niqlas schrieb:
Beim Artikel
Der typische Unterinvestierte von Mr. Market musste ich direkt an Dich, Holt, denken.
Mr. Markt habe ich noch nie gelesen, aber ich fühle mich da keineswegs angesprochen. Nach der alten Formel wonach der Anteil in Aktien 100-Lebensalter in Prozent sein soll, bin ich auch nicht unterinvestiert. Trotzdem halte ich mein Pulver trocken um beim nächsten Crash zuschlagen zu können, was nicht im gleichen Masse möglich sein wird, wenn ich jetzt alles in Aktien stecken würde. Auch würde ich mich nicht als erfolglosen Anleger betrachten, den DAX habe ich locker geschlagen und derzeit ist mein Depot mehr wert als damals als der DAX bei über 12000 stand. Ebensowenig halte ich Leute "die nun den Markt hoch kaufen" ausnahmslos für Idioten und den nächsten Crash für sehr bald wahrscheinlich, im Gegenteil erwarte ich den nächsten Crash eher nicht während dieser Phase der Null- und Negativzinsen. Trotzdem machen die Zinsen ihn nicht unmöglich, man warte mal ab was die Abstimmung in Italien am Sonntag die nächsten Wahlen in Frakreich bringen.
Oder wie feynman es sagt:
feynman schrieb:
Der nächste Crash wird kommen, aber keiner weiß wann (Nächstes Jahr? In 20 Jahren?).
Wobei ich 20 Jahre ohne Crash für sehr unwahrscheinlich halte, aber selbst wenn, ich bin ja gut investiert und kaufe auch sehr vereinzelt nach, nur eben nicht so viel, als dass ich nicht beim nächsten Crash noch Cash hätte um richtig zuzuschlagen. War mir da heute an Rendite auf dem Geld entgeht, werden ich im nächsten Aufschwung nach dem Crash locker wieder reinholen. Aber das ist eben meine Meinung oder Wette und wie immer an der Börse hat da jeder meine Meinung und positioniert sich dann entsprechend. Wer recht hatte, sieht man immer erst hinterher. Wenn es wirklich noch 20 Jahre dauern wird, hätte ich es besser immer sofort investiert.
feynman schrieb:
Deswegen macht es schlicht und einfach keinen Sinn bis zum Crash nicht investiert zu sein und das Geld bis dahin im Cash-Konto verrotten zu lassen.
Wenn wir also nächstes oder übernächstes Jahr einen Crash erleben bei dem Kurse sich halbieren, werde ich doppelt so viel Aktien für mein Geld kaufen können wie heute und lache mir ins Fäustchen. Klar denken nun viele, dann verkaufe ich wenn es runter geht und kaufe mir dann auch doppelt so viele Aktien, wenn die Kurse am Boden sind. Nein, das werdet ihr nicht, denn man weiß eben vorher nie, wie weit es hinterher runter geht und verkauft damit eben nicht rechtzeitig und wenn die Kurse dann am Boden sind oder so ungefähr, haben die meisten keinen Mumm zu kaufen. Die warten erst bis sich die Kurse erholt haben. Am Ende verkaufen die meisten schon bei einem kleineren Einbruch oder eben wenn die Kurse ganz unten sind und sich bald wieder erholen werden und dürfen später teurer wieder einsteigen. Das lehrt die Erfahrung und wer meint es besser zu machen, kann bös auf die Nase fallen.
Daher nehme ich mir auch gar nicht vor meine Aktien zu verkaufen wenn die Märkte runter gehen, allenfalls einzelne Werte wenn deren Umfeld sich zu negativ entwickelt. Die Masse soll im Depot bleiben, ich möchte dann nur eben günstiger aufstocken oder bei neuen Werten einsteigen als zu den aktuellen Kursen.
niqlas schrieb:
Der Artikel
Die Risiken von ETFs – Wie gefährlich sind Indexfonds? von Zendepot setzt sich mit den möglichen Problemen von Investments in ETFs und Indexfonds auseinander, zum Beispiel Ausfallrisiken, Markteffizienz und Machtzentralisierung bei den Kapitalanlagegesellschaften.
Aber eigentlich wird doch dort alles dazu gesagt. Dass es bei den ETFs eben Risiken wie das Kontrahentenrisiko oder das Ausfallrisiko des Entleihers geben kann, sollte bekannt sein und hängt von der Konstruktion des jeweiligen ETFs ab. Das steht dann aber auch im Gegensatz vor allem zur "Hypothese 5: Wenn alle passiv investieren, wird es kritisch", denn wenn die Fonds Aktien verleihen oder gar keine synthetischen Nachbildung des Index erfolgt, dann wird eben nicht nur passiv investiert.
feynman schrieb:
Klar haben ETFs auch ihre Risiken, aber dass ausgerechnet Indexfonds nun eine Gefahr für die Finanzmärkte darstellen sollen ist ja schon fast ein Treppenwitz der Geschichte.
Die Hypothese werden dort doch ach schon gleich widerlegt. Wenn wirklich nur 0,5% in ETFs investiert ist, dann wäre es sowieso irrevant.