@Stanzlinger
Das ist eine nette Lüge, die man sich selbst erzählt.
Man kann Produkte boykottieren, die groß beworben werden, wird aber trotzdem beeinflusst, weil das nicht die einzige Werbung ist.
Ein Unternehmen hat beispielsweise viele Untermarken mit unterschiedlichen Verkaufsstrategien, um alle Typen von Konsumenten zu erreichen.
Wenn du Produkt A mit Design A über Werbung A boykottierst, kaufst du Produkt A trotzdem mit Design B über Werbung B.
Du kannst denselben Schokoriegel an verschiedene Konsumenten verkaufen:
- Klassik Variante mit 100 Gramm mit Werbung im TV
- dieselbe Variante mit 150 Gramm als Energy-Riegel, weil in 50% mehr Nüssen 50% mehr Proteine enthalten sind und Werbung im Fitness-Studio
- dieselbe Variante mit Eigenmarken-Verpackung ohne Werbung für einen geringeren Preis
- dieselbe Variante mit hochwertig erscheinender Verpackung und anderer Form für einen deutlichen Aufpreis, damit man denkt, dass teurer gleich hochwertiger ist
- dieselbe Variante mit 80 Gramm und grüner Verpackung als gesunde Alternative, weil 20% kleiner und in der Veganer Abteilung, was auch eine Art von Werbung ist
- dieselbe Variante in 30 Gramm Einheiten und bunten, lustigen Bildern für Kinder über Kindersendungen, wodurch die Kinder es von dir verlangen, also Werbung über deine Kinder
- dieselbe Variante, aber nun unter neuem Markennamen
- dieselbe Variante, aber nun mit neuem Design
- etc.
So kann man dir dieselbe Schokolade verkaufen, weil es unterschiedliche Medien, Verpackungen, Preise, Versprechen, Designs und Produktplatzierungen nutzt.
Oder man bildet sich einen Boykott einfach nur ein:
"Ich kaufe kein NordVPN, weil die überall Werbung machen." - Jemand, der sowieso kein VPN nutzt