simondasschaf schrieb:
Hat sonst noch irgendjemand Erfahrungen mit anderen Soundkarten gemacht?
Bremst denn eine Audigy nicht sehr stark das System aus?
Gruss Simon
Diese Frage bedarf einer tieferen Antwort.
Ich bin mir sicher, dass es möglich ist mit einer Audigy auch einen A64 3400+ absolut auszubremsen.
Was mit anderen Soundlösungen dann nicht auftreten würde.
Um diesen scheinbaren Widerspruch zu verstehen, muss man sich vor Augen halten, wie eine Soundkarte überhaupt funktioniert.
Fakt ist, dass es zu viele unterschiedliche Soundlösungen für den PC gibt, um das jemand den Überblick behalten kann.
Deshalb gibt es Abstraktionsebenen, welcher es einer Software, einem Programmierer erleichtert Sound auszugeben indem definierte Schnittstellen verwendet werden.
Unter Windows ist diese Schnittstelle in der Regel DirectSound, manchmal auch OpenAL.
Der Hersteller der Soundhardware baut nun einen Treiber, welcher diese verschiedenen in DirectSound definierten Aufrufe möglichst elegant auf der Hardware wiedergibt.
Möglichst elegant ist dabei ein „Widerspruch in sich selbst“, denn Hersteller und Konsument haben Grundlegend verschiedene Ansichten zu diesem Thema.
Für den Hersteller ist elegant „so billig wie möglich“. Für den Benutzer ist elegant „so leistungsfähig wie möglich“.
Aus diesem Grund befinden sich unterschiedliche Lösungen mit unterschiedlichen Ansätzen am Markt.
So billig wie möglich sind Codec Lösungen aufgebaut. Dazu zählen AC97 oder auch HD Audio sprich Azalia.
Bei diesen Lösungen sind Funktionen von der Hardware in die Treiber Software gewandert.
Angefangen hat diese Entwicklung mit Intels MMX, welches in der Hinsicht entwickelt wurde um auch Soundfunktionen, bzw. Modemfunktionen zu übernehmen. Mit der Zeit hat sich dieser Ansatz fast durchgesetzt und kaum einer hat es bewusst gemerkt. Allein mit der Peformance war der Anwender nicht zufrieden. Genau formulieren konnte er es nicht.
Es ist tatsächlich so, dass bei einer Vielzahl von Soundlösungen nahezu 100% von dem was noch vor Jahren eine spezialisierte Hardware ausführte nun die CPU belastet.
Es gibt aber noch die zweite Variante von Soundlösungen am Markt, welche nach wie vor leistungsfähige Hardware einsetzt um die Soundunterstützung möglichst unabhängig von der CPU zu erledigen.
Diese eigentlichen Soundchips, oder auch Soundcontroller genannten sind deutlich teurer aber auch massiv leistungsfähiger.
Vertreter dieser Gattung sind z.B. der nVidia Soundstorm, Envy24, der C-Media 8768 und auch die EMU10kx Chips.
Diese Soundchips sind komplex und bieten einen Funktionssatz welcher selbständig Aufgaben übernehmen kann, die sonst bei Codec only Lösungen von der CPU gerechnet werden. Das entlastet schon mal die CPU auf der einen Seite. Meistens macht es auch noch der Soundchip besser, als es die auf Geschwindigkeit optimierten auf der CPU ausgeführten Algorithmen vermögen. Somit hat man i.d.R. auch noch das bessere Ergebnis bei Verwendung vollwertiger Soundchips.
Nun sind diese Soundchip auch untereinander unterschiedlich leistungsfähig.
Der Via Envy24 ist kein schlechter Soundchip, nur hat dieser keine Effekt Engine eingebaut. Effekte werden beim Envy24 eben dann doch wieder von der CPU berechnet.
Der Soundstorm hat eine eingebaute Reverb Effekt Engine. Diese ist aber starr und wenig flexibel, was zu merkwürdigen Ergebnissen führen kann, deshalb werden dort nun auch wieder Effekte, z.B. Sensaura/EAX1&2 Emulation in Software gerechnet.
Die Audigy nutzt einen EMU10k2. Dieser Soundchip dürfte mit der momentan mit Abstand leistungsfähigsten Effektengine aller Entertainment Soundkarten ausgestattet sein.
Auf Basis dieser Effektengine ist EAX entstanden.
EAX ist eine massive Effekt Erweiterung, welche genutzt wird um Umgebungseinflüsse der Spielumgebung auf den Sound zu simulieren. Dieses geht weit über Funktionen hinaus, welche Directsound 3D und auch OpenAL unterstützen.
EAX ist z.Z. in der Version 4 aktuell (Auch EAX HD genannt). Mit jeder Version, hat der Funktionsumfang und damit die Möglichkeit einen besseren Sound zu erzeugen drastisch zugenommen.
Da eine Soundsimulation, wie auch eine Grafiksimulation auf Parameter angewiesen ist, welche die Umgebung immer detaillierter beschreiben. Müssen diese erstmal erzeugt werden. Es ist so, dass bei EAX die Spielgeometrie in Echtzeit berücksichtigt werden muss, da EAX leistungsfähiger ist, müssen mehr Daten bereitgestellt werden, als z.B. bei DirectSound 3D allein.
Dieses Aufbereiten kostet allerdings CPU Zeit. Je nachdem wie komplex der Sound ist, kann dieses durchaus spürbar sein.
Deshalb muss man sich fragen, wass man selbst möchte.
Einen wirklichkeitsnahen Sound mit Effekten, wie diese sonst bei keiner anderen Soundlösung auf dem Markt möglich sind. Oder einen möglich wenig Prozessorbelastenden Sound, dann aber auch um Klassen schlechter.
Für beide Ansprüche ist die Audigy bestens geeignet und auf keinen Fall mit billigen Codec Lösungen zu vergleichen.
Sollte nur der zweite Fall interessieren, dann gibt es allerdings auch paar wenige Alternativen zur Audigy.
Diese können aber kein EAX in Hardware, geschweige denn überhaupt EAX HD (Version 3 & 4) wiedergeben.
Dessen muss man sich im klaren sein.
Ich würde mal behaupten, dass die Audigys mit EMU10k2 z.Z. die einzigen Lösungen sind, welche für ambitionierte Spieler überhaupt in Frage kommen.