News Weitere Umbauten: Intel soll den Alleingang bei Glassubstrat beenden

Vielleicht hätte es auch nicht geschadet mal einen Absatz einzufügen und zu erklären, was ein "Glas Substrat" ist und wozu man es braucht und was daran neu ist?
Oder wird angenommen, dass jeder erstmal KI bemüht? Dann vergesst meinen Einwand ;)

(das hat mir gerade meine KI erklärt)

Technische Analyse: Positionierung und Fertigung von Glassubstraten in der Aufbau- und Verbindungstechnik​

Die fortschreitende Miniaturisierung und die steigenden Leistungsanforderungen, insbesondere im Bereich des High-Performance Computing (HPC) und der künstlichen Intelligenz, führen die etablierten organischen Substrate an ihre physikalischen Grenzen. Als Antwort darauf werden anorganische Trägermaterialien wie Glas evaluiert und industrialisiert. Nachfolgend wird die genaue Positionierung und der Herstellungsprozess von Glassubstraten im Chip-Packaging detailliert erörtert.

1. Position und Funktion des Glassubstrats im Chip-Package

Das Glassubstrat ersetzt das traditionelle organische Laminat (z. B. auf Basis von FR-4 oder Ajinomoto Build-up Film, ABF) und konstituiert die fundamentale Trägerebene für die Halbleiter-Dies. Seine Funktion ist jedoch weitreichender als die eines rein passiven Trägers.

a) Als Kernsubstrat (Core Substrate):
In dieser primären Anwendung bildet das Glas die Basis des gesamten Gehäuses. Die Silizium-Dies werden direkt auf dem Glas montiert. Hierbei bietet Glas essenzielle Vorteile gegenüber organischen Materialien:

  • Dimensionale Stabilität: Glas weist einen signifikant geringeren thermischen Ausdehnungskoeffizienten (CTE) auf, der näher an dem von Silizium (~3 ppm/K) liegt. Dies minimiert den thermomechanischen Stress während der Betriebszyklen und reduziert den sogenannten "Warpage" (Verzug) des Gehäuses erheblich.
  • Planarität: Die überlegene Oberflächenebenheit von Glas ermöglicht den Einsatz von lithografischen Prozessen mit feineren Auflösungen. Dies ist die Voraussetzung für die Realisierung von Leiterbahnen und Lötstoppmasken mit geringerem Pitch (Abstand), was direkt zu einer höheren Interconnect-Dichte führt. Intel gibt hier eine bis zu 10-fache Steigerung an.
  • Mechanische Steifigkeit: Eine höhere Steifigkeit erlaubt die Fertigung von großflächigeren Substraten ("Large Body Sizes") ohne signifikanten Verzug, was für die Integration großer, monolithischer Dies oder komplexer Multi-Chip-Module entscheidend ist.
b) Als Interposer:
In komplexen 2.5D- und 3D-Architekturen kann eine dünne Glasschicht als Interposer fungieren. Der Glas-Interposer wird zwischen den aktiven Chiplets und dem darunterliegenden (oft noch organischen) BGA-Substrat platziert.

  • Funktion: Er dient als hochdichte "Verdrahtungsbrücke" (Redistribution Layer, RDL), die die feinen Micro-Bumps der Chiplets auf die gröberen Bumps des Substrats umverteilt.
  • Vorteil gegenüber Silizium-Interposern: Glas bietet im Vergleich zu Silizium bessere dielektrische Eigenschaften (geringere Verluste bei hohen Frequenzen) und ist potenziell kostengünstiger in der Herstellung, insbesondere bei großen Flächen.
  • Technologie-Enabler: Erst die Möglichkeit, hochpräzise Glas-Durchkontaktierungen (TGVs) zu fertigen, macht Glas für diese Anwendung attraktiv und ermöglicht eine leistungsfähige vertikale Signal- und Stromversorgung.

2. Der Fertigungsprozess: Integration des Glases

Die Herstellung eines funktionalen Glassubstrats ist ein hochkomplexer Prozess, der Techniken aus der Frontend- (Halbleiterfertigung) und Backend-Produktion (Packaging) kombiniert.

Schritt 1: Substrat-Bereitstellung und -Präparation
Ausgangsmaterial sind hochreine Borosilikat- oder Alumosilikatglas-Wafer bzw. -Panels. Diese werden mit exakten Spezifikationen hinsichtlich Dicke, Planarität und Oberflächenrauheit gefertigt. Eine chemische Reinigung und Oberflächenaktivierung sind die ersten Prozessschritte.

Schritt 2: Metallisierung und Strukturierung der Leiterbahnen
Die Erzeugung der konduktiven Muster erfolgt typischerweise durch ein Semi-Additive Process (SAP):

  • Seed-Layer-Deposition: Mittels physikalischer Gasphasenabscheidung (PVD), z. B. Sputtern, wird eine dünne Haftschicht (z. B. Titan) und eine leitfähige Keimschicht (z. B. Kupfer) ganzflächig auf das Glas aufgebracht.
  • Lithografie: Ein Fotolack wird aufgetragen, belichtet und entwickelt, um das gewünschte Leiterbahnlayout abzubilden.
  • Galvanische Abscheidung: In einem elektrolytischen Prozess wird Kupfer selektiv in den vom Fotolack freigelegten Bereichen auf die gewünschte Dicke verstärkt.
  • Stripping & Etching: Der Fotolack wird entfernt (Stripping), und die darunterliegende dünne Keimschicht wird durch einen Ätzprozess (Etching) beseitigt.
Schritt 3: Bildung von Glas-Durchkontaktierungen (Through-Glass Vias, TGVs)
Dies ist ein Schlüsselprozess für die vertikale Integration.

  • Via-Formation: Die mikrometerfeinen Löcher werden mittels Laserablation (z. B. mit UV- oder Pikosekundenlasern), Plasmaätzen oder Ultraschallbohren erzeugt. Die Wahl des Verfahrens hängt von der geforderten Geometrie und dem Aspektverhältnis ab.
  • Via-Metallisierung: Die Innenwände der Vias werden anschließend, ähnlich wie bei der Oberflächenmetallisierung, mit einer konformen leitfähigen Schicht versehen, um die elektrische Verbindung zwischen Vorder- und Rückseite des Substrats herzustellen.
Schritt 4: Die-Attach und finale Assemblierung
Nach der Fertigstellung des strukturierten Glassubstrats folgt die Montage der Silizium-Dies mittels hochpräziser Bestückungsautomaten (z. B. durch Thermo-Compression Bonding). Anschließende Prozesse wie das Einbringen von Underfill-Material zur Stabilisierung, das Vergießen des Gehäuses (Molding) und das Anbringen des Ball Grid Arrays (BGA) für die Verbindung zur Systemplatine komplettieren das Package.

Fazit:
Das Glassubstrat ist eine aktive, technologisch anspruchsvolle Komponente, die durch eine Konvergenz von Halbleiter- und Packaging-Prozessen hergestellt wird. Es adressiert gezielt die Limitationen organischer Materialien in Bezug auf thermomechanische Stabilität, Signalintegrität und Verbindungsdichte und stellt somit eine Schlüsseltechnologie für zukünftige Generationen von Hochleistungsprozessoren und heterogen integrierten Systemen dar.
 
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@Che-Tah Oh, Du hast recht, das ist der Artikel von vor zwei Jahren, den ich gar nicht für voll genommen habe, da er so aussah, als würden dort nur Firmenverlautbarungen aufgezählt. Mein Fehler & Danke für den Hinweis.
 
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Das ist halt das Risiko, dass man eingehen muss, wenn man vorne mitspielen will.
Projekte können da halt auch scheitern. Man gewinnt oder verliert.
 
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foofoobar schrieb:
Design und Fertigung zusammen ist das schlimmste Monopol was man sich denken kann.

Schon vergessen?

Naja, "stimmen" muss ja nicht direkt heißen, dass man Meilenweit vor TSMC agiert. Aber wenn man Fertigung wie Intel selbst hat und bei TSMC bauen lässt, dann wird es schwierig...
 
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foofoobar schrieb:
Design und Fertigung zusammen ist das schlimmste Monopol was man sich denken kann.
Niemand wünscht sich, dass Intel (wieder) Monopolist wird. Aber wenn Intel als Unternehmen eine Zukunft haben soll (was wünschenswert wäre, damit sich TSMC nicht zum Monopolist entwickelt), muss das bei Intel eben wieder funktionieren.
 
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Und auch Sammsung muss mit seiner Fertigung endlich mal mit TSMC gleich ziehen.
 
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electronish schrieb:
Hat man sich nicht viel eher nach einem höhenflug wieder da eingependelt wo man zuvor stand? 🫣
Wenn ein Unternehmen (im Kapitalismus wohlgemerkt) nach ~10 Jahren nicht im Aktienwert gestiegen ist, ne dann ist das schwach. Allein durch die Standardinflation von 2-3% müssten sich ja die Werte aufblasen.
 
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ruthi91 schrieb:
Allein durch die Standardinflation von 2-3% müssten sich ja die Werte aufblasen.
Inflation bedeutet erst einmal, dass das Unternehmen 3% mehr Kosten jährlich hat.
Nicht zwangsläufig, dass es diese an die Kunden durchreichen kann. Und selbst wenn wäre das Wachstum auf den Firmenwert 0.
 
Wenn alle auf die Erfindung und Marktreife Serienproduktion lediglich warten dann wird sie niemals kommen. Irgendwer muss es doch voran bringen. Siehe z.B. blaue LEDs.
Wenn Intel sein Programm zurückfährt müssen sie auch damit klarkommen das es erst in Jahrzehnten von irgendwem erfolgreich umgesetzt wird.
 
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Alphanerd schrieb:
Inflation bedeutet erst einmal, dass das Unternehmen 3% mehr Kosten jährlich hat.
Wie kommst du darauf, dass Inflation die Kosten erhöht?
Inflation ist die Geldentwertung, in der Regel durch Erschaffen neuer Geldmengen durch eine Zentralbank oder ihre Zinspolitik.
Wenn man die 3% auf alles anwendet, so wie ganz einfach gemeint in meinem Beispiel, dann steigt alles um die 3% (Umsatz, Kosten, Gewinn, Löhne usw.)
Wenn wie in dem Beispiel ein Unternehmen vor 10 Jahren bei 1,00€ läge und heute immernoch, dann hat es effektiv an Aktienwert bzw. Bewertung verloren.
 
@ruthi91 so ein Blödsinn ... sorry.

Zählst selber auf was die 3% beinhaltet und kommst dann dennoch zum falschen Schluss.

Außerdem sind Aktien nicht mehr nach Unternehmenswerte Bewertet, alles ist völlig entkoppelt vom Aktienhandel wie er früher war. Es wird Manipuliert, gelogen und betrogen, in die eine oder andere Richtung und alles schön in Echtzeit.

Der Hype, entscheidet wie hoch es geht, wie bei Kryptocoins ...
 
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schade, erneut ein Feld, bei dem Intel ein Alleinstellungsmerkmal für eine gewisse Zeit hätte haben können, das man aber durch jahrelange Fehlentscheidungen zunichte gemacht hat. Intel hat sich sein eigenes Grab gegraben. Und das ist der nächste Spatenstich.
 
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NordishBen schrieb:
Vorwärts nimmer, rückwärts immer... Intel wird wohl irgendwann mal das gleiche Schicksal wie die Mobiltelefon-Sparte von Nokia ereilen, weil man einfach jegliche Innovationskraft verloren hat.
Ja, die geben gerade ihr Zukunft auf.
 
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Sehr die Sache eher positiv.
Hätte AMD damals im Alleingang agiert wären die sicher schon längst Bankrott 😁
Manchmal muss man sich eben Hilfe suchen.
 
ruthi91 schrieb:
Wie kommst du darauf, dass Inflation die Kosten erhöht?
Inflation ist die Geldentwertung,
Wenn mein Geld 3% weniger wert ist muss ich mehr zahlen, um das gleiche zu bekommen. (Ich habe einen Euro und ein Apfel kostet einen Euro. Denn kann ich mir nächstes Jahr nicht mehr leisten, da er 1,03€ kostet. Ich zahle also mehr um das gleiche zu bekommen)
ruthi91 schrieb:
Wenn man die 3% auf alles anwendet, so wie ganz einfach gemeint in meinem Beispiel, dann steigt alles um die 3% (Umsatz, Kosten, Gewinn, Löhne usw.)
In dem Post von mir steht ja, dass eben nicht alles immer auf den Kunden umlegen kann, somit Fallen Umsatz und Gewinn da raus

Auch bedeuten 3% nicht, dass alles um genau 3% teurer wird. Mal wird Energie 10% teurer und Lebensmittel 2% günstiger. Eines davon braucht ein Chiphersteller zB nur sehr begrenzt.
 
ruthi91 schrieb:
Inflation ist die Geldentwertung, in der Regel durch Erschaffen neuer Geldmengen durch eine Zentralbank oder ihre Zinspolitik.

Das ist sowieso schon falsch oder zumindest deutlich zu simpel. Die Geldmenge ist nur ein einzelner Faktor - dem (außer vielleicht in Deutschland) dazu noch ein eher geringer Einfluss auf die Inflation beigemessen wird.
Aber wir sind hier ja nicht im VWL-Forum ...
 
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