Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlen?

Saber Rider

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Könnt ihr mir weiterhelfen? Gerade beim jetzigen Siemens-BenQ Disaster sieht man es. Der Vorstand von Siemens wollte sich satte 30% Gehaltserhöhung geben. Gott sei Dank verzichtet der Vorstand jetzt auf die Millionen und legt es in einen Fond an, aber wie und was kann ich denn als "einfacher" Verbraucher gegen diese Millionenverdienste der Vorstände tun? Siemens ist ja nur eine Firma. Da gibt es ja noch Riesen wie Daimler-Chrysler, BMW, die Pharmaindustrie oder die Banken. Ich kann und will das nicht mehr länger mit ansehen. Die Vorstände bekommen Hunderttausende über Millionen in ihre Ärsche geblasen für nichts und wieder nichts.
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Was man dagegen tun kann? Ich denk mal nichts!

Das ist eben der Kapitalismus, die einen fliegen für Millionen von Dollar aufn Mond und ein paar tausend Kilometer weiter verhungen Menschen, weil sie nichts zu essen haben.
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

...aber wie und was kann ich denn als "einfacher" Verbraucher gegen diese Millionenverdienste der Vorstände tun?

Im Prinzip nur auf die Strasse gehen und 'ne Demo starten!
Politisch radikal wirste ja nicht werden wollen, oder etwa doch? ;)
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Kann man leider echt nichts machen. will man sowas begrenzen, kommen die Firmen mit dem totschlag-argument "gehen wir halt ins ausland". Und das will die BRD ja nu auch nicht, genausowenig wie jedes andere Land.
Aber bei der BenQ Deutschland - Pleite Siemens anzuprangern, finde ich etwas einseitig. So wie es aussieht, wollte nämlich BenQ die Firman garnicht mal mehr übernehmen, sonder eher ausnehmen. (s. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,440279,00.html)

Was mir aber viel mehr Sorgen macht als die "paar" Millionen der Firmen, die ja immerhin noch reale Werte dahinter stehen haben, sind so ziemlich alle Arten von Investment Banking. Die "Heuschrecken"-Hedgefonds halten mittlerweile ein Kapital von 1,2 Billionen(!!!) Dollar in ihren Händen. Das schlimme daran ist, dass es nichtmal ihr eigenes ist, sondern alles irgendwo anders geliehen. Und noch schlimmer, dass nichtmal mehr die Banken wissen, wem sie etwas schulden, und wer ihnen was schuldet, und ob das nicht zufällig der gleiche sein könnte. Regeln gibt es dort nicht, und Absicherungen auch nicht. Wenn es denn zu einem Crash kommt, gute Nacht , Welt... (ist auch grad ein Artikel im letzten Spiegel)
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

@Babelfisch: Nene ich hab doch nicht nur SIemens angeprangert. Nur als Beispiel erwähnt, weil eben jetzt der nette Herr Kleinfeld die 30% Erhöhung einsparen will.
30% Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Nu das bei Siemens ist ja nicht nur die Sache mit BenQ. In Berlin schließt BSH (Bosh Siemens Hausgeräte) grade ein Werk mit über 600 Mitarbeitern, das Gewinne erwirtschaftet, weil man glaubt, dass man in Polen noch mehr Gewinne einfahren könnte.
Einigen der Berliner Mitarbeiter wurde angeboten, in das grade in Nauen frisch gebaute (ja mit Fördermitteln) Werk zu wechseln, der Rest kann wohl Hartz IV beantragen.
Um dem ganzen die Krone aufzusetzen wird in Polen für den russischen Markt produziert, wobei die Russen ausdrücklich gesagt haben, dass sie gar keine in Polen gefertigte Ware haben wollen und deswegen auch nicht annehmen. Deswegen werden die polnischen Maschinen nach Berlin gekarrt, dort dem Fahrer ein neuer Schein in die Hand gedrückt und weiter nach Russland.

Leider kann der einzelne Verbraucher nicht viel tun. Man kann zwar die Produkte nicht kaufen bzw gezielt Konkurrenzprodukte kaufen, aber das erste, was solche Firmen dann tun, is Mitarbeiter zu entlassen, da diese ja nicht weiter benötigt werden.
An Gehaltskürzungen bei Vorständen wird leider erst gedacht, wenn der Insolvenzantrag schon eingereicht ist.
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

@ pcw: Bis zur Insolvenz bleiben doch die Manager garnicht. Die kassieren ne Abfindung und ziehen weiter...

Man fragt sich da ja doch, wo die Moral der Leute geblieben ist... Anscheinend gibts die öfters garnicht mal mehr, und ne Wertvorstellung haben die Herren auch nicht....

@Saber-Rider... klang für mich so, weil du es in einem Satz mit BenQ erwähnt hast.... aber gut, so ist das mit Sprache ;)
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Die Vorstandsgehälter sind manchmal total abgehoben und weit entfernt von dem, was man als "Leistung" bezeichnen könnte.
Tun kann man dagegen nix. Denn wenn es den Gesellschaftern das Wert ist, können sie den Leuten zustecken was sie Bock haben. Und das ist auch okay so, ist schließlich deren Firma.

Ich sehe das aber auch nicht als Riesenproblem an. Gut, ein paar assige Volltrottel die alles runterwirtschaften bekommen Millionen den Arsch hochgeblasen, das bringt einen erstmal auf die Palme. Allerdings machen diese Millionen wenn man die gesamten Aufwendungen eines Konzernes betrachtet, einen Mückenschiss aus, wenn überhaupt.
An zu hohen Vorstandsgehältern (Nicht: Managergehälter, die können da meist wenig dafür) ist noch kein Konzern zugrunde gegangen. Eher an den Höhenflügen und Selbstüberschätzungen, welche die Kohle und die gesamte Atmosphäre da oben im Olymp so mit sich bringt.

Es wird ja hoffentlich bald nicht mehr möglich sein, in 10 Vorständen, Aufsichtsräten und was es sonst noch alles gibt, auf einmal rumzusitzen. Dann erledigt sich die Konzernspringerei recht schnell.

Was man auch nicht vergessen darf ist, das diese Leute nicht in einem normalen Arbeitsverhältnis angestellt sind. Da ist nix mit Arbeitgeberanteil, Kündigungsfristen und Lohnanpassungen um der Inflation entgegen zu wirken. Die müssen sich um alles selbst kümmern. Der Herr Kleinfeld wie der Geschäftsführer einer kleinen 100 Mann GmbH. Letzterer eben mit einem Bruchteil des Geldes. Ob das nun Gerecht ist, ist die andere Frage.
 
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AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Da kann ich Wintermute nur recht geben. Für uns lesen sich die Gehälter wie ne Zahl aus einem anderen Universum, manche verdienen in einem Jahr mehr als andere in ihrem ganzen Leben, dennoch finde ich das nicht weiter tragisch, was ich eher tragisch finde ist die nicht vorhandene Moral vieler.
Das man Leute entlassen muss damit das Unternehmen nicht ganz untergeht ist leider nicht schön aber in vielen Fällen notwendig. Sich aber ein Tag danach in den Medien zu präsentieren wo man auch erfährt das das Gehält des Managers, Vorstandvorsitzenden oder wie auch immer mal eben gestiegen ist.
Manchmal sollten sie vieleicht eher auf ein Teil der Entlohnung verzichten und sich einen PR Berater an Land ziehen.
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Der Vater eine Freundes von mir ist auch Vorstandsmitglied und hat (so seine Aussage) in seinem Vertrag nichtmal festgesetzte Arbeitszeiten. Er koennte, wenn er wollte, von heute auf morgen zuhause bleiben. Die Kozequenz waere natuerlich das "seine Dienste dann nicht mehr benoetigt wuerden" und eben ein anderer zum Vorstand bestellt werden wuerde, aber sein Gehalt wuerde er noch ueber die komplette Vertragszeit weitergezahlt bekommen.
Er hat mit auch erzaehlt das so Vorstaende in Rente gehen. Die Vertragslaufzeiten so abpassen das es mit dem Alter noch passt um einen neuen Vertrag ueber die volle Zeit zu bekommen, oder eben ein wenig frueher. Dann arbeitet man noch 3-6 Monate und hoert einfach auf...um dann z.B. noch 2.5 Jahre fuer nix Geld

Also bei sowas fasse ich mir dann an den Kopf...nicht das ihm das Geld nicht gegoennt sei, er hat viel Arbeit und die Bilanzen stimmen auch anscheinend, aber das sowas sein kann und die Vertraegsbindungen nicht etwas staerker sind um solche Tricks zu verhindern kann ich nicht verstehen. Allein schon der mangelnde Anstand auf so eine idee zu kommen:(
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Manchmal sollten sie vieleicht eher auf ein Teil der Entlohnung verzichten und sich einen PR Berater an Land ziehen

Hat das Shinzo Abe nach seinem Amtsantritt erst kürzlich nicht getan?
Ich meine, ich habe da mal sowas gehört...!

Und was Wintermute anspricht, sollte man natürlich nicht vergessen: Der Arbeitsalltag eine Vorstandsmitglied lässt sich null mit dem eines ''Normal-Angstelten vergleichen. Die Gehälter sind imho grösstenteils gerechtfertigt!

/edit/
jepp...bei wiki stehts!
http://de.wikipedia.org/wiki/Abe_Shinzo
(letzter Satz)
 
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AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Die Arbeitszeiten sind in den Manager-Verträgen in der Tat oft nicht geregelt - zieht meistens aber nach sich dass eine 60-80h/Woche das Ergebnis ist.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Manager/Vorstand "einfach so" zu Hause bleiben kann, selbst wenn keine Arbeitszeit geregelt ist - Schadenersatz usw kann teuer werden.

Um auf die Ursprungsfrage einzugehen: Millionengehälter sind eine Auswirkung des Kapitalismus, und man kann nur mit den kapitalistischen Mitteln dagegen vorgehen: Produkte nicht kaufen, Konkurrenzprodukte kaufen, mehr Leute überzeugen dass sie sich genauso verhalten. Sicher werden die Firmen darauf reagieren und Leute entlassen, ins Ausland gehen usw. Man muß es aber konsequent weiterverfolgen - für mich sind Siemens-Produkte gestorben seit der Affäre mit dem Handy-Werk. Es gibt aber weitere Beispiele, die nicht so viel Lärm gemacht haben. Weiterhin sollte der Kunde sich im klaren sein, dass "politisch korrektes" Verhalten u.U. höhere Preise nach sich zieht (deutsche Arbeiter wollen nun ma nicht für 1EUR/Tag arbeiten) und sich entsprechend verhalten - im Laden zu dem Produkt greifen, welches "richtig" ist und nicht zu dem billigsten.
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Gegehn solch hohen Gehälter kann man rein gar nichts unternehmen.
Wenn einem Vorstand die Leitung so viel Wert ist, dann wird auch entsprechend entlohnt.

Wären wir in der(en) Position wären wir nicht anders.
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Ich habe keine Probleme mit Millionengehälter für Vorstände, denn zum einen liegen Managergehälter in Deutschland und internationalem Niveau, außerdem hat die Entlohnung nicht nur was mit der eigentlichen Leistung zu tun, sondern ebenfalls mit der Verantwortung und der sehr hohen Wahrscheinlichkeit, den Posten auch ganz schnell zu verlieren. Wenn von euch hätte auch schon Lust, eine 80 bis 100 Stundenwoche zu haben?
Das Problem liegt nicht bei den eigentlichen gehältern, sondern bei der sehr einseitigen Shareholder-Orientierung, anstatt einer langfristigen und stärker sozial ausgerichteten Stakeholder value. Sicherlich ist ein variabler gehaltsanteil eine vernünftige Sache, jedoch draf sich dieser nicht nur an monetären Größen iwe dem gewinn orientieren, denn genau dann passiert so etwas, dass ein Unternehmen Leute entlässt, obwohl hohe Gewinne eingefahren werden. Es werden sicherlich viel zu viele "einfache" Arbeiter und Angestellte gefeuert und viel zu wenige Manager, doch mit dem gehalt hat das nun mal nix zu tun. Die Fehler werden auf Führungsetagen begangen und nicht in der Werkshalle.
Doch dass nun das Siemens-BenQ-Werk geschlossen wird, habt ihr, wie auch ich zu verantworten, warum kauft ihr denn keine Siemens/BenQ-Siemens-Handys? Weil sie scheiße sind und damit haben sie auch keine Daseinsberechtigung und dass das dann Arbeitsplätze kostet ist Pech, aber nicht zu ändern. Jeder manager handelt so, wie es für ihn am besten ist und würdet ihr in deren Position sitzen, würdet ihr aller Wahrscheinlichkeit gar nicht anders handeln. Die Probleme liegen doch ganz woanders, unter anderem in der fehlenden Abstimmung und harmonisierung innerhalb der EU, insbesondere was die osteuropäischen Staaten anbelangt. Preangert nicht die Manager/Vorstände an, sondern die Aufsichtsräte, die machen die Rahmenbedingungen, innerhalb derer Vorstände rational handeln.
Die großen anzuürangern ist leicht, im Kleinen handeln doch alle egoistisch. Wer von euch kauft im Internet weils billiger ist? Ich tue es auch, sicher, ich kenne ja die personen in dem fachgeschäft umme Ecke auch nicht, die womöglich arbeitslos werden. Genauso wenig kennt ein Vorstandmitglied Herrn Schmidt und Frau Müller am Fließband, die arbeitslos werden.
Ich will nix verteidigen, schon gar nicht gesellschaftglich fragwürdiges Verhalten einiger Unternehmen, allerdings wollte ich in diese Diskussion mal einen Kontrapunkt setzen. Versteht es als Beitrag eines Advocatus Diaboli
 
Einfaltspinsel vs Visionäre

Die Gehaltsfrage ist bei Siemens auch nicht mit "Leistung" begründet worden, sondern mit der Floskel, dass "die anderen auch so viel bekommen".

Da fragt man sich doch, wie Unternehmer dazu kommen sich die Taschen so dick wie nur irgendmöglich zuzustopfen, auch wenn die Geschäfte solch eine Gehaltserhöhung gar nicht zulassen, bzw. die Geschäftsentwicklung eben KEIN Gewinn-Wachstum von 30% ausweist ...

Zu den Fonds. Da bin ich gespaltener Meinung.

Zum einen mag es sein, dass planlos einfach Geld ausgegeben wird, um dann die Firmen zu tranchieren ("outsourcen") ... und zwar so, dass in der Summe der vielen kleinen neuen ausgegründeten deutlich mehr Verkaufserlöse bringen als das anfängliche Vollpaket.

Andererseits könnten derartige Fonds von einer Geschäftsstrategie geleitet sein, die neue Kräfte freisetzt. Da werden plötzlich Wege gedacht, und Sachen ermöglicht, die vorher undenkbar waren. Wenn nur noch einfaltslose Büssnüssjüngelchen keine Produktideen mehr einfallen ... dann sollten die Geschäfte von anderen gemacht werden, die Ideen und Visionen haben.

MFG Bobo(2006)
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

-oSi- schrieb:
Gegehn solch hohen Gehälter kann man rein gar nichts unternehmen.
Wenn einem Vorstand die Leitung so viel Wert ist, dann wird auch entsprechend entlohnt.

Wären wir in der(en) Position wären wir nicht anders.

womit du für deine person recht haben könntest, für einige wenige andere (u.a. mich) allerdings nicht. es gibt noch andere werte als geld. moral z.b. ;)

baFh
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Jetzt hier Siemens als Negativbeispiel zu nehmen ist nicht ganz korrekt. Selbst nach der (jetzt gecancelten) 30%-Erhöhung wären die Vorstandsgehälter bei Siemens immernoch um ein Vielfaches geringer als bei so manchem anderen Konzern.
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

aber selbstverständlich ist das korrekt, hier die gehälter der siemensmanager an den pranger zu stellen:

nur weil andere sich auf kosten des kleinen mannes noch viel mehr kohle in die tasche schaufeln, ist das verhalten von in diesem falle "kleineren" managern trotzdem nicht zu entschuldigen.

baFh
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

Ich persönlich hab nichts dagegen.
 
AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?

fein. du hast also nichts dagegen. frag' mal die mitarbeiter von benq-siemens, eventuell haben die selbst betroffenen da eine andere meinung. könnte sein, vieleicht :rolleyes:

oder frag' die (ex-)mitarbeiter von IBM, thyssen, der post, der telekom, von der citibank, von ...

baFh
 
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