Suche selbstbau 3D Drucker

Ranayna

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Hallo zusammen,

mein ANET A8 hatte einen kleinen "Unfall" :(
Leider ist der Acrylrahmen zu einem grossen Teil kaputt, der Zustand der restlichen Teile ist auch fragwuerdig.

Also soll jetzt was neues her, und weil ich eh nie so ganz zufrieden war mit dem ANET, soll es auch etwas besseres sein.

Was ich persoehnlich genial am ANET Bausatz fand, ist das es halt ein Bausatz war. Und das moechte ich gerne bei einem Neukauf ebenfalls haben.
Der ANET erforderte allerdings reichlich Kompromisse: Viele Teile mussten neben dem eigendlich Bausatz direkt mitgekauft werden, weil die originalen Teile mangelhaft oder unterdimensioniert waren.
Alles in Allem war der Drucker danach aber durchaus brauchbar, der Auf- und Zusammenbau hat mir zudem sehr viel Spass gemacht.

Das moechte ich jetzt wieder. Durch den Aufbau von Null lernt man am besten wie der Drucker funktioniert :D
Aber ich moechte ungern Kompromisse in der Teilequalitaet machen, bzw ungern gleich die Haelfte eines Kits wegwerfen muessen.

Eine Suche nach fertig zusammengestellten Bausaetzen hat nicht allzuviel ergeben, bzw. finden sich so fast nur Drucker wo nur noch der Rahmen zusammengesteckt werden muss, oder vermutlicher Ramsch in einer aehnlichen Qualitaet wie der Anet A8.

Gibt es da aktuell etwas was empfehlenswert ist?
Es gibt natuerlich immer die Moeglichkeit von Grund auf, basierend auf einem konkreten Controllerboard, komplett selbstzubauen. Sich also alle benoetigten Einzelteile zusammenzukaufen. Das ist nicht mein bevorzugter Weg, sowas ist dann ja schon sehr zeitaufwendig alleine bei der Beschaffung der ganzen Einzelteile. Das hat beim ANET schon ewig gedauert, weil dauernd was nicht auf Lager war...
Aber wenn es keine fertigen Kits gibt, gibt es brauchbare Seiten mit Teilelisten und Anleitungen?

Konkretere Anforderungen:

  • mindestens ebenbuertige Druckqualitaet wie der gemoddete Anet A8
  • Daraus folgt fuer mich direkt: Der Rahmen sollte aus Metall sein, das Acryl des Anet A8 war ja schon sehr wackelig
  • Bauraum >= 22x22x22cm
  • Leiser als der A8
  • Gerne geschlossener Bauraum (in der Hoffnung das der Drucker dann leiser ist)
  • Filamente: mindestens PLA und PETG
  • Umbau/Modbar fuer Dual-Extruder
  • Kompatibel mit Octoprint oder vergleichbar
  • Speziell auf das Kit bezogen: Je mehr mehr Einzelteile umso besser :D

Auch elektrische und elektronische Arbeiten kann ich durchfuehren. Ich wuerd sogar einen Controller zum selber loeten nehmen ;) Fuer Metallverarbeitung die ueber das kuerzen von Aluprofilen hinausgeht fehlt mir allerdings das Equipment und know-how.

Der Preis des ganzen ist dann auch erst mal nebensaechlich. Mir ist klar dass ein montagebereites Kit, in dem alles drin ist und was eine brauchbare Anleitung hat nicht unbedingt billig sein muss.
Was ich noch habe ist eine stabile Siebdruckplatte auf der der Drucker montiert werden kann damit er besser transportabel ist. Die ist massiv und hat den Sturz ueberstanden :p Wenn der Drucker also nicht groesser als 46x46 Zentimeter ist wuerde ich die wiederverwenden wollen.
 
Meines Wissens nach wird der A8 explizit in der Community verhöhnt und als Feuergefahr angesehen. Gibt entsprechende Bilder.
Meine Quelle ist ein englischer 3D-Druck-Discord, dem ich mal beigetreten war. Ich kann dir nur empfehlen den zu finden und dein Anliegen dort zu schildern.
 
Ich kenn den Ruf des A8. Das ist ja auch teil meiner erwaehnten Kritik: Am A8 Kit musste viel gemacht werden, auch um den Drucker sicher zu machen.
Netzteil und Verkabelung hatte ich damals bei meinem so auch von Anfang an ausgetauscht, bzw angepasst. Und dennoch habe ich ihn nie unbeaufsichtig drucken lassen.

Unter anderem deswegen will ich auch keinen neuen A8, auch wenn der A8 Pro wohl deutlich stabiler sein soll.
 
@Ranayna Mhhh also wenn deine Bedinung selbstbau ist dann hast du halt nicht die Auswahl. Das hier habe ich jetzt auf anhieb gefunden
https://www.3dnatives.com/de/bausatz-3d-drucker-140420161-2/#!
In die von dir geforderten Bedingungen passt am dene z.b. der Prusa i3 MK3s. Der ist halt mit 769€ für den Bausatz kein Schnapper aber ich denke da bekommst du schon gute Qualität geboten. (wobei ich nicht weiß ob du den auf Dual umbauen kannst)

Edit: Nochmal nen Nachtrag zum i3 MK3S+: Der druckraum erreicht nicht ganz das von dir geforderte, er hat nur 25x21x21 also fehlt jeweils 1cm bei breite und tiefe
 
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Wenn du viele Teile magst, dann kann ich nur zum Prusa I3 MK3S+ in der Kit-Form raten, da musst du wirklich jede einzelne Schraube montieren. Aber das beste ist, es ist eine perfekte Anleitung dabei, dadurch macht es wirklich Spaß und am Ende hat man einen der besten 3D-Drucker am Markt :)
Wenn der zu groß ist, gibt's auch noch den Prusa Mini.
 
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Mir würde auch spontan der Prusa i3 als Kit einfallen.

Bei vielen anderen Druckern sind es ja nur noch wenige Module, die man zusammenschrauben und ein paar Kabel stecken muss...
 
Würde auch den genannten Drucker empfehlen - das Aufbauen hat mir Spaß gemacht, die Gummibärchen waren aber schon nach dem 2. oder 3. Bauabschnitt weg :D die Nummer kleiner (Prusa Mini) wäre ggf. auch einen Blick wert (gibt ja beides als Kit). Grundsätzlich kann ich von dem Prusa sagen: aufbauen, kalibrieren, fertig - läuft einwandfrei, keinerlei Tuning von Nöten (bspw. modifizierter Extruder, andere Motoren, etc...)

Die einzigen Zubehörteile, die ich empfehlen würde, wäre das satin powder-coated Druckbrett - hält ewig und prints haften besser / lassen sich aber auch besser lösen und halt ne E3D Nozzle X, damit man alle abrasiven Filamente drucken kann (gilt für den MK3S+, der Mini kann nicht in vollem Umfang mit allen Filamenten umgehen).
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ui, der Prusa sieht sehr gut aus. Danke fuer den Tipp :)
Der Preis ist natuerlich eine Ansage, insbesondere verglichen mit dem ANET. Aber ich habe schon damit gerechnet das ich nicht unter 500 Euro landen wuerde.
Ein Multimaterial Upgradekit gibt es auch...

Heute abend werd ich mich mal durch die Anleitung lesen, aber auf den ersten Blick sieht das wirklich vielversprechend aus.
 
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Bei Prusa muss man sich bewusst sein, dass man da nicht nur die Teile bezahlt. Dafür ist er eigentlich völlig überteuert. Aber man bekommt dort zumindest ein solides "Arbeitspferd". Im Gegensatz zu einem beliebten Drucker aus China, bei dem anscheinend alle Druckbetten ab Werk verzogen sind. Und die trotzdem verkauft werden wie geschnittenes Brot. Anyway...
Mich stört am Prusa vor allem, dass sie den MK3 noch immer mit einem 8 bit Board und Textdisplay ausliefern, um 10 € zu sparen. Das ist für den Preis eigentlich eine Frechheit. Aber die Zielgruppe stört das wohl nicht.

Ein kompletter Selbstbau ist natürlich mehr was für die "Enthusiasten". Aber dafür hat man die Qualität dann auch selbst in der Hand. Was dann aber auch durchaus viel Geld kosten kann, wenn man eine hochwertige Mechanik haben will.
 
@Mr. Robot:
Ich muss gestehen, Gedanken zu dem Preis habe ich mir tatsaechlich gemacht. Wenn man dann in der Anleitung sieht das alle Plastikteile "nur" gedruckt sind, und die auf den Bildern auch nicht besser aussehen als das was mein A8 schon konnte, habe ich mir schon die Frage gestellt wo die ueber 700 Euro bleiben.

Aber alleine die Aufbauanleitung ist so detailliert, man darf nicht unterschaetzen wieviel Arbeit da drin steckt.
Beim kompletten Selberbau komm ich garantiert schnell in aehnliche Bereiche und hab auch noch den ganzen Aufwand der Bestellungen, warten bis alles auf Lager ist, dann ist was nicht lieferbar, und und und...

Wieviel Bit das Controllerboard hat ist mir aber schlussendlich vollkommen egal. Gibts schon "bitwars" wie frueher bei den Konsolen, bei Druckcontrollern? :p
Mit dem Textdisplay kann ich jedenfalls leben sofern die Steuerung durchdacht ist. Mit dem ANET bin ich super klargekommen.
Ich habe mittelfristig eh vor den mit Octoprint oder aehnlichem fernzusteuern. Das wollte ich schon beim A8 machen, hab mich aber letztendlich nicht getraut ihn lange alleine zu lassen.

Ich muss noch ein bisschen Recherchieren und "in mich gehen" bevor ich bestelle. Mit dem Multimaterialupgrade sind ja schon direkt mal uber 1.000 Euro.
 
Prusa verbaut etwa original E3D Teile beim Hotend und Extruder. Die kosten einzeln schon richtig Geld (ob berechtigt oder nicht). Und das Druckbett ist wohl auch hochwertiger als viele vergleichbare Lösungen.
Andererseits will ich in der Preisklasse aber eigentlich auch keine Lager sehen, die mit Kabelbindern befestigt sind. Prusa ist da schon etwas zweischneidig.

8 bit Controller erfüllen im Prinzip schon Ihren Zweck. Aber etwa bei hoch aufgelösten Kreisen mit vielen Facetten können sie schon an ihre Grenzen kommen, und der Drucker ruckelt dann. Das sieht man dann auch im Druckbild.
Was (mich) wirklich limitiert ist der begrenzte Flash Speicher der 8 bit µCs. Beim Anet Board hatte ich auch Marlin selbst compiliert. Für jedes zusätzliche Feature das man da haben will, muss man was anderes abschalten, sonst passt es nicht mehr rein. Autoleveling und Linear Advance? Klar, wenn man dafür den SD-Karten support abschaltet...
Ein 32 bit Board (etwa ein SKR) kostet praktisch das gleiche. Nur kann ich da alle Features einschalten die ich will. Sogar Asteroids, Brickout und Snake mit spielen, ohne dass der Flash knapp wird. (Die Spiele gibt es in Marlin wirklich, auch wenn es natürlich albern ist...)
Aber wenn man einfach nur drucken will, ohne was dran zu ändern, ist das natürlich weniger wichtig. Ist halt unnötig veraltete Technik.

Der Prusa Mini hat übrigens auch 32 bit. Beim "Standarddrucker" MK3 warten sie damit wohl noch bis zur nächsten Generation.
 
So, ich hol das mal hoch.

Ich habe mich tatsaechlich dazu entschieden den Prusa als Kit zu kaufen.
Letzte Woche ist das angekommen, und inzwischen habe ich ihn auch zusammen, und ich kann nur sagen: Was fuer ein Unterschied.
Ich habe bis jetzt nur ein paar Tests gemacht und nur ein paar der auf der SD Karte mitgelieferten Dateien gedruckt, aber schon so ist ganz klar was fuer ein himmelweiter Unterschied da besteht.
Nicht nur in der Usability, sondern was mir auch enorm gefaellt: Im Vergleich zum Anet ist der Prusa so viel leiser :D

Und waehrend ich beim Anet im Endeffekt nach jedem Filamentladen die Achsen kontrollieren und das Bett neu einstellen musste, laeufts beim Prusa einfach.
Man merkt auf jedenfall bei der Bedienung, dass das Geraet durch viele Iterationen gegangen ist.

Was den Aufbau betrifft: Der ging ohne grosse Probleme ueber die Buehne. Fast schon langweilig :D. Das Ausrichten des Rahmens am Anfang war das groesste Hinterniss, und mein Kabelmanagement in der Elektronikbox sieht nicht so schoen aus wie auf den Bildern, aber die Maschine lief nach dem Aufbau sofort, die Kallibrierung war ohne Probleme.

Ich habe auch eine Rolle PETG mitbestellt, und werde wohl, einfach um sie da zu haben und Erfahrungen mit dem Drucker zu sammeln, gleich mal ein paar Ersatzteile auf Lager drucken.

Eine verwandte Frage stellt sich mir allerdings noch:
Immer wieder liest man, dass man Filament zwingend trocken, am besten vakuumversiegelt, lagern muss. Aber wenn man sich den Prusa Filamentguide anschaut trifft das auf PLA und PETG eigendlich nicht zu.
Und aus eigener Erfahrung kann ich jetzt sagen, das monatelanges offenes rumliegen meiner Spule schwarzem PLA offensichtlich nicht geschadet hat. Es druckte sofort perfekt.

Wie kritisch ist das also wirklich? Ich hatte jetzt schon mit dem Gedanken gespielt mir eine spezielle Lagerbox zu kaufen, aber so schlimm scheint es ja bei PLA garnicht zu sein.
 
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Beim lagern gehen die Meinungen auseinander. Ich lagere mein PETG in offenen Tüten. So stauben sie wenigstens nicht ein. "Dryboxen" für ein Dutzend angebrochene Rollen sind mir schlicht zu teuer und aufwendig. Ich hab deswegen zumindest noch keine Probleme bemerkt.
Ein Freund von mir trocknet sein PETG Filament gerne mal im Ofen, und berichtet, dass es einen großen Unterschied ausmacht.
 
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@Mr. Robot
Ja, das Filament im Backofen zu trocknen macht schon Sinn. Das wirkt sich ungemein auf die Druckqualität aus.
 
Vielleicht noch als Warnung: viele Backöfen sind nicht dafür ausgelegt, eine verhältnismäßig niedrige Temperatur stabil zu halten. Es haben sich schon einige ihre Spulen damit ruiniert... :D
Dörrautomaten sollen wohl auch ganz gut zum trocknen sein...
 
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Übrigens kann man auch Mähfaden für Freischneider oft auch sehr gut als Filament verwenden :-)
 
@areiland Das dort verwende Nylon ist aber dafür absolut ungeeignet und gibt beim Erhitzen richtig miese, giftige Dämpfe ab...da würde ich lieber für ein paar Euro richtiges Filament kaufen als meine Gesundheit zu ruinieren ;)
 
Ich habe tatsaechlich mittlerweile festgestellt dass das ueberlagerte PLA stellenweise zu stringing neigt. Beim CalCube ist mir das nicht aufgefallen, aber ein Druck hatte jetzt an einer Stelle sehr auffaelliges Stringing.
Ist aber sehr fein, und nix wo eine Heatgun nicht mit fertig wird :D

Das mitgelieferte Galaxy Silver PLA zeigt den Effekt so nicht.
 
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Nero_XY schrieb:
@areiland Das dort verwende Nylon ist aber dafür absolut ungeeignet und gibt beim Erhitzen richtig miese, giftige Dämpfe ab...da würde ich lieber für ein paar Euro richtiges Filament kaufen als meine Gesundheit zu ruinieren ;)
Einen 3D-Drucker betreibt man auch nicht ohne Einhausung und möglichst nicht in Wohnräumen.
 
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