Pflicht-2FA, Tags und mehr: Raspberry Pi Connect legt kräftig nach

Philipp Ernicke
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Pflicht-2FA, Tags und mehr: Raspberry Pi Connect legt kräftig nach
Bild: Raspberry Pi Foundation

Die Raspberry Pi Foundation hat ihrer Remote-Zugriffslösung Raspberry Pi Connect ein umfangreiches Update spendiert. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem ein neues Sicherheitsfeature: Administratoren können künftig eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für sämtliche Mitglieder ihrer Organisation verpflichtend aktivieren.

Professionelle Anwender im Blick

Raspberry Pi Connect ermöglicht den Fernzugriff auf Raspberry-Pi-Systeme direkt über den Browser, ohne komplizierte Portfreigaben oder VPN-Konfigurationen. Besonders in Bildungseinrichtungen, Maker-Projekten oder professionellen IoT-Umgebungen erfreut sich der Dienst wachsender Beliebtheit. Mit den neuen Funktionen richtet sich die Plattform nun noch stärker an Unternehmen und professionelle Anwender.

2FA wird zur Pflichtoption für Organisationen

Die wichtigste Neuerung betrifft die Sicherheit von Organisationskonten. Administratoren können ab sofort zentral festlegen, dass alle Mitglieder zwingend eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für ihre Raspberry-Pi-ID aktivieren müssen. Die Funktion lässt sich über einen neuen Bereich in den Organisationseinstellungen einschalten.

Nach der Aktivierung startet zunächst eine 14-tägige Übergangsphase. Nutzer ohne aktivierte 2FA erhalten währenddessen entsprechende Hinweise und können den zusätzlichen Schutz nachträglich einrichten. Erst nach Ablauf dieser Frist wird der Zugriff auf die Organisation und die verbundenen Geräte blockiert, sofern keine Zwei-Faktor-Authentifizierung eingerichtet wurde. Laut Raspberry Pi soll dies verhindern, dass kompromittierte Accounts als Einfallstor für Angriffe auf ganze Geräteflotten dienen.

Die Einführung der verpflichtenden 2FA dürfte insbesondere Unternehmen entgegenkommen, die mehrere Systeme zentral verwalten. Gerade im IoT-Umfeld gelten abgesicherte Fernzugriffe mittlerweile als essenziell.

Tags und Filter erleichtern Geräteverwaltung

Parallel dazu erweitert Raspberry Pi Connect seine Verwaltungsfunktionen deutlich. Geräte können nun mit frei definierbaren Tags versehen werden, etwa nach Standort, Einsatzzweck oder Umgebung. Beispiele wären Kennzeichnungen wie „production“, „kiosk“ oder „lab“.

Raspberry Pi Connect Tags
Raspberry Pi Connect Tags (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Zusätzlich wurde die Suchfunktion überarbeitet. Administratoren können Geräte nun gezielt über kombinierbare Filter durchsuchen, etwa nach Modell, RAM-Ausstattung, Betriebssystemversion oder vergebenen Tags. Gerade bei größeren Installationen mit vielen Raspberry-Pi-Systemen soll dies die Übersicht deutlich verbessern. Die neuen Tags stehen außerdem über die Management-API zur Verfügung und lassen sich dadurch automatisiert in Provisionierungsprozesse integrieren.

Verbesserte mobile Nutzung

Auch die mobile Bedienung wurde überarbeitet. Bislang war die Eingabe über Smartphones oder Tablets nur eingeschränkt möglich, sofern keine physische Tastatur verbunden war. Mit dem neuen Update integriert Raspberry Pi Connect nun eine Bildschirmtastatur direkt in die Screen-Sharing-Oberfläche. Nutzer können damit auch unterwegs komfortabel Texteingaben vornehmen.

Raspberry Pi Connect
Raspberry Pi Connect (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Raspberry Pi Connect entwickelt sich weiter

Die neuen Funktionen bauen auf den zuletzt eingeführten Remote-Update-Features auf. Erst im März hatte Raspberry Pi sogenannte OTA-Updates („Over-the-Air“) integriert, mit denen sich Systeme aus der Ferne aktualisieren lassen, selbst dann, wenn Geräte zwischenzeitlich offline sind.

Mit den aktuellen Neuerungen entwickelt sich Raspberry Pi Connect zunehmend von einer einfachen Fernzugriffslösung hin zu einer vollständigen Verwaltungsplattform für Raspberry-Pi-Infrastrukturen. Besonders die verpflichtende Zwei-Faktor-Authentifizierung dürfte dabei ein wichtiger Schritt sein, um professionelle Einsatzszenarien besser abzusichern.

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