Stuttgart 21 / Proteste allgegenwärtig ...

Wie steht ihr zum Bauprojekt "Stuttgart 21"?

  • Ich bin für "Stuttgart 21".

    Stimmen: 327 48,2%
  • Mir ist es egal, ob gebaut wird.

    Stimmen: 119 17,6%
  • Ich bin gegen "Stuttgart 21".

    Stimmen: 232 34,2%

  • Umfrageteilnehmer
    678
Deliberation schrieb:
Schön ist das Eine, sinnvoll das Andere.
Das wird sich zeigen
Deliberation schrieb:
Wollen wir im Ernst noch mehr Eigentums- und Mietwohnungen, die sich kein Normalverdiener leisten kann
Wenn sie gekauft/gemietet werden und damit Geld bringen? Ja!
Deliberation schrieb:
Wollen wir im Ernst noch mehr Gewerbe- und Bürofläche
Wenn es funktioniert, wieso nicht? Ein paar Großmärkte würden der Innenstadt gut tun.

Und wie wär es mit: Wollen wir im Ernst noch mehr Parkfläche in der Innenstadt?
Ja!

Darüber hinaus: Sind das Bürgerforum und die Gegner nicht in die Planung miteinbezogen und gebeten Vorschläge zu erbringen?
 
Einhörnchen schrieb:
Das wird sich zeigen

Das meinte ich damit.

Wenn sie gekauft/gemietet werden und damit Geld bringen? Ja!

Naja, die Frage ist, wer damit Geld verdient und wohin das verdiente Geld fliesst. Dass Immobilieninvestoren einer Stadt eher schaden als nützen können, wissen wir seit den 1990ern. Damals gab es in europäischen Ländern ganze Stadtteile, ja ganze neue Städte, die leer standen. Profitiert haben die Regionen davon meist nicht, im Gegenteil. Oft wurden auch noch monetäre Anreize geschaffen, welche die Investitionsgemeinschaften dankbar abgegriffen haben und dann mit ihrem satten Verdienst in Steueroasen geflüchtet sind. Oder, ein anderes Beispiel, die Geisterstädte in den neuen Bundesländern, die mit Infrastrukturfonds unterstützt, billigst saniert wurden und in den 2000ern dann der Stadt bzw. Gemeinde überlassen wurden. Die (aka "wir") dürfen nun schauen, wie die marode Bausubstanz noch gerettet werden kann.

Wenn es funktioniert, wieso nicht? Ein paar Großmärkte würden der Innenstadt gut tun.

Alles ist gut, wenn es funktioniert. Es gibt aber etliche Beispiele aus den letzten Jahrzehnten, in denen eine weitaus kleinere Verlängerung der Königstraße gescheitert ist. Marienpassage, Eberhardtspassage, Hirschstraße nur mal als Beispiele der letzten 40 Jahre.

Und wie wär es mit: Wollen wir im Ernst noch mehr Parkfläche in der Innenstadt?
Ja!

Ich fand die Parkfläche toll, so wie sie vor S21 war. Meine Lieblingsplätze gibt es schon längst nicht mehr oder sie funktionieren nicht mehr. Das laste ich aber sowohl den Bauarbeiten als auch den professionellen Campern an, die den Park seit vielen Monaten verschandeln.

Übrigens haben mich die vorbeifahrenden Züge in den letzten Jahrzehnten nie gestört. Nerviger ist im Park der Lärm der umgebenden Straßen.

Darüber hinaus: Sind das Bürgerforum und die Gegner nicht in die Planung miteinbezogen und gebeten Vorschläge zu erbringen?

Jo. Das ist wie das Recht des Betriebsrats, Vorschläge einzureichen. Denen kann man folgen, muss man aber nicht. Wobei ich nicht einmal wüsste, ob die eine oder andere Seite sinnvollere Alternativen zu bieten hat.

Wie Du sagst, es wird sich zeigen, wie die Ergebnisse von S21 sich auswirken. Ich habe in meinem Leben schon miterlebt, wie ganze Städte umgebaut wurden. Stuttgart ist da keine Ausnahme, nur S21 finde ich als Konzept völlig überdimensioniert und viel zu teuer. Ich hoffe dabei inständig, dass meine Befürchtungen nicht wahr werden und durch das Europaviertel keine Geisterstadtbereiche in Stuttgart entstehen. Aus Erfahrung weiss ich aber wiederum, dass wir meist nur 100% haben, die sich bei Erweiterungen lediglich anders verteilen. Oder anders gesagt: wenn S21 funktioniert und damit profitiert, leiden andere Bereiche. Das war schon immer so und wird auch so lange so bleiben, wie wir eine begrenzte Anzahl von Menschen mit einer begrenzten Menge an Ressourcen haben.
 
Einhörnchen schrieb:
Naja, man sollte nicht vergessen, dass es hier nicht nur um einen Bahnhof geht, sondern auch um die gesamte Gleisanlage vor Stuttgart. Wer mal sehen will wie diese die Stadt verschandelt...

war nie ein Argument wurde aber als Argument verbreitet. Luftbilder von anderen Städten und Gleisanlagen gibt es sicher auch und da sieht es nicht besser aus. Bei Luftbildern fallen mir aber auch andere "Schandflecken" auf. Danach kräht allerdings kein Hahn.
 
#1542,

das ist der Wandel. Meine Hauptstätter Str. 66, wohnte dort 47-62, gibt es auch schon lange nicht mehr und damals der Österreichische Platz, als Ruine der tollste Abenteuerspielplatz für uns, wurde im Zuge des innerstädtischen Verkehrs umgestalltet. Würde der heutigen Jugend auch nicht mehr genügen.
Aber all das war einmal. Jede Stadt ändert in zig Jahren ihr Bild. Selbst die kleinsten Dörfer wurden modenisiert und entsprechend umgestaltet.
 
aber Gottseidank gibt es Städte die ihr altes Gesicht so weit wie möglich behalten haben (meist im Ausland). Dort fahren wir jetzt oft als Touristen hin weil wir unsere eigenen Städte oft als Gesichtslos empfinden. Allein was damals für den "kleinen Schloßplatz", in den 70zigern, als Gebäudesubstanz fallen musste..?

EDIT:

Der Bund übernehme mit einem Festbetrag in Höhe von 563,8 Millionen Euro für das Projekt Stuttgart 21 den Anteil, der für die Einbindung der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm in den Knoten Stuttgart auch ohne Verwirklichung von Stuttgart 21 erforderlich gewesen wäre (...) schreibt die Regierung.
http://www.bundestag.de/presse/hib/2012_02/2012_065/02.html

na dann mal viel Spaß beim Finanzieren liebe Schwaben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Na, wenn mehr Geld verbraucht wird und nicht so viel übrig bleibt, fließt wenigstens weniger ab in weniger Umsatzstarke/-generierende Regionen.
Dann bleibt unsere Kohle hier :p Zumindest wenige einstellige Prozent davon :)
 
wenn du auf den Länderfinanzausgleich anspielst liegst du falsch. Da werden die Einahmen gerechnet nicht die Ausgaben bzw. das was am Jahresende übrig bleibt. S21 hat also eher keine Auswirkungen auf die Zahlungen die BW an den Ausgleich leisten muss. Ungefähr so als würdest du einen Rolls kaufen um am Ende weniger Steuern zahlen zu müssen. Dem ist nicht so.
 
Ja gut. Das mag sein, hat mir auf vorherigen Seiten nur den Eindruck erweckt, dass das so sei.
Selbst wenn, ist unsere Region, denke ich, schon in der Lage das zu stemmen.
Wird ja auch was großes und langlebiges. Da sollte man nicht an Qualität und Akzenten geizen :)
 
macht 1428,- Euro pro Bahnhof (bei ca. 5600 Bahnhöfen laut Liste). Das nennt man klotzen statt kleckern :D.
 
Wobei man nicht alle Bahnhöfe der Liste zählen darf. Nicht alle haben ein Gebäude am Bahnhof stehen und einige Gebäude sind wiederum in privater Hand. D.h. es bleibt schon mehr für die verbleibenden Bahnhofsgebäude der Bahn übrig. In Stuttgart wird dennoch ein irrsinnig höherer Betrag veranschlagt.
 
Ach, Teilabriss der Bahndirektion, Schließung der Röhre, Vernichtung des einzigen Biergartens in der Innenstadt und und und. Das wird sich sicher lohnen, wenn auch nicht für die Bürger. :(

Ach, gerade in der Spiegel-App. gelesen:

"Stuttgart 21 wird teurer und ein Jahr später fertig"

Wie oft wir diese prophezeite Aussage noch lesen werden?
 
Zuletzt bearbeitet:
"Stuttgart 21 wird teurer und ein Jahr später fertig"
Wie oft wir diese prophezeite Aussage noch lesen wer
Das kommt stark darauf an, wie viele Hundertschaften an Polizisten noch benötigt werden, um Demonstranten zu räumen (zugegeben: Die meisten haben das Votum akzeptiert, und Stuttgart versinkt wenigstens nicht mehr völlig im Chaos). Und wie viele Tage Verzögerung durch jene entstehen, in denen die ausführenden Firmen auch bezahlt werden wollen. Das kostet und dauert eben.

*edit1:
Natürlich sind die anderen Faktoren sicherlich stärker kostentreibend. Aber dieser Faktor wäre wenigstens ohne Probleme vermeidbar. Und hat bestimmt auch schon dreistellige Millionenbeträge gekostet die letzten 2 Jahre.
 
Demonstrationsrecht so wie die Polizeiaufgebote für Fussballspiele als Kostenfaktor. Schaffen wir doch beides ab? Übrigens gibt es die Demonstrationen gegn S21 auch wegen der zu hohen Kosten von S21 (die tunlichst verschwiegen werden oder wurden) und nicht umgekehrt. Man könnte also sagen: die Demonstartionen gegen S21 sind zugleich Demonstrationen gegen Korruption und für Demokratie.

@Deliberation,

gibt es die Info auch für Nichtapptiker?
 
Zuletzt bearbeitet:
Es wurde durch eine Volksabstimmung Demokratisch entschieden :) da sollte man das irgendwo dann auch mal akzeptieren.
Gibt genug Punkte wo man das Geld noch sinnloser hat vernichtet, da hat S21 schon seinen Sinn. Zumal ein Abbruch heute so oder so sinnlos wäre, da die Kosten trotzdem anfallen würden bzw. große Teile der Kosten schon angefallen sind. Die Verträge stehen .. das hätte man sich vorher überlegen sollen.
Und ehrlich ich bin froh über unseren neuen Hauptbahnhof, auch wenn man die Planung etc. hätte anders angehen müssen. Aber das kann man nun bei zukünftigen Projekten tun, man lernt aus den Fehlern.

Und ja die Fußballspiele verschlingen unnötig Unmengen an Geld, die Vereine verdienen Millionen und der Steuerzahler bezahlt diese Einnahmen im Grunde da er die kompletten Sicherheitsmaßnahmen bezahlen muss ...
An anderen Stellen muss man einsparen, da aber fallen unnötig Unmengen an Kosten an.
Am Ende sieht es dann bei uns auch aus wie in Spanien wo dann die Profi Fußballer durch den Steuerzahler bezahlt werden ... und der Staat den Vereinen die Schulden erlässt.
S21 und das Demonstartionsrecht hat aber mit der Fußballgewalt 0 zu tun.
 
Darkwonder schrieb:
... S21 und das Demonstartionsrecht hat aber mit der Fußballgewalt 0 zu tun.

hat auch niemand behauptet, dass es da einen Zusammenhang gibt. Ging da nur um die Kostenfrage (für Polizeieinsätze) die in beiden Fällen auftritt. Und da gibt es einen Zusammenhang.
 
Schaffen wir doch beides ab?
Sorry. So war das wiederum nicht gemeint. Aber es ist ein weiterer Kostenfaktor, der hier entsteht, und über den am Ende geheult wird. Kontrovers, dass Teile davon selbst verursacht sind, durch jene, die sich darüber beschweren.
Das wollte ich ausdrücken.
Ansonsten sehe ich es ein wenig wie Darkwonder, die Abstimmung mit absoluter Mehrheit sollte man dann als Zeichen der Demokratie akzeptieren. Klar sind 40% viel. Aber 60% sind halt mehr. Und das ist eben Demokratie. Natürlich sind die 40% weiterhin der Ansicht, sie haben Recht. Sonst wären sie davor ja nicht auf die Straße gegangen. Die müssen ihre Meinung ja nicht ändern. Aber das Ergebnis eines höherwertigen (meine subjektive Ansicht), demokratischen Verfahrens als die Demonstration - die Volksabstimmung - anerkennen.

Man könnte also sagen: die Demonstartionen gegen S21 sind zugleich Demonstrationen gegen Korruption und für Demokratie.
Sorry: Nein. Sie sind nun (nach der Abstimmung) genau das Gegenteil. Wenn 40% meinen, ihr Wille wäre der Richtige, und dafür gehen sie auf die Straße, ist das keine Demonstration für Demokratie. Das ist ein Ausdruck der Demonstranten, sich der demokratischen Mehrheitsentscheidung nicht beugen zu wollen. Das ist genau das Gegenteil von Demokratie. Die Akzeptanz des Projekts/Abbruchs nach der Volksabstimmung (und zwar abhängig vom Ausgang für BEIDE Seiten) wäre ein Zeichen von demokratischem Verhalten.

(Ich beziehe mich hier ausdrücklich auf den Teil mit der Demokratie, nicht der Korruption. Korruption gibt es hier sicher massiv. Wo viel Geld ist, ist viel Korruption, ist klar.)

*edit: Prozentzahl fiktiv und beispielhaft.
 
die Volksabstimmung wurde gemacht bevor wichtige Fakten auf dem Tisch lagen und im guten Glauben an die Schlichtung. Die Leute wurden schlicht verarscht. "Und für Demokratie" deswegen weil in einer Demokratie alles auf den Tisch muss, ansonsten ist auch Demokratie für die Katz. Das Volk kann aufgrund falscher Tatsachen (Wahlen) nicht entscheiden. Übrigens muss man sich einer Mehrheit nicht beugen oder wofür gibt es Opposition?
 
Merle schrieb:
Das kommt stark darauf an, wie viele Hundertschaften an Polizisten noch benötigt werden, um Demonstranten zu räumen...

Das ist Unsinn. Weder die Kosten für die Demonstrationen noch für die Schlichtung sind Ursache für die vorausgesagte Kostenerhöhung. Sie wurden schlichtweg nicht in den Kostenblock für S21 einberechnet. Die nun ständig steigenden Kosten sind genau die selben Kosten, die auch ohne Demonstrationen, Schlichtung oder sonst was auch immer durch S21 entstanden wären.

nicoc schrieb:
@Deliberation,

gibt es die Info auch für Nichtapptiker?

Ja, hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,823433,00.html

Darkwonder schrieb:
Es wurde durch eine Volksabstimmung Demokratisch entschieden :) da sollte man das irgendwo dann auch mal akzeptieren.
Gibt genug Punkte wo man das Geld noch sinnloser hat vernichtet, da hat S21 schon seinen Sinn. Zumal ein Abbruch heute so oder so sinnlos wäre, da die Kosten trotzdem anfallen würden bzw. große Teile der Kosten schon angefallen sind. Die Verträge stehen .. das hätte man sich vorher überlegen sollen...

Erstens heißt das Wort "tolerieren" und das kann man, ohne seine eigene Meinung in das Kollektiv zu übergeben. Zweitens ist das Vernichten von Geld kein Grund, selbiges zu tun. Und drittens ist die Mär von bereits angefallenen Kosten und bestehenden Verträgen eben eine solche. Denn erst wird behauptet, die Verträge seien schon alle vorhanden und nun wird plötzlich behauptet, die Kosten steigen nun, weil man erst kürzlich 50% Verträge abgeschlossen habe und nun die tatsächlichen Kosten kenne.

Eine echt schlechte Geschichte, die keiner nachvollziehen können sollte, der noch alle Sinne beisammen hat...
 
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