Web Development vs. Latein - Panik!

Fidelio8

Cadet 4th Year
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Hallo Zusammen!

Ich schreibe ja nicht gerne im Forum über meine Lebensplanungen, aber vielleicht können hier ein paar gute Ratschläge hilfreich sein.

Ich bin 23 Jahre alt und befinde mich derzeit in der Phase, in der ich meinen endgültigen Arbeitweg einplanen muss. Sprich, Studium der Informatik an einer FH (mit Schwerpunkt Webentwicklung - Backend/Frontend) oder, festhalten, Lehramt Latein.

Ausgangspunkt ist, dass mich beide Bereiche, also Computer und Sprachen/Literatur, speziell eben Latein und Englisch, ungemein interessieren. Im sprachlichen Bereich ist als Master nicht viel zu holen, dazu lese ich, dass mit Latein/Geschichte auf Lehramt (ich unterrichte gerne in Nachhilfe und liebe diese Sprache neben Englisch), praktisch eine Jobgarantie auf einen wartet (Salzburg bzw. Option Bayern). Dazu ist die Bezahlung relativ gut (also 3k Einstieg bis 5k) und die Jobsicherheit hoch. Der Arbeitsalltag ist wohl auch wesentlich angenehmer, als in anderen Fächerkombinationen (kleine Klassen, wenig Korrekturen, breites Spektrum an Themen)

Auf der anderen Seite ist da die Informatik: neu, dynamisch, schnell. Ich programmiere gerne, entwickle meine eigenen Websites und arbeite auch auf Werkvertrag. Das Problem: ich höre immer öfter, dass der Markt derart gesättigt sei, dass man nur mehr mit viel Aufwand und Druck auf ein bestimmtes Level kommt, geschweige denn die Selbstständigkeit wagen soll (welche mir sehr .... SEHR wichtig ist). Auch die Jobsicherheit ist wohl riskant (Stichwort 50+, schnell austauschbar etc.)

Wäret ihr an meiner Stelle, in welche Richtung würdet ihr mehr tendieren? Wäre es das Risiko in Informatik wert? Ich bin noch dazu ein Mensch, der nicht nur für die Arbeit lebt (schreiben, musizieren) und möchte dies auch beibehalten. Ich denke, dass mir das Lehramt hier eine sinnvolle und stabile Tätigkeit ermöglicht, welche allerdings vorhersehbar ist. Finanziell würde es mir in der Informatik langfristig nicht wirklich besser gehen, die Tätigkeit könnte interessanter sein, aber mit einem höheren Stress- und Drucklevel.

Verdammte Zwickmühle aber auch. Ein paar Vorschläge wären mir sehr wichtig!

Vielen Dank und beste Grüße, Fidelio
 
A

Austrokraftwerk

Gast
Würde bei Latein bleiben. Wie du schon schreibst, Informatik-Leute gibts viele. Heißt ja nicht, dass du Informatik aufgeben kannst, das kann man ja nebenbei als Hobby machen, da erreicht man auch schon einiges ;)

Weil falls es nicht mit Latein klappt kann man mit 30-35 immer noch in die IT-Branche einsteigen.
 

Mextli

Commander
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Musst Du persönlich abwägen, Jobsicherheit vs. Wagnis/Unsicherheit. Gibt es nur die Alternative Latein Lehrer oder freiberuflicher Programmierer? Also Informatik Lehrer würde nicht gehen? Oder Informatik + Latein?

Der Arbeitalltag als Latein Lehrer dürfte recht statisch sein, schließlich gibts nichts neues und nachdem Du einmal den Ryhtmus durch hast (Einstieg, Bello Gallico, Cicero/Tacitus whatever [grob abstahiert]) wird sich Dein Stoff auf Jahre hinweg nicht mehr wirklich ändern. Muss ja nichts negatives sein, besonders wenn man Zeit für private Themen braucht.

Bin kein Lehrer, kenne aber welche und habe das große Latinum. Also nur semi befähigt mich zu dem Thema zu äußern. ;)
 

Tourgott

Lt. Commander
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Die Jobgarantie mag heute sicherlich noch gegeben sein, aber gerade bei dem Bereich, den du anstrebst, würde ich das doch sehr anzweifeln. Selbst 10 Jahre können hier schon einen enormen Unterschied machen, wenn wir uns daran zurückerinnern, was vor 10 Jahren noch als "krisensicher" galt. In dem Hinblick würde ich dieses Argument vernachlässigen, zumal du gerade als guter Programmierer bestimmt auch keine Probleme haben wirst, einen Job zu finden und diesen auch zu behalten.

Wäre ich an deiner Stelle, würde ich mich einzig und allein darauf konzentrieren, was mir wirklich Spaß macht und mich auch erfüllt. Viele Menschen haben diese Wahl nicht. Du solltest dir also über dieses Privileg bewusst sein und es auch nutzen, wenn du wirklich die Wahl und die Voraussetzungen hast. Daher wird dir hier auch niemand die Entscheidung abnehmen können.
 

Fidelio8

Cadet 4th Year
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Vielen Dank für die Antworten!

Also Lehramt Informatik wäre auch interessant, das habe ich überhaupt nicht berücksichtigt. Werde ich mir noch einmal genauer anschauen, damit wäre ja auch bei Zusatzqualifikationen und Praxis, die ich ja jetzt bereits in der Webentwicklung sammle, ein Wiedereinstieg in die Privatwirtschaft im Nachhinein durchaus möglich, oder?
 

blablub1212

Commodore
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Würde ich nochmal von vorne beginnen wäre es bei mir bestimmt auch Lehramt geworden. Man muss sich halt anstrengen und keine lieblingsfächerkombi nehmen (Sport + deutsch z.b.) dann wird man auch verbeamtet...

Danach muss man sich auch keine Sorgen mehr machen und einfach brav weiterleben und sich auf die Pension freuen.
 

ice-breaker

Commodore
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Lehramt Informatik [...] ein Wiedereinstieg in die Privatwirtschaft im Nachhinein durchaus möglich, oder?
ja, aber mit keinem wiklich guten Gehalt. Du wirst als jemand eigeordnet, der theoretisches Wissen hat, aber praktisch nichts kann bzw. lange aus dem Alltag raus ist.

Man muss sich halt anstrengen und keine lieblingsfächerkombi nehmen (Sport + deutsch z.b.) dann wird man auch verbeamtet...
Die Beamtung ist aber auch stark Bundesland abhängig, und wird in einigen Bundesländern von Jahr zu Jahr weniger.
 

cerealnick

Lt. Junior Grade
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Die Verbeamtungen im Lehramtsbereich nehmen eigentlich wieder zu um gegenüber anderen Bundesländern konkurrenzfähig zu bleiben. Dafür bleibt der untere Durchschnitt der Lehramtsabsolventen meist erst einmal bei Springer und Aushilfslehrerjob hängen.
 

ascer

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Zu der Jobsicherheit und der Erfüllung persönlicher Ziele als Lateinlehrer kann ich nicht wirklich viel sagen, allerdings kenne ich von Bekannten das hier schon beschriebene Szenario: Es macht dich eventuell in den ersten Jahren, vielleicht auch noch in den ersten 1-2 Jahrzehnten glücklich, da man in der Tat recht unbehelligt, in kleinen Gruppen u.s.w. unterrichten kann...aber bei allen Bekannten, die mehr als nur 1 + 1 zusammenzählen können, stellte sich ziemlich schnell die Resignation ein. Die Schüler werden im Schnitt mit der Zeit schlechter, der Stoff ändert sich Null. Absolute Monotonie, wenn man das sein Leben lang macht.

Wirklich "in der Arbeit aufgehen" ist, so denke ich, nur denjenigen vergönnt, die kaum fachliche Ansprüche an ihre Arbeit stellen, dafür aber soziale Ansprüche. Wer gerne mit Kindern, Jugendlichen oder generell Menschen arbeitet, Persönlichkeiten prägt und sie auf ihrem Bildungsweg geleitet...das dürfte dann schon eher auf Dauer gut funktionieren.


Auf der anderen Seite ist da die Informatik: neu, dynamisch, schnell. Ich programmiere gerne, entwickle meine eigenen Websites und arbeite auch auf Werkvertrag. Das Problem: ich höre immer öfter, dass der Markt derart gesättigt sei, dass man nur mehr mit viel Aufwand und Druck auf ein bestimmtes Level kommt, geschweige denn die Selbstständigkeit wagen soll (welche mir sehr .... SEHR wichtig ist). Auch die Jobsicherheit ist wohl riskant (Stichwort 50+, schnell austauschbar etc.)

Wäret ihr an meiner Stelle, in welche Richtung würdet ihr mehr tendieren? Wäre es das Risiko in Informatik wert?
Das ist Quark.
Übersättigt ist der Markt ausschließlich mit 0185-Webdevelopern, da das so ziemlich einer der einfachsten und profansten Zweige der Informatik ist. Ich hab damals beispielsweise mit 13 mit HTML & PHP angefangen. Natürlich gibt es auch dort komplizierte Aufgabenstellungen und professionelle Entwickler, aber im Schnitt eben deutlich mehr unprofessionelle, die nicht wirklich viel können.

Fernab von den sehr einfachen Tätigkeiten gibt es aber anspruchsvolle, qualifizierte und stark gefragte Bereiche. Hochqualifizierte Informatiker gibt es in fast jeder mir bekannten Branche recht wenige und dem gegenüber steht meist ein hoher Bedarf an solchen Fachkräften.

Ein Bekannter von mir hat Webdevelopment quasi nebenbei gemacht und sich primär auf Datenbankdesign spezialisiert. Ausbildung, Weiterbildungen, ..., in diesen Bereichen. Von Optimierungen "einfacher" SQL-Datenbanken, über NoSQL-Lösungen bis hin zu dezentralisierten DB-Servern für Cloud-Services mit speziellen DB-Engines, automatischen BackUps und Synchronisationen etc. pp.
Sein Verdienst liegt über 5k (Brutto/Monat) und zu seiner letzten Bewerbungsphase wurde er nicht nur überall zum Bewerbungsgespräch eingeladen, sondern hat teilweise sogar Angebote von Konkurrenzunternehmen ohne Nachfrage bekommen.

Ein Schulfreund von mir, mit dem ich noch heute viel zu tun habe, hat sich auf Netzwerktechnik, Backuplösungen, VPNs, ... spezialisiert. Verdient 4k (Brutto/Monat) und managed mehrere Filialen verschiedener Kunden seines AG quasi allein aufgrund seiner Qualifikationen in dem Bereich. Bei seinem alten AG hatte er gekündigt, weil sein alter AG keine 13 Gehälter zahlen wollte - binnen einer Woche nach Start seiner Jobsuche hatte er seinen neuen, jetzigen Job.

Von meiner Uni kenne ich ähnliche Geschichten. Kommilitonen die Wirtschaftsinformatik studiert haben und sich auf SAP-Lösungen spezialisierten, sind alle die ich persönlich kenne mit 5k+ nach der Uni eingestiegen ohne groß Unternehmen suchen zu müssen.

Im Consulting sieht es noch besser aus. Ein sehr guter Freund von mir hat seinen Doktor dieses Jahr beendet und während des Studiums ab und zu immer schon mal in Consultinggeschichten reingeschnuppert. Nach keinen 10 Bewerbungsgesprächen hatte er seinen aktuellen Job. Fünfstelliges Einstiegsgehalt.

Ein entfernter Bekannter hat irgendwas Medien-Kunst-mäßiges studiert und sich dabei auf multimediale Marketingdesigns spezialisiert. Zuzüglich noch irgendwelcher Psychologie und Soziologievertiefungen, um Designs und Werbung so anziehend wie möglich für bestimmte Zielgruppen zu entwickeln. Für Kunden analysiert er dessen Unternehmensprofil sowie anvisierte Zielgruppen und entwickelt dann speziell darauf ausgerichtete Inhalte. Der hat sich also quasi als "Webdesigner" selbstständig gemacht, nur eben mit zig Zusatzqualfikationen und fernab den typischen "Ich bau für jeden eine Webseite"-Märkten. Bei dem kenne ich zwar die Umsätze nicht, aber immer wenn ich von ihm höre ist er schwer beschäftigt und es mangelt ihm nie an Kunden, Mitarbeiter hat er mittlerweile auch.

Ich persönliche bin bei den Data Scientists zu Hause, finde künstliche Intelligenz sehr spannend, beschäftige mich mit Data Mining und Machine Learning. Für z.B. Werksstudententätigkeiten bekomme ich jeden Monat mehrere Anfragen von Unternehmen aus der Region. Ungefragt.
Mitunter gibt es bei uns an der Uni auch Einladungen zu Geschäftsessen und Ähnlichem, wo Unternehmen jeden Interessierten zu einem gemütlichen Talk einladen um die Studierenden von sich aus zu überzeugen, dass ihr Unternehmen ein schöner späterer AG wäre.
Bei einem relativ kleinen Cloudentwickler (~50 AN), der Unterstützung für seine Data-Mining-Tools suchte, war ich letztens zu einem Gespräch eingeladen. Der Geschäftsführer hat mich persönlich empfangen und das erste, was er an mich richtete, war "Dankeschön, dass sie überhaupt erschienen sind. Aktuell werden so viele Leute ständig abgeworben und der Markt ist so umkämpft, dass ich mich immer schon glücklich schätze, wenn potenzielle AN zu Bewerbungsgesprächen überhaupt auftauchen."


Von solchen Anekdoten könnte ich jetzt noch eine ganze Menge mehr erzählen. Unbeliebt und absolut übersättigt ist eben der Markt der relativ einfachen Tätigkeiten. Da wo sich schlechte Studierende oder der 0815-Azubi platziert. Für die übliche Webseite von Unternehmen XYZ, die typische Individualsoftware für irgendwelche Firmeninterna, für den Standard-Windows-Server im anspruchslosen Intranet um die Ecke...da braucht man natürlich weder spezialisierte Arbeitnehmer noch wirkliche Fachkräfte.

...der Markt entwickelt sich aber immer weiter zu immer komplexeren und spezialisierteren Tätigkeiten und Berufsbildern hin. Wer also vernünftige Ausbildung, zahlreiche Weiterbildungen, Projekterfahrung, etc. pp. oder eben ein vernünftiges Studium mit entsprechender Spezialisierung oder gar einen Doktortitel sichert, der hat definitiv keine Probleme hinterher gut bezahlte und auch recht sichere Jobs zu finden.
 
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Tourgott

Lt. Commander
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ein Wiedereinstieg in die Privatwirtschaft im Nachhinein durchaus möglich, oder?
Eher nein. Dafür gibt es dann doch zu viele Spezialisten, die aus der Industrie kommen und für Unternehmen weitaus interessanter sind.
Du musst dir schon gewissenhaft überlegen, welchen Weg du einschlagen möchtest. Gehst du in die Industrie, stehen dir alle Wege offen, als Beamter, insbesondere das was du anstrebst, wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit ein Leben lang darauf festgelegt sein.
 

CrunchTheNumber

Lieutenant
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Da ich selber Lehrer bin, hier meine persönliche Sicht:

- Die ersten Jahre sind ziemlich zeitaufwändig, insbesondere das Referendariat. "Über 50- Stunden-Wochen" sind keine Seltenheit. Nach mehreren Jahren nimmt die Zeitbelastung ab und "normalisiert" sich, ist aber sicherlich immer noch höher als bei einem tariflichen 38,5-Stunden-Job oder woanders in der öffentlich Verwaltung. "Überstundenbezahlung" gibt's praktisch keine.

- Fachlich arbeitet man natürlich nicht an den aktuellen Grenzen der Wissenschaft, aber es gibt immer wieder neue "Herausforderungen", da sich die Rahmenbedinungen politisch bedingt andauernd ändern (curriculare Vorgaben, G8, Inklusion, Zentralabitur,...).

- Kein Tag ist wie der andere, auch wenn die "Fächer" gleich bleiben. Dafür sorgen schon die Schüler. Die gleichen Themen in unterschiedlichen Lerngruppen erfordern durchaus unterschiedliche Zugänge. Langweilig wird es garantiert nicht.

Ein paar Pluspunkte:

- Sicherer Beruf und sicheres Einkommen (jedenfalls solange der Staat zahlungsfähig bleibt...). Man wird zwar nicht reich, aber auch nicht arm.

- Gesundheitliche Auszeiten bedeuten nicht das berufliche Ende. Ernsthafte Erkrankungen können jeden erwischen, auch Personen, bei denen man das nicht erwartet hätte. Ein Faktor, der insbesondere von Jüngeren total unterschätzt wird.

- Man muss nicht zwangsweise seinen Wohnort wechseln, weil der Arbeitgeber einen Betrieb dichtmacht und es äquivalente Jobs nur in hunderten Kilometern Entfernung gibt.

- Man kann durchaus seine "Nischen" finden und sich dort verwirklichen (in der Schule oder auch außerhalb in der Behörde oder in der Referendarsausbildung, allerdings sind Stellen außerhalb der Schule selten).

- Man kann relativ problemlos Teilzeit arbeiten, verdient dann aber entsprechend weniger. Die Teilzeitquoten im Lehrerbereich sind übrigens relativ hoch (ich schätze mind. ein Viertel), was dann leider auch zum Image des Berufs beiträgt ("Lehrer haben immer frei").

Plus-/Minuspunkte:

- Einen Teil der Arbeit leistet man (zwangsweise mangels geeigneter Möglichkeiten in der Schule) zu Hause. Unter anderem Korrekturen (deren zeitlichen Aufwand man nicht unterschätzen darf!) oder Unterrichtsvorbereitung werden in der Regel am heimischen Schreibtisch erledigt. Das kann ein Vorteil sein (man hat seine Ruhe) aber auch ein Nachteil (fehlende Trennung von Privat- und Arbeitsleben, was tendenziell dazu führt, dass man Mehrarbeit leistet, für die man nicht bezahlt wird, gerade für Teilzeitkräfte gefährlich!).

- Ferienzeiten. De facto aber tatsächlich nur ein Ausgleich für die Mehrarbeit während der Unterrichtszeit. Oft werden aber Korrekturen in den Ferien erledigt. Wirklich frei sind also nur ein Großteil der Sommerferien.

Ein paar Minuspunkte:

- "Incentives" gibt es praktisch keine. Für gute Leistungen bekommt man weder einen Bonus noch einen Dienstwagen noch ein schöneres Büro. Die meisten "normalen" Lehrer haben sowieso kein eigenes Büro sondern nur eine Ecke im Lehrerzimmer. Beförderungstellen mit höherem Gehalt und eigenem Büro sind relativ selten bezogen auf die Gesamtzahl der Lehrer.

- Viele Schulen sind renovierungsbedürftig. Der Staat wird hier oft erst dann aktiv, wenn der Putz von der Decke fällt oder es offenkundig gesundheitsgefährlich wird. Wer gerne in schicken, moderen Büros mit aktueller IT-Ausstattung arbeitet, der ist an der Schule garantiert falsch...

- Das Image des Lehrerberufs ist nicht das beste, es besteht eine Tendenz, Lehrer für alle möglichen Fehlentwicklungen in der Gesellschaft verantwortlich zu machen. Ein "dickes Fell" sollte man als Lehrer schon haben, um das nicht zu nah an sich herankommen zu lassen.

- Schüler können durchaus "pädagogisch fordernd" sein. Ein Sensibelchen sollte man als Lehrer nicht sein, der eigenen Gesundheit zu liebe.

Ich hoffe, es hilft.

Gruß,
CTN
 

Fidelio8

Cadet 4th Year
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Vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten!

@ Crunch, welche Fächer unterrichtest du denn, wenn ich fragen darf? Ich finde Informatik als Fach mittlerweile sehr interessant. Falls du nicht Informatik unterrichtest, was macht denn euer Lehrer in dem Bereich den ganzen Tag? Ich hab gelesen, dass sie auch die Netzwerkadministration übernehmen etc?

@Ice-breaker: Ich habe bereits eine Informatikausbildung und arbeite seit drei Jahren im Bereich des Content Management (sorry, hätte ich erwähnen sollen). Sollte ich mich für das Lehramt entscheiden, würde ich definitiv weiterhin nebenbei Praktika machen, um im Anschluss auch einen Plan B bereit zu haben, speziell weil mir das Webdevelopment ebenfalls sehr viel Spaß macht. Aber dann in einem Unternehmen arbeiten? Da finde ich das Unterrichten schon wesentlich interessanter und abwechslungsreicher.

Freue mich weiterhin über jede Antwort! :)
 
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