Schüler & Studenten - Wieviel könnt ihr euch noch merken?

Clocker 2800+

Lt. Commander
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Hallo,

ich stelle mal eine ehrliche Frage und erhoffe bitte auch ehrliche Antworten.

Meine Situation ist folgende, ich bin jetzt knapp 22 Jahre und habe das Gefühl, dass ich ich mir bei weitem nichtmehr so schnell was merken kann, wie noch vor ein paar Jahren. Ich war auch schon beim Arzt und einigen weiteren Fachärzten, aber diese meinten alle, dass meine Gehirnaktivität in Ordnung ist.

Meine Frage nun, ist es normal, dass man sich mit zunehmenden Alter weniger schnell Informationen (Schule, Studium, ...) merken kann und man doch häufiger etwas vergisst?


Wenn ich jetzt wirklich was auswendig lernen will/muss für die Schule, benötige ich schon einige Tage (3-4), bis es dann so ziemlich richtig sitzt. Ist das denn normal?
Früher hätte ich das auf 1-2 Tagen gelernt.

Wie sieht sowas bei euch aus?
 
Ich bin 29 und und studiere nebenberuflich. Ich würde nicht sagen, dass ich häufiger etwas vergesse. Vielmehr fällt es mir einfacher, Sachen zu merken was mir während der Schulzeit deutlich schwerer viel.

Als natürliches "Gedächtnistraining" - ich lese viele Bücher & Zeitschriften. Gerade auf dem Weg zur Arbeit. Trotz des unterbrochenden Lesens, bin ich schnell wieder im Kontext. (wenn es dann Abends wieder nachhause geht bzw. am nächsten morgen)
Es ist dabei auch egal, ob es deutschsprachige Literatur oder englischsprachige Literatur ist.

Mit Smartphone und deren kurzweilige Ablenkung braucht man halt auch ein Gegenpol, mit dem man auch trainieren kann langfristig sich was zu merken.

Also Bücher kaufen! (gibt es gebraucht auch sehr günstig, alternativ hilft die Bibliothek aus)
 
Um so älter man wird, um so schwerer fällt einem das lernen und das sollte nichts neues sein. Sollte mit gerade einmal 22 Jahren jedoch nicht der Fall sein
 
Zum einen altert jeder Mensch altert anders. Zum anderen spielt die persönliche Umgebung sicherlich eine große Rolle. Faktoren wie Stress, Ängste oder Monotonie können die Lern- und Merkleistung (subjektiv?) negativ beeinflussen.
 
also ich sag mal, ab einem gewissen alter (ab ~35-40) wird man das schon merken. aber mit 23? sicher noch nicht, bzw wenn, dann wirklich nur minimal.

ich mein, ein großteil fängt in dem alter das studieren an/ist mitten drin und das funktioniert ja auch.

ich selbst hab in diesem sommer wieder die schule angefangen (techniker) und ich merke keinen unterschied zu damals in der schule. bin sogar noch eher deutlich besser, da das ganze meine zukunftschance bestimmt (noten) und ich dementsprechend auch mehr motiviert bin, als vor ~7 jahren in der ausbildung. da waren mir andere dinge wichtiger :D
 
Für die weiterführende Schule / Studium lernt man bis auf Ausnahmen nicht mehr auswendig.
Man muß es "nur" verstanden haben. Alles weitere läßt sich dann mit Logik, Kombination, Interpretation usw. Erfahrung erledigen.
Die Merkfähigkeit läßt nach, aber mit der o. g. Methode kommt man eh weiter. Allerdings bin ich kein Schüler oder Student mehr, deswegen schreibe ich hier zusätzlich noch aus Erfahrung.

Ich war auch schon beim Arzt und einigen weiteren Fachärzten, aber diese meinten alle, dass meine Gehirnaktivität in Ordnung ist.
ADHS, Allergie, Intoleranz…, Schlagwörter für die Ferndiagnose.
 
Zuletzt bearbeitet:
phil. schrieb:
Für die weiterführende Schule / Studium lernt man bis auf Ausnahmen nicht mehr auswendig.

Ist das so? Meines Erachtens sind es keinesfalls nur Ausnahmen. Es gibt genügend Fächer die reines Auswendiglernen voraussetzen, um das was man verstanden hat auch anwenden zu können.
Speziell meine ich gewisse Bereiche, wie Wirtschaftslehre (besitzt einen großen Teil davon), jegliche geschichtlichen Ereignisse, Psychologie, etc.

Grundlegend gibt es so etwas wie Studien, die belegen, dass man 70% von dem was man an einem Tag gelernt hat nach einem Tag/Woche (weiß ich gerade nicht mehr) vergessen hat, sofern man es nicht wiederholt. Später nach einer Woche/Monat sind es dann schon 90%.

Klar kann man sein Gedächtnis trainieren, aber das geht auch nur bis zu einem gewissen Punkt
 
phil. schrieb:
Für die weiterführende Schule / Studium lernt man bis auf Ausnahmen nicht mehr auswendig.

Haha ... Witz des Tages :D
Schon mal in einen der heutige Massenstudiengängen im Bachelor gesehen?
Da wird nicht mehr mit offenen Fragen abgeprüft, MC-Aufgaben sind die Regel.

Qualitativ sind die Fragen in Richtung: Welche der folgenden 5 Stichpunkte standen nicht auf Seite 587 im Skript.
Also als BWLer muss ich für 3 Credits ca. 800 Powerpointfolien (200 DIN A4) auswendig lernen.

In der Klausur selber sind alle MultipleChoice-Alternativen dann "plausibel" bzw ließen sich in einer offenen Aufgabe ohne Probleme begründen. Es zählt aber nur dass man jenen Inhalt wiedergibt, der auch auf den Folien stand.

Ansonsten: Mir (22) geht es da nicht anders. Nach 3 Jahren Bachelor-Studium fällt mir das stupide Auswendiglernen mittlerweile deutlich schwerer. Ich habe mal (rezeptfreie) Mittel wie Ginkgo und Ginseng ausprobiert, empfinde das aber nur als reinen Placebo-Effekt.

Wobei die "Aufnahmefähigkeit" nicht zu letzt auch von der Motivation abhängt, und dass man in der Lage ist alle anderen Ablenkungen auszuschalten ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin 22 und führe ein Doppelstudium. Da ich der Typ Student bin, der die ersten 2 Monate nur arbeitet und alles auf den letzten Drücker macht, meine ich dass das nur vom Training des Gehirns abhängt.
Ich merke nämlich jedes mal, dass der Anfang richtig schwierig ist. Da muss ich mir die Dinge schon 5 mal angucken, damit was hängen bleibt. Sobald man aber dann einmal drin ist, bin ich immer wieder überrascht was ich meinem Gehirn in kurzer Zeit zumuten kann (z.B. 400 Folien in 2 Tagen, wo ich sogar die einzelnen Folien zitieren könnte).
Kommt aber denke ich auch stark auf den Typen an. Ich habe das Glück ein stark ausgeprägtes visuelles Gedächtnis zu haben, dass hat bei BWL z.B. schon große Vorteile.
Im Gegensatz dazu, ist mein auditives Gedächtnis eine einzige Katastrophe, deshalb besuche ich auch keine Vorlesungen ;)
 
Nun ja, mein Studium ist schon ein paar Tage her. Wir mußten noch lernen und / um zu verstehen.
Dieses scheint ja heutzutage, vor allem bei den Geisteswissenschaften, nicht der Fall zu sein.
Als Vorbereitung zum Berufsleben ist Auswendiglernen eine Farce. Die Lösung von Problemen steht halt nicht auf Seite 587.
 
x.treme schrieb:
Haha ... Witz des Tages :D
Schon mal in einen der heutige Massenstudiengängen im Bachelor gesehen?
Da wird nicht mehr mit offenen Fragen abgeprüft, MC-Aufgaben sind die Regel.

Haha, MC-Aufgaben.
In BWL vlt.. Aber in jeglichen naturwissenschaftlichen Fächern hast du ohne Verständnis i.d.R. keine Chance. MC-Aufgaben kommen bei uns vlt. in 5% des Gesamtumfangs der Klausuren vor wenn überhaupt. Vieles ist einfach derbes Kampfrechnen.

Zum Thema, also ich habe keinerlei Probleme mir Dinge zu merken, hatte aber schon immer ein ziemlich ausgeprägtes Gedächtnis, teils fotographisch. Die Gesellschaft/Sprachen/Umwelt Fächer die wir absolvieren müssen sind entsprechend immer die einfachsten (in den Katalog fällt übrigens auch BWL/VWL wo hauptsächlich mit MC gearbeitet wird). Hätte da im Grunde fast immer neben der Lösung noch die Stelle im Skript nennen können wo sie steht .. aber mitnehmen tut man aus den Fächern meist nichts.
 
phil. schrieb:
ADHS, Allergie, Intoleranz…, Schlagwörter für die Ferndiagnose.

So so, eine Ferndiagnose. Umgangssprachlich könnte man meinen Beitrag auch als "Gedankenstoß" betiteln.

slaves schrieb:
Im Gegensatz dazu, ist mein auditives Gedächtnis eine einzige Katastrophe.

Woher weißt du das? Hast du dazu an einem bestimmten Testverfahren teilgenommen oder es einfach selber gemerkt? Stellst du dir zu den jeweils lernenden Situationen jedes mal Schaubilder/Bildgeschichten vor oder merkst du dir tatsächlich das Blatt Papier?
 
Ich muss sagen das ist ein Thema was man meiner Meinung nach differenziert sehen muss.
Ich habe vor 1 Jahr mein Duales Studium Elektrotechnik(Bachelor) abgeschlossen. Auch ich kann mir bei weitem nicht alles merken. Auswendig lernen war auch nie unbedingt meine Stärke. Deswegen waren auch in der Schule Fächer wie Biologie ein graus. Aber auch da gab es Unterschiede Geschichte beispielsweise ist ein solches Fach. Jedoch hatte es mich interessiert deswegen genügte oftmals der Unterricht um mir Jahreszahlen zu merken.
Im Studium ging es bei uns aber großteils um Techniken, die man anwenden muss. Klar gab es Fächer wo man etwas auswendig lernen musste, aber auch da kam es in Prüfungen auf Verstand an um Dinge in den richtigen Zusammenhang zu bringen.
Nach einer Prüfung behält man natürlich nicht alles bei sich.
Oftmals denken wir auch was wir im Studium lernen brauchen wir nie wieder. Ich bin jedoch der Meinung, dass wir uns teilweise gar nicht mehr bewusst sind, dass wir Dinge anwenden. Ein Ohmsches Gesetz zum Beispiel und darauf basiert sovieles.

Dann gibt es bei mir jedoch noch eine andere Seite. Ich würde mich selbst eher zu den Workaholic zählen, weil mir meine Arbeit einfach Spaß macht. Aber wenn mich jemand fragen würde was ich letzte Woche gegessen habe oder im Urlaub xx alles gemacht habe wird es schwierig. Dies merkt man an Geschichten von meiner Oma, diese kann sich an unseren gemeinsamen Urlaub in der Jugend besser erinnern als ich.

Alles in allem ist das Gedächtnis personenabhängig auch neue Herausforderungen sind wichtig. Der größte Faktor für das merken ist meiner Meinung wie hoch die Motivation ist und ob es einen Spaß macht.
Es kennt vielleicht auch jeder die Situation man braucht was aus dem Keller und einmal ist man in Keller weiß aber nicht was man eigentlich wollte.

Ich bin 24.
 
S!lent Death schrieb:
Zum Thema, also ich habe keinerlei Probleme mir Dinge zu merken, hatte aber schon immer ein ziemlich ausgeprägtes Gedächtnis, teils fotographisch.

Fotografisches Gedächtnis wäre was tolles ;)
Haben aber leider die wenigsten, wenn man sich den Notenschnitt anschaut. Üblich sind bei uns Normalverteilungen mit Median zwischen 2,5-3,0 - auch bei MC Klausuren.
In Mathe und Statistik überwiegen zwar noch die offenen Aufgaben, hier gehen bei uns die Lehrstühle aber mittlerweile dazu über, dass nur noch das Endergebnis bewertet wird welches in den Lösungskasten geschrieben wird.
Das bedeutet also gerne: 15 Minuten für eine Aufgabe rechnen, und wenn nur 1 Tippfehler mit dem Taschenrechner dabei ist 0 Punkte, da keine Folgefehler ;)

phil. schrieb:
Als Vorbereitung zum Berufsleben ist Auswendiglernen eine Farce. Die Lösung von Problemen steht halt nicht auf Seite 587.
Wahre Worte. Das sieht man dann schön in den Seminaren der späteren Semester, wo dann Transferdenken, das Arbeiten mit wissenschaftlichen Texten, verstehen von Zusammenhängen, etc. gefragt ist. Da sieht man dann schön dass die Bachelor-Note ein ziemlich schlechter Prädiktor für die praxistauglichkeit eines Bewerbers ist, sondern in erster Linie ein Indikator für die Selbstdisziplin/Organisation eines Bewerbers ist. Ich spreche aber jetzt weiterhin nur von den Geisteswissenschaften. Studiere auch Informatik, da sieht es anders aus :D

Um zum Gedächtnis zurückzukommen: Ich arbeite insgesamt ca. 40 Stunden für ein 6 Credits-Fach (erfordert eigentlich 180 Stunden) und komme damit in den guten 2er Bereich.
Somit scheint mein Gedächtnis nun nicht so schlecht zu sein.
Wobei ich hier am effektivsten Lernen kann, wenn ich mir den Stoff in MindMaps zusammenfasse - ich lerne somit auch vor allem visuell.
Auch Zahlen kann ich mir gut merken - PIN-Nummern, Telefonnummern, etc.
Hingegen ist mein Namensgedächtnis miserabel. Ich muss mich bewusst anstrengen, um den Namen nicht sofort wieder zu verwerfen. Ebenso was Vokabeln bei Sprachen anbelangt. Sobald ich also keine logischen "Verknüpfungen" erstellen kann wird's bei mir schwierig. Zusammenhänge zu lernen, oder aus einem Text das wichtigste beim Lesen "herauszufiltern" ist hingegen eine Leichtigkeit. Gibt halt verschiedene Typen von "Intelligenz" bzw. Gedächtnis.

Ansonsten für den TE: Ernährung, Sport und Motivation - ich denke mit den 3 Sachen sollte man in jungen Jahren noch einiges ausgleichen können bei nachlassender Leistungsfähigkeit ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein paar Sachen bleiben hängen, aber das Meiste muss ich mir nochmal anschauen bevor ich darüber z.B. im einem Vorstellungsgespräch darüber reden kann. Selbst wenn das Modul und die Prüfung nur paar Monate zurückliegen. :o

(Wirtschafts-)Informatik
 
Das ist doch ganz normal^^
als ich damals nach meiner Ausbildung das erste Vorstellungsgespräch hatte, musste ich auch in meine unterlagen schauen und nochmals lernen. Hatte auch das Gefühl das ich nie eine Ausbildung gemacht hatte in dem Bereich, weil mir vieles fremd vorkam :D. In der Praxis sieht das plötzlich wieder ganz anders aus ;)
 
Soldier89 schrieb:
Woher weißt du das? Hast du dazu an einem bestimmten Testverfahren teilgenommen oder es einfach selber gemerkt? Stellst du dir zu den jeweils lernenden Situationen jedes mal Schaubilder/Bildgeschichten vor oder merkst du dir tatsächlich das Blatt Papier?

Das habe ich selbst festgestellt. Wenn mir jemand bspw. eine Telefonnummer sagt, kann ich ohne mir dazu gleichzeitig die Zahlen in Bilder vorzustellen vielleicht 3-4 Zahlen merken. Bei der Arbeit muss ich mir bei jeder Besprechung Notizen machen, ansonsten weiß ich nicht einmal mehr den Namen vom Gesprächspartner :D. Ähnlich verhält sich das in Vorlesungen, insbesondere wenn es keine Präsentation gibt.

Ich merke mir das Blatt Papier. Mit allem drum und dran, also Struktur/Farben etc. Deshalb spielt dabei auch die Qualität des Materials eine Rolle. Das ging früher so weit, dass ich bei Lateinvokabeln die Farbe des Kapitels, die exakte Seite, die ungefähre Position des Wortes auf der Seite und alles was dabei stand wusste. Teilweise erinnere ich bei einzelnen Vokabeln immer noch daran.
Aber aus reinem Fließtext im Blocksatz nehme ich auch nichts mit ;)
 
@slaves

same here :D und kein kommilitone verstehts weshalb ich nicht in die vorlesungen gehe die bei uns absolut auditiv aufgebaut sind
 
Also in meinem Studiengang (Ingenieurswissenschaften, Studium dieses Jahr beendet) da war nicht viel mit auswendig lernen, außer in BWL was wir kurz hatten.
Ansonsten reines verstehen und in der Klausur dann Transferleistung.
 
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