AW: Was tun gegen Firmen die Millionen an ihre Vorstände zahlt?
Ich habe keine Probleme mit Millionengehälter für Vorstände, denn zum einen liegen Managergehälter in Deutschland und internationalem Niveau, außerdem hat die Entlohnung nicht nur was mit der eigentlichen Leistung zu tun, sondern ebenfalls mit der Verantwortung und der sehr hohen Wahrscheinlichkeit, den Posten auch ganz schnell zu verlieren. Wenn von euch hätte auch schon Lust, eine 80 bis 100 Stundenwoche zu haben?
Das Problem liegt nicht bei den eigentlichen gehältern, sondern bei der sehr einseitigen Shareholder-Orientierung, anstatt einer langfristigen und stärker sozial ausgerichteten Stakeholder value. Sicherlich ist ein variabler gehaltsanteil eine vernünftige Sache, jedoch draf sich dieser nicht nur an monetären Größen iwe dem gewinn orientieren, denn genau dann passiert so etwas, dass ein Unternehmen Leute entlässt, obwohl hohe Gewinne eingefahren werden. Es werden sicherlich viel zu viele "einfache" Arbeiter und Angestellte gefeuert und viel zu wenige Manager, doch mit dem gehalt hat das nun mal nix zu tun. Die Fehler werden auf Führungsetagen begangen und nicht in der Werkshalle.
Doch dass nun das Siemens-BenQ-Werk geschlossen wird, habt ihr, wie auch ich zu verantworten, warum kauft ihr denn keine Siemens/BenQ-Siemens-Handys? Weil sie scheiße sind und damit haben sie auch keine Daseinsberechtigung und dass das dann Arbeitsplätze kostet ist Pech, aber nicht zu ändern. Jeder manager handelt so, wie es für ihn am besten ist und würdet ihr in deren Position sitzen, würdet ihr aller Wahrscheinlichkeit gar nicht anders handeln. Die Probleme liegen doch ganz woanders, unter anderem in der fehlenden Abstimmung und harmonisierung innerhalb der EU, insbesondere was die osteuropäischen Staaten anbelangt. Preangert nicht die Manager/Vorstände an, sondern die Aufsichtsräte, die machen die Rahmenbedingungen, innerhalb derer Vorstände rational handeln.
Die großen anzuürangern ist leicht, im Kleinen handeln doch alle egoistisch. Wer von euch kauft im Internet weils billiger ist? Ich tue es auch, sicher, ich kenne ja die personen in dem fachgeschäft umme Ecke auch nicht, die womöglich arbeitslos werden. Genauso wenig kennt ein Vorstandmitglied Herrn Schmidt und Frau Müller am Fließband, die arbeitslos werden.
Ich will nix verteidigen, schon gar nicht gesellschaftglich fragwürdiges Verhalten einiger Unternehmen, allerdings wollte ich in diese Diskussion mal einen Kontrapunkt setzen. Versteht es als Beitrag eines Advocatus Diaboli