Ich muss sagen, dass ich von meinen Lehrern für meinen Geschmack zwar relativ gerecht bewertet werde, jedoch kommt es doch relativ häufig vor, dass ich mir selbst eine schlechtere Note geben würde...
Ich finde generell die Wichtigkeit einer mündlichen Note vor allem in den wissenschaftlichen Fächern einfach viel zu hoch! Ich kann meinen Lehrer in Mathe oder Physik viel erzählen, aber wenn ichs in schriftlicher Form nicht auf die Reihe bekomme, bringt mir das nicht sonderlich viel.
Meine mündlichen Noten zum Beispiel sind ziemlich gut, eigentlich immer zwischen 13 und 15 Punkten, und bei uns in Rheinland-Pfalz ist in den Grundkursen die mündliche Note 2/3 der Zeugniszensur. Das bedeutet, dass jemand, der schriftlich absolut nichts auf die Reihe bekommt, aber im Unterricht den Anschein von Interesse geweckt hat, trotztdem eine aktzeptable Note bekommt. Ich z.B. bin teilweise in Mathe schriftlich nicht so schnell (liegt wohl daran, dass ich die letzten Jahre ein wenig schleifen gelassen habe), und meine Noten in den Arbeiten sind auch nicht mit meinen mündlichen zu vergleichen aber trotzdem kriege ich eine akzeptable Note auf dem Zeugnis... Für mich zwar ganz praktisch - generell aber iwie totaler Schwachsinn, vor allem wenn man bedenkt, dass Mathematik für so viel die Basis oder ein wichtiges Werkzeug darstellt, vor allem, aber nicht nur in den Naturwissenschaften.
So das war jetzt viel Hors sujet ^^
Was ich eigentlich im Kopf hatte, war:
Ich bin momentan im Rahmen eines Auslandsaufenthalts in Frankreich in der Nähe von Paris, wohne hier seit 4 Monaten und gehe auch in die Schule. Kurz gesagt, gibt es einige extreme Vor- aber auch einige extreme Nachteile bei dem französischen Schulsystem:
- Der Nachteil von allergrößter Offensichtlichkeit ist die Schuldauer: Ich komme Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags um 6 Uhr nach Hause, Mittwochs sogar um 7 und die Schule beginnt um 8:30 Morgens. Ich verbringe den kompletten Tag in der Schule, esse hier auch, habe im Prinzip keine Freizeit in der Woche. Daheim angekommen gibt es aber keinesfalls weniger Aufgaben zu erledigen als in Deutschland (ok zumeist viele, weniger umfangreiche Aufgaben, aber dennoch viel)
- Ein Vorteil dieser extrem langen Schuldauer ist jedoch ebenfalls offensichtlich: man hat mehr Zeit, die Schüler zu striezen
. In Frankreich gibt es für das allgemeine Abitur 3 Profile: S(cienfique)=Wissenschaftlich, L(itteraire)=Litterarisch (WOW^^), und ES(Economique et Social)= Wirtschaftlich/Gesellschaftlich. Der Hauptteil der Französischen Schülerschaft (um die 65% etwa) machen S, 25% ES und die restlichen 10-15% L... In S, der Sektion, die ich gewählt habe, habe ich 6 Zeitstunden Mathematik die Woche, sowie 5 Stunden Physik/Chemie und 5 Stunden Biologie. Vor allem in Physik und Mathematik ist das Tempo doch eher harsch ^^ also es geht schon zur Sache, hier wird schon wirklich viel verlangt von den Schülern, ich finde, mehr als bei uns!
Hierher waren meine Gedanken unterwegs, denn hier gibt es KEINE mündlichen Noten, nicht einmal in den sprachlichen Fächern (was in den Fremdsprachen(vornehmlich Englisch) zu katastrophalen Ergebnissen führt), aber ich schreibe jede Woche mindestens eine, zumeist mehrere Arbeiten, die in den meisten Fällen 4h dauern und daraus setzt sich, fachspezifisch mit jeweils sonstigen Notenfindungen die Zeugnisnote zusammen.
Zumindest was die mathematisch/physikalische Fraktion betrifft, finde ich diese zwar im Vergleich zu unserem System doch sehr radikale Notenfindung aber durchaus vernünftig, denn alleine die Ergebnisse sind doch sehr aussagekräftig: Hier sind trotz der hohen Anforderungen (ich bin übrigens 1ère S), oder vielleicht auch gerade deswegen viele Schüler, die in Mathe extrem gute Noten erreichen. ^^
Klar sage ich nicht, dass man z.B. in einem Englisch LK keine münglichen Noten verteilen soll! Nur müsste man sich vllt man Gedanken machen, wo mündliche Noten in welchem Umfang und mit welcher Gewichtung wann Sinn machen und eventuell demnach entsprechende Maßnahmen ergreifen.
Sorry aber das lag mir auf der Seele Leute

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MfG Br0t
P.S.: Ich bevorzuge aber doch das deutsche System! 1. gehen daran weitaus weniger Persönlichkeiten unter und 2. hat man doch extrem viel Zeit für sich und für seine eigenen Interessen, die hier doch nur am Rande und mit großer Anstrengung exisitieren können.