VHS digitalisieren - welches Zielformat?

dr.renz

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Hallo,

bevor ich meine VHS-Kassetten entsorge (endlich mal Platz schaffen :) ), möchte ich vorher noch einige Aufnahmen in das Digitalzeitalter überführen.
Die Videos auf den PC zu importieren ist kein Problem. Meine Sony-DV-Kamera bietet die Möglichkeit, dass Signal des VHS-Rekorders and den PC weiterzuleiten.
Jedoch nehmen ja die Rohdaten im AVi-Format irrsinnig viel Platz ein. Daher die Frage, in welchem Format die VHS, bzw. teilweise SVHS-Aufnahmen, am sinnvollsten konvertiert und abgelegt werden sollen.
Hat jemand dazu Empfehlungen und Erfahrungen?

Und gibt es ein einfaches Tool mit dem die Konvertierung massenhaft, d.h. viele Dateien in einem Rutsch, durchgeführt werden kann?

Auf DVD will ich die Aufnahmen nicht brennen. Sie sollen einfach nur auf Festplatten archiviert werden.

Besten Dank!
Dr.Renz
 
x264 in MKV oder MP4 containern, was sonst?
handbrake zum konvertieren.
 
Vor 10-15 Jahren habe ich noch alles im Intel Indeo Codec abgelegt. Danach kam xvid/DivX und aktuell lege ich alle meine Videoquellen im Matroska Container ab – also H.264 + MP3. Ich persönlich würde langfristig auf H.264 setzen. Spielt mittlerweile fast jedes Smartphone und jeder TV mit USB Anschluss ab.

Tools gibt’s massig. Ich verwende fürs schnelle Konvertieren meist XMedia Recode…
 
Ja Handbrake oder XMediaRecode eigenen sich hervorrgend dafür.

Würde auch sagen das du den h264 Container benutzt und dir eine mkv erstellen lässt.
Nutze dort den Constant Rate Factor = CRF von 20 und nimm die übliche PAL-VHS-Auflösung 720x576 ;)
 
Korrektur: mp4 und mkv sind die Containerformate. h.264 ist der Codec und x264 ist das Programm/Bibliothek welches die Vorigen erzeugt.
 
Speicherplatz ist billig und Support für .h265 noch nicht vorhanden... also warum darüber nachdenken?
 
Meine Sony-DV-Kamera bietet die Möglichkeit, dass Signal des VHS-Rekorders and den PC weiterzuleiten.

mit was schließt du dann den Videorecorder an die cam an? mit den 3 kabel gelb, weiß, rot? gelb = bild = das schlechteste analogsignal was es gibt! du hast dann zwar das viedo auf als file aber wirklich gut ist das dann nicht... wenns dir reicht ok, aber ich würde schauen das als RGB aufzunehmen, sofern der Videorecorder die ausgabe unterstützt ^^.

alternativ ist es vielleicht möglich diesen an einen TV mit recorderfunktion über RGB anzuschließen und dort dann auf ein USB medium aufzuzeichnen. vielleicht hat jemand im bekantenkreis ein TV mit recorderfunktion ^^
 
Q . schrieb:
Kann man schon diesen Codec verwenden: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Efficiency_Video_Coding ?
Hätte man doch bei gleicher Größe eine bessere Bildqualität oder würde umgekehrt bei gleicher BQ ordentlich Platz sparen. Falls noch nicht verfügbar - lohnt warten?



Und wenn das dann doch kein Standard wird, dann hat man aufs falsche Pferd gesetzt und hat evtl. in 10 Jahren Probleme das Format wieder zu konvertieren.
 
Es gibt noch keine gute Software für h.265. Derzeit erzeugt x264 viel bessere Ergebnisse. In ein paar Jahren ist es anders, aber solange will der TE kaum warten.
 
tochan01 schrieb:
mit was schließt du dann den Videorecorder an die cam an? mit den 3 kabel gelb, weiß, rot? gelb = bild = das schlechteste analogsignal was es gibt! du hast dann zwar das viedo auf als file aber wirklich gut ist das dann nicht... wenns dir reicht ok, aber ich würde schauen das als RGB aufzunehmen, sofern der Videorecorder die ausgabe unterstützt ^^.

alternativ ist es vielleicht möglich diesen an einen TV mit recorderfunktion über RGB anzuschließen und dort dann auf ein USB medium aufzuzeichnen. vielleicht hat jemand im bekantenkreis ein TV mit recorderfunktion ^^

Der VHS-Rekorder wird per SVIDEO an den Camcorder angebunden. Dieser wird dann per Firewire an den PC angeschlossen.


Danke übrigens für die ganzen Tipps. Denke ich werde Xmedia Recode nutzen, da ich hier ja auch noch das Video rudimentär schneiden kann.
 
Hey,
ich hatte vor einem Jahr das selbe Problem. Bei mir handelte es sich um Familienaufnahmen und ich wollte das bestmögliche Ergebnis für die Archivierung.
Ich hatte jemand an meiner Seite, der mir sehr geholfen hat.
Bist du mit AVISynth und MeGUI vertraut?
Ich poste mal eben mein Script, das ich verwendet habe und erkläre es Schritt für Schritt:

Code:
global MeGUI_darx = 93
global MeGUI_dary = 68

AVISource("*.avi", audio=true).AssumeFPS(25,1)

tempgaussmc_beta2(edimode="nnedi3") #deinterlacen

addborders(4,0,0,0,$FFFFFF).autolevels().crop(4,0,0,0)
Deine Video wird beim importieren eine Auflösung von 720x576 haben, als Bruch zurecht gekürzt ist das ein Seitenverhältnis von 5:4. Das ist aber falsch, da ein (alter) Fernseher ein Verhältnis von 4:3 hat und das Videomaterial entsprechend darauf eingestellt ist. Dafür sind die Einträge global MeGUI_darx und dary zuständig.
Die nächste Zeile lädt das entsprechende Video mit 25 Bildern pro Sekunde.

Das Videosignal wird mit Sicherheit interlaced sein. Mit dem Eintrag tempgaussmc_beta2(edimode="nnedi3") (und dem entsprechendem Plugin) wird das Video deinterlaced und die Halbbilder in Vollbildern umgerechnet. Als Output erhälst du also ein Video mit 50p. Das macht natürlich nur Sinn, wenn die Halbbilder auch alle zeitlich versetzt sind. Solltest du bei der Videovorschau beim frame für frame vor klicken erkennen, dass ein Frame mit dem Plugin Eintrag doppelt ist, macht der natürlich keinen Sinn!

Dann ist dir sicher schon aufgefallen, dass die Farben von VHS Kassetten immer eher flau sind. Besonders das schwarz wirkt eher immer grau. Dafür ist der autolevels Eintrag da, der diesen Umstand korrigiert. Der addborders und crop Eintrag ist nur dafür da, um zu verhindern, dass bestimmte Frames (z.B. welche die komplett schwarz sind) aufgehellt werden.

Dann möchtest du vielleicht die Ränder vom Video schneiden, da sie links und rechts schwarz sind und unten so ein verschobener, bunter Streifen ist. Dies ist möglich unter Tools -> AVS Sript Creator. Dort lädst du das Video ein, gibst als Input DAR: ITU 4:3 PAL an, machst ein Häkchen bei Clever anamorphic encoding: Encode non-mod16 und ein Häkchen bei Crop. Nun spielst du an den Pfeilen herum, bis du mit dem Schnitt zufrieden bist.
Wenn du dann unter dem Reiter Script schaust, siehst du, was er für dich erstellt hat (Die Einträge mit # kannst du ignorieren). Es ist normal, dass sich die Werte bei
global MeGUI_darx =
global MeGUI_dary =
geändert haben, da du ja dein Ausgangsmaterial zurecht geschnitten hast. Diese änderst du in deinem 'richtigen' Script, wie ich es oben gepostet habe und fügst den Crop Eintrag hinzu (crop(0, 0, 0, 0).
creator.png

Leider hat das aber auch zur Folge, dass es einen "Aspect Ratio error" gibt. Wenn du also auf Nummer sicher gehen willst, dann überspringe den Schritt und lass die schwarzen Balken. Ich habe sie jedenfalls nicht entfernt.

Dann willst du wahrscheinlich dein Video schneiden, da VHS am Anfang (oder auch mal zwischendurch) sinnloses rauschen hat. Dazu in MeGUI auf Tools -> AVS Cutter gehen, dein Script (nicht das Video!) laden.
Warum das Script? Weil durch tempgaussmc sich die Frame Anzahl verdoppelt hat und es beim Originalvideo falsch werden würde. Das Schneiden ist eigentlich selbst erklärend... Du gehst zum Frame, wo es los gehen soll, trägst es als Start frame ein und zum Frame, wo es enden soll und trägst es als End Frame ein, klickst auf Add, gehst zum Frame, überpringst das, was du nicht willst und gehst zum nächsten Start Frame usw. Wenn du alles fertig geadded hast, "Add cuts to script" klicken.
Dein SCript könnte jetzt so aussehen:

Code:
global MeGUI_darx = 93
global MeGUI_dary = 68

AVISource("video.avi", audio=true).AssumeFPS(25,1)

tempgaussmc_beta2(edimode="nnedi3")

addborders(4,0,0,0,$FFFFFF).autolevels().crop(4,0,0,0)

crop(10, 0, -12, -8)

__film = last
__t0 = __film.trim(0, 150)
__t1 = __film.trim(170, 300)
__t0 ++ __t1

Das lädst du in MeGUI und überprüfst nochmal mit "Reopen Video Preview" (auch mal auf Preview DAR klicken)
Als x264 Einstellungen nutze ich: program --preset veryslow --tune film --bframes 16 --no-fast-pskip --output "output" "input"
und crf 21. Geschmackssache... wenn dir 21 dir zu schlecht ist, dann geh auf 20 oder 19...
Als Audio Encoder nehme ich LAME mit folgenden Einstellungen:
lame.png

Wichtig ist, dass du Normalize Peeks auf 100 stellst. Bei mir waren die importierten Videos extrem leise... Mit VBR 0 gehst du auch keine Kompromisse ein.

Das ganze mit AutoEncode starten und sich über das Ergebnis freuen :)
 
tochan01 schrieb:
alternativ ist es vielleicht möglich diesen an einen TV mit recorderfunktion über RGB anzuschließen und dort dann auf ein USB medium aufzuzeichnen. vielleicht hat jemand im bekantenkreis ein TV mit recorderfunktion ^^

Habe diese Idee heute mal aufgegriffen und mal bei den Eltern am Philips TV getestet bzw. Hilfe durchgelesen. Dabei ist mir eingefallen dass das zwar generell geht, aber die Aufnahmen doch bei den meisten Herstellern verschlüsselt und somit unbrauchbar sind?! Oder habe ich jetzt einen Denkfehler?
 
ist eine frage wie das der hersteller macht. in meinen augen machts keinen sin das zu verschlüsseln, da bei nem TV wechsel dann ja nix mehr geschaut werden kann von einer USB HDD. das sky und co das machen ist klar. ich könnte mir vorstellen das auch einige reciver das ermöglichen sollten.
 
Mir ist kein analoges Medium bekannt, was RGB aufzeichnen bzw. ausgeben kann. VHS unterstützt als Maximum Composite (FBAS), S-VHS logischerweise S-Video. Somit ist die Überlegung sinnlos.

Schließt man den (S)-VHS-Recorder an die DV-Cam an, wird das Signal als DV auf den Rechner übertragen (nicht verlustfrei). Man könnte mit einem guten(!) Video-Grabber evtl. mehr Qualität rausholen, wenn man das Signal bei der Übertragung zunächst verlustfrei (Lagarith o.ä.) kodiert.
Aber trotzdem sollte die Qualität auch über DV verhältnismäßig gut ausfallen.
 
Mir ist kein analoges Medium bekannt, was RGB aufzeichnen bzw. ausgeben kann. VHS unterstützt als Maximum Composite (FBAS), S-VHS logischerweise S-Video. Somit ist die Überlegung sinnlos.
Farb- und Helligkeitssignal werden auch bei VHS getrennt aufgezeichnet. Insofern macht eine Ausgabe per S-Video hier ebenfalls Sinn – allerdings gibt bzw. gab es nur wenige bzw. faktisch keine VHS Rekorder mit entsprechendem Ausgang. Für die Wiedergabe von VHS-Bändern bietet sich daher ein SVHS-Rekorder an.

Schließt man den (S)-VHS-Recorder an die DV-Cam an, wird das Signal als DV auf den Rechner übertragen (nicht verlustfrei)
Die Qualität ist in Ordnung, allerdings schmerzt das 4:2:0 Subsampling materialabhängig schon etwas. In jedem Fall ein sehr bequemer Workflow, der den TBC der Kamera gleich mitnutzt. Ähnlich komfortabel und von der Qualität noch etwas besser wäre die Kopplung einer einfachen DV-Bridge (z.B. Canopus ADVC 100/110) mit externem TBC. Durch den Niedergang der analogen Videotechnik kann man gutes Equipment teilweise extrem günstig erwerben.
 
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