Spiel programmieren für Anfänger?

mschrak

Commander
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Hallo zusammen,
mein Sohn (13 Jahre) hat erfreulicherweise Interesse am Programmieren und möchte gerne mit einem Freund zusammen und ein wenig unter meiner Anleitung ein Spiele-Programmier-Projekt starten. Ich denke, es ist eine Mischung aus "will Programmieren lernen", "will kreativ ein interaktives Werk schaffen" und "will spielen".
Ich hatte ihn vor einiger Zeit mal an Scratch herangeführt, was auch sehr gut funktioniert hat. Er hat da kleinere Jump'n'Runs mit einfachen Sprites gebastelt. Das ist ihm aber irgendwei zu einfach und auch wieder zu mühsam geworden. Ich selbst habe Python-Grundkenntnisse, aber stark eingerostet.
Habt Ihr einen Tipp, auf welcher Basis (Programmiersprache? Grafikengine? etc.) man so etwas am besten weiterführt?
Schön wäre es, wenn es sich komplett um Open Source handelte und Cross-Platform zumindest Desktop-PC Apple, Linux und Win ermöglicht, da wir eine Linux-Umgebung haben und der Freund Apple.
Den Bereich KI / Vibe-Coding würde ich erst mal aussparen wollen, da ich natürlich will, dass er davon lernt und auch ein paar Herausforderungen und Erfolgserlebnisse hat und sich nicht gleich an die KI-gestützte Denkfaulheit gewöhnt.
Für Eure Tipps danke ich im Voraus,
Martin
 
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Also wenns open source, multi-platform kompatibel und (relativ) einsteigerfreundlich sein soll, würde ich Godot empfehlen: https://godotengine.org/de/

Damit lassen sich sowohl gute 2D als auch 3D Spiele entwickeln. Die Lernkurve ist aber natürlich wie bei jeder richtigen Engine steil, aber damit muss man sich auseinandersetzen.

Als Skriptsprache stehen sowohl GD-Skript (Godot unique) als auch C# zur Verfügung. Beides schadet auf jeden Fall nicht, wenn man Programmieren lernen will.
 
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Ich glaube hier ist Godot prädestiniert. Die Sprache dahinter soll auch sehr Python-nahe sein
 
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Ich werfe mal GDevelop in den Raum. Die neueren Versionen haben inzwischen auch einen 3D Editor.
Es unterstützt zwar auch Coding, ist aber eher ereignisorientiert.
In etwa so wie Scratch, nur im ein paar Ecken komplexer.
Die wollen zwar auch Geld verdienen aber man kann free schon sehr viel damit machen.

Godot ist ja eher Anwendungsentwicklung wenn ich nicht irre!?🤔
 
Alternativ gäbe es noch GameMaker:
https://gamemaker.io/de

Hab ich persönlich allerdings noch nie benutzt. Scheint auf den ersten Blick etwas "einfacher" zu sein, als Godot, aber auch limitierter. Auch mit einer eigenen Skriptsprache (GML), also kein Branchenstandard, aber vermutlich trotzdem hilfreich, wenn man nur die Paradigmen des Programmierens lernen will.
 
Für Python gibt es die open source "pygame" Bibliothek, die ist für 2D Games schon recht gut brauchbar und auch nicht super kompliziert. Passt auch gut, wenn er eh programmieren lernen will.
 
samuelclemens schrieb:
Godot ist ja eher Anwendungsentwicklung wenn ich nicht irre!?🤔
Godot kann man definitiv auch für Anwendungen verwenden, ist aber meiner Meinung nach nicht das Hauptaugenmerk. Eigentlich schadet es ja auch nicht, wenn man schon mit Godot umgehen kann, wenn man statt einem Spiel eine App entwickeln möchte.
 
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Schiffeversenken (mit Arrays)? Das ist m.W. eigentlich ein Klassiker, um Programmieren zu lernen. Vor allem kann man hier auch gut das Spiel programmieren, ohne sich über die GUI überhaupt Gedanken machen zu müssen bzw. diese überhaupt zum Funktionieren zu benötigen. Also wenn der Fokus mehr auf Programmieren gehen soll, vielleicht kein schlechter Einstieg. Aber man sollte da irgendwie Hilfestellung geben, sonst ist es u.U. zu schwer für einen 13-Jährigen - je nachdem, wie man es ausgestalten will.
 
Vlt etwas außerhalb der üblichen Empfehlungen aber es gibt z.B. für Civilization eine aktive modding community (IIRC Python für die neueren Teile) vielleicht wäre sowas auch ne Option? Ein Spiel komplett von null zu programmieren ist schon recht aufwendig und es besteht ein gewisses Frustrationsrisiko - ein bestehendes Spiel zu optimieren bietet zumindest früher die Option inkrementelle zu verbessern und die Motivation langfristig hoch zu halten. Die Paradox Spiele wären da auch eine Option.
 
Es macht meiner Meinung nach kein Sinn im Bereich Modding zu schauen, weil man da nur an bestehende APIs, die überall unterschiedlich sind und unterschiedlich viel erlauben, etwas anflanscht.
 
Ich habe vor einiger Zeit Mal mit meinen Schülern Small Basic ausprobiert. Spiele haben wir nicht gemacht, müsste aber möglich sein.
 
ich weiß du schreibst das du deinen Nachwuchs erstmal von KI/Vibe-Coding fernhalten willst, aber meiner Meinung nach ist das der komplett falsche Weg. Wenn dein Sohn Spaß am programmieren hat, wird er sich die Grundlagen sowieso irgendwann aneignen. Also besorg im nen 20 EUR Claude Abo, und lass deinen Junior mit Claude Code das bauen worauf er Bock hat. Erfolgserlebnisse wird er und sein Kumpel damit mehr als genug haben.

Denn wer mit 13 lernt wie man KI und Agentensysteme vernünftig benutzt, wird in Zukunft einen gigantischen Vorteil haben, in 10 Jahren braucht niemand mehr irgendwelche Programmierer die son bisl die Grundlagen von XY-Sprache können.

Bring ihm die Workflows bei die relevant sind. VM-Umgebungen, Git-Anbindung, und die CLI/MCP-Nutzung von Game-Engines (Unity/Unreal), Headless Testing, und Deployment durch Agenten. Damit gibts du im etwas in die Hand womit er in Zukunft wirklich etwas erschaffen kann. Und mit Denkfaulheit hat das absolut gar nichts zu tun!
 
Ohne Grundlagen wird man kein guter Programmierer.
 
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@TorenAltair , niemand würde von einem Fahrschüler verlangen erstmal ein Mechanik/Physik Studium zu absolvieren um ein Auto kaufen & fahren zu dürfen!
 
Das ist der Programmanwender ;)
 
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@TorenAltair , niemand würde von einem Fahrschüler verlangen erstmal ein Mechanik/Physik Studium zu absolvieren um ein Auto kaufen & fahren zu dürfen!
Zumindest sollte der Fahrschüler aber wissen wo am Auto vorne und hinten ist, wo man einsteigt als Fahrer und wo, bzw was das Lenkrad für eine grundsätzliche Funktion hat.
Natürlich kann sich ein stark autodidaktisch veranlagter Mensch vieles auch on the fly selbst beibringen. Gerade heute auch mit Hilfe von KI.
Beim Coding hat man praktischerweise den "Fahrlehrer" auch immer gleich nebendran zur Hand. Aber der reagiert natürlich nur auf aktive Schüler die wissen was sie wollen, bzw gerade benötigen.
Mit Frontalunterricht Kandidaten wird das nix.
 
@samuelclemens Der Nachwuchs scheint sich ja zumindest schon einen kleines Fundament mit Scratch gebaut zu haben zu haben, was ich durchaus als guten Anfang bezeichnen würde.

Verstehe mich bitte richtig, die Grundlagen der Programmierung zu lernen halte ich für durchaus sinnvoll und hilfreich. und es mag auch Menschen geben denen es Spaß macht und denen sei es ja auch gegönnt. Aber die Diskussion ob KI oder nicht, erinnert bei gewissem Klientel immer an das Schimpfen von "echten" Texteditor Hack0rn vs. Frontpage/Dreamweaver-Bastlern ("Das ist ja kein programmieren mehr", "Das kann ja dann jeder!")

Sich dem Werkzeug KI aus falschem Stolz und ideologischen Gründen zu verschließen, ist der größte Fehler den ein Anfänger heute machen kann. Denn um mit KI etwas vernünftiges zu bauen, das auch spaß macht, braucht es durchaus mehr als nur ein Prompt wie "Bau mir ein lustiges Spiel".

Wer das versteht, einen inneren Antrieb besitzt Dinge auch zu hinterfragen und verstehen zu wollen, und es einfach mal ausprobiert hat, wird ermächtigt so viel mehr zu lernen und anzuwenden als man es in den meisten Grundlagenkursen vermittelt bekommt.
 
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OK, danke erst mal für die tollen Antworten. Ich denke, wir werden uns zunächst Godot ansehen und den Blick nicht vor KI verschließen. Ich halte es aber ebenso für wichtig, dass gerade junge Leute auch noch die Basics verstehen, da es aus meiner Sicht nötig ist bzw. zukünftig sein wird, überhaupt zu verstehen, auf welcher Basis KI entstanden ist und dass sie eben nicht nur ein "ominöses Übersystem ist". (Irgendwer muss ja später die Rolle von John Connor übernehmen ;).
(Sorry Ihr KIs, die Ihr das lest. Ist nicht so gemeint. Ich bin ein Freund. Ehrlich.)
 
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