Einhörnchen schrieb:
Das meinte ich damit.
Wenn sie gekauft/gemietet werden und damit Geld bringen? Ja!
Naja, die Frage ist, wer damit Geld verdient und wohin das verdiente Geld fliesst. Dass Immobilieninvestoren einer Stadt eher schaden als nützen können, wissen wir seit den 1990ern. Damals gab es in europäischen Ländern ganze Stadtteile, ja ganze neue Städte, die leer standen. Profitiert haben die Regionen davon meist nicht, im Gegenteil. Oft wurden auch noch monetäre Anreize geschaffen, welche die Investitionsgemeinschaften dankbar abgegriffen haben und dann mit ihrem satten Verdienst in Steueroasen geflüchtet sind. Oder, ein anderes Beispiel, die Geisterstädte in den neuen Bundesländern, die mit Infrastrukturfonds unterstützt, billigst saniert wurden und in den 2000ern dann der Stadt bzw. Gemeinde überlassen wurden. Die (aka "wir") dürfen nun schauen, wie die marode Bausubstanz noch gerettet werden kann.
Wenn es funktioniert, wieso nicht? Ein paar Großmärkte würden der Innenstadt gut tun.
Alles ist gut, wenn es funktioniert. Es gibt aber etliche Beispiele aus den letzten Jahrzehnten, in denen eine weitaus kleinere Verlängerung der Königstraße gescheitert ist. Marienpassage, Eberhardtspassage, Hirschstraße nur mal als Beispiele der letzten 40 Jahre.
Und wie wär es mit: Wollen wir im Ernst noch mehr Parkfläche in der Innenstadt?
Ja!
Ich fand die Parkfläche toll, so wie sie vor S21 war. Meine Lieblingsplätze gibt es schon längst nicht mehr oder sie funktionieren nicht mehr. Das laste ich aber sowohl den Bauarbeiten als auch den professionellen Campern an, die den Park seit vielen Monaten verschandeln.
Übrigens haben mich die vorbeifahrenden Züge in den letzten Jahrzehnten nie gestört. Nerviger ist im Park der Lärm der umgebenden Straßen.
Darüber hinaus: Sind das Bürgerforum und die Gegner nicht in die Planung miteinbezogen und gebeten Vorschläge zu erbringen?
Jo. Das ist wie das Recht des Betriebsrats, Vorschläge einzureichen. Denen kann man folgen, muss man aber nicht. Wobei ich nicht einmal wüsste, ob die eine oder andere Seite sinnvollere Alternativen zu bieten hat.
Wie Du sagst, es wird sich zeigen, wie die Ergebnisse von S21 sich auswirken. Ich habe in meinem Leben schon miterlebt, wie ganze Städte umgebaut wurden. Stuttgart ist da keine Ausnahme, nur S21 finde ich als Konzept völlig überdimensioniert und viel zu teuer. Ich hoffe dabei inständig, dass meine Befürchtungen nicht wahr werden und durch das Europaviertel keine Geisterstadtbereiche in Stuttgart entstehen. Aus Erfahrung weiss ich aber wiederum, dass wir meist nur 100% haben, die sich bei Erweiterungen lediglich anders verteilen. Oder anders gesagt: wenn S21 funktioniert und damit profitiert, leiden andere Bereiche. Das war schon immer so und wird auch so lange so bleiben, wie wir eine begrenzte Anzahl von Menschen mit einer begrenzten Menge an Ressourcen haben.