Videos ruckelig

Sabrina2000

Ensign
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Ich habe Ubuntu 18.04 LTS ziemlich frisch auf meinem Surface Pro 2 installiert (i5-4200U, 4GB RAM, 128GB SSD).
Videos die ich mit meinem alten Smartphone in 1080p & 60 FPS aufgenommen habe, sind auf dem Smartphone selbst flüssig und sehen super aus. Öffne ich die Videos unter Ubuntu, wirken die Videos blasser, pixeliger, aber vor allem sehr viel ruckeliger.
Es sieht für mich so aus, als würde das Video mit vielleicht 5-10 FPS, statt 60 FPS laufen.
Genauso sieht es für mich so aus, als würde das Video mit geringerer Auflösung, vielleicht 480p oder 720p, vergrößert angezeigt.

Ich habe es mit zwei Videos getestet.
Eines ist ca. 10 Sekunden lang und 20 MB groß, das Andere ist 1 Minute, 38 Sekunden lang und 250 MB groß.

Woran kann das liegen?
Ist vielleicht das vorinstallierte Abspielprogramm "Videos" so schlecht?
 
Benutzt du den VLC Player? Falls nein, teste den mal. Vermutlich versucht dein gerät, die Videos ohne Hardwarebeschleunigung abzuspielen und die CPU ist nicht mehr die schnellste.
 
Installiere über die Ubuntu-Software den VLC-Media-Player nach.
 
Ich habe VLC über "snap install vlc" installiert und die Videos damit sehen noch schlimmer aus.
Im VLC hat das selbe Video nun variabel 1-5 FPS. 😟

Nach der Deinstallation des "snap vlc" und Installation des anderen VLC über die Ubuntu Software hat sich nichts geändert.

Wie kann ich feststellen, ob die Hardwarebeschleunigung aktiviert ist bzw. diese aktivieren?
 
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Grundsätzlich wäre es interessant zu wissen, mit welchem Codec deine Videos kodiert sind.
Das kannst du testen, in dem du das Video im VLC öffnest und strg+j drückst.
Alternativ kannst du auch folgendes im Terminal eingeben und den Output hier posten:
ffprobe Pfad/zur/Videodatei
(falls das Programm nicht verfügbar ist, mittels sudo apt install ffmpeg) installieren.

Danach kann man dann schauen, ob deine Hardware die Videos prinzipiell überhaupt beschleunigen kann.
Schau dir dazu mal https://wiki.ubuntuusers.de/Video-Dekodierung_beschleunigen/ an, insbesondere die Test Sektion.
So kannst du schon mal testen ob das Problem etwa schon beim VLC liegt oder weiter unten .
 
Beide Programme nutzen vaapi nicht von haus aus, das wird in dieser Performanceklasse zur flüssigen Wiedergabe benötigt.

0. VLC entsorgen
1. installiere mpv
2. lege in deinem Homeverzeichnis einen Ordner .mpv an
3. versteckte Ordner anzeigen lassen, damit du in den Ordner navigieren kannst
4. erstelle eine Datei mit dem namen mpv.conf in diesem Ordner und öffne sie
5. schreibe folgende Zeile in die Datei: vo=vaapi
6. speichern
7. Filme schauen

//Wenn selbst mpv kapituliert haben wir es hier wohl mit h265 oder vp9 zu tun, der 4200U unterstützt in Hardware nur h264 1080p 60hz. Ich hab glatt vergessen wie alt das Teil ist, hatte selber einen i3 dieser gen.
Was die Farbe angeht, Notebookbildschirme sind idr um Klassen schlechter was die Farbwiedergabe anbelangt gegenüber Handys.
 
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Obiges hatte ich auch mal auf einem ollen Notebook mit Intel i3-4irgendwas... der Tipp von @ghecko hat bei mir auch geholfen.
 
Das sind die Daten, die man mit Strg+J einsehen kann:
790916


vainfo sagt mir auch nichts:
790924


Welches von den mehreren mpv soll ich denn installieren?
Im home Verzeichnis kann ich keine Ordner erstellen. Die Option dafür ist ausgegraut.
 
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öh, einfach im terminal:

sudo apt install mpv


Deine Videos sind h264, sollte also gehen.
Dein Homeverzeichnis ist das Verzeichnis deines Users, wo auch der Desktop, Musik, Videos, Dokumente, Downloads etc liegt.
Also unter /home/deinusername
der Pfad muss also lauten /home/deinusername/.mpv/mpv.conf
 
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Wie ghecko sagt, die Videos sollten von der Hardware her an sich gehen.

Im home Verzeichnis kann ich keine Ordner erstellen. Die Option dafür ist ausgegraut.
Nicht im /home Verzeichnis an sich sondern in deinem eigenen.
Also /home/deinNutzerName oder alternativ ~/(dieser Pfad deutet immer auf das eigene Home-Verzeichnis)

Edit:
die Zeile
Code:
VAProfileH264Main               :    VAEntrypointVLD
bedeutet, dass du den "H264" Codec im "Main" Profile hardwarebeschleunigt wiedergeben kannst.

Edit 2:
Mit
Code:
mkdir -p ~/.mpv && echo "vo=vaapi" >> ~/.mpv/mpv.conf
kannst du die Schritte 2-6 von gheckos Anleitung automatisieren.
 
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Ich habe soeben mit "sudo apt install mpv" den Player installiert, diesen als Vorgabeanwendung gewählt und kann die Videos endlich flüssig abspielen! 🥳

Vielen Dank! 😊

Und danke für die Erklärung des Home Verzeichnisses. Darunter hätte ich das Benutzer Verzeichnis verstanden.
 
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Freut mich. Ich würde dennoch den letzten Edit von Fried.Ice noch schnell im terminal ausführen, falls du die Datei noch nicht angelegt hast.
Damit ist garantiert das mpv primär hardwaredecoding nutzt und deine CPU hat den Kopf frei für andere Aufgaben.
 
War leider ein Fehler drin. Das funktioniert nicht, wenn der Ordner noch nicht existiert. Hab's mal korrigiert.
 
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Ist mir auch gerade aufgefallen.
Ich habe den Ordner angelegt und anschließend den Befehl ausgeführt, was die Datei mit dem Eintrag angelegt hat. Ich habe nämlich keine Option gefunden, wie man eine Datei in einem leeren Ordner anlegt.
Über Rechtsklick (wie unter Windows) passiert bei mir nichts. Ich sehe dabei nur ein komisches Symbol, dass so aussieht als wollte es mir zeigen, dass diese Option nicht verfügbar ist.

Ich verstehe trotzdem nicht, was so eine Datei in meinem Home Verzeichnis noch zusätzlich besser machen soll.
Trotzdem habe ich es mal gemacht. Ihr wisst schon was ihr tut. 😁
 
Das ist einfach eine Konfigurationsdatei für mpv.
Jedes mal, wenn du das Programm startest, liest es diese Datei automatisch ein (der Ort dieser Datei ist hard-gecoded im Programm selbst) und übernimmt die Konfiguration die du ihm damit übergibst.

Der Eintrag vo=vaapi sagt ihm, dass er die vaapi als Backend für die Wiedergabe nutzen soll, und das ganze nicht über CPU berechnen soll. (Was das im Detail jetzt bedeutet führt hier zu weit =))
 
mpv nutzt ohne spezielle Instruktionen vo=gpu was am kompatibelsten ist, aber den eigentlichen Hardwaredecoder nicht nutzt. Mit vaapi wird deine CPU nahezu komplett entlastet. Ist bei deiner CPU anzustreben :D
 
Vielen Dank! 🙂

Nebenbei habe ich nun verstanden, warum ich kein Rechtsklick machen konnte. In Ubuntu muss man standardmäßig mit zwei Fingern gleichzeitig auf das Touchpad tippen, um einen Rechtsklick zu simulieren.
Mit der App "sudo apt install gnome-tweaks" kann man dieses Verhalten ändern.
Damit kann man auch die Rechtsklick Funktion wieder aktivieren, die man mit einem Touchscreen über längeres tippen und halten kennt.
https://itsfoss.com/fix-right-click-touchpad-ubuntu/
 
Laut der mpv-Dokumentation ist vo=vaapi nicht so gut:
Intel VA API video output driver with support for hardware decoding. Note that there is absolutely no reason to use this, other than compatibility. This is low quality, and has issues with OSD.
und
This driver is for compatibility with crappy systems. You can use vaapi hardware decoding with --vo=gpu too.
Der Königsweg wäre also im Falle einer Intel-GPU, vo=gpu und hwdec=vaapi zu setzen.
 
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Nur wenn der Prozessor genug Leistung dafür übrig hat. Bei einem 4200U ist das nicht der Fall.
Zumal die mpv-doku von vo-Esoterikern verfasst wird, 99% der Menschen erkennt auf ihrem Gerät keinen Unterschied zwischen vaapi und gpu. Selbst ich muss an guten Bildschirmen mit der Lupe suchen.
vo_gpu uses your GPU's shader pipeline* to do the video rendering itself, this way mpv can control the scaling, dithering and other things in detail. With other VOs such as vo_vaapi and vo_vdpau, mpv just feeds data into what is essentially a black box. It has very little control over how the video is rendered, which means none of the gpu-hq settings apply, or any of mpv's gpu video rendering options for that matter. Sure, this means that the video rendering is potentially faster, but only because it is being done in a very simplistic and probably low-quality manner.
Hier ist von vielleicht die Rede. Ich hab das auf meinem Laptop getestet (7.Gen Intel) und hier ist kein Unterschied sichtbar, außer bei der CPU-Auslastung. Hier frisst vo=gpu ~70% meiner CPU-Zeit auf (2k H265 60Hz), bei vaapi sind es zwischen 2-5%. Ich freue mich über längere Akkulaufzeiten, da nehme ich ein eventuell schlechteres Bild gerne in kauf. Bei den meisten Laptopbildschirmen ist das ohnehin nicht sichtbar.
 
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