rage222 schrieb:
diese ventile gibt es schon lange nicht mehr, du soltest die Ventile komplett austauschen!
Eckventile tauscht man, wenn sie entweder undicht werden, der Stift so vergammelt ist, dass er nicht mehr freigängig zu bekommen ist, oder aber man die Ausrichtung des Thermostats verändern möchte - sonst nicht.
K0ntextlos schrieb:
Und holt er nie wieder rein.
Mit einem getauschten Eckventil alleine nicht, das ändert ja nichts am Heizverhalten - mit der richtigen Steuerung am Thermostat jedoch durchaus.
rage222 schrieb:
mit einem hydraulischen abgleich spart er noch Energie
Der kostet gerne mal vierstellig und wäre lediglich noch das i-Tüpfelchen. Mit dem hydraulischen Abbgleich allein - bei alt beibehaltenen Thermostaten - gewinnt man nicht wirklich etwas. Ich halte vom hydraulischen Abgleich ehrlich gesagt gar nichts. Ein ordentlich eingestellter Heizkessel + besagte Thermostate bringen da um welten mehr und kosten ebenso um welten weniger.
K0ntextlos schrieb:
Tut mir leid, dass glaube ich dir nicht.
Dann gibt's auch von mir einen Erfahrungsbericht, der dich eventuell umstimmt:
- 1955er Einfamilienhaus
- komplett unterkellert
- EG+OG+Dachboden (begehbares Spitzdach)
- alles ungedämmt
- ca. 130 m² reine Wohnfläche
- 8 klassische Wandradiatoren im EG (3x davon stillgelegt), 5 im OG
- Ölheizung (Viessmann Trimatic von 1993) und Wilo Hocheffizienzpumpe von 2012 rum
Das erste, was wir getan haben, als wir 2014 in das Haus eingezogen sind, ist ein komplettes Set von HomeMatic (Max EQ3, gibt's so leider nicht mehr) anzuschaffen.
Das Set bestand aus besagten 13 Heizkörperthermostaten, mehreren Wandthermostaten und der LAN-Box, damit das System elegant vom PC aus zu steuern ist (und on top sogar kostenlos aus der Ferne per App, wenn man das wünscht).
In den ersten zwei Jahren habe ich noch ALLE Heizkörper betrieben, das Deaktivieren der drei Heizkörper im EG erfolgte erst danach.
Ich kann dir aber sagen: der Heizbedarf viel vom ersten Jahr von ehemals ca. 3.200 Liter Öl auf unter 2.500 Liter Öl - konstant und nachweislich.
Mittlerweile brauchen wir nur noch ca. 2.200 Liter Öl, da ich auch an der Heizung selbst noch ein wenig Feintuning über die Jahre betrieben habe, nämlich die Trimatic mal ordentlich mit Zeitsteuerung etc. versehen - das war der Vorbesitzerin des Hauses alles nicht bekannt und sie hat sich immer nur blind auf das verlassen, was der Heizungsmonteur da gefriemelt hatte.
#damals, also 2015 bis 2016 rum kostete das Heizöl etwa 50-60 ct pro Liter. Gekostet hat mich das Homematic-Set alles zusammen nicht ganz 500 Euro.
Legen wir nun die gesparten 700 Liter allein in den ersten 12 Monaten an, so landen wir bei 50 ct je Liter bei bereits 350 Euro Ersparnis im ersten Jahr. Über die Jahre hinweg kann man sich jetzt selbst ausrechnen - erst recht bei aktuellen Heizkosten von teils nem Euro pro Liter, was wir alles schon gespart haben.
K0ntextlos schrieb:
Ich habe das Thema 3 Jahre bei meinen Eltern durch, mit absolut identischen Zeitpunkten. Wir waren im Bereich von +- 50 Euro und das lag am Wetter nicht an der Steuerung.
Welche "Heizgewohnheiten" haben deine Eltern denn? Tags komplett außer Haus? Viel Homeoffice? Vollzeit zuhause? Berentnert?
Meine Frau und ich sind vollzeit arbeiten, die Tochter bis nachmittags in der Schulbetreuung. Es gibt bei uns überhaupt keinen Grund, die Heizung dauerhaft rund um die Uhr alle Wohnräume befeuern zu lassen.
Unsere Heizungssteuerung sieht in etwa so aus:
- Grundwärme (alle Räume) 18 Grad
- Bad EG (Zweitbad bzw. nur Gästebad) dauerhaft 18 Grad
- Bad OG (großes Familienbadezimmer) ab 5:30 Uhr auf 21 Grad
- Wohn- und Esszimmer ab 6:30 Uhr auf 21 Grad
Um spätestens 8:30 Uhr ist hier jeder aus dem Haus, um 8:00 Uhr sind alle Thermostate wieder auf 18 Grad eingestellt.
Wenn Nachmittags meine Frau oder ich von der Arbeit eintrudeln, sind die Thermostate in den Wohnräumen so eingestellt, dass sie ca. ne halbe Stunde zuvor wieder aufmachen und auf besagte 21 Grad heizen - bis eben abends um 21 Uhr, wo man entweder schon lange gemütlich auf der Couch unter der Decke liegt oder in Richtung Bett wandert, da geht's wieder retour auf 18 Grad.
Übrigens: die zwei Schlafzimmer (unseres + Kinderzimmer) werden nachts überhaupt nicht geheizt. Frische Luft tut gut und auch im Winter kühlt es selbst bei offenem Fenster nicht so sehr aus - richtiges Bettzeug vorausgesetzt.
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Also abschließend:
Insbesondere bei älteren, ungedämmten Häusern, wo die Wohnwärme sowieso sofort wieder flöten geht UND bei klassischen Wandratiatoren würde ich jedem ohne Ausnahme zu solch einem System raten, wenn man eben nicht rund um die Uhr manuell an die Heizkörper rennen möchte und stets manuell nachregeln will, wenn man mal außer Haus ist oder wieder heimkommt.
Mit einem fest eingestellten Heizkörperventil, das dauerhaft Tag und Nacht auf derselben Stellung verbleibt und dann nur durch die Nachtabschaltung des Brenners reguliert wird, funktioniert beiweitem nicht so effizient.
@gaym0r
Die Seite ist ja der Knaller, Wahnsinn! Guter Fund
EDIT:
https://www.ebay.de/itm/286781077917
Das hier ist das besagte Set, das ich meine. Bei dem Ebay-Angebot scheinen mir aber längst nicht mehr alle Zubehörteile dabei zu sein. Bei jedem Thermostat gab es, wenn ich mich recht entsinne, mindestens drei Ventiladapter dabei - ich habe das alles noch im Keller liegen. Drei Thermostate kosteten damals gerade einmal 60 Euro neu im Angebot - das wäre echt dumm gewesen, die nicht zu kaufen.
PS: Bei mir habe ich noch vier Wandthermostate, um in den hauptsächlich bewohnten Räumen die Temperatur nicht direkt am Thermostat, sondern auf der gegenüberliegenden Wand messen und darüber regulieren zu lassen.
Die Software läuft übrigens auch über Windows 11 immer noch einwandfrei.