Ukraine Beistand > EU Aufnahme

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Lieber @xexex,

so sehr ich dein Fachwissen in den Fahrradthreads bewundere umso mehr irrst du hier. Die Krim mag zwar etwas mehr als 130 Jahre seit der Erklärung Katharinas der Großen ("von nun an und für alle Zeiten") dem russischen Zarenreich nach der Eroberung durch Potemkin angehört haben und danach noch ein paar Jahrzehnte zur Sowjetunion. Von hunderten Jahren von Russen bewohntes Land kann allerdings nur in schamloser Übertreibung die Rede sein. Die Krim war hunderte Jahre Teil des Krimkhanates und des Osmanischen Reiches. Also hätte die Türkei historisch nicht eher ein "Anrecht" auf die Krim? Ich kann mir durchaus vorstellen, das sogar die Griechen historisch gesehen etwas mitzusprechen hätten. Du allerdings argumentierst hier mit einer recht grenzwertigen Blut-Ideologie die leicht ins Faschistische abrutschen kann oder sogar schon akut abgerutscht ist.
Mit äquivalenter Boden aber nicht Blut Begründung könnte Deutschland ein berechtigtes Interesse an Königsberg bekunden. Da reden wir von knapp 1000 Jahren. Tut aber niemand. Selbst schuld? Was ist mit dem Beispiel von @@mo? Südtirol würde sich auch liebend gerne aus Italien verabschieden. Hat Österreich deinen Segen? Es kann doch nicht sein, dass jeder, der mal irgendwo durchgeritten ist Ansprüche auf ein Territorium haben darf...

Auch war es Chruschtschow und nicht Stalin der die Krim der Ukraine zugeschlagen hat. Stalin hat in den 30er Jahren die Ukraine mit Millionen Toten hungern lassen, da diese damals schon ein großes Unabhängigkeitsbestreben hatte. Als nach dem zweiten Weltkrieg über 100.000 Ukrainer das zerstörte Russland neu aufbauen sollten (wobei sie doch selbst dank Wehrmacht und auch roter Armee eine Heimat in Schutt und Asche hatten) musste Chruschtschow noch Stalin nachgeben. Als er dann selbst an der Macht war hat er die Krim als Ausgleich der Ukraine zugeschlagen. So gesehen ist die Krim sogar länger zur Ukraine gehörig als zur Sowjetunion.

Mit Auflösung der Sowjetunion 1991 erlangte die Ukraine dann (samt Krim) ihre Unabhängigkeit. Wenn du sagst, dass Putin die Krim dahin geführt hat wo sie sowieso seit Jahren hin wollte dann sag mir doch bitte was er nun im der restlichen Ukraine will und wie das kulturell-historisch oder auch Ideologisch zu begründen ist. Das wird verdammt dünnes Eis...

P.S.: Ich habe den Link nicht gelesen, da ich nicht auf diesen Beitrag geantwortet habe und daher habe ich auch die Zitate im letzten Beitrag nicht gelesen - ist nicht mein Diskussionsanliegen. Es besteht auch keine Notwendigkeit mich zu fragen was Stalin (sich) gedacht oder nicht gedacht oder (nicht) gemacht hat. Werde ich dir nicht beantworten können ;)
 
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strempe schrieb:
Die Krim war hunderte Jahre Teil des Krimkhanates und des Osmanischen Reiches. Also hätte die Türkei historisch nicht eher ein "Anrecht" auf die Krim?
Nun ja, die Krimtartaren hatte Stalin seinerzeit großenteils deportiert und mir geht es nicht darum die Geschichte bis an ihre Ursprünge zu verfolgen, denn dann würde die halbe Welt Rom gehören, sondern einzig darum das Land den Leuten zu geben die sie aktuell bewohnen.

strempe schrieb:
Mit äquivalenter Boden aber nicht Blut Begründung könnte Deutschland ein berechtigtes Interesse an Königsberg bekunden.
Nein könnte sie nicht, weil sie wegen dem verlorenem Krieg gar keine Ansprüche äußern durfte und die Deutschen in den Gebieten entweder ausgewandert sind oder deportiert wurden. Wenn du unbedingt nach Vergleichen suchst, dann findest du sie auf den Falklandinseln oder aktuell in Israel, wo die dortige Regierung Fakten schafft in dem sie Leute ansiedeln.

Darum geht es aber letztlich nicht sondern um die Frage, wieso darf ein Volk nicht selbst entscheiden ob sie einem bestimmten Land angehören wollen oder einen eigenen Staat gründen wollen? Muss es dafür immer Bürgerkriege geben? Schauen wir uns doch mal den Osten an, wie viele Länder gab es hier früher und wie viele gibt es jetzt? Wo hat der Westen also ein Problem mit der Krim? Hier wird schlichtweg mit zweierlei Maß gemessen und das dürfte Putin erst recht geärgert haben.

strempe schrieb:
Auch war es Chruschtschow und nicht Stalin der die Krim der Ukraine zugeschlagen hat.
Jain, den passsenden Link habe ich dafür auch bereits gepostet, aber ich weiß wie das so ist mit Links lesen.
„Die Ukraine ist zusammengebrochen, und nun werden wir auch noch ausgenommen“, brüllte er in die Runde, und dann kam ihm eine Idee: „Wie wäre es, uns dafür die Krim zu geben?“ Gegen die Order von Stalin konnte er sich nicht wehren, aber der hemdsärmelige Parteifunktionär soll laut Zeugen noch gegrummelt haben: „Die Leute stelle ich zur Verfügung, doch die Krim kriege ich, egal wie.“
https://www.welt.de/geschichte/article125628675/Und-ploetzlich-gehoerte-die-Krim-zur-Ukraine.html
Letztendlich aber auch egal, die Ukraine war damals Teil der UdSSR und für den Westen war das sowieso alles Russland. Der Ärger kam dann letztlich nach dem Zerfall, wo plötzlich Politiker in der Ukraine begannen sich Richtung Westen auszurichten und die Krim wieder zurück zu Russland wollte.

Hättest du das Video gesehen, wäre dir vielleicht eine wichtige Aussage aufgefallen. Gut das hier endlich was passiert, als die Krim zu Ukraine gehörte passierte hier jahrelang nichts. Wie ich bereits sagte, die Krim war (ist) russischer Marinehafen und Urlaubsort für hohe Politiker im Osten gewesen, für die Ukrainer war das russisches Gebiet, den die entweder nicht betreten wollten oder konnten.

Das wurde logischerweise auch nach dem Zerfall der UdSSR nicht besser, vor allem weil die Ukraine weitgehend pleite war, die ganze militärische Ausrüstung nur noch verschrotten konnte und nicht einmal die Gasrechnung an Russland mehr bezahlen konnte. Für die Menschen auf der Krim, die sowieso weitgehend aus Russen bestehen gab es mehr als genug Gründe, schnellstmöglich wieder einen Anschluss zurück nach Russland zu bekommen, was haben sie auch mit der Ukraine zu tun?

Der Punkt an der Geschichte ist letztlich, die Ukraine hat auf der Krim nichts verloren, oder wollen sie 1,2 Millionen Russen deportieren und sich einen schönen Urlaubsort dort bauen? Die Brücken wurden spätestens mit dem Krieg endgültig abgerissen und wenn sich die Regierung in der Ukraine dem Westen zuwenden möchte, dann geht es nur ohne die Krim.

Für die Russen und vermutlich auch für einen Teil der Ukrainer ist die Regierung in der Ukraine sowieso größter Witz, das Land hat es nie geschafft eine stabile und von allen Seiten akzeptierte Regierung zu bilden, sondern hat sich von Anfang an in Machtkämpfe verstrickt. Wenn du dir mal das Video anschaust, siehst du dann auch wie gut das zu dem Gedankengut passt, was in dem Land sonst vorherrscht. Was viele hierzulande vergessen, anderorts darf man stolz aus sein Land sein, einen "starken Mann" an der Spitze bewundern und in der Vergangenheit schwelgen.

Jetzt muss ich aber auch selbst zugeben, dass mir das hier alles zu polemisch wird. Wer will kann sich genug unabhängige Reportagen zu diesem Thema anschauen und sich selbst seine Meinung über die Situation bilden. Wer dann trotz der Faktenlange noch der Meinung ist, die Krim würde zu Ukraine gehören und die Menschen die dort wohnen hätten überhaupt ein Interesse daran, der soll es weiter glauben, es steht jedem frei. Meiner Meinung nach sind wir aber leider zu verbohrt geworden, die andere Seite richtig zu verstehen und unseren Standpunkt kritisch zu betrachten, sonst wären Sachen wie in Afghanistan oder jetzt in der Ukraine nie passiert.

Russland kann die Ukraine nie erobern, weil die meisten Ukrainer die Russen nicht wollen, nach dem Krieg vermutlich erst recht nicht. Umgekehrt kann die Ukraine aber die Krim nur noch abschreiben, wenn sie nicht die dortigen Bewohner allesamt vertreiben wollen. Ich würde vielleicht sogar gerne sehen, was der Westen dann über die Ukraine denkt und was die Ukraine mit der Krim macht, aber ehrlich gesagt spiele ich es lieber nur im Kopf durch und wünsche niemandem dass es dazu kommt.

Mich ärgert an der Geschichte nur, dass in der Ukraine nun auf beiden Seiten Menschen sterben, weil ein paar Idioten sich lieber die Köpfe einhauen, statt sich konstruktiv an einen Tisch zu setzen. Was will Selenskyj mit der Krim? Ist ihm ein Land was die Ukraine nicht will tausende Menschenleben wert? Verrückte Welt!
 
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Völkerrechtlich gehört die Autonome Region Krim zur Ukraine. Damit ist das Thema erledigt. Aber was das mit der EU Aufnahme der Ukraine zu tun hat? 🤷‍♂️
 
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knoxxi schrieb:
Völkerrechtlich gehört die Autonome Region Krim zur Ukraine. Damit ist das Thema erledigt. Aber was das mit der EU Aufnahme der Ukraine zu tun hat? 🤷‍♂️
Nix und würde man die putinsche Variante der "Blut und Boden" Theorie auch nur einen Millimeter in Europa verwirklichen wollen, wüsste man wahrscheinlich gar nicht wen man zuerst angreifen sollte, wir könnten eigentlich mal in Schweden vorbei schauen, ich habe den 30 Jährigen Krieg jedenfalls nicht vergessen!....Es ist absurd.
 
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Dann hoffen wir mal das Italien nicht die selben Absichten hat…

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nun, ROM hatte noch ein special. ein seltenes.
das war kein volk, daß sich ein reich eroberte.
das war eine stadt, die zuerst das eigene lokale volk kassiert hat, und danach schrittweise den rest der "bekannten welt".


und sie haben standards gesetzt. solche, die heute genauso laufen, wie vor zwei jahrtausenden. leider.
"....und im übrigen bin ich der meinung, daß... ...zerstört werden muß."
 
The_waron schrieb:
Nix und würde man die putinsche Variante der "Blut und Boden" Theorie auch nur einen Millimeter in Europa verwirklichen wollen, wüsste man wahrscheinlich gar nicht wen man zuerst angreifen sollte, wir könnten eigentlich mal in Schweden vorbei schauen, ich habe den 30 Jährigen Krieg jedenfalls nicht vergessen!.
Ich weiß wirklich nicht was du mit der Aussage meinst, leben in Schweden etwa zu 70% Deutsche?

knoxxi schrieb:
Dann hoffen wir mal das Italien nicht die selben Absichten hat…
Wenn du alte Karten auspackst, dann kannst du jegliche Grenzen neu ziehen, Polen mal ganz verschwinden lassen oder nicht, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wieder aufleben lassen oder Napoleons Ersten Kaiserreich wieder auf der Karte zeichnen, nur hat das mit dem aktuellen Thema erst recht wenig zu tun.

Es zeigt aber vor allem eines, Grenzen auf dem Papier kann man ziehen wie man lustig ist, entscheidend ist doch wer in einem Land lebt und zu welche Nation er sich zugehörig fühlt. In Falle der Krim ist die Sache eindeutig und da gibt es wenig zu diskutieren - oder anscheinend doch.

Der springende Punkt und da kann ich mich nur wiederholen, der aktuelle Krieg wird unter anderem geführt, weil sich die Regierung in der Ukraine und der Westen so verhalten haben wie gehabt. Hätte die Ukraine gepokert, die Krim mit der sie sowieso nichts anfangen kann, gegen Donezk Becken "verrechnet" und wären dadurch jegliche Sanktionen weggefallen, hätten wir vielleicht eine Win-Win-Win Situation und keinen Krieg. Möglichkeiten und Alternativen gab es genug, nun gibt es Krieg und nur Verlierer.

Was mich an dieser Stelle in der Runde mal interessieren würde, wie stellen sich einzelne hier den möglichen Ausgang für die Ukraine vor? Russland zieht sich zurück, gibt die Krim zurück, streicht die Unterstützung der Separatisten und alle leben glücklich und zufrieden nebeneinander? Halte ich für den unwahrscheinlichsten Ausgang.
 
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knoxxi schrieb:
Völkerrechtlich gehört die Autonome Region Krim zur Ukraine. Damit ist das Thema erledigt. Aber was das mit der EU Aufnahme der Ukraine zu tun hat? 🤷‍♂️
Das ist seit Seite 4 nicht mehr der Fokus hier. Ich hatte dort das letzte mal darauf verwiesen und danach von der Moderation in meinen Meldungen darauf verwiesen, dass ich entweder mehr Unterstützung/Handhabe brauche oder von mir aus geschlossen werden kann.

Und das ist keine Gräme. Ich habe diverse Antworten zu meinem anliegen erhalten und in der Tagespolitik ist die Fragestellung auch vom Tisch.

Deshalb sind auch von mir inzwischen einige Beiträge die am Ursprungs-Topic vorbei gehen. Aber die Diskussion hier ist ja geordnet und es geht jetzt halt um den Stand und die Auswirkungen des Konflikts.

Ich finde es aber nicht Uninteressant hier Details zu erfahren warum die Krim zur Ukraine gehört und welche Argumente es gibt, das es anders sein sollte.
Auch wenn ich nach wie vor keinen Zugang zum Argument finde, dass dort ja Russen Leben. Aber Ich sehe mich auch eher als Europäer als als Deutscher, und wenn ich in die USA auswandere sehe ich mich in kürzester Zeit als Amerikaner. Ob das im Pass widergespiegelt wird oder nicht. Ich weiß das es viel Menschen gibt die anders Ticken aber ich verstehe nicht wie man in einem Kulturraum leben kann und darin seine eine Subkultur als Identität nimmt die eigentlich anders verortet ist.
Und ich hätte halt gedacht die Menschen auf der Krim sehen sich als Bewohner der Krim, und ob das zur Ukraine oder zu Russland gehört hätte in meinen Augen mehr mit Politik als mit Identität und Nationalismus zu tun.
Das ist aber kein Argument sondern ganz im Gegenteil das Eingeständnis, dass ich zu diesem Aspekt selbst keinen Zugang habe.

Ich bin in den aktuellen Medien immer wieder etwas irritiert über die Position der Chinesen. Die wirkt so in sich weidersprüchlich wo immer gesagt wird, das bloß nicht eskaliert werden soll die bestehende Eskalation aber komplett ignoriert wird.
 
Keylan schrieb:
Und ich hätte halt gedacht die Menschen auf der Krim sehen sich als Bewohner der Krim, und ob das zur Ukraine oder zu Russland gehört hätte in meinen Augen mehr mit Politik als mit Identität und Nationalismus zu tun.
Es geht in diesem Falle vermutlich weniger um Ukraine und Russland, sondern mehr um Ost und West. Die meisten Bewohner der Krim dürften noch zu Sowjetzeiten aufgewachsen sein, Sewastopol ist bereits seit mehr als hundertfünfzig Jahren ein wichtiger russischer Hafen der Kriegsmarine und Russland hat die Krim 1774 von dem osmanischen Reich befreit. Für die Russen ist das ein geschichtsträchtige Gegend und die Bewohner dürften zu Teilen gedient oder irgendwas mit der dort stationierten russischen Marine zu tun gehabt haben.

Nun kommt da jemand an die Macht der sie nicht versteht und beschließt in die EU und weg von Russland zu wollen? Nur mal die Frage die sich gerne jeder für sich stellen darf, wie würdest du darauf reagieren? Stell es dir einfach mal anders vor, unsere Regierung in Berlin würde sagen, wir haben keine Lust mehr abhängig von den Amis zu sein, wir kappen die Verbindungen und nähern uns Russland an.

Mag für die meisten schwer vorstellbar zu sein, aber genau das ist doch mit der Krim passiert. Da sind dann Menschen die stolz auf ihr Vaterland sind und dann kommt eine Regierung die der Meinung ist, die Seiten zu wechseln. Für die Ukrainer ist es durchaus geschichtlich bedingt und man kann es durchaus verstehen, nur die Krim, die war noch nie ukrainisch, sie war russisch und danach sowjetisch geprägt.
 
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xexex schrieb:
Ich weiß wirklich nicht was du mit der Aussage meinst, leben in Schweden etwa zu 70% Deutsche?
Scheinbar habe ich mich wirklich schlecht ausgedrückt: Es ist vollkommen irrelevant wo %X Bevölkerung lebt zum historischen oder aktuellen Zeitpunkt XY, jede Form der "Blut und Boden" Thesen hat nur Leid und Zerstörung nach Europa gebracht.

Wir haben nach 1945 in Mittel und Westeuropa nach und nach entschieden das wir den Status der völkerrechtlichen Staatengrenzen akzeptieren und unsere Ressourcen nicht darauf verschwenden mit kriegerischen Mitteln jeden ins "Reich/Königreich/Republik" zu holen der irgendwie so spricht oder vor X Jahrhunderten mal zu einer ähnlichen Iteration gehörte. Es gibt keine französischen Panzer die nach Wallonien fahren und keine dänischen Fregatten die Oslo beschießen (das sind übergeordnete Beispiele, keine! Fallbeispiele).

Und wir sind in Europa verdammt gut damit gefahren, noch nie waren jene Teile des Kontinents so reich und so befriedet in seiner gesamten Geschichte die diesen historischen Blut und Boden Quatsch hinter sich gelassen haben. Jene die das nicht taten und nicht nicht mehr tun erfahren wieder dieselbe Verschwendung von Ressourcen/Leben und nichts als sinnbefreites Leid.

Aber es stimmt natürlich, am Ende des Tages wird die Ukraine besiegt sein, die Städte aussehen wie Grosny 2.0 und die Soldaten sowie die Bevölkerung werden unter einem Partisanenkrieg leiden, die russische Wirtschaft wird schlimmer aussehen als in den 90ern aber, ganz wichtig: Putin kann endlich sein scheiss Mosaik wieder aufhängen lassen als derjenige der die Krim und die Kleinrussen ins "Reich" holte (ja wirklich..), hoffentlich lernt die russische Bevölkerung bald Mandarin, denn der Preis für Grossrussland wird unvorstellbare Höhen annehmen.
 
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The_waron schrieb:
Wir haben nach 1945 in Mittel und Westeuropa nach und nach entschieden das wir den Status der völkerrechtlichen Staatengrenzen akzeptieren und unsere Ressourcen nicht darauf verschwenden mit kriegerischen Mitteln
Moment mal, wo gab es bei der Krim die "kriegerischen Mittel"? Wurde da etwa jemand erschossen? Wäre mir ehrlich gesagt neu.
https://de.wikipedia.org/wiki/Annexion_der_Krim_2014

Die Abstimmung wurde ungültig erklärt, weil die Verfassung der Ukraine sowas anscheinend nicht vorsieht.
Die für verfassungsrechtliche Fragen zuständige „Venedig-Kommission“ des Europarats befand das Referendum auf der Krim für illegal: Weder ließen die Verfassung der Ukraine noch die Verfassung der Region Krim eine Volksabstimmung über eine Sezession zu. Die Umstände der Abstimmung widersprachen demokratischen Standards
Dann die Gegenfrage an dich, was hätten die Russen auf der Krim machen sollen? Es einfach hinnehmen oder einen Bürgerkrieg anzetteln, wie im Donezbecken oder Jugoslawien? Wieso ist es kein Problem wenn Jugoslawien nun aus vier Staaten besteht, die Tschechoslowakei längst getrennt ist und auch andere Länder kreuz und quer über die Welt die Unabhängigkeit besitzen. Was ist an der Krim nun anders, weshalb das eine als "kriegerische Handlung" angesehen wird und sanktioniert wird und anderorts die Staaten sich trennen und Stück für Stück sogar in die EU aufgenommen werden? Denk nun mal drüber nach!

Dein "Blut und Boden", was du auch immer damit meinst, klappt sowieso nicht. Im Jahr 1980 gab es noch 171 Länder, aktuell sind wir bei 195, größtenteils durch Sezession entstanden. Das "Recht" auf Sezession ist an dieser Stelle ziemlicher Blödsinn, wenn man bedenkt, dass es durch Bürgerkriege problemlos erreicht werden kann, durch friedliche Maßnahmen anscheinend aber nicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sezession

Letztendlich aber hat die Haltung zu Annexion der Krim, mit den Krieg ausgelöst und statt friedlich das zusammen zu führen, was sowieso zusammen gehört, sterben nun auf beiden Seiten Menschen. Das sollte sich man die UN vielleicht in der Zukunft mal auf die Fahnen schreiben.
 
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xexex schrieb:
Moment mal, wo gab es bei der Krim die "kriegerischen Mittel"? Wurde da etwa jemand erschossen? Wäre mir ehrlich gesagt neu.
https://de.wikipedia.org/wiki/Annexion_der_Krim_2014
Anscheinend ist mein Punkt immernoch nicht rüber gekommen, ich versuche es sehr vereinfacht: Historische Herleitungen wer, wo, wie und wann mal gelebt hat um damit Ansprüche herzuleiten sind zivilisatorischer Nonsens und beliebig auslegbar, je nach Standpunkt und jeder der es seit 1945 versucht und umgesetzt hat, hat sich nur selbst in Elend gestürzt und viele mit ihm.
 
Für mich ist ja jegliche Zersplitterung in Menschheit, also insbesondere die Bildung weiterer Kleinstaaten, ein Rückschritt.
Das kann aber nicht als Pauschalisierung dienen jegliche Bestrebungen im Einzelfall ab zu werten.

Nachdem ich zumindest die Wiki-Links durchgegangen bin kann ich @xexex Einwand schon verstehen, daß hier im Bezug auf die Krim Annexion versäumt wurde zu unterstützen die Interessen der Bevölkerung überhaupt ausreichend zu erheben. Davon dann diese auch zu einem Konsens im Sinne einer Einigung zu führen erst recht.

Ob die Orientierung der Krim zu Russland so klar ausfallen würde wie von ihm dargestellt, konnte ich so nicht wiederfinden. Vielmehr waren die Erhebungen die erwähnt wurden alle sehr Zweifelhaft. Das heißt für mich aber nur, dass es nicht Erhoben ist, die Orientierung zu Russland ist nicht perse unplausibel.

Ein Problem aus westlicher Perspektive ist ganz klar, dass die demokratisch ausgerichtete Regierung der Ukraine zwar keine Sezession erlaubt. Der Bevölkerung aber mehr Rechte im Ausdruck und Einfluss ihres Bestrebens einräumt als dies unter der russischen Verwaltung gestattet wird.

Tatsächlich war mir der Konflikt der dort nun bald eine Dekade im Osten der Ukraine herrscht, zu m überwiegenden Teil unbekannt.
Das dort bereits ein lang anhaltender Konflikt herrscht, der auch schon lange erhebliches Leid verursacht gibt mir auch einen anderen Einblick warum Putin hier eine Eskalation herbeiführt. In keinster Weise soll das bedeuten, dass ich die Mittel seiner Eskalation akzeptabel finde.
Ob es Bestrebungen von Seiten Russlands gab hier den Verhandlungstisch einzuberufen, ggf. eben auch unter Androhung akzeptabler politischer Druckmittel ohne Gewalt ist mir auch nicht bekannt. Wenn nicht muss man auch zum Versäumnis der friedlichen Konfliktlösung mit dem Finger in alle Richtungen zeigen.
 
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Keylan schrieb:
Für mich ist ja jegliche Zersplitterung in Menschheit, also insbesondere die Bildung weiterer Kleinstaaten, ein Rückschritt.

die kleinen länder haben häufig eine gute infrastruktur z. b. schweiz, österreich, holland, estonia.
das einzige empium welches für eine fortschrittliche infrasturktur gesorgt hat und auch für kultur ist das römische reich gewesen. von russland erwarte ich diesbezüglich gar nichts.
die ukraine könnte sich jetzt ergeben, auf eine nato-mitgliedschaft verzichten und die gebiete in der ostukraine abtreten. dafür aber eine fortschrittliche west-ukrainie aufbauen mit anschluss an die eu.
aber das wird wohl nicht passieren, es wird ein ewiger konflikt bleiben. die türken und die griechen zanken sich ja auch schon seit jahrzehnten um zypern.
 
xexex schrieb:
Der Ärger kam dann letztlich nach dem Zerfall, wo plötzlich Politiker in der Ukraine begannen sich Richtung Westen auszurichten und die Krim wieder zurück zu Russland wollte.
Ich kann mich irren, aber war es nicht ein nicht unwichtiger Teil der Geschichte, dass die UDSSR als auch Ukraine weil Stück davon restlos Pleite waren, Ärzte, Soldaten, Lehrer Monate keine Kohle bekamen, der Osten aber immer besser aufgestellt (Rohstoffe, daher das Gefühl hatte latent den ärmeren Westen mit durch zufüttern) war und sich dann mit der geschürten Unzufriedenheit die Separatisten Fuß fassen konnten? Das Feuerchen schön weiter am Leben gehalten wurde bis die Grünen Männchen zuschlagen konnten (und wer weiß wer noch alle - Wagner Gruppe usw)
Auch da gibt es bei ARTE einiges in der Mediathek.

OT: Die Ukraine kann weder in die Nato als auch nicht in EU. Wie soll das gehen?
Die EU selbst auferlegten Statuten lassen das nicht zu. Nicht in Kriegs/Krisenzeiten und wirtschaftlich gibt es auch Hürden.
 
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Mal eine Frage by the way.

Wie findet Ihr die Berichterstattung in den deutschen öffentlich rechtlichen TV-Medien zum Thema Ukrainekrieg im Vergleich zu den privaten, namentlich RTL + Sat1 usw.?
Ich schaue nicht so viele Sendungen in dieser Hinsicht, aber mir gefallen die privaten Sendungen hinsichtlich ihrer Nähe am Geschehen vor Ort + Informationsfülle + Aktualität ausgesprochen gut.
Ich meine, beide Senderlager agieren in diesem Fall mindestens auf Augenhöhe. Das überrascht mich.
 
Hallo

ThomasK_7 schrieb:
Wie findet Ihr die Berichterstattung in den deutschen öffentlich rechtlichen TV-Medien zum Thema Ukrainekrieg im Vergleich zu den privaten, namentlich RTL + Sat1 usw.?
Bei den privaten wurde/wird optisch übertrieben, ich kann mich an eine Szene bei "Welt" ganz am Anfang erinnern wo der Reporter mit Helm und Schutzweste in Kiew stand und einen auf gefährliches Kriegsgebiet machte, im Hintergrund sah man 2 lachende Typen im T-Shirt die Selfies gemacht haben, da habe ich mich schon gefragt wie ernst die Lage wirklich ist. Keine Frage die Lage ist mittlerweile sehr ernst, dieser "Welt" Beitrag war aber am Anfang als die Russen gerade über die Grenze gekommen sind und es im innern der Ukraine noch nicht annähernd so schlimm war wie jetzt.
Ich finde die öffentlich rechtlichen Sender wieder einmal sachlicher/neutraler/objektiver, so wie immer.

Grüße Tomi
 
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whats4 schrieb:
Letztlich schließt sich dies nur dem an was wir aus allen Wirtschaftsbereichen mittlerweile vernehmen können: Es geht auf eine ökonomisch, politisch und kulturell vollständige Trennung und Isolation Russlands zu, in einer wirklich extremen Dimension wie ich sie mir nicht vorstellen konnte und definitiv auch nicht der Kreml.

Ich finde auch nicht alles davon wirklich sinnvoll, insbesondere die kulturelle Entkoppelung wird viele Jahrzehnte nachwirken und nicht wirklich jene treffen die man eigentlich treffen möchte.
 
...vor allem neigen hunde, die in die enge der ecke getrieben werden, zum beissen.
"hund" ned wertend, bloß, weil das sprichwort so lautet.

aber ich denke, wir erleben einen "punischen moment".
...im übrigen der meinung... ... zerstört werden muß...

mit pech: "the last one to die, please switch of the light"

mit weniger pech, aber auch ned gut:
dieses instrument wird wohl öfters eingesetzt werden, mit laufender zeit. die anlässe werden geringer werden.
weil die katze eh aus dem sack ist.
 
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