TeamViewer Motive 4

Telekom Mesh Erfahrungen

S

Sheltem

Gast
Hallo,

ich überlege aktuell mein WLAN auf das neues Telekom Mesh System umzustellen. Heist einen Speedport Smart 3 als Basis und dann als Ergänzung Speed Home Wifi Solo Module. Gibt es hier schon Erfahrungswerte (Zuverlässigkeit/Stabilität)?
 
Ich habe das System mal ausprobiert (als Mitarbeiter) und fand es nicht schlecht.
Wegen LAN Verkabelung habe ich es dann aber an meine Eltern verschenkt :)
 
AVM bietet Mesh nur für die AVM Router. Dazu nur unpraktische Wandstecker.

Mit dem Speedport Smart an sich bin ich zudem sehr zurfrieden. Läuft stabil und von haus aus gutes WLAN mit guter Reichweite (besser als meine alte Fritzbox).
 
Ein "Mesh" aus einem Router/AP als Basis und einem einzelnen Satelliten ist unterm Strich nichts anderes als ein Setup aus Repeatern. Mesh zeichnet sich grundsätzlich dadurchaus was auch im Namen steckt: Mesh, ein vermaschtes Netz. Ich kenne das Telekom-Mesh nu nicht im Detail, aber die meisten Mesh-Systeme am Markt sind streng genommen gar kein echtes Mesh, weil sie die dafür nötigen Standards gar nicht implementieren. Bei einem echten Mesh sind die Verbindungen zwischen den Nodes dynamisch. Das heißt, dass die Verbindung je nach Situation (zB Mikrowelle wird angeschaltet und stört in 2,4 GHz) über einen anderen Node geroutet wird. Wenn eh nur zwei Nodes vorhanden sind (Router + Satellit), dann entfällt dieser Vorteil und es bleibt eine statische Verbindung zwischen Router und Repeater, denn nichts anderes ist der Satellit.


Code:
BEISPIEL 1 :
a--b--c <--->Endgerät
| /
d <---> Router

In diesem Beispiel ist zu sehen, dass eine Verbindung vom Endgerät zum Router über c-b-d oder auch c-b-a-d gehen kann. Bei Mesh würde diese Route dynamisch sein, je nach Verbindungsqualität zwischen a<>d und b<>d. Genau das sind die Situationen wo Mesh seine Muskeln spielen lassen kann.

Code:
BEISPIEL 2 :
a <---> Endgerät
|
b <---> Router

Schaut man sich nun diese Situation an, merkt man schnell, dass eben diese Dynamik nicht möglich ist.

Um wirklich alle Vorteile eines Mesh ausnutzen zu können, bedarf es mehrerer Nodes, die sich zudem ausreichend stark überlappen, um keine Kette, sondern eben ein vermaschtes Netz zu bilden. Wenn in Beispiel 1 der Node b den Node d nicht sehen würde, hätten wir erneut so eine Kette aus zahlreichen Repeatern. Bei Mesh muss man salopp ausgedrückt eine große Handvoll Nodes in der Bude verteilen, stark übertrieben ausgedrückt in jedes Zimmer einen. Aber zB nur 1 pro Etage ist sinnfrei, weil die Etagen-Nodes dann quasi in Reihe repeaten.


Was will ich damit sagen? Ganz einfach, man sollte sich nicht vom Schlagwort "Mesh" blenden lassen. Mesh ist zur Zeit DAS Werbewort in der Branche. Mesh hier, Mesh da. In den meisten Fällen ist es aber nur Augenwischerei, weil der Hersteller sowieso nur ein gepimptes Konzept aus Repeatern verkauft, sogenanntes Pseudo-Mesh ohne die entsprechenden Mesh-Standards. Zwar sind nicht alle Pseudo-Mesh per Definition schlecht - das AVM-System sticht positiv hervor - aber man darf nicht erwarten, dass nu im WLAN alles gut wird, weil auf der Packung "Mesh" steht.

Bei einem einzelnen Satelliten ist man vermutlich besser damit bedient, sich einen guten Crossband-Repeater anzuschaffen. Oder man geht sogar ganz andere Wege und installiert ein PowerLAN als verkabelten Backbone, um dann dort mit Access Points das WLAN zu erweitern.
 
Man muss natürlich auch mobile Geräte im WLAN nutzen, die dann von Mesh profitieren können.
 
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