Warum gibt es keine Hifi WiFi Kopfhörer?

birdskywinter

Lt. Commander
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Hallo,
derzeit habe ich einen Beyerdynamic DT 770 Pro 250 Ohm und würde gerne auf kabelos wechseln.
Allerdings sehe ich nur gute Kopfhörer mit Bluetooth selbst die HD Variante komprimiert ja immer noch.
Warum bauen Hersteller nicht etwas wie einen Chromecast Audio in die Kopfhörer ein, was verlustfrei streamen würde.
Wäre da die Latenz das Problem? Und sollte man nicht dem Kunden überlassen ob ihm das stört? Bei Musik wäre es völlig irrelevant?
 
...die bandbreite von bt reicht einfach ned.
es ist ein limit der schnittstelle.
 
Bin mir sicher wenn es so einfach wär hätte das die Industrie schon lang erkannt.
 
Vermutlich weil sich die Leute dann darüber beklagen würden, dass die Kopfhörer nur 1 Stunde (sinngemäß zu verstehen, hab keine Daten) Laufzeit haben. Bluetooth ist eben auch auf möglichst wenig Verbrauch ausgerichtet.
 
Bluetooth unterstützt fast jeder Zuspieler. Wifi setzt Software voraus, die auf dem Zuspieler installiert werden muss. Daran hängt ein Haufen Arbeit, für jede Plattform eine App bereit zu stellen. Wäre mir auch zu blöd, nur weil ein paar Goldöhrchen nicht bereit sind, Kompromisse einzugehen.
 
Ich denke das gibt zu viele Nachteile:

Nicht mobil, höherer Stromverbrauch, Unterstützung der Geräte, umweg über den Router dadurch könnten wieder mehr Störungen entstehen, also noch mehr buffern? und zuletzt taugt es dann wie du sagst nichts für Videos und Spiele.
 
Verwechsel hier bitte nicht Übertragungsweg mit Codec.

Bluetooth ist eine Peer-to-Peer Verbindung. Einer sendet, einer empfängt.
Es ist nicht so wie bei WLAN, dass man sich irgendwo in ein Netzwerk einloggt.
Es erfolgt maximal eine Koppelung mit dem Gegenüber.

Die verlustbehaftete Übertragung hat wiederum primär nichts mit Bluetooth zu tun.
Das ist das Ergebnis des verwendeten Codecs.
Beispielhaft kann ich verlustfrei Dateien, Dokumente, Bilder und auch Audiodateien per Bluetooth als Files übertragen, ohne dass an diesen was geändert wird.

Die Übertragungscodecs wie aptX sorgen dafür, mit möglichst niedriger Latenz und ohne Stocken einen Stream zu übertragen.
Hier kommt es nun darauf an, welche Codecs beide Geräte (Sender und Empfänger) beherrschen, und wie stark die Signalqualität ist.
Es gibt durchaus Codecs, die fast verlustfrei (ich behaupte mal, kein Mensch kann den Unterschied hören) Streaming übertragen können.
Beispielhaft LDAC von Sony, LHDC oder auch AAC.

Nur mal für LDAC = 20–40.000 Hz (96 kHz Sampling, 990 Kbit/s) beim Sony WH-1000XM4

Bloß beim Aushandeln der Protokolle/Codecs gehen die Geräte nach dem Motto: Was unterstützen BEIDE Geräte.
Was nutzt der beste Kopfhörer, der ggfls. LDAC voll unterstützt, wenn der Sender nur aptX oder SBC unterstützt?
Dann wird auch nur aptX oder SBC übertragen.

Nachtrag:
Ausserdem hast Du bei jedem digitalen Kopfhörer generell durch die Wandlung analog zu digital einen Verlust, auch wenn er noch so minimal ist. Also auch bei WLAN.

Und falls es WLAN-Kopfhörer gibt, müssten diese sich über ein spezielles Protokoll im WLAN erst mal bemerkbar machen (so wie durch AirPlay, DLNA etc) und der jeweilige Sender müsste dieses Protokoll ebenfalls beherrschen (welche Stereoanlage kann das?).
Und dann kommt es beim Codec wieder darauf an: ist er verlustbehaftet (z.B: MP3) oder verlustlos (WAV)
 
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Bluetooth ist etabliert und billig. Alle Geräte unterstützen es. Für eine neue Technologie müsste ein neues Ökosystem von Geräten, die es unterstützen, aufgebaut werden. Also auch Quellgeräte.

Bluetooth hat viele Nachteile wie geringe Bandbreite und hohe Latenz. Da helfen dann auch guten Codecs nur bedingt weiter. In den nächsten paar Jahren könnte Ultra Wide Band (UWB) eine Alternative zu Bluetooth werden. Viel höherer Durchsatz würde verlustfreie Übertragung z.B. von ALAC ermöglichen, die Latenz ist sehr gering und die Reichweite ist höher als bei Bluetooth. Strombedarf ist niedrig.

Tatsächlich könnte Apple einer derjenigen werden, die es pushen. UWB wird bereits von jedem iPhone seit dem 11er unterstützt und auch von neueren iPads. Damit hat man schon eine gute Basis an Geräten auf dem Markt. Jetzt müsste Apple nur die kommenden Airpods Modelle mit UWB ausstatten und die Nutzer könnten über Apple Music lossless ALAC auf ihren Geräten streamen bis direkt auf die Airpods. Inklusive Spatial Audio und Dolby Atmos. Wäre ein nettes Alleinstellungsmerkmal und klingt für mich ziemlich Apple like -- daher glaube ich, dass es tatsächlich passieren wird. Andere Hersteller werden natürlich folgen.

 
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Der Übertragungsweg über WiFi benötigt nicht zwingend ein vorhandenes Netzwerk. Man kann auch via WiFi z.B.: Peer-to-Peer Verbindungen realisieren (beispielsweise AirPlay macht das unter bestimmten Umständen).

Aber WiFi kostet mehr Strom und für 99,9% reicht Bluetooth aus.
 
Mit LDAC scheitert es im Zweifel am Kopfhörer. Selbst normales AAC hört sich auf guten Kopfhörern bereits sehr viel besser an als APTX HD auf schlechten.
Ansonsten: Dieses Jahr sollten APTX Lossless Headphones erscheinen, dann kannst du mit den aktuellen Snapdragon Geräten CD Qualität hören.
 
whats4 schrieb:
...die bandbreite von bt reicht einfach ned.
Bluetooth 5.x unterstützt bis zu 50 MBit/Sek.
Bluetooth 4.x bis zu 26 MBit/Sek.
Selbst 3.0+HS hat schon 24 MBit/Sek. geschafft.

Wände stören natürlich, aber auch bei WLAN.

Die Datenrate sollte aber dennoch für verlustfreies Audio ausreichend sein.
 
Ich habe einen Sennheiser Momentum 3 und bin als kritischer HiFi Hörer restlos zufrieden! Liegt also nicht prinzipiell an Bluetooth...
 
Der Google Chromecast zieht wohl inkl. Netzteil 1,5Watt (genauere Daten habe ich auf die Schnelle nicht gefunden)
Mit einem 3000mAh 3,7V Lithiumakku mit 11 Wattstunden (so einen habe ich an meinem DT 770 pro außen hängen) könnte man den Chromecast Audio 7h lang betreiben.

Bauen könnte man so was schon, nur könnte die Vermarktung schwierig werden, weil vielen halt BT bereits reicht und teurer und schwerer wäre ein Wifi Kopfhörer wohl auch erst mal.

tidus1979 schrieb:
In den nächsten paar Jahren könnte Ultra Wide Band (UWB) eine Alternative zu Bluetooth werden.
Interessant, das könnte der Grund sein, warum alle anderen sich nicht so recht an die Lösung des Problems der begrenzten Bandbreite insbesondere bei Headsets trauen.
 
Qarrr³ schrieb:
Ansonsten: Dieses Jahr sollten APTX Lossless Headphones erscheinen, dann kannst du mit den aktuellen Snapdragon Geräten CD Qualität hören.
Ich weiß noch als die CD rauskam haben viele audiophile "Kenner" gemeckert, dass diese doch viel zu verlustbehaftet sei mit ihren 44,1 kHz Samplingfrequenz bei 16 Bit und dem geringen Spektrum bis 20.000 Hz.
Das ist unkomprimiert auch nur eine Datenrate von 1,3 MBit/Sek. bei Stereosound.
 
nuja, das sind recht neue derivate.
die unter sehr idealen bedingungen sowas wie geschwindigkeit entwickeln.

nur die realität ist ned ideal, nedmal ansatzweise.

und die real verwendeten standards müssen einen großteil der real existierenden geräten abdecken.
also nie ganz aktuell. aber ganz aktuell wäre nur für eine minorität. eine schwache. zu schwache.
 
Wishbringer schrieb:
Bluetooth 5.x unterstützt bis zu 50 MBit/Sek.
Bluetooth 4.x bis zu 26 MBit/Sek.
Selbst 3.0+HS hat schon 24 MBit/Sek. geschafft.
Wo das denn? BT 5.x -> 2Mbit/s, BT3/4: 1Mbit/s. Beides Max Werte.
Du hast das ganze mit 802.11 via HS und damit WiFi via zweitem Link verwechselt.
 
@foo_1337:
Deine Werte sind im LowEnergyMode korrekt.
Bzw. wenn man im LowEnergyModus noch EDR hat, sogar bei 5.0 mit 3 Mbit/Sek.
Bluetooth ist aber mehr als nur der LEM, die Spezifikationen sind etwas umfangreicher.
Ich habe bereits 2010 über BT3.0 Dateien mit 3 MByte/Sek. zwischen einzelnen Geräten übertragen.

Ich habe nicht behauptet, dass normale Kopfhörer die vollen BT-Specs unterstützen, sondern nur der Aussage widersprochen, dass BT nicht genug Bandbreite hat.
BT hat Bandbreite und kann sie zu Lasten des Stromverbrauchs auch nutzen.
Nur werden viele Headset-Hersteller wohl sich eher nur auf LEM (mit oder ohne EDR) eingegrenzt haben.
Das ist dann aber nicht das Problem der Specs, sondern der Umsetzung.

Edit:
Damals unter BT2.0 war es einfacher anhand der Klassen zu erkennen:
Klasse 1 = 100mW, Klasse 2 =2,5 mW, Klasse 3 = 1 mW
Die Klasse 1 hatte den gleichen Verbrauch wie WLAN (erlaubte Grenze ist ebenfalls 100mW).
Selbst heute sind noch viele PC-Mainboards mit BT-Modulen der Klasse 1 bestückt.
Die überwiegende Zahl der Kopfhörer ist jedoch Klasse 3 (was aber auch nicht das Problem ist = sie empfangen ja nur, das Senden der Kopfhörer ist zweitrangig).

Aber jetzt wieder zurück:
Selbst die 2-3 MBit im LEM (mit/ohne EDR) reichen bei einem guten Codec aus, um Audio "hörbar" ohne Verlust wahrzunehmen.
Versucht mal eine AAC mit 320 kbit/Sek. vom Original zu unterscheiden. Selbst mit 192 kBit/Sek. ist das schon fast unmöglich.
Und aptX HD mit einer Maximalrate von 420 kBit/Sek. wird auch keine hörbaren Artefakte mehr haben.

Die Frage wäre ja noch, welche Quelle der TE hat. Audio-CDs? Da würde ich mir keine Gedanken machen.
BluRay-Audio? Selbst da würde bei gutem Codec BT5 mit EDR ausreichen.

Ich sehe das Problem bei "Digital"-Kopfhörern eher darin, dass heutzutage fast alle Kopfhörer über die eingebauten DSPs versuchen, den Sound "zu verbessern" und somit die Töne verfälschen.
Das ist aber wieder eine ganz andere Spielwiese.
 
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Wishbringer schrieb:
Nur werden viele Headset-Hersteller wohl sich eher nur auf LEM (mit oder ohne EDR) eingegrenzt haben.
Es wird herstellerseitig wohl einfach nicht zwischen den Nutzungsszenarien "kabellos mobil" und "kabellos stationär" unterschieden, obwohl es der Standard hergeben würde.

Kabellos stationär hat ja senderseitig keine Energiebeschränkungen, weil man das Gerät an die Steckdose anschließen kann im Gegensatz zum Handy, dass man natürlich nicht durch BT leergesaugt bekommen will.

Der Kopfhörer/Headset darf auch etwas größer ausfallen, man könnte also vielfach größere Akkus verbauen als in den True Wireless Geräten
(0,2Wh Akku bei den Galaxy Buds vs. 10Wh in z.B. einem 18650er, also 50x mehr Kapazität)
und selbst ein Akkutausch während der Nutzung wie bei den Steelseries-Headsets ist wohl akzeptabel zu Hause.

Aber stimmt schon, notwendig ist das nicht, denn
Wishbringer schrieb:
Selbst die 2-3 MBit im LEM (mit/ohn EDR) reichen bei einem guten Codec aus, um Audio "hörbar" ohne Verlust warzunehmen.

Allerdings verstehe ich weiterhin nicht so ganz, warum die kabellosen Headsets immer noch die Probleme mit der Mikrofonqualität haben, wenn doch 2-3 Mbit/s locker für drei Kanäle (Stereo+Mic) für "Normalohren" vollkommen ausreichend sind.
 
Schau Dir mal ein Streaming Mikro wie das Beyerdynamics Fox an und dann ein Mikro im Headset an der Seite im Hörer oder in einem dünnen Arm zum rausziehen.
Erwartest Du von solchen Minimikros die gleiche Qualität wie von einem richtigen?
Ist alles auch weniger das Problem von BT.
 
Rein prinzipiell könnte man sowas bauen, der Stromverbrauch ist zwar höher als bei Bluetooth, aber das geht schon.
Der Nachteil ist eben die Software. Also auf dem Kopfhörer selbst müsste Spotify Connect oder vergleichbares laufen, evtl. könnte man auch vom Prinzip her den Chip und die Software eines Amazon Echo verwenden, dann hätte meinen einen Kopfhörer der über W-Lan funktioniert, mit Sprachsteuerung, diversen Streaming-Diensten, Internet-Radio und allem drum und dran. Der Vorteile gegenüber Bluetooth wäre die Reichweite, man könnte ich problemlos in der ganzen Wohnung mit dem Ding bewegen. Und theoretisch wäre es auch möglich, z.B. den Ton vom TV übers Netzwerk mit geringer Latenz an den Kopfhörer zu übertragen.

Eigentlich schon fast merkwürdig, warum es noch niemand versucht hat.
Nunja, im Prinzip hat man genau das gleiche mit jedem handelsüblichen (Bluetooth-)Kopfhörer und einem Smartphone oder ähnlichem Abspielgerät in der Tasche. Man kann sich kabellose In-Ears einstöpseln, Smartphone in die Hosentasche (oder innerhalb der Reichweite platziert) und hat an sich das gleiche, nur dass der Kopfhörer eben weniger Technik benötigt und deshalb so kompakt gebaut werden kann. Mit einem Over-Ear wäre das mit W-Lan auf jeden Fall möglich, In-Ear eher nicht.
Also ja, vielleicht hat es seinen Sinn, dass sich eines durchgesetzt hat, das andere nicht.
Dass es wohl tatsächlich noch niemand versucht hat finde ich eher bemerkenswert. Gerade Amazon, Apple oder Google hätten alle Technik parat, die man dazu bräuchte. Die Amazon Echo Headphones. Muss man Jeff mal vorschlagen.

Wobei vielleicht die Strahlung noch ein Thema wäre. W-Lan hat eine höhere Sendeleistung als Bluetooth. Vor allem im 5GHz Band. Betrifft zwar nur die Senderichtung, aber trotzdem weiß jeder, der schon mal sein Netzwerk beobachtet hat, dass mit empfangenen Daten auch immer ein bisschen was an den Empfänger zurück geht. Also hätte man in Bändern ab 100 dauerhaft ein Sendegerät mit 5GHz bei bis zu einem Watt Sendeleistung auf dem Kopf. Will man das haben? Bluetooth hat nur einen Bruchteil davon.
 
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