbst fällt mir auf, dass es mir in Restaurants viel zu laut ist und ich (mutmaßlich) schneller entnervt bin, wenn etwas lange dauert und so weiter.

Zumindest an Ruhe dürfte man sich ja während Covid gewöhnt haben..
 
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Ich glaube auf jeden Fall das einige Menschen nun meinen ihre Divenartigen Charakterzüge an Personal und co ausleben zu müssen, weil Zuhause kann man das ja auch...

Mir musste man es nicht an erziehen das man sich im Restaurant ruhig und vernünftig benimmt und auch Geduld hat, man ist eben nicht der einzige im Laden. Unverständlich für mich wie Erwachsene Menschen sich zum Teil wie bockige Grundschüler aufführen, vor allem welche meiner Generation Ende der 80er....
 
Stannis schrieb:
Zumindest an Ruhe dürfte man sich ja während Covid gewöhnt haben..
Ich glaube danach hatten viele Nachholbedarf. Ich kann mich erinnern, als alles wieder normal geöffnet hatte, es überall brechend voll gewesen ist. Restaurants, Straßenfeste, Schwimmbäder ... alles komplett überlaufen.
Kann allerdings auch sein, dass ich es anders wahrgenommen habe, weil wie du sagst, man sich an die Ruhe gewöhnt hatte.
 
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