Fragen wir mal so rum: Was ist an den üblichen HiFi-Hörern denn anders, als an einem "normalen" Headset?

Da stecken letztlich auch nur zwei stinknormale Lautsprecher (Treiber) drin.
Räumlichkeit ist weniger eine Frage des Kopfhörers, sondern eher der Aufnahmetechnik und des Mixings.
Eigentlich verfügen so ziemlich alle modernen Titel über eine (mehr oder weniger) komplexe Audio-Engine, die Klangereignisse beliebig im virtuellen Raum platzieren kann.
Die Ausgabe erfolgt dabei normalerweise in Stereo (2.0).
Was eine zusätzliche 7.1 Software nun macht, ist nichts anderes, als die vom Spiel übermittelten Kanäle nochmal durch einen proprietären Algorithmus zu schicken. Dieser beinhaltet zum Beispiel das Erzeugen von Laufzeitunterschieden, Nachhall und spezifischen Frequenzverschiebungen. Was dabei zustande kommt,
kann lebendiger und authentischer klingen. Es
kann aber auch in die Hose gehen und die Klangkulisse völlig verzerren, eine gezielte Ortung soger verhindern. Das hängt immer stark davon ab, ob die hinterlegte HRTF-Berechnung zur eigenen Hörerfahrung passt und wie gut das Spiel mit zusätzliche Surround-Simulationen zurechtkommt. Wenn das Spiel einfach nur 2.0 ausgibt - wie zum Beispiel bei Rainbow Six Siege - dann werden solche Algorithmen den Klang einfach nur künstlich aufdricken, jedoch nicht zu einer besseren Ortung beitragen! Bei Battlefield hingegen kann man meines Wissens tatsächlich zwischen 2.0 und 7.1 auswählen. Sprich, eine richtig eingebundene Surround-Software könnte diese Kanäle dann gesondert ansprechen und den "erweiterten" Surround-Sound dann auf deine Stereo-Kopfhörer ausgeben.
Der springende Punkt ist letztlich jedoch, dass du bei Gaming-Headsets eine ziemlich miserable Preisleistung bekommst. Rein von Seiten der Klangqualität ist ein HiFi-Kopfhörer in gleicher Preisklasse in der Regel deutlich besser aufgestellt.
Und nun kommt das Spannende:
Selbst mit HiFi-Kopfhörern musst du auf die 7.1-Simulationen nicht verzichten! Dank Projekten wie "
HeSuVi" haben wir nämlich die Möglichkeit, so ziemlich alle populären Surround-Simulationen (HRTFs) auf ein beliebiges Ausgabegerät anzuwenden. Anstatt einer einzigen kannst du dann zwischen weit über 10 verschiedenen Surround-Simulationen variieren.
Im Endeffekt sind HiFi-Kopfhörer also nicht nur klanglich überlegen, sondern bieten wider Erwartens auch noch deutlich mehr Möglichkeiten bei der Surround-Simulation.