Übernahme steht an. Pokern ?

Sandra86

Lt. Junior Grade
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Hallo,

ich weiß im Moment nicht, wo ich beruflich wirklich hin möchte, weshalb ich aber bereit wäre etwas zu riskieren, was ich normal nicht machen würde. Dazu hätte ich gerne nochmal ein paar Meinungen von "normalen" Leuten ;)

Ich habe derzeit ein befristetes Arbeitsverhältnis bis Sommer 2013 in einem 1000 Mann Industriebetrieb. Nun, war es nicht anders zu erwarten, dass ich einen unbefristeten Vertrag bekomme, da der Abteilungsleiter mit meiner Arbeit zufrieden ist und wir Aufträge weit über unsere Kapazitäten, bis ende des Jahres haben.
Es wird fest mit meiner Arbeitsleistung kalkuliert und ohne diese würde es meines Erachtens nach zu Turbolenzen kommen. Interne Nachfolger durch Ausbildung gibt es erst ende des Jahres und dazu käme eine Einarbeitungszeit von mindestens 3 Monaten bei begabten Personen.
Dazu kommt auch, dass viele unserer Aufträge bei nicht Einhaltung nicht unerhebliche Vertragsstrafen nach sich ziehen. Ob das bei den Teilen der Fall ist, die ich bearbeite kann ich aber nicht genau sagen, aber ich entlaste auch die Leute, die die "wichtigen" Sachen bearbeiten. Diese müssten also quasi meine Arbeit übernehmen.

Meine Idee wäre jetzt, zu meinem Vorgesetzten zu gehen und zu sagen, dass ich aufgrund der unklaren Übernahme mich bei anderen Firmen beworben habe und ein attraktives Angebot erhalten habe was mich auch interessiert, aber vor allem würde ich dort mehr verdienen (Zusatzstufe 2 +131 EUR Brutto) oder sowas.

Es wäre für mich auch kein Drama gewesen, wenn ich in diesem Unternehmen keinen Festvertrag erhalten hätte, da ich wie gesagt eh nicht richtig weiß, wie es beruflich weiter gehen soll. Ich sitze auf einem unbeliebten Posten und mache gute Arbeit, weshalb ich da ohne Weiterbildung gefesselt bin. Fest steht für mich auch, das ich diese Position nicht länger als die längste Weiterbildung (4Jahre Teilzeit) besetzen möchte. Eine andere Firma würde da vielleicht auch viel mehr Möglichkeiten bieten. Viele aktuellen Stellenanzeigen klingen sehr interessant.

So ich hoffe Ihr versteht was ich von euch wissen möchte, ich bin leider noch ein wenig vernebelt vom Wochenende :freak:, weshalb mein Textfluss an manchen stellen eigenartig klingen mag.


lg
sandra
 
Leg dich wieder hin, dein Wochenende war zu hart;) nimm den Vertrag und bewerb dich gemütlich, alles andere ist Blödsinn.
 
Vielleicht hast du recht, aber wer nicht wagt, der auch nicht gewinnt.
 
das ist eher unnötiges Risiko...nachher geht es schief und du stehst ohne alles da
 
Seinen Arbeitgeber wegen einer Gehaltserhöhung zu "erpressen" und zu sagen man hat sich woanders schon beworben ist das schlechteste was man machen kann.
Mit so einer Einstellung ist man schneller auf der Straße wie einem lieb ist und das bekommen auch deine nächsten potentiellen Arbeitgeber mit.

Wenn du eine Gehaltserhöhung willst, solltest du deine Vorteile in seinem Betrieb aufzählen. Wenn er nein sagt, frage Ihn was du besser machen kannst, um aufzusteigen. Somit ist er in der Lage sich rechtzufertigen.
Falls du nicht mehr bekommen solltest etc. weist du auch, dass du für Ihn nicht mehr wert bist, nur "drohen" bring nichts, nur Nachteile im Arbeitsverhältnis.
 
Ich würde ihn nicht erpressen, lieb wie ich bin möchte ich ihm nur mitteilen, dass ich aufgrund der unklaren Aussagen zur Übernahme ich mich woanders beworben habe und nun hin und her gerissen bin... quasi etwas irritiert bin. Entweder er kommt dann von sich aus mit einem Bonbon oder halt nicht.
Und sollte eine Übernahme dadurch nicht erfolgen, so sehe ich dies nicht unbedingt negativ.

Ich muss dazu auch sagen, dass die genau wissen, dass ich auf der Position unglücklich bin und mir wird zwar eine andere Stelle für ende des Jahres (für gleiches Geld) in Aussicht gestellt, die mich mehr erfüllen würde, aber ich weiß von meinen Vorarbeiter mit dem ich mich ganz gut verstehe, dass ich da nie für vorgesehen sein werde, da sie dann eine neue Person auf meiner Stelle anlernen müssten und mich in der neuen Abteilung auch. Ich werde also auch ein wenig verarscht.

In meinem befristeten Vertrag steht zudem auch drin, dass ich mich 3 Monate vor Ende arbeitslos melden soll und man eine aktive Suche nach neuem Arbeitsplatz erwartet.


lg
 
Wieso suchst du nicht einfach tatsächlich nach ner neuen Stelle (angeboten), dann weißt du genau wie und wo du stehst ;)
 
Sandra86 schrieb:
... ich weiß im Moment nicht, wo ich beruflich wirklich hin möchte ... meinem Vorgesetzten ... zu sagen, ... würde ich dort mehr verdienen ...
bei einer Übernahme sind Leute leichter entbehrlich. Wenn Du mir in dieser Situation so gekommen wärst, hätte ich Dir sofort gekündigt: „unloyal und erpresserisch“ wären meine Argumente gewesen, die ich Dir aber nicht gesagt hätte. Die Argumente hätte ich der Personalabteilung gesagt, um die Kündigung zu beschleunigen.

Wärest Du mit der Bitte um ein Zwischenzeugnis gekommen, hätte ich auch verstanden, dass Du gehen willst. Wenn ich Dich dann halten wollte, hätte ich es dir gesagt – oder auch nicht.

Hätte ich aber von einem Deiner Kollegen erfahren, dass Du ein neues Angebot hast, dann hätte ich mir überlegt, was es wert ist, Dich zu halten.

Zwischenzeugnis und/oder neuen Job suchen, das sind Deine Möglichkeiten, wenn Du mit Deinem Chef nicht direkt reden willst.
Das Thema wäre gewesen, ihn zu fragen, ob er mit Deiner Arbeit zufrieden ist. Das nennt man „nach einem Feedback fragen“. Wenn das Feedback positiv ausfällt, kannst du nach einer Gehaltserhöhung fragen. Dabei solltest du aber eine klare Vorstellung davon haben, was Du erwartest und es auch Deinem Chef sagen. – Und auf keinen Fall versuchen, Druck auszuüben. Der Druck kommt über die Gerüchteküche und über das Zwischenzeugnis.
 
Zuletzt bearbeitet:
Seh ich auch so. Bewirb dich fleißig (und nicht mit einer 0815-Bewerbung denn das bringt nichts)
auf Stellen die die dich wirklich interessieren. Nur so hast du das Heft selbst in der Hand.

Der Arbeitsamrkt ist momentan schon sehr gesättigt und gerade Facharbeiter werden teils händeringend gesucht.
Aber auch ohne Ausbildung (du schreibst leider nicht was deine Qualifikationen sind) hast du gute Chancen.
Zudem bist du noch jung und hast somit noch bessere Chancen.


Turbolenzen:D
 
Sandra86 schrieb:
Nun, war es nicht anders zu erwarten, dass ich einen unbefristeten Vertrag bekomme [..]

Meine Idee wäre jetzt, zu meinem Vorgesetzten zu gehen und zu sagen, dass ich aufgrund der unklaren Übernahme mich bei anderen Firmen beworben habe
Was denn nun: unbefristeter Vertrag oder eine unklare Übernahme?

In meinem befristeten Vertrag steht zudem auch drin, dass ich mich 3 Monate vor Ende arbeitslos melden soll und man eine aktive Suche nach neuem Arbeitsplatz erwartet.
Das wird vom Arbeitsamt so gefordert - dein AG teilt dir das hier aber netterweise nochmal mit. Nicht, dass du erst nach Auslaufen des Vertrages beim Arbeitsamt antanzt und dann erschrocken bist, weil du kein Geld bekommst.

Solange du keine Zusage von jemand anderem hast, würde ich jedenfalls nichts riskieren. Kündigen kannst du später immer noch.
 
Ach mal gucken. Ihr seid ja eher nicht so von der Idee überzeugt :o .. Aber das liegt vielleicht auch an meinen mageren Details.

Ersetzbar wäre ich derzeit nicht. Zum ende des Jahres allerdings schon.
 
Du scheinst sehr voreingenommen von dir zu sein... wie der Vorposter schon schrieb.. Jeder ist ersetzbar.
 
Das ist kein Pokern sondern Bluffen wenn die bisher kein anderes Job-Angebot hast und meiner Meinung ist Bluffen wenn es um die berufliche Zukunft geht immer das dümmste was man tun kann.

Und solange du in deinem Arbeitsprozess nicht irgendwelche Geheimnisse versteckt hast, ist jeder ersetzbar - auch wenn du glaubst das die das schmerzt wenn sie jetzt 3 Monate einen Ausbilden...wird wahrscheinlich einer deiner Kollegen kurzfristig übernehmen und dem Unternehmen geht es am Arsch vorbei ob du weg bist.
 
Eine normale Gehaltsverhandlung ist das eine, dem Arbeitgeber unter Druck zu setzten das andere.

Eine Gehaltsverhandlung zu führen und versuchen etwas mehr zu bekommen ist vollkommen Ok und nimmt einem kein Arbeitgeber übel (solange es im Rahmen passiert).
Wenn aber einer meiner Mitarbeiter zu mir käme und mir sagt er hat andere Angebote und ich müsse gleich ziehen um ihn zu halten, dann sieht die Welt ganz anders aus. Dann gilt bei mir (und sicher bei den meisten anderen auch), Reisende soll man ziehen lassen.

Nicht ersetzbar ist kaum ein Mitarbeiter. Da es hier um die Entfristung eines befristeten Vertrages geht, gehörst du, es tut mir leid es so deutlich zu sagen, zu 100% nicht zu diesen Mitarbeitern.

Da du nicht an deiner Stelle hängst und auch keine wirklich Aussicht auf Verbesserung hast bleibt bei dem "Poker" nur noch die Frage offen, wie schmerzlich es für die ist keinen Job auf unbestimmte Zeit zu haben.

Ich würde das Gehalt in einem normalen Gespräch mit deinem Vorgesetzten ansprechen und mich an deiner Stelle parallel auf die Suche nach einem neuen Job machen.
Die alternative wäre einen genauen Entwicklungsplan mit ihm Aufsetzten um in Aufgabenbereiche zu kommen, die dich mehr ansprechen.
 
Wollte eigentlich zu dem Thema nichts mehr schreiben, aber ich bin heute wieder in Schreiblaune und melde mich doch mal zurück.

Also ich habe meinem Arbeitgeber nicht, wie zu erst geplant, von einem Angebot erzählt welches nicht vorhanden ist.
Durch eine Leistungszulage habe ich nun (inkl. des neuen IGM Tarifvertrag) ein plus von 6,8% sowie +68,- EUR brutto durch den Wechsel der Tarifgruppe.
Das ganze ging, durch das erfüllen meiner Zielvereinbarungen, mehr oder weniger automatisch ab.


Du scheinst sehr voreingenommen von dir zu sein... wie der Vorposter schon schrieb.. Jeder ist ersetzbar.
Voreingenommen, mag in soweit stimmen, da ich finde, dass ich einen guten Job mache. Wie wahrscheinlich die meisten Menschen das von sich behaupten würden. Trotzdem klingt das irgendwie verletzend und abwertend :(

Das jeder ersetzbar ist mag vielleicht richtig sein. Nur die Frage ist zu welchem Zeitpunkt ?
Da ich nicht ganz unterbelichtet bin, wie es vielleicht für einige den Anschein hat, denke ich schon, ich konnte die Lage damals richtig einschätzen.
Es ging um ein größeres Militärprojekt mit Vertragsstrafe bei überschreiten des Liefertermins. Durch Zulieferprobleme (Insolvenz) und sonstige Verzögerungen (Bugs in der Software, Konstruktionsänderungen usw.) waren wir mit der Anlage schon mitten im Verzug und jeder Tag kostet das Unternehmen um die 15.000 EUR... Selbst wenn mein Ausscheiden das ganze nur eine Woche weiter verzögert hätte, wären das ca. zwei meiner Jahresgehälter an zusätzlichen Kosten für das Unternehmen gewesen.

Wenn ich mich nun in die Rolle eines Geschäftsleiters versetze, dann finde ich nichts verwerfliches daran, dass sich jemand mit befristetem Vertrag zeitig andere Angebote einholt, wenn ich zu langsam bin diesen Mitarbeiter zeitig an mein Unternehmen zu binden.
...Aufgrund der Projektlage war mit persönlich klar, dass sie mich übernehmen müssen, aber offiziell war davon nichts zu sehen und laut Gesetz hätte ich mich schon um einen neuen Platz bemühen müssen, bis sich denn endlich mal jemand von oben erbarmt hat, um mit mir 2 Sätze zu wechseln, dass ich demnächst einen Vertrag unterschreiben kann.



Gruß
 
Sandra86 schrieb:
Voreingenommen, mag in soweit stimmen, da ich finde, dass ich einen guten Job mache. Wie wahrscheinlich die meisten Menschen das von sich behaupten würden. Trotzdem klingt das irgendwie verletzend und abwertend

du magst das vielleicht meinen, es kommt aber extrem manipulativ und arrogant rüber. ich habe schon etliche leute dieser art auf staatskostenurlaub geschickt, weil sie genau wie du dachten und handelten. auch da standen termine fest und konventionalstrafen drohten (weisst du, was ein containerschiff so kostet, wenns einen tag länger im hafen liegt?) - aber indem man sich solcher stressmacher rechtzeitig entledigt, spart man hinterher eine menge an zeit und ärger - und geld.

mein tipp: arbeite an deiner einstellung und versuche, deine manipulativen neigungen abzubauen. nicht jeder sagt dir direkt, was er von dir hält. manche parken dich nur auf ungeliebten posten, wo du niemanden nerven kannst und wenigstens etwas nutzt... schonmal daran gedacht, oder passt das nicht in deine sicht der welt?

ps: es gibt einen unterschied zwische arroganz und selbstbewusstsein. den solltest du auch lernen, denn mit der hier gezeigten art wirst du noch viel spass haben ;)
 
Mich würde mal interessieren, um welchen Beruf es überhaupt geht? oder habe ich das im Eifer des Gefechtes überlesen? +68€ Brutto für eine Tarifgruppe erscheint mir eher etwas mager?
 
Interessante Denkanstöße die du da hast.
Ich sehe das natürlich, wie von dir vermutet, ganz anders.

Arbeitnehmer die für ein Produkt stehen und alles für ihr Unternehmen mit leidenschaftlicher Hingabe tun gibt es sicher, aber ich gehöre wie vermutet definitiv nicht dazu. Ich möchte meinen Lebensunterhalt verdienen, damit ich in dieser Welt zurecht komme in der das Geld einen hohen Stellenwert hat. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Meinen Fall mal außen vor empfinde ich es eher arrogant wenn AG z.B Leiharbeiter über Jahre beschäftigen und diese erst umwerben, wenn diese gehen wollen, da sie endlich die lang ersehnte Hoffnung in ihrem Leben sehen, wo sie nicht die Hälfte von dem verdienen, was ihre Kollegen bei gleicher Verrichtung von Arbeit verdienen.
Oder auch Jahrelang keine Stellen für Ausbildung schaffen und nur dem Mrd. Profit hinterher geiern und dann kritisieren und über Fachkräftemangel klagen.

Keine Ahnung aber bei diesen Gedanken habe ich nicht das Gefühl groß "Danke" zu sagen, aber ich verstehe schon warum kalkulierende oder auch "manipulierende" Mitarbeiter weniger gefragt wären, wie diese über aus dankbaren Menschlein, die auch gerne ohne zu murren die ein oder andere Überstunde leisten und dabei immer schön die Angst im Nacken haben, dass jeder ersetzbar sei.


Scythe1988, ich habe mich nicht präzise ausgedrückt. Es handelt sich dabei lediglich um die Umgruppierung von der Grundstufe in die Hauptstufe.
 
Sandra86 schrieb:
Arbeitnehmer die für ein Produkt stehen und alles für ihr Unternehmen mit leidenschaftlicher Hingabe tun gibt es sicher, aber ich gehöre wie vermutet definitiv nicht dazu. Ich möchte meinen Lebensunterhalt verdienen, damit ich in dieser Welt zurecht komme in der das Geld einen hohen Stellenwert hat. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Meinen Fall mal außen vor empfinde ich es eher arrogant wenn AG z.B Leiharbeiter über Jahre beschäftigen und diese erst umwerben, wenn diese gehen wollen, da sie endlich die lang ersehnte Hoffnung in ihrem Leben sehen, wo sie nicht die Hälfte von dem verdienen, was ihre Kollegen bei gleicher Verrichtung von Arbeit verdienen.
Oder auch Jahrelang keine Stellen für Ausbildung schaffen und nur dem Mrd. Profit hinterher geiern und dann kritisieren und über Fachkräftemangel klagen.

Willkommen im Leben. Geiz ist nur solange geil, wie er einen selbst nicht betrifft.
Hast du konkrete Jobangebote? Dann kannst du damit argumentieren, ohne Angebote, schmeißt dein Chef dich raus und du bekommst noch Stress mit dem Arbeitsamt. Nimm den Vertrag an, zeig, dass das Vertrauen in dich gerechtfertigt ist und sprich in 6 Monaten mit deinem Chef über dein Gehalt.
 
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