Verlegung von Internet und Telefon über 12-adrige-Kabel

PascalBe

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Hallo zusammen,
ich helfe aktuell Freunden bei der Verlegung von Internet und Telefon im Haus, komme aber eigentlich aus dem Software-Entwicklungsgebiet, habe damit daher nicht so viel am Hut und wollte daher um Hilfe bitten, wie ich das am besten löse. Dazu ist zu sagen, dass die Kabel vor langer Zeit verlegt wurden von Privatpersonen und nicht wirklich dem aktuellen Standard entsprechen. Durch die Änderung von Telefon über IP (Fritzbox) bin ich nun nicht ganz sicher, wie ich das am besten anschließe.

Aktueller Aufbau:
- beim Hausanschluss befindet sich die Fritzbox 7490
- ein LAN Port geht auf einen Switch (Eingang)
- Ausgänge gehen werden über ein Patchfeld im EG und NG verteilt und da an den Dosen angeschlossen (Telefon-Verlege-Kabel(12adrig))
- ein Ausgang (Telefon-Verlege-Kabel(12adrig) geht ins OG, wo die Verteilung im Obergeschoss stattfinden soll (vom OG Anschluss an die Dosen im OG)

Was ich möchte:
- im OG eine Verteilung von dem ankommenden Kabel auf die wegführenden (das Signal verteilen auf die Dosen im OG)
--> was ist die beste Lösung (die auch ordentlich aussieht). Wieder einen Switch + Patchfeld oder kann man das einfacher lösen (sind ca. 8 wegführende Kabel)

- Analoge Telefone oder DECT Basis-Stationen im Haus anschließen
--> kann ich die FON oder den ISDN Anschluss an der Fritzbox nutzen, um darüber analoge Telefone
--> dafür würde ich 4 Adern des 12-adrigen Kabels nutzen (die übrigen 8 fürs Internet)
--> der Aufbau wäre dann folgendermaßen
--> RJ-12 (für den FON) oder RJ-45 (für den ISDN) Kabel von der Fritzbox auf einen weiteren Switch
--> Ausgänge vom Switch auf ein Patchfeld, wo die 4 Adern der Telefon-Verlege-Kabel (für das Telefon) angeschlossen sind (die anderen 8 hängen am Patchfeld für das Internet)
--> an den Dosen im Haus installiere ich zwei RJ-45 Dosen, die ich einmal für Internet belege (8 Adern) und einmal für Telefon (4 Adern) ---> an die Telefon-Dose ein DECT Basis-Station oder Telefon


Also im Endeffekt zwei Fragen:
-> Wie verteile ich die Signale im OG (Switch + Patchfeld)?
-> Wie schließe ich die Telefone + DECT-Basis-Stationen an?


Ich wäre über alle möglichen Tipps, Ideen, Anregungen dankbar, da ich mich, wie gesagt, wenig mit dem Thema auskenne und nicht weiß, wie man sowas ordentlich machen würde.
Vielen Dank schon mal :)
 
"kann ich die FON oder den ISDN Anschluss an der Fritzbox nutzen, um darüber analoge Telefone
--> dafür würde ich 4 Adern des 12-adrigen Kabels nutzen (die übrigen 8 fürs Internet)"
ja ISDN mit LAN in einem Kabel geht. Was nicht geht, ist analog Telefon und LAN in einem Kabel. Dann kommt es durch das Klingelsignal zu Störungen im LAN. Bei Cat6+7 geht analog Telf., weil alle Adern einzeln geschirmt sind.
Bei 8 Adern für Gigabit LAN dann kommen immerhin 600-800Mbit/s oben an.
Besser oben eine weitere Fritte als WLAN Acess Point/Portswitch und DECT Acess Point oder ip Telefone anschließen.
Hier ein paar links von Leuten die erfolgreich LAN über Telefonkabel realisiert haben:
http://www.strippenstrolch.de/?Home...9-Alte-Telefonkabel-als-LAN-Verbindung-nutzen
hier noch eine Hilfe wie man die Kabel auszählt:http://www.tocker.de/installationskabel/installationskabel.html

Nicht vergessen die Schirmung des Telefonkabels aufzulegen. Das blaue auf der Alu-Schrimung ist ein Kunststoffüberzug, der nicht leitet. Muss umgeklappt werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zumindest, wenn das Kabel halbwegs was taugt.

Tipps, Ideen, Anregungen: Ordentliches CAT Kabel verlegen ;)
 
Du kannst die ISDN Geräte ganz normal an der Fritzbox weiter betreiben, einfach das ISDN-Kabel vom NTBA in die Fritzbox stecken, damit laufen alle ISDN-Geräte weiter über die FB. Falls mehrere schnurgebundene ISDN-Telefone im Haus sind, dann kannst Du den NTBA als Verstärker nutzen. Die DECT-Telefone kannst Du direkt in die FB einloggen.

Wenn ich das richtig lese, dann wird bei Dir ein 12-adriges Telefonkabel als Netzwerkkabel verwendet ??
 
Es besteht halt schon ein Unterschied zwischen einem Telefonkabel und einem LAN Kabel (das ist nicht nur die Aderanazahl). Vielleicht geht es einige Meter und mit geringen Geschwindigkeiten - aber es ist Pfusch LAN nicht über ein CAT6/7 Kabel.
 
also, erstmal merci für die schnellen Antworten. Einen Punkt habe ich wohl vergessen bzw. ist nicht richtig rübergekommen. Die ISDN-Anlage ist schon weg. Ich möchte alles über die Fritzbox anschließen.

@Kristatos: genau, 12-adrige Kabel sind verlegt, die ich für Internet und Telefon nutzen möchte. Wegen den DECT-Geräten: Leider ist die Reichweite nicht so hoch, sodass im OG keine DECT-Verbindung hab. Daher würde ich gerne da DECT-Stationen anschließen können.

@hildefeuer: ich hätte doch beim Internet 8 Adern. Würde für das Telefon 4 nehmen --> 12. Nur wie man das anschließt ist mir unklar. Kann ich an den S0-Anschluss der Fritz (eig ISDN-Analge) mehrere Basisstationen und/oder Telefone anschließen?
Ergänzung ()

@Ost-Ösi: Ja, weiß ich, aber ist schon verlegt und hatte 8 Adern des Telefonkabels schon bei einer Dose angeschlossen im NG und die Geschwindigkeit war gut genug. Ist nicht perfekt, aber scheint zu reichen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist das Kabel denn komplett befestigt oder könntest Du es evtl. durch ein Netzwerkkabel austauschen ?
 
Ich denke, man könnte es im Notfall schon austauschen, da müsste ich aber erst mit dem Eigentümer reden. Die Frage wäre aber dann, wie ich das Telefon verlege.
 
"Würde für das Telefon 4 nehmen --> 12. Nur wie man das anschließt ist mir unklar. Kann ich an den S0-Anschluss der Fritz (eig ISDN-Analge) mehrere Basisstationen und/oder Telefone anschließen?"
ISDN Dosen werden identisch LAN Dosen beschaltet. Sicher kann man mehrere Basisstationen anschließen auf ISDN. Ist halt ein Bus-System. Lediglich die Verteilung ist anders. Bei LAN Stern-Verteilung, bei ISDN Ring-Verteilung, funzt aber auch mit Stern. Wenn man also für ISDN und LAN RJ45 Doppel Dosen verwendet, kann man ohne weiteres z. B. Links LAN auflegen, rechts ISDN. Vorteil: wenn man mit Patchfeld arbeitet, kann man auch den ISDN-Anschluß jederzeit für LAN umpatchen.
 
Alles klar. Dann würde ich es glaube ich folgendermaßen machen mit der DECT-Station:

- S0-Anschluss der Fritzbox über RJ-45 über Patchfeld auf Verlegekabel ins OG (über 8 Adern der 12-adrigen Leitung)
- im OG über Patchfeld auf DECT Station über ein Kabel mit RJ-45 auf der einen Seite und RJ-11 auf der anderen)

außerdem das analoge Telefon folgendermaßen:
- FON1 Anschluss von der Fritzbox über RJ-11 Stecker auf Patchfeld --> ins OG
- im OG über Patchfeld -> RJ-45 -> Patchfeld auf Verlegekabel zur Dose im Wohnzimmer (z.B.)

Sollte funktionieren, oder?:freak:
 
Je nachdem wie das alte Kabel verlegt ist (Rohre oder nackt unter Putz) kann man einfach das alte Kabel als Zughilfe für das neue verwenden.
Wenn über die 8 Adern noch was geht, ok. Aber vermutlich reichts nur fürs Internet, oder? Gigabit bekommst du da sicher nur schwerlich drüber.
 
Ja, über Rohre, wir probieren das morgen mit dem durchziehen.
Ob das Gigabit ist weiß ich nicht, hab nur einen Internet-Speedtest gemacht und der hat die volle Geschwindigkeit geschafft.
 
Für Pfuscherei sollte man hier keine Ratschläge geben. Es sollten definiv neue Kabel für "diensteneutrale Verkabelung" eingezogen werden. Dann ist es gleichgültig, welcherart die Endgeräte sind. Neue Dosen eingeschlossen.
 
Wenn das Kabel auf dem Patchfeld und in den Dosen normgerecht aufgelegt wird, wird jedes gewählte Endgerät funktionieren.

EDIT:
Heutzutage heißt das "strukturierte Verkabelung", das ist aber genau nichts anderes.

Sieh einfach die Kabel vom Patchfeld bis zur Dose als Verlängerung an; je nachdem was am
Anfang (Patchfeld) angeschlossen wird (Router, ISDN-Anlage oder analoge Telefon-Anlage) kommt am Ende (aus der Dose) raus.
 
Zuletzt bearbeitet: (edit)
Hier noch ein paar Zusatzinformationen:
Fast-Ethernet (100Mbit/s) über alte Telefonverlegekabel kann funktionieren. Je kürzer die Kabellänge umso höher die Wahrscheinlichkeit. Es sollte aber auf jeden Fall geprüft werden, ob und wieviele fehlerhafte Ethernet frames über solch eine Verbindung empfangen werden. Denn die Verbindung mag prinzipiell funktionieren aber nur mit schlechter Qualität. Unter Windows kann man z.b.
Code:
 netstat -e
in der Kommandozeile eingeben, um eine kurze Übersicht der Ethernet Schnittstellen Statistiken angezeigt zu bekommen.

Wenn es schneller werden soll (Gigabit-Ethernet, 1000Mbit/s), dann stehen die Chancen für eine funktionierende Verbindung über ein klassisches Telefonverlegekabel extrem schlecht.

Falls dann doch neue Kabel eingezogen werden sollen, dann reichen für Gigabit-Ethernet Kabel der Kategorie Cat 5e.
Kabel der Kategorie Cat 6A sind für 10 Gigabit-Ethernet und langsamer ausgelegt. Das reicht wahrscheinlich für die nächsten Jahrzehnte.
Kabel der Kategorie Cat 7 kann man verwenden, bringen aber auf absehbare Zeit keinen Vorteil in der Datenübertragung.

Sprich meiner Meinung nach kann man sich bei der Wahl zwischen Cat 6A oder Cat7 Kabel vom Preis leiten lassen.

Für einen irgendwann zukünftigen Betrieb von 10Gigabit-Ethernet sollte auch das Patchpanel und die Netzwerkanschlussdosen der Kategorie 6A entsprechen. Es wird gerne mal übersehen, das hierfür nicht nur das Kabel maßgebend ist.
 
Wenn man Geld hat und auch Interesse für die dahintersteckende Technologie, koennte man auch optische Medien (sprich LWL, auch Faser genannt) einziehen und an den jeweiligen Enden entsprechende Medienkonverter verwenden.
 
omavoss schrieb:
Wenn man Geld hat und auch Interesse für die dahintersteckende Technologie, koennte man auch optische Medien (sprich LWL, auch Faser genannt) einziehen und an den jeweiligen Enden entsprechende Medienkonverter verwenden.

Und welchen Mehrwert soll das in diesem Fall bringen im Vergleich zu Kupfer? Es gibt daseinsberechtigung für LWL, keine Frage. Aber das trifft nur dann zu wenn man längere Strecken überwinden will (>100m) oder eine galvanische trennung braucht oder höher Geschwindigkeiten bennötigt (>10gbit). Für eine normale Inhouse-Verkabelung reichen normale Cat-Kabel völlig. Alles andere wäre nur sinnlos rausgeschmissenes Geld.
 
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