Du verwendest einen veralteten Browser. Es ist möglich, dass diese oder andere Websites nicht korrekt angezeigt werden.
Du solltest ein Upgrade durchführen oder einen alternativen Browser verwenden.
Du solltest ein Upgrade durchführen oder einen alternativen Browser verwenden.
Verschiedene Fragen zu Aktien und Dividenden
- Ersteller niqlas
- Erstellt am
Auch wenn sicher gleich jemand das Gegenteil behaupten wird: Es ist pures Glück. Es sei denn man hat mehr/bessere Informationen als der Markt, was als Privatanleger bei solch liquiden Papieren eher unwahrscheinlich ist.
Nvidia zählt ja schon eher zu Standard-Titel, da sind alle öffentlich verfügbaren Informationen eingepreist, bevor man als Privatanleger die Chance hat ein Schnäppchen zu machen.
Nvidia zählt ja schon eher zu Standard-Titel, da sind alle öffentlich verfügbaren Informationen eingepreist, bevor man als Privatanleger die Chance hat ein Schnäppchen zu machen.
Hallo zusammen,
aktuell beschäftige ich mich mit dem intrinsischen Wert eines Indexfonds und dem Marktwert.
Die Frage, die ich mir dabei stelle, lautet:
Beeinflussen Angebot und Nachfrage eines spezifischen Fonds dessen Preis oder nur die Performance des zugrunde liegenden Index abzüglich der TER (Gesamtkostenquote)?
Wie ich auf diese Frage gekommen bin
Ich habe ein Zitat von Warren Buffett zum Thema Value Investing gelesen: "Value Investing is buying a dollar for fifty cents." Beim Value Investing werden die emotionalen Überraktionen der Investoren sowie die vorhandenen Marktineffizienzen (in Bezug auf die Markteffizienztheorie) genutzt. Der Marktpreis einer Aktie und die Geschäftsergebnisse des dahinterstehenden Unternehmens sind nicht direkt aneinander gekoppelt. Einzig die Reaktionen der Investoren auf bestimme Veröffentlichungen bzw. Nachrichten, zum Beispiel nach der Veröffentlichung eines negativen Quartalsberichts, beeinflussen den Preis einer Aktie durch Angebot und Nachfrage. Dadurch ist es beispielsweise möglich, eine Aktie unter ihrem intrinsischen Wert zu kaufen.
Ist Value Investing auch bei Indexfonds möglich?
Jetzt habe ich mir die Frage gestellt, ob diese emotionalen Überreaktionen auch bei Indexfonds zu finden sind. Im Gegensatz zu Aktien sind einzelne Indexfonds sowohl an die Performance ihres Index gekoppelt (das ist ja der Sinn dahinter), doch auch Angebot und Nachfrage, also die Aktionen der Marktteilnehmer, spielen eine Rolle.
Ich habe bei Google nach dem intrinsischen Wert von Indexfonds gesucht und bin auf diese Seite gestoßen: http://finanztipps.cc/etf-kennzahlen.html/
Dort steht:
Meine Idee war nun, das veröffentlichte NAV mit dem aktuellen Kurs zu vergleichen und eine mögliche Differenz festzustellen. Diese Differenz würde auf eine Über- oder Unterbewertung hindeuten. Als Beispiel habe ich den "iShares MSCI World UCITS ETF (Dist)" (ISIN: IE00B0M62Q58) verwendet, der bei iShares unter https://www.ishares.com/de/individu...through=true&locale=de_DE&userType=individual zu finden ist. Dort wurde ein NAV von 36,12 USD angegeben. Bei comdirect (siehe https://www.comdirect.de/inf/etfs/detail/uebersicht.html?ID_NOTATION=114715786 ) habe ich dann den aktuellen Marktpreis herausfinden können: 33,27 EUR. Nun musste ich zu meiner Verwunderung feststellen, dass 36,12 USD exakt 33,27 EUR entsprechen. Der intrinsische Wert des Indexfonds stimmt also genau mit dem aktuellen Marktpreis überein.
Ist das nur ein Zufall? Oder soll das so sein?
Auf der einen Seite, so denke ich mir, macht es durchaus Sinn. Anleger kaufen einen Indexfonds, damit dieser die Performance des Index abbildet (abzüglich der TER). Auf der anderen Seite frage ich mich, was in folgender Situation passieren würde:
Derselbe iShares-Indexfonds hat im Vergleich zum Vortag ein Plus von 2% gemacht, weil der Index um 2% gestiegen ist. Das fällt jemandem bei der BILD-Zeitung auf und am nächsten Tag steht in großen Lettern auf der Titelseite: "KAUFEN SIE JETZT DIESEN ISHARES-FONDS MIT ISIN IE00B0M62Q58!!1elf" Dadurch entsteht eine enorme Nachfrage, die einem vergleichsweise geringen Angebot gegenüber steht. Nach dem Gesetz des Marktes führt eine erhöhte Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot zu einer Preissteigerung. Während der Index an sich also nur ein Plus von 2% vorweisen kann, würde der iShares-Fonds in dieser Situation ein Plus von beispielsweise 5% aufweisen (2% vom Index und 3% durch die erhöhte Nachfrage).
Ist das möglich? Wie wird dem entgegengewirkt? Habe ich etwas übersehen?
Ich freue mich auf Eure Antworten! Vielen Dank
aktuell beschäftige ich mich mit dem intrinsischen Wert eines Indexfonds und dem Marktwert.
Die Frage, die ich mir dabei stelle, lautet:
Beeinflussen Angebot und Nachfrage eines spezifischen Fonds dessen Preis oder nur die Performance des zugrunde liegenden Index abzüglich der TER (Gesamtkostenquote)?
Wie ich auf diese Frage gekommen bin
Ich habe ein Zitat von Warren Buffett zum Thema Value Investing gelesen: "Value Investing is buying a dollar for fifty cents." Beim Value Investing werden die emotionalen Überraktionen der Investoren sowie die vorhandenen Marktineffizienzen (in Bezug auf die Markteffizienztheorie) genutzt. Der Marktpreis einer Aktie und die Geschäftsergebnisse des dahinterstehenden Unternehmens sind nicht direkt aneinander gekoppelt. Einzig die Reaktionen der Investoren auf bestimme Veröffentlichungen bzw. Nachrichten, zum Beispiel nach der Veröffentlichung eines negativen Quartalsberichts, beeinflussen den Preis einer Aktie durch Angebot und Nachfrage. Dadurch ist es beispielsweise möglich, eine Aktie unter ihrem intrinsischen Wert zu kaufen.
Ist Value Investing auch bei Indexfonds möglich?
Jetzt habe ich mir die Frage gestellt, ob diese emotionalen Überreaktionen auch bei Indexfonds zu finden sind. Im Gegensatz zu Aktien sind einzelne Indexfonds sowohl an die Performance ihres Index gekoppelt (das ist ja der Sinn dahinter), doch auch Angebot und Nachfrage, also die Aktionen der Marktteilnehmer, spielen eine Rolle.
Ich habe bei Google nach dem intrinsischen Wert von Indexfonds gesucht und bin auf diese Seite gestoßen: http://finanztipps.cc/etf-kennzahlen.html/
Dort steht:
NAV – Net Asset Value oder Nettoinventarwert
Der Nettoinventarwert ist die Summe des Wertes aller in einem ETF gehaltenen Wertpapiere abzüglich der Gesamtkostenquote TER geteilt durch die Anzahl der in Verkehr befindlichen Anteile.
Die Kennzahl wird einmal täglich anhand des Schlusskurses offiziell festgelegt.
Meine Idee war nun, das veröffentlichte NAV mit dem aktuellen Kurs zu vergleichen und eine mögliche Differenz festzustellen. Diese Differenz würde auf eine Über- oder Unterbewertung hindeuten. Als Beispiel habe ich den "iShares MSCI World UCITS ETF (Dist)" (ISIN: IE00B0M62Q58) verwendet, der bei iShares unter https://www.ishares.com/de/individu...through=true&locale=de_DE&userType=individual zu finden ist. Dort wurde ein NAV von 36,12 USD angegeben. Bei comdirect (siehe https://www.comdirect.de/inf/etfs/detail/uebersicht.html?ID_NOTATION=114715786 ) habe ich dann den aktuellen Marktpreis herausfinden können: 33,27 EUR. Nun musste ich zu meiner Verwunderung feststellen, dass 36,12 USD exakt 33,27 EUR entsprechen. Der intrinsische Wert des Indexfonds stimmt also genau mit dem aktuellen Marktpreis überein.
Ist das nur ein Zufall? Oder soll das so sein?
Auf der einen Seite, so denke ich mir, macht es durchaus Sinn. Anleger kaufen einen Indexfonds, damit dieser die Performance des Index abbildet (abzüglich der TER). Auf der anderen Seite frage ich mich, was in folgender Situation passieren würde:
Derselbe iShares-Indexfonds hat im Vergleich zum Vortag ein Plus von 2% gemacht, weil der Index um 2% gestiegen ist. Das fällt jemandem bei der BILD-Zeitung auf und am nächsten Tag steht in großen Lettern auf der Titelseite: "KAUFEN SIE JETZT DIESEN ISHARES-FONDS MIT ISIN IE00B0M62Q58!!1elf" Dadurch entsteht eine enorme Nachfrage, die einem vergleichsweise geringen Angebot gegenüber steht. Nach dem Gesetz des Marktes führt eine erhöhte Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot zu einer Preissteigerung. Während der Index an sich also nur ein Plus von 2% vorweisen kann, würde der iShares-Fonds in dieser Situation ein Plus von beispielsweise 5% aufweisen (2% vom Index und 3% durch die erhöhte Nachfrage).
Ist das möglich? Wie wird dem entgegengewirkt? Habe ich etwas übersehen?
Ich freue mich auf Eure Antworten! Vielen Dank
Hey niqlas,
um es kurz zusammenzufassen:
Für den NAV wird der Inhalt eines ETF herangezogen, zu diesem werden dann auch neue Stücke emittiert bzw. Stücke zurückgenommen. Haken: das passiert i.d.R. nur 1x am (Handels-)Tag.
An einer Wertpapierbörse hingegen trifft Angebot ständig auf Nachfrage. Von einem gedachten (ständig ermittelten) NAV abweichende Kurse sind dadurch nicht nur denkbar, sondern Realität (Vgl. verschiedene Kurse ein und desselben ETF an verschiedenen Handelsorten - der gedachte NAV ist (weil produktbezogen) immer gleich).
Anders herum könnte man auch argumentieren, dass zur Ermittlung des NAV Aktienbewertungen erfolgen müssen, die jedoch ebenso abhängig vom Handelsplatz unterschiedlich ausfallen (können).
Die Bewertung folgt sicherlich einem festgeschriebenen Muster (z.B. Betrachtung der Schlusskurse am jeweiligen "Heimathandelsplatz" einer Aktie), sodass man weiß, was da passiert.
Nichtsdestozrotz beißt sich die Katze an dieser Stelle offensichtlich in den Schwanz.
Im Rahmen eines annehmbaren Spreads ist das aber ok. Ufert das aus, regeln Angebot und Nachfrage das - normalerweise - aus.
Nicht zuletzt deshalb, weil hier bei ETF recht einfach neue Stücke in Umlauf gebracht oder eingestampft werden können und es dadurch eine Art dritten und vergleichsweise neutralen Partner im Bunde (die KAG) gibt, der mit der (NAV-)Bewertung eine Richtschnur vorgibt.
Grüße,
cb-leser
um es kurz zusammenzufassen:
Für den NAV wird der Inhalt eines ETF herangezogen, zu diesem werden dann auch neue Stücke emittiert bzw. Stücke zurückgenommen. Haken: das passiert i.d.R. nur 1x am (Handels-)Tag.
An einer Wertpapierbörse hingegen trifft Angebot ständig auf Nachfrage. Von einem gedachten (ständig ermittelten) NAV abweichende Kurse sind dadurch nicht nur denkbar, sondern Realität (Vgl. verschiedene Kurse ein und desselben ETF an verschiedenen Handelsorten - der gedachte NAV ist (weil produktbezogen) immer gleich).
Anders herum könnte man auch argumentieren, dass zur Ermittlung des NAV Aktienbewertungen erfolgen müssen, die jedoch ebenso abhängig vom Handelsplatz unterschiedlich ausfallen (können).
Die Bewertung folgt sicherlich einem festgeschriebenen Muster (z.B. Betrachtung der Schlusskurse am jeweiligen "Heimathandelsplatz" einer Aktie), sodass man weiß, was da passiert.
Nichtsdestozrotz beißt sich die Katze an dieser Stelle offensichtlich in den Schwanz.
Im Rahmen eines annehmbaren Spreads ist das aber ok. Ufert das aus, regeln Angebot und Nachfrage das - normalerweise - aus.
Nicht zuletzt deshalb, weil hier bei ETF recht einfach neue Stücke in Umlauf gebracht oder eingestampft werden können und es dadurch eine Art dritten und vergleichsweise neutralen Partner im Bunde (die KAG) gibt, der mit der (NAV-)Bewertung eine Richtschnur vorgibt.
Grüße,
cb-leser
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sunnyvale und cb-leser,
vielen Dank für Eure Antworten!
Um meine gestellte Frage also nochmals abschließend zu beantworten:
Meine Frage hatte unter anderem noch einen anderen Hintergrund. Bei Aktien sagt man, dass man sich bei einer Entscheidung für einen Zu- bzw. Verkauf nicht an seinem Einstandskurs bzw. ursprünglichen Kaufkurs orientieren soll, sondern an den aktuellen Ereignissen. Wenn man beispielsweise eine Aktie für 50€ gekauft hat und der aktuelle Kurs bei 30€ liegt, dann sollte man sich nicht genötigt fühlen, seinen ursprünglichen Kaufkurs zu verbilligen, denn der aktuell niedrigere Kurs kann durchaus auf aktuell schlechtere Geschäftssituationen hindeuten.
Nun frage ich mich, ob das gleiche auch für einen Indexfonds gilt. Kann man hier einfach nachkaufen, wenn der aktuelle Kurs unter dem ursprünglichen Kaufkurs liegt? Wie sollte man, im Gegensatz zu einzelnen Aktien, die Geschäftssituation des Indexfonds beurteilen können? Welche Nachteile kann es beim Indexfonds geben, wenn man nachkauft, nur um seinen Einstandskurs zu verbilligen?
Vielen Dank!
vielen Dank für Eure Antworten!
Um meine gestellte Frage also nochmals abschließend zu beantworten:
Nur die Performance des zugrunde liegenden Index abzüglich der TER (Gesamtkostenquote) beeinflusst den Preis eines Indexfonds. Die Schwankungen von Angebot und Nachfrage werden durch den Creation/Redemption-Prozess ausgeglichen.niqlas schrieb:Beeinflussen Angebot und Nachfrage eines spezifischen Fonds dessen Preis oder nur die Performance des zugrunde liegenden Index abzüglich der TER (Gesamtkostenquote)?
Meine Frage hatte unter anderem noch einen anderen Hintergrund. Bei Aktien sagt man, dass man sich bei einer Entscheidung für einen Zu- bzw. Verkauf nicht an seinem Einstandskurs bzw. ursprünglichen Kaufkurs orientieren soll, sondern an den aktuellen Ereignissen. Wenn man beispielsweise eine Aktie für 50€ gekauft hat und der aktuelle Kurs bei 30€ liegt, dann sollte man sich nicht genötigt fühlen, seinen ursprünglichen Kaufkurs zu verbilligen, denn der aktuell niedrigere Kurs kann durchaus auf aktuell schlechtere Geschäftssituationen hindeuten.
Nun frage ich mich, ob das gleiche auch für einen Indexfonds gilt. Kann man hier einfach nachkaufen, wenn der aktuelle Kurs unter dem ursprünglichen Kaufkurs liegt? Wie sollte man, im Gegensatz zu einzelnen Aktien, die Geschäftssituation des Indexfonds beurteilen können? Welche Nachteile kann es beim Indexfonds geben, wenn man nachkauft, nur um seinen Einstandskurs zu verbilligen?
Vielen Dank!
Ein Nachteil ist, dass die Insolvenz des Emittenten des ETF wahrscheinlicher ist als die Insolvenz aller beinhalteten Einzelunternehmen.
Aber das ist dann eher im Promillebereich.
Zu deiner anderen Frage:
Der MSCI World kann durch seine Strategie im Endeffekt auf lange Sicht nur nach oben gehen, da die Geldmenge steigt und das Geld irgendwo hin muss. Fallen einzelne Unternehmen raus, rücken andere nach. Einzelunternehmen können eben komplett verschwinden, ein Index mit den größten Unternehmen kann per Definition nicht verschwinden außer eben durch die Insolvenz des Emittenten.
Aber das ist dann eher im Promillebereich.
Zu deiner anderen Frage:
Der MSCI World kann durch seine Strategie im Endeffekt auf lange Sicht nur nach oben gehen, da die Geldmenge steigt und das Geld irgendwo hin muss. Fallen einzelne Unternehmen raus, rücken andere nach. Einzelunternehmen können eben komplett verschwinden, ein Index mit den größten Unternehmen kann per Definition nicht verschwinden außer eben durch die Insolvenz des Emittenten.
Kallenpeter
Lt. Junior Grade
- Registriert
- Juli 2016
- Beiträge
- 474
mastaqz schrieb:Ein Nachteil ist, dass die Insolvenz des Emittenten des ETF wahrscheinlicher ist als die Insolvenz aller beinhalteten Einzelunternehmen.
Bin mir gerade nicht sicher worauf du hinaus willst, aber wenn der ETF Emittent, also z.B. die Deutsche Bank (ETF Kürzel DBX-Trackers), pleite geht, ist nicht dein Geld weg, welches du in deren ETFs hast.
Das macht durchaus Sinn. Ist es möglich, dass beispielsweise während einer Wirtschaftskrise (so wie 2008) ein Großteil der Aktien, die auch im MSCI World enthalten sind, einer marktbreiten Unterbewertung unterliegen und man dadurch einen Indexfonds auf den MSCI World unterbewertet kaufen kann?mastaqz schrieb:Zu deiner anderen Frage:
Der MSCI World kann durch seine Strategie im Endeffekt auf lange Sicht nur nach oben gehen, da die Geldmenge steigt und das Geld irgendwo hin muss. Fallen einzelne Unternehmen raus, rücken andere nach. Einzelunternehmen können eben komplett verschwinden, ein Index mit den größten Unternehmen kann per Definition nicht verschwinden außer eben durch die Insolvenz des Emittenten.
Kallenpeter
Lt. Junior Grade
- Registriert
- Juli 2016
- Beiträge
- 474
niqlas schrieb:Das macht durchaus Sinn. Ist es möglich, dass beispielsweise während einer Wirtschaftskrise (so wie 2008) ein Großteil der Aktien, die auch im MSCI World enthalten sind, einer marktbreiten Unterbewertung unterliegen und man dadurch einen Indexfonds auf den MSCI World unterbewertet kaufen kann?
Ja, aber das gilt ja dann für den ganzen Aktienmarkt. Ein ETF bildet nur nach, dementsprechend kann auch er unterbewertet sein.
Generell wäre ich aber vorsichtig: Im Nachgang ist leicht gesagt das man damals hätte investieren sollen. Aber in einer richtigen Krise, in der sogar eine Großbank Pleite ist, niemand weiß ob der Euro in einem Jahr noch existiert und Kleinanleger sich mitsamt ihren kleinen Kindern umbringen, da das eigene Depot wertlos geworden ist, da stellst du dich nicht dahin und sagst: "Ach wie herrlich, endlich eine hausgemachte Krise mit reihenweise unterbewerteter Aktien. Da stecke ich doch gleich mal meine halbe Altersvorsorge rein."
Alles klar, danke für die Klarstellung.Kallenpeter schrieb:Ja, aber das gilt ja dann für den ganzen Aktienmarkt. Ein ETF bildet nur nach, dementsprechend kann auch er unterbewertet sein.
Ich kann diese Sichtweise nachvollziehen, niemand kann in die Zukunft schauen. Doch bisher hat sich in und nach jeder Krise die Welt nicht aufgehört zu drehen. Oder glaubst Du, dass das nach der nächsten Krise anders sein wird?Kallenpeter schrieb:Generell wäre ich aber vorsichtig: Im Nachgang ist leicht gesagt das man damals hätte investieren sollen. Aber in einer richtigen Krise, in der sogar eine Großbank Pleite ist, niemand weiß ob der Euro in einem Jahr noch existiert und Kleinanleger sich mitsamt ihren kleinen Kindern umbringen, da das eigene Depot wertlos geworden ist, da stellst du dich nicht dahin und sagst: "Ach wie herrlich, endlich eine hausgemachte Krise mit reihenweise unterbewerteter Aktien. Da stecke ich doch gleich mal meine halbe Altersvorsorge rein."
Rios
Lieutenant
- Registriert
- Juli 2013
- Beiträge
- 952
Ich glaube Kallenpeter bezog sich eher auf die Psyche.
Jetzt - wo der Crash noch nicht da ist - ist es leicht zu sagen, dass man beim nächsten Crash voll einsteigt, da die Aktien vermutlich unterbewertet sind. Aber wenn der Crash wirklich da ist: Denkt man dann noch genauso? Oder überwiegt die Angst evtl. doch? Ist der Crash-Boden schon erreicht oder warte ich lieber noch ein bisschen? Kommt die Erholung wirklich oder ist diese Krise doch etwas größer als die davor?
Das sieht dann wieder ganz anders aus^^
Jetzt - wo der Crash noch nicht da ist - ist es leicht zu sagen, dass man beim nächsten Crash voll einsteigt, da die Aktien vermutlich unterbewertet sind. Aber wenn der Crash wirklich da ist: Denkt man dann noch genauso? Oder überwiegt die Angst evtl. doch? Ist der Crash-Boden schon erreicht oder warte ich lieber noch ein bisschen? Kommt die Erholung wirklich oder ist diese Krise doch etwas größer als die davor?
Das sieht dann wieder ganz anders aus^^
Unterbewertet kann in Indexfonds nie sein, denn er bildet ja den Index ab und daher kann man allenfalls davon sprechen diese Indexfond in einer Zeit zu kaufen in der man den Markt für unterbewertet hält. Der Preis des Fonds selbst wird aber immer sehr nahe am Wert der enthaltenen Aktien liegen, von daher also nicht unterbewertet sein. Eine Abweichung des Anteilspreises vom Wert der enthaltenen Aktien entsteht ja allenfalls durch den Zeitverzug zwischen der Kursentwicklung der Aktien und der Bewertung des Wertes der Fondanteile und bei der Geschwindigkeit mit der Daten heutzutage verarbeitet werden können, wird diese im Zweifel selbst bei starken Kursschwankungen ehr gering ausfallen, die Fondsgesellschaft könnte sonst den Index auch gar nicht wie versprochen abbilden, wenn z.B. plötzlich alle enthaltenen Aktien um 50% steigen würde, man die Anteile aber noch zum alten Preis verkaufen würde, denn dann bekäme die Gesellschaft ja nur 2/3 der Aktien für das erhaltene Geld.niqlas schrieb:einer marktbreiten Unterbewertung unterliegen und man dadurch einen Indexfonds auf den MSCI World unterbewertet kaufen kann?
Das sehe ich anderes, der ETF selbst wird im Vergleich zu den Kursen der enthaltene Aktien, also dem Index den er abbildet, nie wirklich nennenswert unterbewertet sein. Unterbewertet kann allenfalls der Markt / die Märkte sein.Kallenpeter schrieb:Ja, aber das gilt ja dann für den ganzen Aktienmarkt. Ein ETF bildet nur nach, dementsprechend kann auch er unterbewertet sein.
Also ich haben es Ende 2008 bis Anfang 2009 so gemacht, denn es klar, dass wir nicht wieder in Höhlen eben und Bären jagen würden um zu überleben, wie es der Markt damals so ungefähr eingepreist hatte. Man muss eben auch einen kühlen Kopf behalten und sich nicht von Panik anstecken lassen.Kallenpeter schrieb:Aber in einer richtigen Krise, in der sogar eine Großbank Pleite ist, niemand weiß ob der Euro in einem Jahr noch existiert und Kleinanleger sich mitsamt ihren kleinen Kindern umbringen, da das eigene Depot wertlos geworden ist, da stellst du dich nicht dahin und sagst: "Ach wie herrlich, endlich eine hausgemachte Krise mit reihenweise unterbewerteter Aktien. Da stecke ich doch gleich mal meine halbe Altersvorsorge rein."
Denk an Warren Buffett: "Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn andere ängstlich sind."
Im übrigen wird nur ein Zockerdepot bei einer echten Krise auch mal wirklich wertlos, ein vernünftig gestreutes Aktiendepot verliert zwar an Wert, aber geht nie auf Null und der schlaue Investor hat dann noch Reserven um richtig nachzulegen und günstig zuzukaufen, man hält sich immer etwas Pulver trocken. Und ob der Euro damals (die eigentliche Eurokrise kam doch auch erst später) überlebt oder nicht, was auch egal, wer in Aktien investiert ist hat ja Sachwerte und die werden dann auch in der Nachfolgewährung wieder einen Wert haben.
Das unterscheidet den erfolgreichen Aktieninvestor von den anderen, die Geld an der Börse verlieren.Rios schrieb:Jetzt - wo der Crash noch nicht da ist - ist es leicht zu sagen, dass man beim nächsten Crash voll einsteigt, da die Aktien vermutlich unterbewertet sind. Aber wenn der Crash wirklich da ist: Denkt man dann noch genauso?
Den tiefsten Punkt wird man nie treffen, ebenso wenig kann man darauf hoffen vorher zum höchsten Kurs verkauft zu haben, aber dies ist auch nicht wichtig, wichtig vielmehr am Ende teurer zu verkaufen als man eingekauft hat und damit einen Gewinn zu machen. Stückweise dazukaufen streut das Risiko noch zu teuer eingekauft zu haben auch in einer Krise und es gehören eben Mut und Risikobereitschaft dazu auch bei weiter fallenden Kursen weiter zuzukaufen.Rios schrieb:Oder überwiegt die Angst evtl. doch? Ist der Crash-Boden schon erreicht oder warte ich lieber noch ein bisschen?
Damals haben mich einige für verrückt erklärt jetzt Aktien zu kaufen und meine Buchverluste wurden immer größer, weil die Kurse weiter fielen und heute neiden mir vielen der Erfolg und bereuen damals nicht auch gekauft zu haben.
Das ist doch nur eine Frage des Anlagehorizonts, denn die Frage um die es einzig geht ist doch: Werden die Kurse sich wieder erholen oder über Jahrzehnte nicht mehr. Wenn die Kurse stark nach unten geprügelt werden, dann kann man davon ausgehen, dass sie innerhalb von Monaten bis maximal wenigen Jahren wieder höher stehen werden. Ich persönlich erwarte bei einer nächsten Krise keinen DAX unter 5000 mehr, weil es eben ein Performanceindex ist und unter 6000 würde ich sofort in den Kaufmodus gehen und massiv anfangen nachzukaufen, aber da ich nur in Einzeltitel investiere, brauche ich halt auch etwas mehr Zeit für die Auswahl der jeweiligen Aktien.Rios schrieb:Kommt die Erholung wirklich oder ist diese Krise doch etwas größer als die davor?
Ja. Wenn man vom Mind-Set her so gepolt ist, dass man sich über fallende Kurse fast schon freut ("endlich günstig nachkaufen"), ist das schon mal ein gutes Zeichen. Ich fand es tatsächlich etwas schade, dass es nach der Präsidentschaftswahl nicht den Mini-Crash gab
. Immerhin konnte man bei der E-Mail-Affäre ein paar Tage vorher ein wenig nachlegen.
Derzeit ist einfach zu viel Geld im Markt welches nach Anlagemöglichkeiten sucht und da nur auf wenige lukrative Alternativen trifft. Sowohl nach dem Brexit als auch nach der US Wahl wurden die Verluste sehr, sehr schnell wieder aufgeholt. Solange kein wirklich dramatisches Ereignis eintritt und vor allem solange die Zentralbanken (derzeit vor allem die EZB und die BOJ) weiter massiv Geld in die Märkte pumpen, wird es keine größeren Crashes geben können. Andererseits sehe ich für mich keinen Grund jetzt das trockengehaltene Pulver zu verschießen, denn solange es keine Gefahr für den Weiterbestand des Euros gibt, kann das selbst zinslos irgendwo rumliegen.
Der nächste Crash wird kommen, dass ist keine Frage, die Frage ist nur wann.
Der nächste Crash wird kommen, dass ist keine Frage, die Frage ist nur wann.
Vielen Dank für Eure ausführlichen Beiträge, Holt, Rios und feynman!
Nur ist diese Politik der Zentralbanken doch nicht dauerhaft ausführbar, oder? Dann wird es doch zwangsweise zu größeren Volatilitäten kommen, wenn die Zentralbanken das Gelddrucken beenden (oder zumindest einschränken) und / oder den Leitzins wieder anheben und damit festverzinsliche Wertpapiere attraktiver machen.Holt schrieb:Solange kein wirklich dramatisches Ereignis eintritt und vor allem solange die Zentralbanken (derzeit vor allem die EZB und die BOJ) weiter massiv Geld in die Märkte pumpen, wird es keine größeren Crashes geben können.
Also lagerst Du Dein Geld momentan einfach auf dem Tagesgeldkonto, versuchst so viel Geld wie möglich bis zum nächsten Crash anzusammeln, und wartest ab?Holt schrieb:Andererseits sehe ich für mich keinen Grund jetzt das trockengehaltene Pulver zu verschießen, denn solange es keine Gefahr für den Weiterbestand des Euros gibt, kann das selbst zinslos irgendwo rumliegen.
Zuletzt bearbeitet:
Hat es größere Volatilitäten gegeben als die FED mit dem Gelddrucken (QE) aufgehört hat? Eben nicht und wirklich gefährlich wird es allenfalls, wenn die Zinsen wieder massiv ansteigen, aber selbst die FED redet darüber, macht es aber nicht. Es geht bei der hohen Verschuldung der Staaten, Unternehmen und teils auch Privatleute gar nicht, denn dann würde es reihenweise Pleiten geben. Also wird man die Zinsen noch sehr, sehr lange nahe Null lassen und es bei Verbalerhöhungen und allenfalls minimalen realen Anhebungen der Zinssätze belassen. Das bringt dann aber das Potential für die nächste Krise, denn was soll man dann tun? Wenn man die Zinsen schon vor einer Krise nahe Null sind, kann man sie nicht mehr senken um die Krise abzumildern und wenn die Märkte mit Geld überschwemmt sind, wird noch mehr Geld die nächste Krise auch nicht abschwächen.
Gut zu wissen, danke.
Mir persönlich fällt es immer schwer, wenn man einen bestimmten Betrag für das spätere Investieren beiseite gelegt hat, dieses Geld einfach nur liegen zu lassen und abzuwarten. Es fühlt sich für mich immer so an, als würde das Geld schreien: "Investiere mich! Investiere mich!"
Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich nicht weiß, ob man jemals wieder einen so günstigen Kurs wie den aktuellen erwischen wird und dass das in der Zwischenzeit geparkte Geld durch die Inflation immer weniger Wert wird.
Magst du diese Frage noch beantworten?niqlas schrieb:Also lagerst Du Dein Geld momentan einfach auf dem Tagesgeldkonto, versuchst so viel Geld wie möglich bis zum nächsten Crash anzusammeln, und wartest ab?
Mir persönlich fällt es immer schwer, wenn man einen bestimmten Betrag für das spätere Investieren beiseite gelegt hat, dieses Geld einfach nur liegen zu lassen und abzuwarten. Es fühlt sich für mich immer so an, als würde das Geld schreien: "Investiere mich! Investiere mich!"
Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich nicht weiß, ob man jemals wieder einen so günstigen Kurs wie den aktuellen erwischen wird und dass das in der Zwischenzeit geparkte Geld durch die Inflation immer weniger Wert wird.
Ähnliche Themen
- Antworten
- 11
- Aufrufe
- 1.765
- Antworten
- 6
- Aufrufe
- 1.623