Wechsel vom iPhone 16 Pro auf dedizierte Kamera (Wandern/Landschaft) – Realistisch?

Pippen123

Ensign
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Hallo zusammen,


ich kaufe mir seit Jahren immer das neueste iPhone, primär wegen der Kamera. Da ich das Smartphone sonst nur für banale Dinge nutze, möchte ich diesen Zyklus durchbrechen. Ziel: Eine Kamera anschaffen, die eine wesentlich bessere Bildqualität liefert als mein aktuelles iPhone 16 Pro und die ich über viele Jahre ohne Neukauf nutzen kann.


Mir wurde folgende Konfiguration vorgeschlagen: Sony ZV-E10 mit dem Sigma 18-50mm F2.8.


Mein Nutzungsprofil & Workflow:


Hauptsächlich Wandern. Motive sind weite Täler und Landschaften, Nahaufnahmen von Seen oder Blumen und gelegentlich Selfies beziehungsweise Vlogs. Ich werde die Kamera meistens im Rucksack transportieren und nur gezielt für ein Foto oder ein kurzes, einminütiges Video herausholen.


Der Workflow soll wie beim iPhone sein: Keine RAW-Nachbearbeitung am PC. Ich möchte die JPEGs und Videos (4K) direkt aus der Kamera („Out of Camera“) eins zu eins in meine Datenbank übernehmen. Sie müssen sofort vorzeigbar sein.


Mein Hauptkritikpunkt am iPhone: Wenn ich in ein iPhone-Foto auch nur minimal hineinzoome, stört mich der digitale „Aquarell-Effekt“. Der Hintergrund wirkt durch die aggressive Software-Glättung und das Nachschärfen sofort matschig und künstlich. Ich erwarte von dem größeren APS-C-Sensor echte, physikalische Detailschärfe beim Hineinzoomen.


Bei Videos filme ich beim Wandern freihand ins Tal oder drehe die Kamera um, um mich selbst filmend zu unterhalten. Auch diese Videos werden nicht nachbearbeitet.


Meine Fragen an euch:


1. Bildqualität Out-of-Camera: Liefert die A6400 mit dem Sigma-Objektiv im reinen JPEG-Modus (Automatik oder feste Profile) ohne Lightroom-Nachbearbeitung ein Bild, das den Software-Look des iPhones bei feinen Strukturen wie Blättern oder Felsen im Hintergrund sichtlich deklassiert? Oder enttäuscht das unbearbeitete Kamera-JPEG im Vergleich zum hochgerechneten iPhone-HDR-Bild, zum Beispiel beim Dynamikumfang oder im Gegenlicht?


2. Video & Selfies ohne Stabilisator: Die Alpha 6400 hat keinen internen Bildstabilisator (IBIS) und das Sigma-Objektiv ebenfalls nicht. Ist die Kombination für Freihand-Videos aus der Hand und Selfies/Vlogs überhaupt sinnvoll nutzbar, oder verwackeln die 4K-Aufnahmen ohne Nachbearbeitung zu stark?


3. Ergonomie bei Selfies: Ist das für Selfies am ausgestreckten Arm breit genug oder im Alltag zu eng?
 
Zur Kamera kann ich nichts sagen, aber denk daran, wenn du es ernst meinst, ist's mit der Kamera nicht getan.

Du brauchst auch noch eine Software zum entwickeln der Bilder. Die kosten u.U. auch noch mal Geld (gibt aber sicherlich auch freie Alternativen). Und vor allem musst du auch Zeit investieren (wollen).

Nur auf den Auslöser drücken und ne fertige jpeg erhalten ist für eine DSLM, erlich gesagt, ne Verschwendung.
Du solltest schon RAW fotgrafieren und dann in der Entwicklung den Rest rausholen.

Wenn du dir dessen bewusst und willig bist, dann leg los, aber wenn du es bequem haben möchtest ist das Smartphone schon welten vorraus...

Nachtrag:
Sorry, hast das ja alles schon erwähnt...

Meiner erfahrung nach, die Smartphones haben halt nen Prozessor drin, die die "Entwicklung" schon vornehmen. Kamera ist da ein wenig begrenzt, kann das aber bestimmt auch.

Wenn du den Matsch-Effekt des iPhones nicht magst, guck mal in die Android-Welt. Da gibts auch super Kameras und die Kamera-App kann man i.d.R. aussuchen.
Ich nutze seit jeher Galaxys ser S-Klasse und die Bilder sind super, aber nicht vergleichbar mit einer DSLM...
 
Also wenn es wirklich um wenig Nachbearbeitung und schöne Fotos direkt out-of-cam geht, dann muss man schon fast zu ner aktuellen Fujifilm greifen. Stichwort sind hier die ab Werk vorhandenen Filmsimulationen (verschieden Bild & Farblooks) und die große Community darum, die immer wieder richtig coole Rezepte (benutzerdefinierte Farblooks die du direkt an der Kamera einstellen kannst) hervorbringt. Eine Anlaufstelle wäre dafür zB Fuji X Weekly https://fujixweekly.com/fujifilm-x-trans-v-recipes/

X-T50 würde mir da einfallen. 40 MP APS-C Sensor, schöner kleiner Body der beim Wandern nicht zu sehr aufträgt und ein tolles Objektivangebot, wo eig für jeden etwas dabei ist.

Falls du den Rangefinderstyle (wie zB eine Leica M) lieber magst, dann gäbe es die quasi gleiche X-E5, die nahezu dieselben Innereien hat wie die X-T50
 
Ich bin der Meinung, die Olympus E-M10 Mk4 mit dem 14-42mm Kitobjektiv ist ein recht rundes Gesamtpaket.
Für eine vollwertig bedienbare Kamera mit IBIS sehr kompakt und leicht, mit den OOC JPEG bin ich auch ganz zufrieden.
Für mehr Weitwinkel wäre eventuell das Lumix 12-32mm Objektiv eine Ergänzung.
 
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Das klingt eher ernüchternd. Ich werde wohl erstmal sowas für ein WE mieten. Kein ZV-E10, sondern dann gleich ein Sony Alpa 7 V mit Tambron 17-70mm? Da will ich dann schon mal das Brste ausprobieren und gucken.
 
Gebrauchte Lumix G70 mit dem 12–60 mm Kit-Objektiv und dann probier Dich aus.
 
Kauf dir lieber eine Foto App fürs iPhone (No Fusion, halide, mood Camera ….. und wie sie alle heißen)

Eine dedizierte Kamera lohnt sich nur wenn du mit verschiedenen Objektiven rumspielen willst
 
Pippen123 schrieb:
Das klingt eher ernüchternd. Ich werde wohl erstmal sowas für ein WE mieten. Kein ZV-E10, sondern dann gleich ein Sony Alpa 7 V mit Tambron 17-70mm? Da will ich dann schon mal das Brste ausprobieren und gucken.

Das Tamron 17-70 ist ein APS-C Objektv, Bei der A7V benötigst du eines für Vollformat.
Geeignet wäre etwa das Tamron 28-75 G2.
 
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Pippen123 schrieb:
Das klingt eher ernüchternd. Ich werde wohl erstmal sowas für ein WE mieten. Kein ZV-E10, sondern dann gleich ein Sony Alpa 7 V mit Tambron 17-70mm? Da will ich dann schon mal das Brste ausprobieren und gucken.
Ich check die Schlussfolgerung nicht so wirklich 😅 Mit der A7V wirst du keine besseren Bilder machen als mit der ZV-E10
 
Die ZV-E10 hat nur ein Display, keinen Sucher. Wäre für mich daher schon ein absolutes KO-Kriterium. Aber eine A7V ist für den Zweck auch überdimensioniert, mit "fürs Wochenende leihen" ist es auch nicht getan, so lang braucht man schon um die Menüs halbwegs einzustellen ...
Und persönlich bin ich bei meiner A7 IV mit den JPGs OOC auch nicht zufrieden. Ja, sie sind besser als die Fotos des iPhone 15 ProMax, insbs. wenn ich bei dem den UWW oder Tele-Sensor verwende. Aber optimal wird das ganze nur in RAW und danach konvertiert. Dann hab man aber Möglichkeiten und eine Qualität, die ein Smartphone bei weitem nicht bieten kann.
 
Toms schrieb:
Ich check die Schlussfolgerung nicht so wirklich 😅 Mit der A7V wirst du keine besseren Bilder machen als mit der ZV-E10
Was heißt besser.
Du hast halt mehr Freiheiten (Serienbilder, Freistellung, Auflösung).

Wenn man sowas mietet, muss man halt im Voraus ein oder zwei Videos anschauen oder einen Artikel lesen, welche Möglichkeiten eine Kamera bietet.
 
Bei Landschaften wird der Unterschied (mal von der Auflösung abgesehen) minimal sein. Wildlife wäre die A7V hingegen um Welten besser, viel mehr FPS, deutlich besseres AF-System, PreCapture, Sucher ...
 
zandermax schrieb:
Was heißt besser.
Du hast halt mehr Freiheiten (Serienbilder, Freistellung, Auflösung).
Die hast du aber auch bei ner APS-C im Vergleich zum Smartphone. Übers Wochenende gemietet wirst du als Anfänger keine besseren Bilder machen. Vor allem, was bringt ers einem einen 3.000€ Body zu mieten zum Ausprobieren nur um zu schauen, obs einem taugt? Gar nichts. Und hinterher ist man enttäuscht, weil ein 1,5k€ Body nicht die Features mitbringt, die man mit dem 3k€ Body hatte.

Jemand der das Potential einer A7V ausreizt muss nicht in einem Computerforum fragen, mit welcher Kamera er sein Smartphone am besten ersetzen kann
 
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Ich habe diese Meinungen noch nie verstanden und unterstelle da ein gewisses Maßen Selbstdarstellerei nach dem Motto "Ich mach so tolle Fotos, dann kann der Anfänger eine Kamera noch nicht mal richtig herum halten".

Meine Frau fotografiert analog und hat das ohne Vorkenntnisse innerhalb von 36 Bildern gelernt . Es ist keine Raketenwissenschaft.
 
Pippen123 schrieb:
Ich besitze die a7RV, out of cam sind die jpgs zwar nicht schlecht, aber so richtig Spaß kommt doch erst mit den RAWs auf. Selbst die automatische Anpassung in Lightroom holt schon sehr viel raus, das kann man auch für alle Bilder auf einmal durchlaufen lassen.

So eine Kamera ohne RAW ist wie ein Sportwagen für die Innenstadt.
 
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Die Grundlagen von Verschlusszeit/Blende/Iso kriegt man natürlich schnell hin. Aber alleine das Menü einer A7V sinnvoll einzustellen überfordert einen Anfänger sofort. Geschweige denn die Frage, wann nehme ich welchen AF-Modus, welchen Belichtungsmodus usw. Da muss man sich Zeit für nehmen und nicht ein Wochenende rumprobieren, denn dann ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Das ist mit den Basics mit einer analogen Kamera nicht zu vergleichen.

Ich bin weit davon entfernt zu sagen "ich mach so tolle Fotos", aber ich hab die Entwicklung von SLR analog über die Anfänge der Digitalfotografie mit verschiedenen Kompakt- und Bridgekameras über DSLR Canon und Nikon zu jetzt DSLM Sony durch. Und während die DSLR noch vergleichbar zur SLR waren ist die DSLM in Sachen Komplexität einfach Welten entfernt.
 
Eine DSLM ist doch viel einfacher zu bedienen und deutlich näher an dem was man von iPhone gewohnt ist.
 
Wenn es Vollformat und trotzdem kompakt sein soll, wäre die Sony A7cII eine gute Wahl. Die kombiniert mit dem 20-70 Objektiv.
Denn: Der optische Bildstabilisator fürs Filmen bei großen Sensoren ist zwar OK, aber kommt nicht an den eines iPhones ran. Es gibt aber bei Sony die Möglichkeit, einen elektronischen Stabilisator noch dazuzuschalten, das stabilisiert dann recht gut. Allerdings schneidet dieser Modus am Rand etwas weg, so dass man etwas mehr Weitwinkel benötigt. Außerdem schadet etwas mehr WW beim Vloggen ohnehin nicht.
Und ja, ich denke, man kann bei einer solchen Kamera auch bei jpg und nicht zu hohen ISO bis auf Pixelebene ranzoomen, ohne Matsch zu bekommen. Das ist besser als bei den meisten Smartphones. Auch wenn mit RAW noch mehr geht.
 
zandermax schrieb:
Eine DSLM ist doch viel einfacher zu bedienen und deutlich näher an dem was man von iPhone gewohnt ist.

Also Kategorie „einfach zu bedienen“ wäre für mich im Vergleich eine Kompaktkamera. Nur weil man übers Display fotografiert ist die Handhabung doch unterschiedlich, ich sehe da keine Nähe zwischen Smartphone und DSLM. Zumindest solange ich die DSLM nicht einfach in Vollauto in allen Bereichen stelle.

CGDA schrieb:
Wenn es Vollformat und trotzdem kompakt sein soll, wäre die Sony A7cII eine gute Wahl. Die kombiniert mit dem 20-70 Objektiv.

Abgesehen davon ist das Sony 20-70/4 G relativ kompakt, durchgehende Blende 4 ist akzeptabel, schneller AF, sehr flexibler Brennweitenbereich und vor allem: sehr gute Bildqualität. Ist bei mir als Alltagsobjektiv im Einsatz. Beim Einsatz für Videos kommt mit der richtigen Kamera noch die Unterstützung für Breathing Compensation hinzu.
 
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