Verstärker Reparatur

InteGralFormat

Lieutenant
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Hallo CB-Community,

Ich möchte eine Fehlersuche an einem defektem Stereoverstärker durchführen und ihn ggf. reparieren (also Herstellung volle Funktionalität). Mindestziel wäre, dass die reine Endstufensektion mit einem Eingang und Lautstärkepoti funktioniert.
Ich bin keine Experte (ein paar grundlegende Bauteil- und Messtechnikkentnisse) und möchte fragen, ob jemand vielleicht generelle Tipps zur Herangehensweise zur Fehlersuche hat oder vielleicht eine gezielte Vermutung für den Fall hier abgeben kann.


Ich bin kürzlich in den Besitz eines defekten Stereo-Verstärkers gekommen und wollte mal schauen, ob man da was selber machen kann. Ich hatte bereits schonmal einen Stereoverstärker repariert, wo jemand die Boxen falsch angeschlossen hatte (ja, obwohl es selten dämlich klingt, hat es trotzdem ein schlauer Mensch geschafft, die Lautsprecher falsch anzuschließen ...) und es einige Transistoren gesprengt hatte.

Nun gut - da war es leicht, da die Teile wirklich sichtbar beschädigt waren, und die entsprechenden Stellen sich durch Dampfzeichen verraten haben ;)

Der nun vorliegende Amp lässt sich anschalten, die LEDs gehen an, ein Relais schaltet verzögert. Ton kommt keiner. Zumindest nicht an den Klemmen. Am KH-Ausgang kommt ein minimales Signal. Dieses ist mMn unverstärkt, kann aber durch das Lautstärke-Poti, als auch tone/balance beeinflusst werden. Jedoch nur, wenn der richtige Eingang gewählt wird. Die Leistungsstufe arbeitet, da der Kühlkörper deutlich erwärmt wird.
Den Trafo hab ich gemessen, der liefert Spannung. Also von der Seite alles ok.

Der Verstärker (übrigens ein Marantz) ist eigentlich recht übersichtlich aufgebaut. Es sind keinerlei sichtbare Beschädigungen zu finden (aufgeblähte Kondis, gesprengte Transistoren, Schmauchspuren usw.). Es gibt im Wesentlichen nur eine große Platine, auf der sowohl die Eingänge, die Ausgänge als auch die Leistungselektronik und Umschalter platziert sind. Sie gliedert sich in mehrere Bereiche: INPUT-SELECTOR, PRE POWER SUPPLY, VOLTAGE AMP, POWER AMP und vor den Klemmen noch ein PROTECTOR.
Ausgelagert auf extra PCBs sind die ganzen Mechanischen Regler (tone, level etc.) und Schalter (input, A/B etc..)

Die Steuerung des Verstärkers erfolgt teils mechanisch (level, tone, A/B), teils elektrisch (Die Eingangsauswahl erfolgt über Drucktaster), teils über IR (die RC hab ich leider nicht).


Um eine Fehlerlokalisierung durchzuführen, erscheint es mir sinnvoll, erstmal gezielt Bereiche auszuschließen.
Dafür verfolge ich erstmal die Kabel, die von der Hauptplatine abgehen, um ggf. den Fehler auf dieser lokalisieren zu können.

Von der großen Hauptplatine gehen insgesamt 6 Kabelstränge weg (Spannungsversorung außen vor gelassen):


  • Dabei gehen zwei 3-adrige Stränge (OUT GND NF) aus der VOLTAGE AMP Sektion auf den TONE-CIRCUIT.
    Nimmt man diese weg, ändert sich erstmal am KH-Klang nichts.
  • Ein 4-adriger Strang (R RG LG L) geht vom PRE POWER SUPPLY auf den TONE-DEFEAT/LOUDNESS CIRCUIT, von dort an das Lautstärke-Poti ..
  • .. und von da wieder per 4-adrigem Strang (R RG LG L) zurück in die VOLTAGE-AMP Sektion
    (Kommentar: KEINE gute Idee, genanntes Kabel direkt von der PPS auf die VOLTAGE-AMP zu stecken und damit das Poti zu übergehen, wenn man bei 2,7V Eingangspegel die KH drinne hat. Das ist schmerzlich)
    Drücke ich auf eben jenen Stecker (worauf sich das PCB ein paar Milimeter durchbiegt), fängt es am KH gut zu brummen an. Deutlich lauter,
  • ein 12-adriger Strang. Der macht mir bisher Probleme, weil der so einen blöden Klemmstecker hat, den man wenn einmal gelöst, kaum wieder fest reinbekommt. Somit kann ich den Einfluss der Eingangsauswahl / IR Platine nicht ausschließen kann. Ich nehme aber an, dass ich auf alle Fälle brauch, da die Eingangswahl ja per Drucktaster ausgelöst wird und auf der Hauptplatine über zwei Analog Function Switch LC7822 realisiert wird. Dementsprechend werden über das Kabel vor allem serielle Daten übertragen (CL DI CE 6V GND usw..), also (meine Vermutung) keine audio-relevanten Signale (warum auch). Am liebsten würde ich den mal für einen Eingang überbrücken, hab aber keine Ahnung, wie man das in dem Fall machen würde.
  • ein 7 adriger Strang (GND L R 1L 2L 1R 2R) von PROTECTOR zur A/B Umschaltung bzw. zum KH. Ich geh davon aus, dass der Fehler da kaum liegen wird. Den A/B Schalter habe ich Durchgangsgeprüft und er funktioniert.


So und nun komm ich nicht weiter. Ich hab ein digitales Multimeter mit Durchgangsprüfer, eine Lupe und einen brauchbaren Lötkolben. Und außer ein paar theoretischen Kenntnisse, kaum praktische Erfahrungen, wo man jetzt am besten ansetz und wie man vorgeht.

Wenn mir jemand einen Tipp zur Fehlersuche geben könnte, wäre ich sehr dankbar.
 
Hat er schaltbare Lautsprecherausgänge bestimmt oder? Teste mal ob die Schalter noch gehen bei einem den ich da hatte wurde die Masse nicht mehr mit geschaltet weil der Schalter defekt war. Flachbandkabel und Steckverbindungen auf Kontakt überprüfen. Wenn da nix ist Schaltplan versorgen und systematisch vor gehen aber da wird wohl ein Oszi von nöten sein damit du erkennst wo das Signal verschwindet. Ich hab es bei dem einen Verstärker auch nur so gefunden weil sage und schreibe die Leiterbahnen zu den Flachbandkabelbuchsen defekt waren aber dank dem Platinen Layout nix zu sehen war.
Übrigens den Kopfhörerausgang zum testen zu nehmen bringt nix weil die in der Regel schon recht zeitig abgezweigt werden.

/edit/ Ach und Fehlbedienung aus schließen mein Kumpel hatte so eine dämliche Tape Funktion dran die den Verstärker bei Aktivierung stumm geschaltet hat aber das war nicht so einfach erkenntlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
ich weiß nicht, wo bei Marantz (kommt ja auch auf das Modell an) der KH Ausgang abgezweigt wird.
Bei heutigen AVR ist es üblich, den einfach per Spannungsteiler von den LS Ausgängen abzuzapfen und die LS abzuschalten.
Das _könnte_ hier schon das Problem sein, wenn das Relais defekt ist.

Was komisch ist, ist das beide Kanäle nicht funktionieren. Da muss man wirklich von Anfang bis Ende gucken was los ist. Manchmal sind es ja auch "Mehrstufige Fehler", sowas wie: ein Kondi durchgeschossen -> Gleichspannung am Ausgang -> Schutzschaltung schaltet beide Endstufen ab, nur als Beispiel.
 
Da hast Du Dir ziemlich was vorgenommen als Laie.

[Pflichtteil]
- Sei Dir bewußt, daß die Kondensatoren Restladungen enthalten werden, die stark gesundheitsgefährdend sein können.
- Arbeiten stets im gesichert spannungsfreien Zustand durchführen!
- Wenn Du nicht weißt, was Du tust, solltest Du es nicht tun.
usw, usw.
[/Pflichtteil]

Was Du anfänglich und mit recht geringem Risiko machen kannst, ist, nach Sicherungen, Sofitten, VDRs, etc. Ausschau zu halten. Hin und wieder ist die Verstärkerstufe noch einmal gesichert gegen Kurzschlüsse an den Ausgängen. Oftmals gibt es ebenso zusätzlich zu den Netzteilsicherungen Überlast- und Übertemperatursicherungen im Verstärkerkreis. Meist handelt es sich um SMD-Bauteile.

Die großen Leistungstransistoren kannst Du ebenfalls prüfen (Sichtprüfung) auf Schäden am Gehäuse bzw. gesintertem Material oder Verfärbungen an den Zuleitungen. Gleiches gilt für vorhandene Metall- bzw. Kohleschichtwiderstände. Auch die Leiterbahnen des PCB kannst Du einer visuellen Prüfung unterziehen. Mit einer Lupe kannst Du auch mal die Lötstellen untersuchen, wenn's Dir Spaß macht.

Normalerweise würde man erst dann anfangen, zu messen. Im Signalpfad. Da ich Deine Kenntnisse und Erfahrung aufgrund einer defekten Glaskugel nicht einschätzen kann, muß ich Dich zwangsläufig bitten, Arbeiten und Messungen am eingesteckten Gerät zu unterlassen und ab diesem Punkt stattdessen eine erfahrene Fachkraft zu beauftragen.
 
Hier wäre wahrscheinlich eher der Einsatz eines Trenntrafos (und Pertinax-Platten zur Sicherung der einzelnen Bauteilgruppen vor unbeabsichtigem Berühren) sinnvoll, da meist die HiFi-Consumergeräte nach SK II ausgeführt sind.

Ich persönlich würde das Netzteil ausbauen, getrennt durchmessen und den Verstärker über ein Labornetzteil mit Sicherheitstrennung versorgen für notwendige Messungen. Das reduziert schon mal die Möglichkeit, direkt an Netzspannung zu fassen, sei es nur versehentlich.
Ohne meinen Prüfplatz würde ich allerdings auch nicht dran arbeiten wollen.

edit: Ein (30mA-) RCD ist übrigens mit der DIN VDE 0100-410:2009 für Neubauten, Erweiterungen/Änderungen ab dem Jahr des Inkrafttretens der (geänderten) Norm Pflicht, in vielen Regionen Deutschland wurde aber auch schon vorher seitens der EVUs darauf bestanden. Der Eigentümer oder auch der Mieter sollte sich längst darum gekümmert haben, daß seine Hausinstallation betriebssicher ist und auch mindestens den gültigen Normen und Regelsätzen entspricht. Besser geht immer. (Und nein, ein 300mA-RCD ist nicht(!) besser als ein 30mA-RCD)
 
Zuletzt bearbeitet:
Es könnte am Eingangswahlschalter liegen. Da das Ding auch über IR-FB gesteuert wird, ist das ein IC.
Gib mal Signal auf den Tape Eingang und betätige den Schalter für Hinterbandkontrolle (Tapemonitor). Vielleicht kommt dann was.
Befindet sich ein TC9164 als Umschalter auf der Platine? Die gehen gern kaputt, dann hat man nur noch übersprechen auf dem Lautsprecher. Austauschen gegen TC9164N.
Hier der Schaltplan:
http://www.eserviceinfo.com/downloadsm/48315/Marantz_PM50.html
http://www.eserviceinfo.com/downloadsm/48316/Marantz_PM50.html
sorry der hat kein IC für den Eingangswahlschalter drin. Sondern alles mechanisch. Da musst Du Dich durch messen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Huch - so eine rege Beteiligung hätte ich nicht erwartet. In dem Sinne - Wow. Und vielen Dank für alle bisherigen und kommenden Kommentare :)

xxxx schrieb:
Hat er schaltbare Lautsprecherausgänge bestimmt oder? Teste mal ob die Schalter noch gehen bei einem den ich da hatte wurde die Masse nicht mehr mit geschaltet weil der Schalter defekt war. [...]
Übrigens den Kopfhörerausgang zum testen zu nehmen bringt nix weil die in der Regel schon recht zeitig abgezweigt werden.

/edit/ Ach und Fehlbedienung aus schließen mein Kumpel hatte so eine dämliche Tape Funktion dran die den Verstärker bei Aktivierung stumm geschaltet hat aber das war nicht so einfach erkenntlich.

Schaltbare Lautsprecherausgänge = A / B bzw. A+B = ja, hat er. Die Masseleitung funktioniert. Ob die Masse durch den Schalter geschaltet wird, kann ich jetzt erstmal gar nicht sagen, da ich dafür alles auseinanderbauen müsste. Da die Durchgangsprüfung eine korrekte Schaltfunktion der Schalter aufgezeigt hat, geh ich erstmal nicht davon aus, dass der Fehler dort liegt.

Die Platine muss ich mir mal von unten nochmal genau anschauen, um die Leiterbahnen zu zumindest erstmal per Sichtung zu kontrollieren.

Ich geh davon aus, dass der KH vor den Endstufen abgegriffen wird. Da der KH ja aber auch nicht funktioniert, sollte/könnte der Fehler also vor den Endstufen liegen.

Wie meinst du das mit dem Tape? Mir ist das Konzept nicht wirklich geläufig. War doch irgendwie so, dass du das Signal einer Quelle A unverstärkt an den Tape-Out weiterleitest, dort ein Bandgerät, ein EQ oder sonstiges dazwischen hängt und das Signal dann in den Tape-In zurückgeführt wird. Es wird dann der Ton für den Tape-In verstärkt. Aus der Hinsicht versteh ich grad nicht, wieso sich der amp da stumm schaltet ?

Unabhängig davon hab ich gerade mal auf den Tape Taster gedrückt. Da hat der Motor zur Lautstärkeregelung das Poti kommplett auf -inf gedreht. Nunja - aber er hat nicht aufgehört, sich zu drehen OO. Drehte immer weiter, bis ich einen anderen Taster gedrückt hatte.
Konnte das Problem aber nicht weiter reproduzieren. Unverständlich...

rex1740 schrieb:
Ohne Schaltplan ein schwieriges Unterfangen.
Wie bereits erwähnt, ist ein Oszilloskop äusserst hilfreich sowie ein kleiner Sinalgenerator.

Ich bekomme auf deinem Link nicht wirklich was zu sehen. Ich bräuchte den Plan für einen pm-53. Hab da aber auch nichts so auf die Schnelle gefunden.

Als Signalgenerator .. ich hab einen DAC/KHV .. und als Oszilloskop vielleicht einen Mikrofoneingang mit einer kleinen Vorschaltung?
Oder alternativ hab ich noch einen 6W Netztransformator übrig, der glaub 6V / 1A bringt. Bringt immerhin 50Hz... mit einem geeignenen Serien+ Parallelwiderstand sollte das funktionieren. Naja - so richtig doll klingt das jedenfalls nicht.

Mickey Mouse schrieb:
Bei heutigen AVR ist es üblich, den einfach per Spannungsteiler von den LS Ausgängen abzuzapfen und die LS abzuschalten.
Das _könnte_ hier schon das Problem sein, wenn das Relais defekt ist.

Ein guter Vorschlag, dem mal auf den Grund zu gehen. Von der Hauptplatine (wo auch gleich das Relais sitzt) geht wiegesagt ein 7-adriges Kabel (GND L R 1L 2L 1R 2R) zum A/B-Umschalter und KH-Ausgang. Als ich da die Messfühler angesetzt habe, gab's spontan durch die Berührung ein Geräusch aus den Lautsprechern. Gut - war zu erwarten. Aber immerhin könnte man da die Vermutung aufstellen, dass es von den Schaltern direkt an die LS-Klemmen geht, die Endverstärkung sozusagen schon erfolgte und zumindest die Verbindung Schalter-Klemme noch funktioniert.

Als ich dort gerade nochmal den Durchgang getestet habe, ist mir nämlich was aufgefallen: Auf der Platine sitzen lediglich 2 Widerstände ,die zwei Schalter und der KH-Ausgang (zumindest sichtbar).

Twostone schrieb:
Da hast Du Dir ziemlich was vorgenommen als Laie.

Da ich Deine Kenntnisse und Erfahrung aufgrund einer defekten Glaskugel nicht einschätzen kann, muß ich Dich zwangsläufig bitten, Arbeiten und Messungen am eingesteckten Gerät zu unterlassen und ab diesem Punkt stattdessen eine erfahrene Fachkraft zu beauftragen.

Ohne Fleiß, kein Preis :)

@Pflichtteil: Aye Sir.

Sichtprüfung auf die üblichen Verdächtigen hat wiegesagt nichts ergeben. Was neben der Hauptsicherung weitere Sicherungen anbetrifft: Entweder es gibt keine weiteren, oder ich erkenne sie nicht als solche.

Also das mit dem Messen am geschalteten Gerät traue ich mir stellenweise noch zu. Zumindest solange ich an die Stellen ran komme, ohne meine Finger an spannungsführende Teile zu bringen. Falls ich das Dinge komplett auseinander nehmen muss und alles einzeln rumliegen habe, dann werde ich es selbstverständlichst tunlichst unterlassen, das unter Strom zu setzen.

Arbeiten selbstverständlich nicht unter Spannung. Danke nochmal für den Hinweis.

@rex

Danke für den Tipp. Als ich das gelesen habe, bin ich spontan auf die Idee gekommen, mal den RCD im Sicherungskasten dem halbjährlichen Test (hab ich vorher noch nie gemacht, fiel mir auf) zu unterziehen und hab damit erstmal festgestellt, dass der zwar eingebaut, aber nicht angeschlossen ist. Super. Bestandsschutz nehm ich an.

Aus der Hinsicht werde ich mir wahrscheinlich wirklich mal einen steckbaren RCD wie vorgeschlagen besorgen und bei Gelegenheit den Elektroinstallateur kommen lassen.

@Hildefeuer

Der hat definitiv mind. einen IC im Zusammenhang mit der IR-RC. Da ich das Teil noch nicht komplett auseinander gebaut habe, kann ich das jetzt noch nicht voll beurteilen. Ich seh aber zumindest auf der Rückseite der der Front zugewandten Platinen einige Lötstellen, die mehrere parallele Lötreihen haben. Von daher erwarte ich da ICs.
Dass etwas mit der IR Steuerung nicht stimmt, könnte auch das fehlerhafte Weiterlaufen des Poti-Motors bedingen (siehe oben).
Am Tape-Monitor klingt der Ton jedenfalls genauso, wie auf den anderen Eingängen auch.
Würde das wirklich am IR liegen, hätte ich wahrscheinlich keine Lust, das Teil auszutauschen (zumal mir ja die RC fehlt). Da würde ich mir die IR-Steuerung lieber überbrücken und mechanische Schalter nutzen oder die Eingangswahl komplett überbrücken.


Sonstige neuer Erkenntnisse:

Ich hatte nochmal etwas im Netz gesucht. Da hatte jemand ein Problem mit der Sekundärspannung des Trafos. Da hab ich dort nochmal die Spannungen gemessen. Dabei bin ich abgerutsch und hab einen kleinen Kurzschluss auf der Sekundärseite verursacht. (bitte nicht kommentieren)
Jedenfalls kommt jetzt auf einmal ein ungefährt genauso verkümmertes Signal über den Klemmen raus, wie am KH. Vorher kam ja an den Klemmen gar nichts. Gibt's dafür eine sinnvolle Erklärung oder kann der Fehler dadurch vielleicht lokalisiert werden?

Weiterhin: Da ich die Gehäuseabdeckungen inklusive Rückseite entfernte habe, hängen Aus- und Eingänge jetzt praktisch etwas wackelig in der Luft. Ich hab einen Isolator drunter geklemmt, damit keine Spannungsführenden Teile mit dem Gehäuse in Kontakt kommen.
Jedenfalls - wenn ich an den LS-Klemmen ein wenige rumdrehe, hab ich auf einmal ein leichter brummen, während ich das Plastik berühre .. was ja schon wieder keinen Sinn ergibt. Und wenn ich ein wenig wackele, dann schaltet das Relais (sitzt unmittelbar hinter den LS-Klemmen) kurz ab, wie an, wieder ab und bleibt irgendwann an.

Kann das Relais kaputt sein, oder irgendwo ein Wackelkontakt? Würde das den praktisch unverstärkten Ton erklären?
 
Kannst Du evtl. die Haube des Relais abnehmen?
Wenn Du befürchtest, es wäre defekt, auslöten und an einem Labornetzteil testen.

Das Brummen selber ist kein Zeichen dafür, daß etwas funktioniert: Im Gegenteil. Aber es bringt uns auch nicht weiter.

Der Verstärker wird nicht nur Eingänge haben; auch Ausgänge für Aufnahmegeräte sind meist mit dabei. Wie sieht es mit Signalen an diesen Ausgängen aus, wenn Du ein Signal über einen anderen Eingang einspeist?

Wie stabil verhalten sich die Spannungen am Netzteil (sekundärseitig)? Sind sie symmetrisch? Wie hoch ist die Restwelligkeit? Was ist das für ein Netzteil (Schaltnetzteil, Schnittbandkern, Ringkern...)?

Stromlaufpläne oder Schaltpläne wären jetzt wirklich nicht schlecht...



Zum Thema RCD:
Rein theoretisch dürfte der Besitzer des Hauses diesen selber anbringen. Dies ist nicht zu empfehlen! Tatsächlich ist es so, daß der Hausbesitzer die nötigen Abnahmeprotokolle und die Sicherheitsüberprüfung mangels Fachwissen und Messgeräte nicht selber durchführen könnte. Dennoch würde er mit dem Einbau die volle Verantwortung übernehmen für die gesamte nachfolgende Installation und ist uneingeschränkt straffähig. Beauftragt er einen Facherrichter, obliegt ihm immer noch die Betreiberverantwortung. Er kann dann aber zumindest nachweisen, daß der RCD fachrichtig eingebaut und zum Zeitpunkt des Einbaus auch den gültigen Normen und Regelsätzen entsprach, an Hand der Abnahme- und Prüfprotokolle, die ihm vom Facherrichter übergeben werden müssen (Ist kein Hexenwerk, nur eine Bestätigung, daß die Installation von einer Fachkraft geprüft wurde und als normgerecht befunden wurde sowie eine kurze Auflistung der gemessenen Auslösekennlinie sowie den Wartungshinweisen).

Ein RCD ist wichtig. Entgegen der landläufigen Meinung dienen die üblichen Sicherungsautomaten, oder korrekt: Leitungsschutz-Schalter nicht dem Personenschutz sondern einzig und allein dem Schutz der zuführenden Leitungen.
Auch wenn ein RCD im vorliegenden Falle eher unwirksam wäre als Präventionsmaßnahme, da es sich wahrscheinlich nicht um ein Gerät der Schutzklasse I (Schutz durch Schutzleiter) handelt, gibt es dennoch zahlreiche Geräte wie etwa E-Herd, Waschmaschine, Durchlauferhitzer, etc. im Haushalt, bei denen ein RCD Sinn macht. Auch gegen Schwelbrände durch Isolationsversagen (Alterserscheinung) kann in manchen Fällen ein RCD hilfreich sein.

Die wichtigste Aufgabe ist jedoch die Verhinderung gefährlicher Berührungsspannungen bei Körperschlüssen. Personenschutz.

Von all dem Krempel im Sicherungskasten ist dieser kleine, unscheinbare Block das einzige, das Euch als Person schützt.
 
an jp702 kommt das NF Signal auf den Endverstärker. D705 und D706 sind Zehnerdioden. Die gehen nach Jahren gern kaputt. Netzteil Spannungen kontrollieren.
 
@ Sive.

Wow - Danke. Wie hast du das gefunden? Scheint auf alle Fälle der richtige zu sein, wenn man sich die Struktur, die Bezeichnungen und die Spannungen anschaut. Ich hab jedenfalls gerade erstmal eine halbe Stunde lang geschaut, um ein wenig dahintersteigen zu können.

Falls du zufällig einen Link für einen Plan zum Onkyo A-8690 hast, wäre ich dir unendlich dankbar.


@hildefeuer.

jp702? Ist das ein Verschreiber oder ein konkretes Bauteil? Auf dem Plan hab ich es zumindest nicht gesehen.
Die Zehnerdioden waren leicht zu finden. Wobei die D701-4 rein optisch genauso aussehen.

Ich habe mit (Zener-)Dioden noch nie praktisch zu tun gehabt. Wie misst man das aus, ob die beschädigt sind? Es steht eine 8.2 drunter, die auch zur korrespondierendem Spannungsversorgung des ICs AN7062 passt. Also kann ich davon ausgehen, dass hiermit 8.2 V die Durchbruchspannung sind? Die andere Diode hat 15V dranstehen.
Nun gut - ab jetzt bin ich mir unsicher: Um messen zu können, muss eine Versorgung ran. Sollte ja mit DC gehen. Ein paar Batterien kann ich vielleicht noch aneinanderreihen und einen Widerstand für einen Strom- oder Spannungsteiler hab ich vielleicht auch noch übrig. Also Auslöten (?), Stromversorgung ran, auf verschiedene Werte einstellen, dann messen und schauen, wie sich die Spannung bei verändertem Stromfluss verhält? Geht das so einfach? Irgendwas sagt mir, dass es nicht so einfach geht. Zumal mit Batterien bräuchte ich ja ein Messgerät zum Feststellen des Stromes und ein weiteres zum Messen der Diodenspannung.

Eine Frage diesbezüglich: Der IC, an dem die Zener sitzen (AN7062), bei dem muss die Spannungsversorgung Vcc doch eigentlich DC sein, oder? Wo wird das in der Schaltung bereitgestellt? Ich seh da ne Menge Kondensatoren, aber keine Gleichrichter.


@twostone

Labornetzteil .. Ich hab an meiner Uni zwar ein elektrotechnisches Institut, aber die lassen mich da bestimmt nicht für private Zwecke rein, da ich nicht der Fakultät angehöre. Und ehe ich mir ein solches kaufe, kann ich mir auch gleich ein paar neue Verstärker leisten.

Ich hatte das mit dem Brummen schonmal bei einer angerissenen passiven Subwoofer-Platine.

Das mit den Ausgängen ist eine gute Idee. Das schau ich mir an. Aber nicht mehr heute ;)

Es gibt an sich kein Netzteil, nur einen Trafo, der mit im Gehäuse sitzt. (hat jemand schonmal einen Verstärker mit externem Netzteil gesehen?)
Sie Stabilität der Sekundärspannungen kann ich nur im Reaktionsbereich meines DMM feststellen, also eher mittelmäßige Genauigkeit. Zumal das System ja ohne Last ist. Es gibt 6 Ausgänge sekundärseitig. 2mal 0 und jeweils zwei andere symmetrisch.
Die jeweils letzte Stelle meine DMMs zeigt keine Schwankungen.

Zur Restwelligkeit kann ich nichts sagen, weil ich nicht weiß, wo ich die messen muss. Zumal ich mir das Messgerät lieber nicht zerstören will, wenn ich an falscher Stelle mit falscher Einstellung messe. Mit dem Schaltplan sollte ich das ja prinzipiell aber rausbekommen.


Offtopic:

Ich hab gerade Spaßeshalber mal mit AC-Messung zwischen anderen Potenzialen (Schreibtischlampe, Metalluhr, etc) und dem Verstärkergehäuse gemessen. Im Betrieb hat der mir 45V und im Standby knapp 80V angezeigt.
Was genau hat das zu bedeuten? Ich meine - das Gehäuse stellt doch am Verstärker die Erde dar, oder? Der Verstärker ist natürlich nicht durch Schuko geerdet. Gibt's dafür eine sinnvolle Erklärung?
 
Twostone schrieb:
Auch wenn ein RCD im vorliegenden Falle eher unwirksam wäre als Präventionsmaßnahme,

Warum soll der unwirksam sein? Mit der Schutzklasse hat das doch überhaupt nichts zu tun. Sobald ein Strom > 30 mA über den Körper gegen Erde fließt, schaltet der RCD ab.


@Topic:

Um welchen Verstärker geht es hier?
 
ich weiß jetzt wirklich nicht genau wie ich es sagen/schreiben soll...

natürlich kann man in einem öffentlichen Forum niemanden direkt raten, am offenem Herzen an einem 230V Gerät an der Steckdose herum zu basteln!

Aber seien wir doch mal ganz ehrlich, wenn der "Hochvolt" und der Sekundärbereich deutlich voneinander getrennt sind, dann muss man sich schon verdammt blöde anstellen, um da zu Schaden zu kommen und den Eindruck macht mir der TE nicht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass beim Auslöten die Bude abbrennt oder er bei der Beschaffung der Ersatzteile im Auto Gas und Bremse verwechselt ist doch wesentlich größer, als dass er den FI auslöst.
 
InteGralFormat schrieb:
@ Sive.

Wow - Danke. Wie hast du das gefunden? Scheint auf alle Fälle der richtige zu sein, wenn man sich die Struktur, die Bezeichnungen und die Spannungen anschaut. Ich hab jedenfalls gerade erstmal eine halbe Stunde lang geschaut, um ein wenig dahintersteigen zu können.

Falls du zufällig einen Link für einen Plan zum Onkyo A-8690 hast, wäre ich dir unendlich dankbar.

'marantz pm 53 schematic' bzw. 'marantz pm 53 service manual' in die Google Bilder-Suche eingegeben.

Das hier sollte für den Onkyo passen. Unter der Vorschau auf "Get Manual" klicken.

InteGralFormat schrieb:
Eine Frage diesbezüglich: Der IC, an dem die Zener sitzen (AN7062), bei dem muss die Spannungsversorgung Vcc doch eigentlich DC sein, oder? Wo wird das in der Schaltung bereitgestellt? Ich seh da ne Menge Kondensatoren, aber keine Gleichrichter.

Die Gleichrichter sind auf dem Plan links von W701 und W801. Es sind aber natürlich nicht alle Verbindungen eingezeichnet, ->24V heißt z.B. dass da 24V "rauskommt" und -<24V, dass da 24V "reinkommt", genauso mit +B und -B etc.
Rechts von deinem IC, da wo (AMA) steht liegen +-B an, die dann in den IC gehen.
 
@ Mickey Mouse

Danke, dass du mir Kompetenz unterstellst. Ich bin geehrt :D :p
Die goldenen Regeln kenne ich by heart und befolge diese auch grundsätzlich.

Auf der Sekundärseite liegen AC-Spannungen bis ca. 42 Volt an. Ich hab unter anderem ein ET-Praktikum "Schutzsmaßnahmen" gemacht, wo die Grenzewerte mit 25V-AC und 50V-DC angegeben wurden. Also auch die ist nicht gänzlich unbedenklich. Die Anschlüsse am Trafo liegen prinzipiell offen, ebenfalls die auf der Mini-Platine mit Netzzugang und Sicherung. Also einem Laien, der wirklich keine Vorstellung von Körperschlüssen hat, würde ich das auch nicht empfehlen.
Ich hatte aufgrund eines falsch verkabelten Gerätes (nicht von mir falsch verkabelt) bereits mal einen Körperschluss miterleben dürfen. Seitdem bin ich da nicht mehr sonderlich scharf drauf. Aber wie mit der Herdplatte - das passiert einmal und nie wieder.

Wenn ich nicht am Trafo selber messe, dann wird der auch entsprechend abgedeckt.


@ Sive

Hm - manchmal frage ich mich, ob ich zu blöd zum Suchen bin. Ich erinner mich daran, dass ich schonmal auf gardis Website direkt geschaut, dort aber nie was brauchbares gefunden habe. In dem Sinne - nochmal Dankeschön. :daumen:

Die Gleichrichter sind auf dem Plan links von W701 und W801.

Hm - dieses Warndreieck "Schaltzeichen" war mir nicht bekannt ... Das mit den Leitungsabkürzungen hab ich mir soweit auch gedacht.

Mein Verständnisproblem dabei ist, dass ich nicht verstehe, wieso vor B+/B- des ICs Kondis hängen und wenn man den Leitungen folgt, irgendwo auch an die Endstufentransistoren gelangt. Aber das tut hier erstmal nichts zu Sache, da es mir bei der Reparatur nicht wirklich hilft und ich kein E-Techniker bin. Falls mir jemand das beantworten möchte, bitte per PN.
 
ist die Endstufe durch es gibt Leute die sind da Fachmann so was hochzujagen
passiert oft durch Kurschluss am Kabel Klemmen,
Marenz hat meist keinen richtigen Einstufen Schutz der Stufen kannst mal kucken ob da Fine Sicherungen sind ob die noch heile sind ,
kann man auch ohne messen oft feststellen Gerät 6 Stunden an lassen wenn die Endstufen kalt bleiben sind die durch , wenn das eine billig Anlage ist und schon etwas älter lohnt eine Reparatur kaum
meine Alte Onkyo 600 Watt PA schaltet bei so was immer schön ab auch bei Überlastung
der Boxen oder wenn es mal an den Klemmen zu einem Kurzschluss kommt sollte.
 
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Das geht schneller als man denkt.
Ich schaffte auf diese Weise mal die Schutzschaltung eines Yamahas herauszufordern.
Alle 7.1-Kabel waren verlegt, ich verkabelte erst mal 2.1 mit Boxen und setzte mich auf die Couch zum ersten Test. Direkt auf die offenen Enden der Surrounds und Backsurrounds... Kurzschluss.
 
Die Gleichrichter sind keine fertigen Bauteile, sondern diskret mit den Dioden aufgebaut. Die NJMs mit den Warndreiecken sind Spannungswandler.

Edit: Die Kondensatoren C717 und C718 sind meiner Meinung nach dazu da unerwünschte Wechselspannungsanteile abzuleiten und um die Spannung am IC zu stabilisieren.
 
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