News Telekom: Gesprächsrunde verläuft schleppend (U2)

@ Magistrus
Doch ich denke schon das wir streiten, vor allem deshalb weil ich es so schade finde, dass Meinung existieren die schlichtweg auf falschen Informationen beruhen oder andere Meinungen kopieren. Die DTAG ist in meinen Augen nicht angeschlagen und die Probleme sind durch die Bank hausgemacht. Ein motivierter Arbeiter wird gute Leistungen bringen, aber die Motivation ist das, was in den CallCentern der DTAG schon seit Jahren bekämpft wird. Es ist nunmal so, dass die Belegschaft genug vernünftige Vorschläge gemacht hat, die Führung ist darauf nicht eingegangen. Hr. Obermann bekommt als VV der DTAG bereits mit seinem Gehalt Schmerzensgeld und Abfindung, ich kann mit ihm weder Mitleid empfinden, noch finde ich das er in einer schwierigen Lage ist.

Es wird seit Jahren von den Mitarbeitern gesagt, dass das Pochen auf die Verkaufzahlen den Service drückt. Ich kenne genug die lieber das Problem eines Kunden sofort klären würden und vor allem aus EINER Hand, aber in den letzten Jahren sind immer mehr Schranken dagegen angelegt wurden. CallCenter die bei der Telekom die besten Bewertungen (Verkauf und Qualität) hatten wurden dicht gemacht, weil es einzelne kleine Standorte waren, die am meisten Geld gekostet haben.

Egal was die Telekom macht, es geht nie um Qualität und darum geht es auch diesmal nicht, weil eine Ausgliederung zwangsweise zu Qualitätsverlust führen wird, denn dann identifiziert sich Niemand mehr mit dem eigentlichen Unternehmen. Die DTAG signalisiert direkt oder indirekt immer wieder das es nur um das Geld geht und ehrlich? Jetzt wird endlich dagegen was getan.

Nein, der Vorstand kann anders, hätte anders können, hat es aber nicht. Nur weil man jetzt das Schiff vor dem Sinken retten will, soll das wieder der kleine Arbeitnehmer ausbaden? Das Schiff ist vielleicht gerade mal angeschlagen und trotzdem will man schon einen großen Teil der Belegschaft über Bord werfen? Sorry, ich sehe das nicht als Alternative.

Wie lange bist Du schon Azubi bei der DTAG?
 
@Magistrus

Das kann ich dir ganz einfach sagen. Bevor man mit dem Finger auf die anderen zeigt sollte man sich erstmal an die eigene Nase packen. Niemand hat was dagegen wenn ein Manager mehr verdient. Allerdings werden die Gehaltsunterschiede zwischen Manager und Angestellten immer krasser.

Ich bin mir ziemlich sicher die Telekommitarbeiter würden eine Lohnkürzung um 12% hinnehmen wenn der Vorstand auch seine eigenen Gehälter mal um 30% kürzen würde. Aber solange der Vorstand meint sich sein Gehalt mal eben um 20% zu erhöhen kann man doch nicht ernsthaft den Mitarbeitern weiß machen dem Unternehmen ginge es schlecht.


Die Börse ist das andere Übel. Was erwartet man als Anleger vom Unternehmen? Eben immer höhere Gewinne und falls dies nicht klappt streicht man lieber Arbeitsplätze und verlagert in Billiglohnländer. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt da platzt die Bombe. Es gibt halt keine unendlichen Gewinnsteigerungen von 20-50%. Auch ein Schneeballsystem ist irgendwann am Ende.

gruß
Lumi25
 
...und bis zu diesem Ende hat sich der Vorstand ein ganz nettes Sümmchen dazu verdient und die Arbeitnehmer?...auf die wird geschissen obwohl sie sich für das unternehmen eingesetzt haben (vielleicht sogar Familie etc. kaputtgegangen)-eine traurige Welt!

Noch viel trauriger das es dann hier auch noch solche bemitleidenstwerte Argumente/Meinungen zu lesen gibt
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (ein ? pro Satzende langt)
Schön mitarbeiter kündigen, aber lunchtüten im bahnhof verteilen und schön viel werbung machen...


Bei uns im bahnhof wurden heute morgen t-com tüten mit

1x werbung
1x bildzeitung
1x milky way corossians
1x knoppers
1x hohes c orange.

verteilt,

am nachmittag war alles voll mit leeren pinken tüten...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kenne jemand von der Telekom, hat n Haus gebaut, 3 Kinder und 1Auto.

Alles auf Kredit finanziert!
So, jetzt 12 % weniger Lohn und höhere Arbeitszeit----->ca. 20 % weniger Lohn im Monat
Ein paar Euro weniger und er könnte genau so Hartz vier empfangen.

Und der letzt Streik der Telekom hat die Aktzie nicht sinken lassen, sondern ist sogar um GANZE 0,4 % gestiegen ;)
 
Von 1 Euro Jobs war hier nie die Rede. Einen 1 Euro Jobber vollbeschaeftigt arbeiten zu lassen halte ich fuer falsch, aber das war auch nicht das Thema.
Gegenfrage; wie sollen neue Stellen entstehen wenn Unternehmen Insolvenz anmelden?
Ja, genau wegen den gesunkenen Realeinkommen erleben wir jetzt eine bessere Wirtschaftslage. Nur jetzt darauf zu hoffen, dass wir ein neues Wirtschaftswunder haben halte ich fuer verfrueht, die Binnenkonjunktur ist aufgrund der Mehrtwersteuer geschwaecht, in den USA zeichnet sich kein anhaltend starkes Wirtschaftswachstum ab und die asiatischen Maerkte allein koennen uns noch nicht voll tragen.
Die Telekom erhaelt keine Subventionen mehr, das habe ich wohl gestern uebereilt hingeschrieben.
Wenn sich in einem Unternehmen nunmal schlechtere Zeiten anbahnen, dann halte ich es fuer sinnvoll wenn dieses Unternehmen reagiert. Ich bin beileibe kein Freund der Telekom, ich denke auch die Konzernpolitik der letzten Jahre war nicht die Beste, und es tut mir sehr um die Mitarbeiter leid. Unmoeglich finde ich, wenn Mitarbeiter Lohnkuerzungen erhalten und sich der Vorstand die Gehaelter erhoeht. Dies halte ich fuer ein absolut unmoralisches Verhalten.
Uebrigens: mein 1. Kommentar war eher auf die Leute vor mir bezogen die mich mit Worten wie "die Aktionaere werden abkotzen" einfach nur aufgeregt haben. Das was die DTAG da macht halte ich fuer wirtschaftlich sinnvoll, sozial gesehen denke ich es ist eine Frechheit.
 
Die 1-Euro-Jobber erscheinen leider nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik.
Eine schwache Binnennachfrage hatten wir auch schon vor der Mehrwertsteuererhöhung.

Ich sprach auch nicht von Unternehmen, die kurz vor der Insolvenz stehen.
Das in solchen Fällen Kompromisse notwendig sind, verstehen dann auch die Mitarbeiter.

Solange jedoch Gewinne erwirtschaftet werden, dann aber die Dividende der Aktionäre wichtiger ist als Reinvestitionen in F&E etc., dann wird es auch schwieriger, etwaige Beschneidungen den Mitarbeitern zu verkaufen.

Unternehmen, die den Stakeholder-Ansatz verfolgen, erwirtschaften auch Gewinne.

Naja, ich bin jedenfalls gespannt, wie sich der Streit entwickeln wird.

MFG
 
@ Update: Ist es nicht auch Sache der Geschäftsleitung, kompromissbereit zu sein? Immerhin werden doch die meisten Unternehmen von den "kleinen" Mitarbeitern getragen.
 
azurlord schrieb:
@ I-E-A-I-A-I-O
Dieses Unternehmen fährt seit Jahren riesige Gewinne.

Ich könnte mich vor lachen auf dem Boden welzen. Du lebst in einer anderen Welt. Blödsinn auf solchen Aussagen zu diskutieren. Du bist wohl auch so einer der denkt das Geld fliegt vom Himmel und die bösen bösen Unternehmen ......
 
Lumi25 schrieb:
Ich bin mir ziemlich sicher die Telekommitarbeiter würden eine Lohnkürzung um 12% hinnehmen wenn der Vorstand auch seine eigenen Gehälter mal um 30% kürzen würde. Aber solange der Vorstand meint sich sein Gehalt mal eben um 20% zu erhöhen kann man doch nicht ernsthaft den Mitarbeitern weiß machen dem Unternehmen ginge es schlecht.

Der Vorstand der Telekom hat bereits bestätigt und zugesichert auf komplette Gehälter zu verzichten...
 
Nun ja, in gewisser Weise beugt sich die Telekom ja dem Markt. Jeder will guten Service, einen T-Punkt um die Ecke und das alles zu den niedrigsten Preisen. Das beißt sich halt. Ob es der Telekom gut oder schlecht geht, kann man doch ohne genaues Studium des Geschäftsberichts gar nicht wissen. Angegeben wird ja immer nur der EBIT oder noch schlimmer, der EBITDA. Da meines Wissens die Telekom noch auf einem hohen Schuldenberg sitzt, ist vor allem das I interessant. Der deutsche Bundeshaushalt wäre auch positiv, wenn, ja wenn die Zinsen für unsere Schulden nicht wären.
Zu dem was die Wirtschaftsweisen immer erzählen: Frag genügend von denen und irgendeiner erzählt dir dann schon, was du hören möchtest. Eines steht aber fest: Die Telekom ist ein sehr Personenintensives Unternehmen, d.h. die Gehälter machen einen nicht unerheblichen Teil der Kosten aus. Man sollte nicht vergessen, das wir nach wie vor sehr hohe Nebenkosten haben, um unser Sozialsystem zu finanzieren.
Eines scheinen aber die meisten hier nicht zu verstehen: Auch Obermann ist ein ArbeitNEHMER. Die Firma gehört ihm nicht.
Hauptaktionär dürfte immer noch der Bund sein, oder? Übrigens wird hier oft vergessen, was ja eigentlich mal beabsichtigt war: Die Telekom soll ja ihr Monopol verlieren und es soll Wettbewerb entstehen. Das heißt nichts anderes als Marktanteile an andere Unternehmen zu verlieren. Dies hat natürlich zur Folge, das auch weniger Personal benötigt wird. Und das Wettbewerb entstanden ist, sieht man ja auch daran, wieviele Anschlüsse die Telekom verliert und wenn ich 10% meiner Kunden verliere, aber das Servicecenter gleich lasse, habe ich steigende Durchschnittskosten. Klar hat die Telekom in den letzten Jahren abgespeckt, aber sie wird auch in Zukunft noch mehr abspecken müssen, weil sie, bedingt durch einen funktionierenden Wettbewerb, noch mehr Kunden verlieren wird. Wem das alles nicht gefällt, sollte halt mal mit dem Hauptaktionär sprechen :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hmm, ich bin mal gespannt wann diese Verhandlungen ein Ende nehmen.
Und @ Lumi25...woher hast du die Info mit den 20% Gehaltserhöhung ??
Schau mal hier...

http://www.heise.de/newsticker/meldung/88542

@Straputsky
Endlich jemand der es kapiert...
Nur das mit dem Gehaltsverzicht stimmt nicht...der Vorstand verzichtet wohl darauf, steht in meinem geposteten Link...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Doppelpost zusammengeführt)
Dann streich das mit dem fehlenden Gehaltsverzicht (wurde jetzt gestrichen). Hatte ich gar nicht mitbekommen. Wurde hier überhaupt davon berichtet? Falls nicht, warum nicht? Sämtliche anderen News diesbezüglich werden ja auch immer aufgeführt.

@Magistrus
Pass auf wegen Doppelpost. Würde ich schnell ändern. (Weiß allerdings selbst nicht, wie das geht.)
 
Zuletzt bearbeitet:
joe2907 schrieb:
Noch viel trauriger das es dann hier auch noch solche bemitleidenstwerte Argumente/Meinungen zu lesen gibt


... und was sagst du dazu wenns in 2-3 Jahren die Telekom nicht mehr gibt und alle Arbeitsstellen weg sind ? Les dir mal den ersten Teil von Straputsky durch und du wirst vielleicht ein klein wenig den wirtschaftlichen Zusammenhang erkennen und den Grund für die Rationalisierung.

"Die Ankündigung von Telekomchef Ricke, jährlich weitere 10.000 Arbeitsplätze abzubauen, hatte die gestrigen Verhandlungen erheblich belastet."
 
Zuletzt bearbeitet:
Purple schrieb:
Ich könnte mich vor lachen auf dem Boden welzen. Du lebst in einer anderen Welt.

Konzernüberschüsse:

2003: 2 Mrd. Euro
2004: 1,6 Mrd. Euro
2005: 5,6 Mrd. Euro

MFG
 
Ja der Doppelpost ist unglücklich, ich weiß. Entschuldigung CB..., da ich ihn nicht löschen kann...ihr könnt ihn ja zu einem zusammenfassen. :)

Weiß auch nicht, wieso das hier nicht stand mit dem Gehaltsverzicht.
Ich finde Obermann hat auch Recht, ein halbherziger Kompromiss bringt nichts, weil dann steht man in ein paar Jahren wieder vor dem gleichen Problem. Ich bin wirklich gespannt, wer sich durchsetzt.
 
@e-ding Deutschland ist auch eines der reichsten Länder der Welt und gleichzeitig sehr hoch verschuldet *gg* Ich habe auch nichts gegensätzliches geschrieben. Es ist nur falsch auf so einer Aussage zu diskutieren. Versteh mich nicht falsch. Zudem musst du beachten das die Telekom wirklich auf einem Milliarden Schuldenberg sitzt und dieser abgebaut werden muss. Wenn ich mich recht erinnere geht es hier um rund 25 Milliarden Schulden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß nicht, ob ihr diesen Brief schon kennt, denn solltet ihr euch aber definitiv mal anschauen: Klick mich

Zu den Schulden der Telekom sei aber auch noch gesagt, dass diese mit in der Bilanz aufgeführt werden und man dennoch einen Überschuss erwirtschaftet. Hier spielt dann die Eigenkapitalrentabilität oder Gesamtkapitalrentabilität eine Rolle. Sie mag zwar durchaus schlechter sein, als im allgemeinen Branchendurchschnitt, doch ist sie noch immer als Positiv anzusehen.
 
Magistrus schrieb:
Ich finde Obermann hat auch Recht, ein halbherziger Kompromiss bringt nichts, weil dann steht man in ein paar Jahren wieder vor dem gleichen Problem.

Gehen wir mal davon aus, Herr Obermann setzt sich zu 100% durch. Dann werden die Mitarbeiter der Telekom 100%ig in wenigen Jahren TROTZDEM wieder vor dem gleichen Problem stehen.

Diese Auseinandersetzung ist meiner Meinung nach auch kein alleiniges Telekom-Verdi Problem. Meines Wissens gab es das noch nie, das ein Arbeitgeber Lohnverzicht bei gleichzeitiger Mehrarbeit gefordert hat, zumindest bei der Größe des Arbeitgebers.
Sollte das so durchgehen, wie lange müssten wir wohl warten, bis Siemens, Allianz..... mit den selben Forderungen auf dem Plan stehen?

Ein Unternehmen ist kein Sozialverein, das ist klar, aber asozial und nichts anderes ist diese Entwicklung geht nun mal auch nicht.
 

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