News Sinkt Microsofts Stern?

Irgendwie erinnert mich die ganze Geschichte mit Microsoft an das antike Rom, dieses Imperium brach auch in sich zusammen.
 
Fu Manchu schrieb:
Ob offene Officeformate MS Sorgen bereiten wage ich mal zu bezweifeln.
Sicher tun sie das. Nicht umsonst weigert MS sich bisher das OpenDocument Format zu unterstützen. Und nicht umsonst mussten die EU-Wettbewerbshüter MS dazu verdonnen ihre Schnittstellen offenzulegen.
Durch eigene geheime Schnittstellen- und Dokumentenformate die Konkurrenz auszusperren, ist schon seit langem eine von Microsofts erfolgreichsten Geschäftsstrategien.

Fu Manchu schrieb:
Und nur weil ein weiterer offener Standard kommt wird sich MS keine Sorgen machen müssen. Die Anwender müssen ihn nämlich auch nutzen. Und mal ehrlich hier gefargt, wer benutzt was anderes als MS Office?
Vielleicht nicht viele Privatanwender, weil sie MS-Office eben umsonst als illegale Kopie bekommen. Aber bei Firmen und Behörden sieht es da schon anders aus. Das OpenDocument Format wird jeder mit etwas Weitsicht benutzen, der seine Dokumente auch noch in 10-20 Jahren öffnen können möchte, ohne sich an einen Hersteller zu binden. Siehe dazu hier: http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/meldung/64262&words=Oasis OASIS
 
Ich arbeite bei einem sehr großen deutschen IT-Dienstleister und ich sehe nicht, das Firmen oder Behörden in nächster Zeit auf OpenDocument oder anderen Formaten wechseln.

Eine der ersten Frage der Kunden lautet immer: kriegen wir auch MS Office?

In den Etagen der Entscheider kann man Linux, OpenDocument, alternative Browser oder entkoffeinierten Kaffee anbieten wie man will - es wird sich nichts ändern >> und zwar aus einem wichtigen Grund, den jeder Firmenchef und jeder Angestellte mit Verantwortung anführt: an wen wende ich mich bei Problemen?
Single Point of Contact, Support mit Service Leveln und kurzen Reaktionszeiten, Kundendienst vor Ort. MS und Partner bieten Firmen einen Support, den kleine Firmen oder freie Standards ohne Firma bzw. zu vielen kleinen Firmen im Rücken nicht bieten können.
das reicht vielleicht für den 10 Mann Betrieb, aber sobald mehr als 50 Anwender da sind, die unterstützt werden müssen ist es essig.

Und dann kommen Fragen wie: An wen wende ich mich bei Problemen mit Open Office? Welche andere Firma kann alle Star Office Dokumente lesen und bearbeiten? (nicht jeder will pdf) Muss ich 600 Mitarbeiter ein neues Office angewöhnen und evtl sogar Linux? Vor allem in Betrieben mit einer großen Anzahl von Sachbearbeitern ist es extrem schwer ein neues System mit neuem Verhalten einzuführen. Mit Zwang geht das schon gar nicht, will man nicht die Produktivität total versauen.

Auch die IT-ler in den Firmen wollen selten wechseln. Ein 50jähriger wird nicht mehr Linux lernen oder sich mit einem neuen Office rumschlagen wollen. Vor allem weil viele alte Vorlagen mit Macros, Access-DBs und Formulare neu erstellt werden müssten. Und dann wäre der Kostenvorteil schnell verflogen.

Bis nicht eine völlig neue Generation von Verantwortlichen und Entscheidern die Führungsetagen in Beschlag nimmt ändert sich erst mal nichts bis wenig. Und auch dann werden viele die liebgewonnenen Strukturen behalten.

Und 10 Jahre alte Texte, die ich mit Word 95 erstellt habe oder noch unter Win3.1 mit irgendeinem Ur-Word - alles kein Problem, Filter wird es immer von MS geben.
 
Fu Manchu schrieb:
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In den Etagen der Entscheider kann man Linux, OpenDocument, alternative Browser oder entkoffeinierten Kaffee anbieten wie man will - es wird sich nichts ändern >> und zwar aus einem wichtigen Grund, den jeder Firmenchef und jeder Angestellte mit Verantwortung anführt: an wen wende ich mich bei Problemen?
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An wen wendet man sich wohl bei Problemen mit StarOffice? An den Star-Office-Support!
 
Kunden wollen aber meist alles aus einer Hand. Email (Exchange), Domaincontroller, DNS, DHCP Server (Win 2003 Server), Datenbanken (MS SQL 2000) und dann eben auch Office und das Betriebssystem.

Ein IT Dienstleister wird nie ein Sammelsurium von Produkten verschiedener Herstellern anbieten, jede große Firma wird da schon mal sagen "können sie vertraglich zusichern das die Produkte alle kompatibel sind und sich nicht gegenseitig gehindern?". Und vertraglich heißt mit Strafe bei Nichterfüllung. Da wird jeder Dienstleister sich absichern und alles aus einer Hand nehmen, denn dann könnte im weiteren Schritt Microsoft rangenommen werden.

Es ist klar, und wir wissen das auch, das Linux und seine Serverdienste und Star Office und Email und Datenbanken kompatibel sind - aber wer von Euch hier würde dafür in einem Vertrag mit Pönale dafür einstehen wollen? Auch nur einer?
 
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@43 und 45

besser kann man denn teil der chose nicht sagen. "...bis eine völlig neue generation herangewachsen ist, wird sich nichts ändern... "

genau, so war das im grunde schon immer:

oder anders gesagt, das alte prinzip: "es ist auch noch nie ein manager gefeurt worden, weil er ibm gekauft hat" (für den nicht-ibm-kauf dagegen schon sehr viele;) ) gilt auch hier.

und doch bleibt die möglichkeit, das ab einem bestimmten zeitpunkt in der zukunft (und früher als erwartet) die leute quasi erdrutschartig wechseln werden. und möglicherweise durchaus zu open-source projekten, denke ich.. sobald die nämlich soweit sind, dass eine mehrzahl der leute die eh schon zu hause hat.

ich sehe das bei uns: linux liegt hier - und wir sind dicht dran, es überall parallel zu installieren; steht hier auf dem plan.

und für irgendwas eine weitere windows-lizenz kaufen? bestimmt nur über unsere leichen!


und man unterschätze den mittelstand nicht: die sind, bei deutlichen kostenvorteilen, schneller und mobiler, also wechselbereiter, als man glaubt.

"müssen sich meine leute halt reinfinden. haben schon ganz andere dinge geschafft."
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Windows Vista hat deswegen ein Problem mit Apple, weil Vista noch leistungshungriger sein soll.
Bei Apple sieht das Betriebssystem bei 600MHz nicht nur 10x besser aus, sondern kann gleichzeitig auch noch mehr. Es ist KEIN Problem einen Downloadmanager für 10 Download-Netze neben Kalenderverwaltung, Grafikedition, Mastering-Software und Audio-echtzeitrendering-Software einzusetzen, nebenbei noch E-Mails und Internet zu prüfen.
Programm deinstalliert = Programm weg.
Zudem ist das DRM-System auf Apple-Rechnern das einzige das echt funktioniert und keine umständliche Schlüsselkopierung benötigt.
Bei apple kommt alles aus einer Hand... die Verbindung zum IPod gerät neben dadurch möglichen Akkulaufzeiten von mehr als 5 Stunden im Vollbetrieb zur Nebensache.

DAS ist das Problem was Microsoft hat. Auch die Erneuerung innerhalb des Mac OSX mit denselben gleichen Elementen und neuen eingebauten Zusatzfunktionen funktioniert einfach und reibungslos.

Ich kenne zudem keinen Mac-Anwender mit Virenproblem, geschweige denn hat jemals einer sein Betriebssystem alle 3 Monate ... oder überhaupt in regelmäßigem Abstand neu installiert.
Manch einer hat seit Jahren dieselbe Installation.

Bei MS wird das zwar mittlerweile in die Argumentation eingebaut... beseitigt ist das Problem mitnichten. Auch - oder besser gesagt erst recht - nicht in Windows Vista.

Nochmal: Mit Windows Vista kommt eine grafische Oberfläche die angeblich wieder der halben IT-Branche helfen soll und ein Betriebssystem das 4x soviel Strom und Leistung benötigt wie das von Apple.

Und das sage ich übrigens als Windows-Nutzer. Ich bin hier nur neidisch auf Kollegen! Ich selbst benutze Windows2003, weil es nach Windows2000 das einzige stabile und ausgereifte Betriebssystem ist, bei dem nicht 100e von unnötigen Diensten betrieben werden und gegenüber Windows2000 wenigstens mit jener Software funktioniert die leider die neueren Windowsklassen als Verpflichtung haben. Ein Roll-Up von Windows 2000 nach dem SP2 konnte ich ebenfalls nicht mehr mit mir vertreten.

Dieses ganze Nach- und Zugeflicke von halben oder ganzen Löchern ist der reinste Graus bei MS. Der Vergleich mit Apple und Mozilla ist schon genau der richtige. Und wenn man sich mal damit beschäftigt welche Komponenten eigentlich in Darwin/Apple Mac OS überhaupt drin werkeln... dann dürften Linuxer feuchte Augen kriegen.

Als i386 PC und Notebookbesitzer habe ich keine Lust 1500 Euro in Stromrechnungen für ein Betriebssystem je Jahr zu verschwenden. Wegen solch ominöser Leistungssachen haben wir heute auch eine Energieverknappung am Strommarkt und die Leute dort können schalten wie sie wollen.

Insofern werde ich offenen Auges die Linux-Entwicklung verfolgen, oder sehen ob das Apple OS irgendwann auch ohne Emulator betrieben werden kann.

Bei Microsoft sehe ich die Energieeffizienz und Vernunftorientierte Entwicklung erst in 10 Jahren wiederkommen. Aus diesem Grunde: byebye!
 
wie erklärst du dir dann das mein Win XP Pro seit dem Kauf (also dem Kauf des OS ;) ) auf dem PC läuft und dass ohne einen Bluescreen bzw Hänger. Die entscheidende Figur ist der User vor dem PC. Apple hat genausoviele Probleme wie MS mit seinem OS auch wenn sie anderer Art sein mögen ...
 
Windows wird untergehen, wenn Apple auf Intel so geil und stabil laufen wird, wie es jetzt auf dem PowerPC läuft. Mit Intel wird das ganze Massentauglich, dann wars das für Bill Gates

Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Warum sollte Apple plötzlich so viel besser dastehen weil Intel drin
Oder glaubst du das dann das MAC OS auf allen Intel Kisten laufen wird? Das vergiss mal schnell, MAC OS wird nur auf Apples laufen, nicht auf PCs (ohne Emulator)

Eigentlich sollte es so sein, das der Anwender gar nicht mitkriegt welchen Prozessor er hat (sog. BlackBox). Das Betriebssystem ist der entscheidende Faktor, egal ob auf IBM, Intel oder AMD. Wäre es so, könnte ich auch auf meinem Athlon ein MAC OS laufen lassen. Das wäre dann richtig klasse.
Aber so sieht es fast so aus als wenn Apple gar keinen Wettbewerb möchte, sonst würden sie ihr System frei geben für alle Systeme.

Die Aussage jedenfalls ist völliger Unsinn.
 
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anmerkung: im übrigen kauft man man, um es zu schlachten, ein unternehmen für 100 milliarden nach genau den gleichen prizipien, wie eines für 100 millionen. ok, die Due Dilligence kann etwas umfangreicher sein;), muss aber nicht.

(stand gerade erst vor drei tagen ein fall in der zeitung, wo ein deutsches unternehmen - im vertrauen darauf, zu kennen, was man von der konkurrenz erwirbt - darauf verzichtet hat, und prompt eine böse überraschung erlebte: gab doch ein paar notleidenden kreditleichen im keller;))


ich habe übrigens beides noch nicht gemacht (weder diese noch jene 100. aber, weil ich das so wollte, das handwerk früher freiwillig "auf schule" gelernt.)


und ging mir oben im thread eh um was anderes: das man das kann. (unternehmenskauf für 100 milliarden dollar). das man das denken und aussprechen kann/darf. das da nix verwerfliches oder unnormales bei ist/wäre:

warum sollten wir als mitteleuropäer da weniger denken, machen tun, als unsere nordamerikanischen pendants? (wenn in usa gerade die vor allem smarten jungen berufsanfänger (aus dem bereich studium bwl + strategische unternehmensführung) im alter von ca. +/-28 auf die vorbereitenden zahlenwerke angesetzt werden...?)


sage es noch mal: ms stern sinkt? klar setzt das ganz normale gedanken, assoziationen wie von mir vorgetragen in gang. und die zu haben und umsetzten zu wollen ist die globale normalität. nicht den wunsch und die erkentnis nicht zu haben - oder aber "als aber nichts für uns" abzuwehren. denn warum sollte das so? weil wir denker, macher, bussines-poeple mindere eignung, intelligenz, tatkraft oder so wären?


die angelsachsen sind unter anderem deshalb global so erfolgreich, viel erfolgreicher als wir, weil sie vor allem eines wissen, verinnerlicht haben: "managment finally always comes down to people situations".


Und es bedarf daher nur normaler lebenserfahrung im globalen management, durch selber-teilgenommen-haben, um ohne prophetie eines ziemlich sicher vorhersagen zu können -

mit bill gates und microsoft wird es (eines noch unbestimmten tages) genau so enden:

irgend ein jemand wird kommen, der das vertrauen von bill schon hat, oder sich erwirbt, ganz einfach das persönliche vertrauen von bill. wirkliche glaubhaftigkeit von herzen.

und der wird bill sagen: "lass MS los, es ist zeit. und so und so sind die vernünftigen vorschläge und bedingungen, wie das erfolgreich geht, und wie du es machst. auch du lebst nicht ewig, sondern bist begrenzt, wie gerade ein großer lenker und erfolgreicher macher und wirker wie du schon sehr lange und schmerzlich weiss und im bewußtsein mit sich rum trägt, schon seit geraumer zeit "am wirken ist" in dem bewußtsein; wie die aufmerksamen und wohlmeinenden überall auf der welt auch schon längst gemerkt haben."

und bill, der das gleiche innerlich auch schon lange wusste, usw., usf., und halb und halb wollte oder nicht wollte (loslassen) wird all of the sudden erkennen: "ja, der hat recht, der ist gut, der kommt zum richtigen zeitpunkt. der weg, den er vorschlägt, ist gut. so wird es gemacht. und ausserdem hatte ich auch schon lange feste eigene vorstellungen und pläne, wie es über die bühne zu gehen hat. und das kommt mir jetzt genau zu pass: auch für mich muss es ein freies leben geben nach Microsoft, die noch verbliebenen paar jährchen sind zu kostbar, um business-man, unternehmer, auch nicht nur weiter geld verteilender grüßonkel und ersatzweihnachtsmann für all die notleidenden auf der welt zu sein".

und dann wird alles sehr schnell gehen. und konsequent. und folgerichtig.


und mein "persönlicher eindruck" von bill gates ist: der ist besser, erfahrener (auch durch sein geld und sein soziales engagment) als die meisten normalos es ihm zutrauen: der geht im zweifelsfalle sogar früher.

aber we'll see. kann auch genau anders kommen: manche verhärten sich halt.


(nebenbei: auch das lernt sich in dem zusamenhang: immer gleich so groß wie möglich kaufen. warum für 100 millionen kaufen, wenn ich auch 500 millionen stemmen kann? (mit meinem unternehmen, meinen kapitalgebern - oder 50 besser als 10.) chance, risiko, arbeit, jahre des gebunden-seins danach usw. sind u.u. genau dieselben. die cpu von 500mhz bloß auf 1,2 gig oder gleich auf 4 gig upgraden ist ja auch kein prinzipieller unterschied. kaputt machen beim einbau kann man beide male genauso leicht oder schwer was. oder eben eine ungeeignete unternehmensübernahme danach in den sand setzten.)
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Zuletzt bearbeitet:
Ich für meinen Teil hoffe ja dass Microsoft untergehen wird. Aber ich glaube es nicht. Die Konkurenz holt zwar auf, aber die Konkurenz wird es sogar mit besseren Ideen schwerer haben. Microsoft hat eine gigantische Marktmacht, die nicht einfach so zusammenfällt. Jedoch ist die Macht teilweise gut verteilt, so dass ich es gut für möglich halte das Microsoft mehrere Sektoren verliert.
 
JohnVienna schrieb:
Irgendwie erinnert mich die ganze Geschichte mit Microsoft an das antike Rom, dieses Imperium brach auch in sich zusammen.


Ja, und wieviel andere sind danach gekommen?
Ich denke es ist egal, was aus Microsoft wird. Selbst wenn sie "den Bach runtergehen" würden, kommt irgendwann ein neuer Riese, und glaubt ihr, der macht das dann besser? Ich glaube nicht.
Ich bin auch nicht unbedingt ein Freund von Microsoft, aber habe ich eine Wahl?

Zumindest bei vielen Anwendungen, oder selbst bei den meisten Spielen, bin ich doch gezwungen Microsoft Windows zu nehmen.
 
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