Sind Vermieter ALG2 Bezieher feindlich?

Labtec schrieb:
Viel wichtiger als 300% Nettogehalt der Monatsmiete, wäre eine anständige Kaution. 3 Kaltmieten sind ein Witz im Vergleich dazu was für Schäden angerichtet werden können.

Mehr ist gesetzlich aber nicht möglich.

WhiteShark schrieb:
Aber auch 300% Nettogehalt ist irgendwie etwas zu pauschal. Bei einer 300-400€ Wohnung kann man durchaus erwarten das derjenige das 3fache verdient.
Bei einer Wohnung für 1000€ sieht das schon anders aus. Da reicht ja schon 200%, oder sogar weniger.

Äh... nein. Dass die Miete zirka ein Drittel des Gehalts ausmachen sollte, hat einen triftigen Grund. Diese "Formel" soll es einem selber ermöglichen, in etwa einzuschätzen, was man monatlich für die Miete ausgeben kann, ohne die finanziellen Mittel für andere Ausgaben in Gefahr zu bringen. Im Umkehrschluß ist die Formel dann auch für den Vermieter aufschlußreich. Denn sie sagt ja aus, dass sich der Mieter die Wohnung auf Dauer leisten kann.

Das erinnert mich an die Mieter, die irgendwann nur noch die Hälfte der Heizkosten zahlten. Als Begründung führten sie an, dass sie das Geld für "etwas anderes" benötigten... :rolleyes:
 
cartridge_case schrieb:
viele sind froh über solche mieter die auf jeden fall pünktlich zahlen, da es ja das amt übernimmt

Bis der lehrreiche Fall eintritt, dass der Mieter weiterzieht, die Wohnung nicht kündigt und das Amt nur noch die neue Wohnung zahlt. Da der Mieter nix hat, kannst dann gleich 5000€ aufwärts Anwalts/Gerichts/Räumungskosten und Mietausfall einplanen. Von Beschädigungen erst gar nicht zu reden...

Wie immer, ein paar wenige schwarze Schafe und alle anderen dürfen es ausbaden.
 
Wobei mich immer wieder wundert, wie viele Menschen es mittlerweile gibt, die teilweise wie selbstverständlich ihre Miete nicht mehr zahlen. Und oft kommen sie damit durch, u.a. aus dem von Dir genannten Grund oder weil der Richter im Verfahren einen Ausgleich "vorschlägt".
 
WhiteShark schrieb:
Aber auch 300% Nettogehalt ist irgendwie etwas zu pauschal. Bei einer 300-400€ Wohnung kann man durchaus erwarten das derjenige das 3fache verdient.
Bei einer Wohnung für 1000€ sieht das schon anders aus. Da reicht ja schon 200%, oder sogar weniger.

Völlig weltfremd. Natürlich gilt die 1/3 Regel auch bei Wohnungen bei 1.000 €. Ist zum Schutz des Mieters und Vermieters gleichermaßen. Bei 1.000 € Miete und 2.000 € Netto bleibt sonst für den restlichen Bedarf/Konsum/Vorsorge zu wenig übrig.

@ TE
Östlich Hamburgs ... Rahlstedt, Volksdorf oder darf es auch Ahrensburg, Bad Oldesloe sein?!?
 
Bei 2000euro Lohn und 1000euro Miete bleiben 1000 zum Leben.
Die 300% machen da also keinen Sinn, denn 1000 Euro langen locker zum Leben.
Weltfremd wäre es wenn man auch bei dieser Summe auf die 300% beharrt. Man kann da nicht pauschal mit Prozent rechnen.
 
Entweder Du wohnst noch zuhause oder Du hast keine Altersvorsorge, keine Versicherungen, kein Auto, keine Kinder etc. pp.
 
Ich würd auf "zuhause wohnen" tippen.

Auf die Miete kommen doch noch Heizkosten, Wasser, Strom sowie Abfall etc. hinzu. Bei 1.000 € Miete rechnet man pauschal mit 200 - 300 € Nebenkosten.

Dies wüsste man, wenn man selber Mieter ist.
 
Er kann ja auch von Warmmiete ausgehen. Dennoch wird es da knapp, denn mit steigendem Einkommen steigen auch die Ansprüche und Notwendigkeiten.
 
Natürlich gehe ich von der Warmmiete aus. Und nein ich wohne sicher nicht mehr bei den Eltern.

Bei ner 2000€-Wohnung wären es schon 4000€ Überschuss. Spätestens da würde es mit 300% wirklich weltfremd werden.
Auch in die andere Richtung machen die 300% keinen Sinn. Bei einer Wohnung für 300€ wären es nur 600€. Das wäre dann wieder zu knapp um eine Sicherheit darzustellen, denn eine höhere Stromnachzahlung, Autoreperatur, usw und man kann die Miete nicht bezahlen.

Also ich bleibe dabei, dass diese Formel nicht funktioniert.
 
Es ist ja auch nur ein Richtwert. Meist wird er angewendet bei Leuten, die nicht mit Geld umgehen können bzw. z.B. ihre erste Wohnung beziehen. Aber auch hier gibt es sicher Ausreißer, sowohl nach oben als auch nach unten.
 
ostzonaler schrieb:
Seitdem nur Leute mit unbefristeten Arbeitsverträgen und einem Nettoeinkommen was mindestens 300% der Miete entspricht.
Mit der Regel hättest du hier in München recht wenig Glück. :D Man zahlt hier bereits für eine Single-Wohnung mit ca. 70 qm 1000 € warm und nicht alle verdienen 3000 € netto.
Die Regel ist also wirklich nur sehr begrenzt anwendbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist eigentlich ein hervorragendes Beispiel dafür, dass die Regel sinnvoll ist. Daran lässt sich tadellos erkennen, wie überhöht die Mieten in München sind.
 
WhiteShark schrieb:
Also ich bleibe dabei, dass diese Formel nicht funktioniert.

Diese Pi-mal-Auge Formel hat man vor 30 Jahren benutzt, um in etwa einen Anhatspunkt zu haben, was man sich an Wohnung so leisten kann als Haushalt.
Und damals hat das auch ungefähr hingehauen, dass man normalerweise 'bis zu' einem Drittel des Familiennettoeinkommens für die Miete ausgeben könnte.

Bzw. die Bedeutung der Rechnung stimmt heute noch, denn es wird dieses Drittel als Richtwert angesetzt unter dem man sich in der sonstigen Lebensführung nicht einschränken muss, um die Wohnung zu finanzieren.

Das hat sich in den letzten 10-15 Jahren aber besonders in den Großstädten deutlich verändert.
Hier sind die Mieten so stark gestiegen (nur Berlin ist noch extrem billig), dass wirklich nur noch Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen mit dieser Rechnung hin kommen.

Ich schaffe es, sogar darunter zu bleiben, habe aber auch ganz bewusst nur eine kleine Wohnung (45 qm).
Meine Lebensgefährtin schafft es nur, weil sie mit zwei weiteren Personen eine WG bildet.

Bei vielen Menschen geht das inzwischen bis in den 50% Bereich und da wird es arg heftig, wenn man berücksichtigt, dass die Leute sich ja oft auch noch ein Auto leisten (müssen?).
 
cartridge_case schrieb:
eigtl eher das gegenteil... viele sind froh über solche mieter die auf jeden fall pünktlich zahlen, da es ja das amt übernimmt^^

bekommst du keine ausbildungsvergütung?

das ist ein weit verbreiteter irrglaube....

ein Bekannter hat eine Wohnung an einen Langzeitarbeitslosen vermietet.... irgendwann kam das amt auf die glorreiche idee, dem HARTZler das Geld für die Miete zu überweisen, sodass er es an den vermieter weiter leiten kann (Lernen mit dem Umgang mit Geld nannten die es)...

ihr könnt euch vorstellen was nun passiert ist.... mein bekannter bekam KEINE Miete mehr überwiesen.... stattdessen hat sich der Gute Herr mal schön einen neuertigen Touareg angeschafft.....

und da das ganze im Oktober stattgefunden hat konnte mein Bekannter ihn nicht einmal raus klagen.... ist wohl in den Wintermonaten nicht möglich jemand auf die straße zu setzen...

jetzt kann er den knappen 5000€ Mietrückständen hinterher laufen.

@TE: ist wohl nur EIN Grund warum man als Vermiter 3 mal überlegt sich einen Hartz4 Empfänger ins Haus zu holen......
 
Metaxa1987 schrieb:
jetzt kann er den knappen 5000€ Mietrückständen hinterher laufen.
Wenn der ein Langzeitarbeitsloser ist, dann ist hinterher laufen sinnlos, denn da ist nix zu holen.

Die 300% als groben Richtwert kann man ja gelten lassen, aber man muss es halt auch immer genauer abwägen.
 
Nur als Info:
1. Das Geld für die Mietkosten zusammen mit seinem Regelsatz bekommt in der Regel der ALGII Empfänger immer auf sein Konto, sofern nicht explizit das anders von Anfang an anders geregelt ist.

2. Bei Sanktionen die über den Regelsatz hinaus gehen, werden Mietzahlungen meistens direkt an den Vermieter geleitet und dem ALGII Empfänger stehen dann höchstens noch Lebensmittelgutscheine zur Verfügung. Natürlich ist auch irgendwann einmal die 100% Sanktion erreicht und das Amt wird dann nicht mehr gewollt sein Mietzahlungen zu leisten.

3. Empfinde ich solche Geschichten wie oben schon wieder ziemlich abenteuerlich und nicht für die breite Masse anwendbar, das klingt nach einer Bildschlagzeile! Mir ist neu das das Jobcenter daran interessiert ist jemanden den Umgang mit Geld beizubringen. Und was hat das Jobcenter zu dem neuwertigen Touareg gesagt? Auch hier gibt es Grenzen wann das ganze als anrechenbares Vermögen gilt, zumal man davon ausgehen muss das hier unbekannte Gelder fließen oder woher hat er den Kredit für den Touareg bekommen. Wurde das als Missbrauchs Verdacht dem Amt gemeldet?
 
eure 1/3 Regel mag zwar erstrebenswert sein, ist aber real kaum noch machbar
 
???

Also wir zahlen 900€ warm und es macht keine 20% unseres Nettoeinkommens aus. Wenn die 1/3 Regel unterschritten wird, dann wohnt man für über seinen Verhältnissen in einer Luxuswohnung! (Luxus immer mit den Bezugspunkt des persönlichen Einkommens)
 
gehe mal vor die Tür, immer mehr Deutsche zahlen 40% und mehr ihres Einkommes weil die Mietnebenkosten und die Kaltmiete stärker steigen wie das Gehalt und es kaum richtige und gutbezahlte Vollzeitjobs.
Hier würde ich mit der derzeitigen Wohnung und der 1/3 Regel noch hinkommen, in den alten BL hätte nur unwesentlich mehr Geld zur Verfügung , müsste aber für eine vergleichbare Wohnung Minimum das doppelte Zahlen.
Außerdem nutzt Dir auch keine Wohnung am Arsch der Welt nur um diese 1/3 Regel einhalten zu können, wenn dann jeder ein Auto benötigt und hunderte Euros im Monat nur an Benzin verbraucht.
 
Zurück
Oben