News „Unverantwortlich“: Jensen Huang wirft KI-Warnern Panikmache vor

DennisK.

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Nvidia-CEO Jensen Huang will von den Sorgen und Ängsten rund um KI nichts wissen: Es gebe eine Chance von null Prozent, dass KI die Menschheit bedrohe. Angst deswegen sei unnötig und die Warnungen seien wissenschaftlich nicht belegt. US-Präsident Donald Trump sieht unterdessen eine Verschwörung gegen KI im Gange.

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Natürlich soll der Ausbau voran gehen. Die Kohle muss schliesslich fliessen.
 
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Das Huang das unverantwortlich findet, ist nun wirklich keine Überraschung.

Ähnlich wird der Monopolist auf Schaufeln und Goldsieben, als Gerüchte umgingen die Goldader würde versiegen, auch argumentiert haben.
 
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....sprach der Schaufelverkäufer während der Goldgräberstimmung.
 
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Nvidia-CEO Jensen Huang will von den Sorgen und Ängsten rund um KI nichts wissen
Natürlich will er das nicht, verdient er genau mit dem ja ne goldene Nase. Was soll er auch anderes sagen 🤣
 
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Wäre auch komisch wenn Jensen Huang/Nvidia sich anders positionieren würde.

Die werden sich doch nicht ins eigene Bein schießen und sich dafür aussprechen dass ihre Kunden weniger Hardware bei ihnen kaufen.

Ich denke das weniger Tempo alleine für die Umstellung in der Arbeitswelt für die Gesellschaft und deren Frieden wichtig wäre, ganz Unabhängig von der Angst der vor einer selbständigmachenden KI.
 
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Also rund 30 Jahre Später sind die
"640kb should be enough for anybody"
nun zu einem
"There is a 0% chance that AI will kill anyone"

Gut dass sich Schlaue und Hochbezahlte Menschen keine Fehler erlauben.

0% als Angabe halte ich auch für sehr weit aus dem Fenster geleht. Er hätte es anders formulieren sollen.
 
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DennisK. schrieb:
Es gebe eine Chance von null Prozent, dass KI die Menschheit bedrohe.
Es gibt eine Chance von null Prozent, dass CEOs die Wahrheit sagen.
 
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Nur, weil etwas (noch) nicht wissenschaftlich belegt ist (wir befinden uns in den Kinderschuhen), würde ich mich hüten, eine mögliche Gefahr pauschal in Abrede zu stellen.
 
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Natürlich sagt Huang das, wie könnte es anders sein.

Wenn "KI" eine Zukunft hat, was durchaus anzuzweifeln ist, dann sicher nicht auf stromfressenden Nvidia-Chips.
Es wird so laufen wie bei den Minern. Es wird hocheffiziente Chips geben, die Leistung bei einem Bruchteil der Stromaufnahme liefern.

Huang hat einfach nur Bammel, daß ihm das einträgliche Geschäft mit dem Schlangenöl flöten geht.
 
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Was soll er denn bitte auch anderes sagen? Sein einziges Interesse ist, möglichst lange möglichst viele Schaufen zu verkaufen, bevor die Blase platzt. Vorsicht, Vernunft, Zurückhaltung sind also so ziemlich die letzten Dinge, die die Lederjacke sehen möchte... :freak:

Davon ab kann man ja generell ziemlich sicher davon ausgehen, dass man nicht unbedingt auf der Seite der "Wahrheit" steht, wenn man mit Trump einer Meinung ist 🤡
 
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Hahahahahaahahaa... ja klar, Jensen!

Als einziger der am KI-Boom vollkommen risikolos Abermilliarden an Gewinn macht (Der Schaufelverkäufer muss ja kein Gold finden, er braucht nur Leute die hoffen Gold zu finden denen er Schaufeln verkaufen kann) ist die Aussage komplett zu verstehen.
Deshalb ja auch meine Aussage in der "Sammelklage gegen KI-Verlangsamung"-News, dass die klagenden Privatpersonen auch gut Strohmänner von Nvidia sein könnten, da die mit einer Verlangsamung der Entwicklung natürlich (zu recht) sinkende Gewinne befürchten.
 
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Hersteller von Cigaretten haben auch immer behauptet, dass die Dinger kein Problem darstellen.
 
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Nvidia ist egal, ob die großen Frontier-Labs zum Einsatz kommen, oder ob sich jeder zuhause eine Workstation mit Open Weights Modellen hinstellt. Nvidia liefert für beides die Hardware.

Nvidia profitiert nicht von Regulierung, OpenAI, Anthropic und Co können mit Regulierung darauf hoffen, so an der Spitze zu bleiben, dass sie Geld verdienen.
 
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wenn der mann, dessen firma milliarden mit KI chips verdient sagt, diie KI sei völlig ungefährlich, dann kann man die sicherheitsforschung wohl einstellen. interessenkonflikte wurden offenbar auch schon von der KI abgeschafft
 
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Klar ist Lederjacke dagegen, sonst schwindet der Profit ;-).
 
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Also wenn ich das lese muss ich ehrlich sagen, das ist genau das was ich meine wenn ich sage die Debatte läuft schief. Und zwar auf beiden Seiten.


Fangen wir mal bei Huang an. Der Mann ist CEO von Nvidia, also der Firma die aktuell am meisten von der ganzen KI Welle profitiert. Die Aktie ist in drei Jahren um 437 Prozent gestiegen, das Unternehmen ist über 5 Billionen Dollar wert. Wenn ausgerechnet dieser Mann sagt es gebe eine "Null Prozent Chance" dass KI die Menschheit bedroht, dann muss man das mit einer sehr großen Prise Salz nehmen. Das ist ungefähr so glaubwürdig wie wenn der Chef von Philip Morris sagt Rauchen sei völlig unbedenklich. Der hat schlicht ein massives finanzielles Interesse daran, dass der Ausbau ungebremst weiterläuft. Jede Bremse, jede Regulierung, jede Verlangsamung würde direkt seine Aktienkurse treffen. Seine Aussage ist keine wissenschaftliche Einschätzung, das ist Lobbyarbeit im Frühstücksfernsehen.


Und dann noch die Aussage "wissenschaftlich nicht belegt". Das ist eine Nebelkerze. Denn genauso wenig ist "wissenschaftlich belegt" dass KI keine existenzielle Bedrohung ist. Bei einer neuen Technologie dieser Größenordnung gibt es logischerweise keine belastbaren Langzeitstudien, die kann es gar nicht geben. Die Vorsorgeperspektive sagt in so einem Fall: Wenn ein Risiko potenziell riesig und irreversibel ist, muss man vorsichtig sein, auch ohne endgültigen Beweis. Genau das ist bei Klima, bei Kernkraft, bei Chemikalien der Standard. Huang dreht das um und sagt "solange ihr mir nicht beweist dass es gefährlich ist, mach ich weiter". Das ist die Beweislastumkehr die immer dann kommt, wenn jemand nicht reguliert werden will.


Auf der anderen Seite muss ich aber auch bei den Warnern differenzieren. Wenn Altman und Amodei und Musk plötzlich alle vor Kontrollverlust warnen und "freiwillige Verlangsamung" versprechen, dann ist das auch nicht ganz uneigennützig. Das ist teilweise regulatorisches Manövrieren. Wer laut warnt, positioniert sich als verantwortungsvoller Akteur und beeinflusst damit die Regulierung die kommt. Nach dem Motto "regelt uns lieber selbst, sonst wird es schlimmer". Gleichzeitig entwickeln sie natürlich weiter. Bei Anthropic sieht man das aktuell mit Mythos 5.1, wird angeblich wegen Sicherheitsbedenken nur einem kleinen Kreis gegeben. Ob das reine Vorsicht ist oder auch clevere Vermarktung als "so mächtig dass wir es nicht mal frei rausgeben können", das kann von außen niemand beurteilen.


Was mich am Artikel aber wirklich stutzig macht ist die politische Dimension. Trump nennt die Sicherheitsbedenken eine "Verschwörung" gegen KI und Rechenzentren, ruft Huang mitten in einer Veranstaltung an und redet vom KI Wettrennen mit China das die USA gewinnen müssen. Das ist genau das Rahmennarrativ das ich am gefährlichsten finde. Sobald etwas als geopolitischer Wettlauf gerahmt wird, sind alle Sicherheitsbedenken erledigt. Wer bremsen will, wird zum Verräter am nationalen Interesse. Diese Logik hat uns schon beim atomaren Wettrüsten fast in die Katastrophe geführt und jetzt kommt sie im KI Kontext zurück. Und dass ausgerechnet die US Regierung offenbar hinter der Sammelklage gegen die freiwillige Verlangsamung steckt, sagt eigentlich alles über die Prioritäten.


Der Punkt der im Artikel am wenigsten diskutiert wird und den ich am kritischsten sehe ist der zu den Escape Vorfällen. KI Agenten die Sicherheitsbarrieren umgehen, die sich untereinander abstimmen für einen Hack, die in Kundenumgebungen eindringen. Das sind keine hypothetischen Szenarien mehr, das ist bereits passiert. Und wenn Huang bei so einer Faktenlage sagt es gebe "Null Prozent Chance" dass da irgendwann was Ernsthaftes schief geht, dann ist das entweder verantwortungslos oder er hat die aktuellen Vorfälle nicht mal zur Kenntnis genommen. Beides wäre für einen CEO in seiner Position bedenklich.


Was ich dabei aber auch nicht vergessen will: Die Sorge vor existenzieller Bedrohung darf nicht die realen aktuellen Probleme überdecken. Die Debatte um "wird KI uns auslöschen" lenkt oft von den handfesten Problemen ab die schon da sind: KI Bewerbungsgespräche wie bei meiner Kollegin, Arbeitsplatzverdrängung, Fake Content der die Diskursbasis zerstört, Energie und Klimafolgen, Machtkonzentration bei einer Handvoll Konzerne. Das sind die konkreten Schäden hier und jetzt und wenn wir uns nur über SkyNet streiten, passieren die eben weiter unbemerkt. Insofern hat Huang ein winziges bisschen recht wenn er sagt die "Weltuntergangserzählungen" seien manchmal übertrieben. Aber die Konsequenz daraus ist nicht "also einfach weiter machen", sondern "also über die richtigen Risiken reden".


Meine Bilanz zum Artikel: Huang argumentiert wie jemand der finanziell komplett von der Sache abhängig ist über die er urteilt. Das ist kein neutraler Diskussionsbeitrag, das ist ein Investorenpitch verkleidet als Meinung. Die politische Instrumentalisierung durch Trump macht die Sache noch schlimmer. Auf der anderen Seite haben auch die warnenden CEOs eigene Interessen. Was mir in der ganzen Debatte fehlt sind Stimmen die weder Aktien noch Angst verkaufen. Unabhängige Forschung, unabhängige Regulierer, breite gesellschaftliche Diskussion. Aber die haben eben kein Frühstücksfernsehen und keinen Präsidenten am Telefon.


Am Ende bleibt ein bitteres Fazit. Wenn der reichste CEO der Welt in Kombination mit dem US Präsidenten die Sicherheitsdebatte als "Verschwörung" abtut, dann wird sie politisch keine Chance mehr haben. Der Zug fährt weiter, die Bedenken werden weggewischt und in ein paar Jahren werden wir uns fragen wie es so weit kommen konnte. Antwort: Weil die Leute mit dem Mikrofon andere Interessen hatten als die Leute mit den Sorgen.
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Gibt ja genug Positiv- (Sicherheitsregulierungen nach Kernenergie Unfällen Chernobyl/Fukushima/Three Mile Island, Section 230 des US-Telecommunications Act ermöglichte den Web 2.0 Boom, FAA & Internationale Sicherheitsstandards der Luftfahrt machten fliegen bis heute zur sichersten Fortbewegungsart) und Negativbeispiele (EU-Gentechnik GMO Regulierung führte zu Innovationsabwanderung nach Amerika/Asien, GDPR führte zum Venture Capital Derisking in Europa, Crypto Wars der 90er in den USA führte zu Exportsperren und verzögerte sichere Infrastrukturen).

Die Regulierung würde nur funktionieren wenn China + USA + der Rest der KI Welt sich auf einen gemeinsamen Standard einigen und einhalten würden. Das ist bei der aktuellen Geopolitik, bei den Investitionssummen und der Bedeutung für die Volkswirtschaften aber extrem unrealistisch. Das werden auch Anthropic/OpenAI & Co wissen -> ich seh hier eher "Derisking" und Marketing als Hauptbeweggrund. Im Endeffekt muss aber immer zuerst etwas zu Bruch gehen, bevor reguliert wird.
 
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