Luzertof schrieb:
Wäre die Umgebung so gefährlich wie der eine oder andere behauptet, würden die Leute, die das wissen, nicht mit ihren Familien dort wohnen.
Es geht dabei nicht um Wissen, sondern um Glauben. Die konkreten Zusammenhänge, Ursachen und Langzeitfolgen sind immer noch nicht ausreichend bekannt. Erhöhte Krebsraten sind mal statistische Schwankungen, mal Indiz für einen Einfluss, obwohl keine Grenzwerte überschritten worden. Diese Grenzwerte sind ohnehin eher willkürlich festgelegt, da es nur die Erkenntnisse berücksichtigt, was kurz- und mittelfristige Folgen sind (und selbst damit geht man im Krisenfall sehr lax um und behauptet es wäre nicht so dramatisch). Es ist im Endeffekt so, dass eher eine Risikoabschätzung gemacht wurde. Solange nicht Menschen eindeutig identifizierbar daran sterben, nimmt man das Risiko in Kauf.
Die Kraftwerke dort sind noch immer sicher. Obwohl das Beben 8x stärker war, als die Auslegung der Kraftwerke. Und ein Tsunami dazu kam, der nicht nur die Kraftwerke beschädigt hat, sondern auch die komplette umliegende Infrastruktur.
Nein sind sie nicht. Das ist ganz klar und wenn es so wäre wie du behauptest, würde man nicht hunderttausende Menschen evakuieren, wo man eigentlich dringend Probleme hätte. Die Gefahr bei einem Atomkraftwerk ist nicht, dass es ausfällt, sondern das es nicht mehr kontrollierbar ist, wenn äußere Umstände hinzukommen, die man nicht kalkulieren kann. Egal wie sehr man es darauf auslegt, es gibt immer eine Chance, dass es schlimmer kommt. Aber abgesehen von den mangelhaften Vorkehrungen, die in einem erdbeben- und tsunamigefährdeten Gebiet hätten noch schärfer ausfallen müssen (denn diese hätte funktionieren können), so ist das alles nur Augenwischerei, das man im Fall des Falles den Reaktor nicht in den Griff bekommen kann.
Es steht auch außer Frage, dass Strahlung ausgetreten ist und insofern die Eindämmung eben nicht völlig intakt geblieben ist. Genauso das es mehrere Reaktoren betrifft und nicht abzusehen ist, wie glimpflich die scheinbar nun unvermeidliche Kernschmelze in allen verläuft. Insbesondere wenn man tatsächlich mit Wasser versucht (hat) direkt zu kühlen. Die Explosion zeigt auch, dass das problematisch ist.
Das wird schwer. Flugreisen und Röntgenuntersuchungen sowie Leitungswasser trinken verstrahlen dich nämlich mehr, als jetzt in Japan zu wohnen.
Was eine glatte Lüge ist. Wenn du im Umkreis dieses Reaktors wohnst, bekommst du innerhalb weniger Stunden die maximale Strahlendosis von einem Jahr ab. Und das nur weil der Wind gut steht.
Weder bei Flugreisen (dessen Wirkung du übertreibst), noch bei Röntgenuntersuchungen bist du dauerhaft dieser Strahlung ausgesetzt. Die Einsatzkräfte laufen nicht umsonst in Schutzanzügen rum. Die Behauptung, dass du von Leitungswasser derart verstrahlt werden könntest ist dagegen unbelegte und nicht nachvollziehbare Behauptung. Selbst wenn du erhöhte Uran-Werte in gewissen Gebieten anführen willst, so ist die Intensität nicht vergleichbar. Auch hier wieder Dauerbelastung gegenüber kurzzeitige Belastung.
Les dir mal den Link durch, vielleicht checkst auch du dann mal ein bisschen, wie das Leben so fernab der Grünen/ödp-Parteisitzung abläuft.
Du solltest damit leben, dass es andere Meinungen gibt und nicht nur deine Wahrheit. Das du dich mehr auf Glauben als auf Wissen stützt (inklusive dem hoffen darauf, das jemand anderer im Netz recht hat, der hier ab und zu verlinkt wird), hast du gerade belegt und insofern solltest du nicht über andere und deren Realität herziehen.
Ich wäre bereit auf Atomstrom zu verzichten, wenn sich ein jeder mal informieren würde, bevor er mit seinem Post längst widerlegte Aussagen tätigt.
Ob du darauf verzichten willst oder nicht ist für die Diskussion irrelevant. Schließlich geht es um die Risiken der Erzeugung. Diese ist nicht kalkulierbar sicher zu bekommen, gerade in dicht besiedelten Gebieten. Nun gilt das auch für andere Industriezweige, aber die Langzeitfolgen und die Entsorgungsproblematik ist noch um ein vielfaches verstärkt, auch ohne GAUs und Super-GAUs.
Edit: Leider finde ich gerade nicht die ARD-Doku von gestern Abend, die sehr schön den Umgang mit der Tschernobyl-Katastrophe auch hierzulande aufzeigte.