Warum gibt es IP Adressen wenn es MAC-Adressen gibt?

JanR
Schick erklärt. Zum Letzten Absatz. "So - ganz primitiv dargestellt - funktioniert IP-Routing"
Hängt dann stark davon ab, wie geroutet wird. Statisch, dynamisch. Wenn dynamisch, dann link-state oder Distance-Vector?
Nur so für den TO. Wie ich verstanden habe, hast du ein Distance-Vector Routing Protokoll wie RipV2 erklärt (jeder Router kennt nur seinen Nachbar, aber nicht die gesamte Topologie).
 
Der Grund, warum man die MAC-Adresse nicht zum Routing verwendet, ist praktischer Natur, denn der Aufwand wäre einfach zu groß.

Die MAC-Adresse einer Netzwerkkarte wird während der Fertigung vom Hersteller festgelegt, danach findet sich die Karte in einem Rechner in Taiwan, Island, USA oder sonstwo wieder. Möchten zwei Rechner irgendwo auf der Welt Daten austauschen und kennen nur ihre jeweilige MAC-Adresse, hat man das schwer lösbare Problem, den besten Weg von A nach B zu finden. Wenn Du Deinen neuen Rechner aus Taiwan zum ersten Mal anschließt, müsste es einen Mechanismus geben, allen Routern weltweit Deinen Standort mitzuteilen. Wenn es eine einzige zentrale Stelle gäbe, die wüsste, wo sich alle Hosts befinden, und über welchen Weg man dort hinkommt, wäre das mit riesigem Speicher- und Routingaufwand zwar machbar, aber das Internet samt TCP/IP-Protokoll wurde als dezentrales Netz entworfen, das auch einen Teil-Ausfall verkraftenn soll. Die Router müssen also ihre Wege möglichst einfach ohne zentrale Hilfe selbst lernen können.

Man hat sich daher die TCP/IP-Adressierung ausgedacht, bei der ein Teil der Adresse implizit den ungefähren Ort des Zielrechners enthält. Die Adressbereiche sind so aufgeteilt, dass jeder IP-Router unterwegs mit wenig Aufwand feststellen kann, in welche Region er das Datenpaket weiterleiten muss. Der dortige Router wertet dann den Adress-Block des Providers aus, und schckt das Paket dort hin. Erst der allerletzte Router in der Kette muß wissen, wo sich der Ziel-PC genau befindet.

Auch der Routing-Aufwand in einem LAN ist wesentlich einfacher und übersichtlicher, wenn man räumlich zusammengehörende Pechner mit einem Adress-Schema so ordnen kann, dass sie eine gemeinsame Netz-Adresse (den oberen Teil der IP-Adresse) haben.

Zwischen zwei Punkten im LAN, also z.B. zwischen Switch und PC, findet die tatsächliche Ethernet-Adressierung übrigens immer mit der MAC-Adresse statt, dazu muss sich der Switch lediglich merken, an welchem Port welcher benachbarte Host mit welcher MAC-Adresse angeschlossen ist, aber das ist eine überschaubare Anzahl.
 
Hi,

Hängt dann stark davon ab, wie geroutet wird. Statisch, dynamisch. Wenn dynamisch, dann link-state oder Distance-Vector?

Yep, und noch vieles weitere. Darum ja "primitiv erklaert".

Nur so für den TO. Wie ich verstanden habe, hast du ein Distance-Vector Routing Protokoll wie RipV2 erklärt (jeder Router kennt nur seinen Nachbar, aber nicht die gesamte Topologie).

Ja, weil man die Grundidee daran am einfachsten zeigen kann.

Man hat sich daher die TCP/IP-Adressierung ausgedacht

Nicht nur darum. Denk an die P-to-P-Links und alles andere, was gar keine MAC-Adresse hat. Das ganze MAC-Zeugs sind LAN-Techniken, das Internet besteht aber nicht nur aus LANs, sondern aus LANs und WANs in wildem Zusammenspiel.

Viele Gruesse,

Jan
 
So... Und wenn die ipv4 Topologie endgültig weg ist, brauchst du auch keine Mac-Adressen mehr...
 
Hi,

nein, weil zum einen IPv6 fuer den Einsatz in LANs ebenso MAC-Adressen braucht und zum anderen, weil es auch andere Dinge als IP-Netze gibt, bei denen man in Broadcast-Netzen kommunizieren will.

Viele Gruesse,

Jan
 
Also ich hab das jetzt alles mal so zusammen gefasst und gekürzt und mal so die Quintessenz zu erhalten ;)

- Um zu gewährleisten, dass Knoten mit anderen Knoten kommunizieren können müssen die Knoten eindeutig gekennzeichnet werden IP + MAC vergleichbar mit PLZ/Ort + Straße/Nr.

- Durch die logische Adresse (IP) kann eindeutig auf den Zielort (Netzanteil - Hostanteil der IP) geschlossen werden -> Routing durch verschiedene Netze ist durch das IP Protokoll und den IP Adressen möglich. Die Adressbereiche sind so aufgeteilt, dass jeder IP-Routermit wenig Aufwand feststellen kann, in welche Region er das Datenpaket weiterleiten muss.

- MAC Adressen sind Herstellern zugeordnet. Um diese für effektives Routing zu nutzen müsste hinterlegt werden wo welcher Host steht. Dies wäre zu aufwändig. IP Adressen können den Host zugeordnet werden, abhängig vom Ort/Provider/Netz.



Vielen Dank nochmal
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

sorry, aber klinke mich hier aus. Du hast FAST NICHTS verstanden! Von deinen drei Punkten ist nur der zweite sinnvoll (aber eben nicht ausreichend). Der erste ist Unsinn, der letzte in diesem Zusammenhang irrelevant.

Ich habe dir die Antworten, auf die dein Dozent mit ziemlicher Sicherheit hinauswill, schon mehr als einmal geschrieben - ich werde sie nicht noch einmal wiederholen.

Viele Gruesse und noch viel Spass in diesem Thread,

Jan
 
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