Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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@ Godde

was du ansprichst ist so, ja.

Nur sind das Entwicklungen die Bekannt sind - es ärgert uns irgendwie, Lohndumping durch Zeitarbeiter - Millionengehälter usw...man weiß es, jeder weiß es.
Über diese Themen, sowie über das Thema "mehr Bildung" besteht ein Gesellschaftlicher Konsens wenn man so will.
Trotzdem haben Regierungen aller coleur unsere Gesellschaft in diese Richtung regiert - da kommt man dann irgendwann zu dem Schluss, dass es wohl nicht ausreichen wird ein paar Manager und Politiker auszuwechseln, damit es hier wieder "gerecht" zugeht.
 
@DugDanger,
stimmt schon,
es wäre ja nicht nur gerecht, sondern auch sinnvoll. Nur wie kriegt man die Menschen dazu im Ganzen zu denken? Viele die ich kenne, sehen das als ganz normal an, wie es im Moment läuft. Womöglich sind wir, die wir uns so viel Gedanken machen, die Ausnahme.
 
Nur wie kriegt man die Menschen dazu im Ganzen zu denken?
Gute Frage. Die Frage.

Ich würde sagen, in einem System in dem es essentiell ist an sich selbst zu denken, an die eigene Karriere, den eigenen Vorteil, in dem es erklärtes Ziel ist den Mitbewerber auszuschalten, um ihm hinterher über Sozialhilfe Gnade zu gewähren; in so einem System, gar nicht.

Und solange wir uns einreden, dass dieses System Ausdruck der menschlichen NATUR ist, solange verweigern wir uns auch der tatsächlichen kritischen Auseinandersetzung mit dem ganzen Laden hier.....Es ist halt so, WIR sind halt so.
 
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Godde schrieb:
Mehr Arbeit ist doch Unsinn, die Produktivität ist so hoch wie nie, deshalb weniger Stunden und die Mitarbeiter mehr beteiligen, um einen Lohnsausgleich zu haben. Weniger Stunden heisst auch, mehr Arbeit für alle. Also Opfer muss man dann schon bringen. Zudem gibt es viele die gerne auch Freizeit haben und nicht ihr Leben nur mit Erwerbsarbeit verbringen wollen.

NEIN, wieso MUSS ich Opfer bringen nur weil du weniger arbeiten willst?
Ich sagte doch das man ein System haben sollte das einem ermöglicht soviel zu arbeiten wie man will oder anders gesagt, nur das arbeitet um sich das leisten zu können was man braucht.
Was du propagierst ist für mich schon fast Kommunismus, die Gleichschaltung der Menschen um in einem Kollektiv zu leben, nehmt den Reichen und gebt den Armen, so als ob "die da oben" alles geschenkt bekommen.
Du propagierst Umverteilung und das hat im Kapitalismus - um den es hier ja anscheinend geht - absolut nichts verloren, das ist absolut kontraproduktiv weil man keine Anreize mehr setzt um selber nach oben zu kommen und nur noch diejenigen bestrafen würde die in ihrem Leben mehr leisten als Andere.

Dir ist dabei anscheinend nicht klar dass immer weniger Menschen für immer mehr produzieren, oder?
Die Produktivität ist heute u.a. so hoch weil man in derselben Zeit heute ein Vielfaches schaffen kann als vor 20 oder 30 Jahren.
Und JEDER kann es sich verbessern, heutzutage kann jeermann einen 2. Bildungsweg GRATIS einschlagen wenn er das denn auch möchte - das Argument lasse ich einfach nicht gelten.

Godde schrieb:
Genug Geld da, aber in den falschen Händen, heisst nicht zweckgebunden....es heisst die Reichen haben zu viel, wenn du dir die Entwicklung der Einkommen ansiehst und die Unternehmen uoa der Kapitaleinkommen, dann ballt sich zu viel Geld im oberen 3tel. Wieso sollte man Leute, die von diesem System profitieren nicht mehr zu Kasse bitten?

Umverteilung? Dann bist du im Kapitalismus falsch und beim Kommunismus eher richtig.
Nur leider hat sich der doch nicht so richtig durchegsetzt wie man heute sieht.
Die Steuersätze hierzulande bestrafen den Gutverdienenden bereits um ein Vielfaches mehr als den Durchschnittsverdiener.
Steuersäzte bis zu 55% findest du zu wenig?

Andererseits hab ich dich auch falsch verstanden und du meinst die Konzerne und deren Gewinnmargen, Manager usw. die sich auf Kosten von uns allen nur bereichern, dann geb ich dir recht, aber das hatten wir ja schon.
Allerdings solltest du dann präziser in deinen Aussagen werden.

Man sollte eventuell in Konzernen die Arbeiter etwas am Gewinn beteiligen, denn wie mein Vater mirbeigebracht hat: "Geht es dem Arbeiter gut, geht's dem Betrieb auch gut."
Ergänzung ()

Godde schrieb:
2009 wurde 1Mrd Überstunden gemacht, ...

Bezahlte?
 

Umverteilung? Dann bist du im Kapitalismus falsch und beim Kommunismus eher richtig


Das klingt so als gäbe es da eine Wahlmöglichkeit.

1. Wir leben im Kapitalimus - der mag dem ein oder anderen zuviele oder zu wenige Umverteilungsmechanismen enthalten - ok.

2. Kommunissmus ist keine ALternative - weil, in der praktizierten Form gescheitert. In ein kommunistisches System auswandern geht auch nicht - theoretisch schon, praktisch wohl kaum

Die Realität ist unser System.
 
Du brauchst ja nicht auszuwandern, du lebst bereits in einem (zu) sozialistischem System und das ist das Problem.

Stell dir vor in Nordamerika hätte man dasselbe System wie hier und ja mir ist durchaus bewusst dass dort wiederum zu viele durch den Rost fallen.
Ein Obama wird dort als Sozialist "beschimpft" weil er eine gesetzliche Krankenversicherung einführen will, eine dort derzeit unfinanzierbare und undurchführbare Unternehmung wenn man dem Ganzen Glauben schenken will.

Hier herrscht wie ich gelesen habe der allgemeine Konsens dass es uns heute allen besser geht als je zuvor.
Ich bin da anderer Meinung und die Tatsache dass der Mittelstand bei uns so gut wie ausgerottet wurde während er in China gerade neu entsteht, bestätigt das.

Die meisten verdienen doch heute dasselbe wie 1995/96 weil die Inflation seit Jahren bei Weitem nicht mehr abgegolten wird bzw. die wahre Inflation nicht bekannt gemacht wird.
 
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Vor allem wird im Kommunismus nicht "umverteilt". Umverteilung macht nur dort als Begriff einen Sinn, wo es schon bereits eine systemisch bedingte Ansammlung von Reichtümern in relativ wenig Hände gibt. Will sagen: Umverteilung ist wahlverwandt mit Kapitalismus. Nur im Kapitalismus kann die Frage nach der Umverteilung sich stellen, bzw in einer Gesellschaft, die an sich schon die Ungleichverteilung von Gütern und Lebensperspektiven produziert.
 
Ja aber das ist doch Kapitalismus an sich, oder?
Kapitalismus für mich heisst dass "jeder sich selbst der Nächste ist" - um es mal so salopp zu sagen.

Ich setze mich für den Schutz der Schwächsten ein, aber nicht für den Schutz von Bequemlichkeit.

Da diese Art zu leben nunmal wegen der Natur des Menschen von Anfang an Ungleichheiten produziert, wird früher oder später immer von gewissen Schichten eine Umverteilung propagiert, hierzulande zweckentfremdet man den Begriff gerne für des Politikers Populismus.

Brot und Spiele reichen leider vielen aus.
 
"Da diese Art zu leben nunmal wegen der Natur des Menschen von Anfang an Ungleichheiten produziert..."

Die Natur des Menschen ist sein Verstand. Der Verstand taugt, um bestimmte spezifische gesellschaftliche Verhältnisse als unvernünftige zu erkennen und zu ändern.

Spezifisch gesellschaftlich antrainierte Verhaltensweise von Menschen wie: Machtstreben, Gier, Gewalt, Geiz, Konkurrenz waren immer in je wechselnder Ausprägung Erscheinungen der je einzelnen Epochen, bedingt durch eine bestimmte Form der Herrschaft über Menschen.

Mit einer Natur des Menschen im Sinne einer natürlichen über alle Zeit gültigen Verhaltensweise des Menschen hat all das aber nichts zu tun. Diese Natur gibts einfach nicht, sondern Verhalten muss immer rückgebunden werden an materielle und gesellschaftliche Verhältnisse der jeweiligen Gesellschaftsformation. Aus der Formation ergeben sich dann auch die entsprechenden Verhaltensweisen, die dem ungeschulten Bewusstsein als überzeitliche/natürliche sich darstellen. Und weil sie sich so darstellen, deswegen fallen viele auch darauf rein und fangen an sich Gesellschaftliches als überzeitlich Gültiges zu erklären anstatt zu schauen, ob nicht etwa bestimmte Formen des Zusammenlebens genau dieses oder jenes Verhalten erfordern.
 
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Dr4ven schrieb:
Wir denken da zu europäisch, zu konservativ, für einen Amerikaner ist das alles kein Problem, der zieht im Durchschnitt alle 5 Jahre um und arbeitet auch am Wochenende freiwillig, für die gibt es nicht wirklich einen Büroschluss.
Dir ist schon klar das dieses ständige Umziehen ein nicht grade kleiner Faktor war der zu der Immobilienkrise in den USA geführt hat?
Die Leute haben Hypotheken auf ihre Häuser aufgenommen um umziehen zu können, da dies dann in einigen Regionen sehr viele Leute gemacht haben, sanken die Preise für die Häuser so extrem, da sie diese entweder nicht mehr losgeworden sind( Sind ja schließlich alle weggezogen weil es dort keine Arbeit gab ) und selbst wenn sie sie losgeworden sind, konnte sie dadurch die Hypotheken nicht zurück zahlen.
Guck dir z.B. mal Detroit an. Dort gibt es Teile welche zerfallen und das sogar in Innenstadt nähe. Dort leben im Vergleich zu 1960 ca. 600k weniger Menschen.
 
NEIN, wieso MUSS ich Opfer bringen nur weil du weniger arbeiten willst?
Ich sagte doch das man ein System haben sollte das einem ermöglicht soviel zu arbeiten wie man will oder anders gesagt, nur das arbeitet um sich das leisten zu können was man braucht.
Was du propagierst ist für mich schon fast Kommunismus, die Gleichschaltung der Menschen um in einem Kollektiv zu leben, nehmt den Reichen und gebt den Armen, so als ob "die da oben" alles geschenkt bekommen.
Du propagierst Umverteilung und das hat im Kapitalismus - um den es hier ja anscheinend geht - absolut nichts verloren, das ist absolut kontraproduktiv weil man keine Anreize mehr setzt um selber nach oben zu kommen und nur noch diejenigen bestrafen würde die in ihrem Leben mehr leisten als Andere.

Dir ist dabei anscheinend nicht klar dass immer weniger Menschen für immer mehr produzieren, oder?
Die Produktivität ist heute u.a. so hoch weil man in derselben Zeit heute ein Vielfaches schaffen kann als vor 20 oder 30 Jahren.
Und JEDER kann es sich verbessern, heutzutage kann jeermann einen 2. Bildungsweg GRATIS einschlagen wenn er das denn auch möchte - das Argument lasse ich einfach nicht gelten.

Das die Produktivität höher ist, sagte ich ja....also was macht man, wenn man permanent 3 Mio Arbeitslose hat und es in Zukunft, durch höhere Produktivität aufgrund der Technologiesierung gibt, eher mehr werden als weniger?
Zudem hat der Vorschlag nichts mit Kommunismus zu tun und wenn schon, was soll denn immer diese Verteufelung? Ich bin sicherlich nicht gegen Demokratie, wäre sogar für eine Wirtschaftsdemokratie, Mitbestimmung für Arbeiter.
Und ja Umverteilung kann es nur da geben, wo es eine Schieflage gibt, die gibt es mittlerweile und auch nur im Kapitalsimus, wie ja th3o bereits richtig gestellt hat.
Was hat das mit dem 2.Bildungsweg zu tun, dass es einfach verdammt ungerecht zu geht?

Götz Werner der für ein BGE bedingungsloses Grundeinkommen ist sagte auf die Frage wer die Drecksarbeit dann machen würde: Es wäre durchaus möglich, dass ein "Strassenfeger" mehr verdient als ein Ingenieur, da die Nachfrage geringer wäre und man dadurch höhere Löhne zahlen müsse. Das einzigste Problem hätten dann die Egoisten. Denn es wäre ja unfassbar wenn so jemand so viel verdienen würde....hehe.

Spezifisch gesellschaftlich antrainierte Verhaltensweise von Menschen wie: Machtstreben, Gier, Gewalt, Geiz, Konkurrenz waren immer in je wechselnder Ausprägung Erscheinungen der je einzelnen Epochen, bedingt durch eine bestimmte Form der Herrschaft über Menschen.

genauso ist das...kann man jeden Tag sehen.


Andererseits hab ich dich auch falsch verstanden und du meinst die Konzerne und deren Gewinnmargen, Manager usw. die sich auf Kosten von uns allen nur bereichern, dann geb ich dir recht, aber das hatten wir ja schon.
Allerdings solltest du dann präziser in deinen Aussagen werden.

Kapitalerträge war doch präzise? Leistungsloses Einkommen eben. Dazu noch die von dir genannten Dinge....
 
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Fonce schrieb:
Dir ist schon klar das dieses ständige Umziehen ein nicht grade kleiner Faktor war der zu der Immobilienkrise in den USA geführt hat?
.......
Guck dir z.B. mal Detroit an. Dort gibt es Teile welche zerfallen und das sogar in Innenstadt nähe. Dort leben im Vergleich zu 1960 ca. 600k weniger Menschen.

Ja und?
Der Mensch muss dort arbeiten um überleben zu können.
Schuld an der Immobilienkrise war wohl eher die Finanzkrise und die Tatsache dass die Banken ihre Kredite so leicht vergaben (ist bei uns nicht anders), das hat mit Detroit absolut nichts zu tun, das zieht sich über den ganzen Kontinent.

Der Amerikaner hat von jeher seine Lebensumstände immer seinem Lohn angepasst, hatte man einen besser bezahlten Job wurde umgezogen und ein grösseres Auto angeschafft.
Das gehört dort eben zur Lebensart, bei uns baut man sich ein Haus und bleibt dort bis man stirbt, ausser eine Scheidung steht ins Haus.

Wie man am Beispiel Detroit aka "Motorcity" sieht ziehen die Menschen ja dorthin wo man Arbeit hat und weil die amerikanische Autoindustrie die letzten 25 Jahre einfach verpennt hat, erhält man als Ergebnis nunmal geschlossene Fabriken und leere Siedlungen.
Die Menschen wandern ab weils keine Arbeit gibt, nur bei uns ist das nicht so, die erhält man lieber mit einem Grundeinkommen am Leben.

Übrigens, GM hat 2010 erstmals wieder 3Mrd. Gewinn gemacht, "Schuld" ist China wo GM jetzt auch baut.

Wie ich finde ist der typische Mitteleuropäer zu unflexibel "ich hab ja nichts anderes gelernt, ich kann ja nur das". Dem folgt dann ein Achselzucken und die Rückkehr zur derzeitigen Massenlethargie.
 
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zitat Dr4ven

Wie ich finde ist der typische Mitteleuropäer zu unflexibel "ich hab ja nichts anderes gelernt, ich kann ja nur das". Dem folgt dann ein Achselzucken und die Rückkehr zur derzeitigen Massenlethargie.


Könnte man auch schön auf die Auseinandersetzung mit unserem System übertragen.

"Ich hab nix anderes gelernt außer Konkurrenz, Wachstum,Effizienz, Kosten, Gewinne, Nutzen - kann ja nur das" - alles natürlich, also, Natur des Menschen - das sich selber bekriegen - auf Märkten - per Gesetz.
Tolle Natur die wir uns da auferlegen.
 
Ich finde auch die Forderungen so aberwitzig, die darauf zielen, dass die Menschen noch mehr schuften sollen, den Gürtel noch enger schnallen sollen, noch flexibler werden sollen etc. nur damit eine WIrtschaftsweise am Leben erhalten wird, die tendentiell genau gegen die Menschen feindlich eingestellt ist und die nur funktioniert indem die Menschen als Konkurrenzsubjekte gegeneinander regelrecht aufgehetzt werden. Und dann stellen sich sogar die hin, die dazu eigentlich gar keinen Grund hätten, weil es ihnen selber nicht wirklich rosig geht, und hauen Parolen zur Leistungssteigerung raus und Beschwören das Ende einer eingebildeten Lethargie. Manchmal fragt man sich schon als Linker: Mit wem soll überhaupt der Kapitalismus überwunden werden?!
 
th3o schrieb:
Manchmal fragt man sich schon als Linker: Mit wem soll überhaupt der Kapitalismus überwunden werden?!

Du outest/bezeichnest dich selber als Linker?
Ah, jetzt klingelts.
Du willst also gar nicht wirklich diskutieren sondern den Kapitalismus abschaffen und Wege finden die Menschen davon zu überzeugen dass es besser ist einen Einheitslohn, 1 Automarke, 3 PC Versionen und Lebensmittelmarken zu haben damit sich die Führungselite noch mehr abkapseln kann als es jetzt schon der Fall ist weil man dann berechtigterweise Angst vor der eigenen Bevölkerung hat.

Den Eindruck bekommt man wenn man deine Aussagen liest, oder du hattest einen etwas zu langen Aufenthalt im Topf des philosophischen Wunschdenkens.

Ich kann dir aber helfen: Schick mir deine Kontodaten dann überweise ich dir das Geld für ein One-Way-Ticket nach Kuba oder Nordkorea, eventuell kannst du dort noch etwas bewirken.
Allerdings müsstest du dort wirklich mal deinen Gürtel um einiges enger schnallen weil es dir hier anscheinend noch zu gut geht - ansonsten kann ich mir solche überholte Aussagen nicht erklären.

Sicher, so eine Welt aus dem Star Trek Universum wo es kein Zahlungsmittel mehr braucht würde ich auch sofort annehmen, Krankheiten und Rassismus sind dort auch kein Thema mehr, aber da fehlt's leider noch etwas und die Linken sind sicher kein Teil der Lösung weil sie dann heute noch ums Lagerfeuer sitzen würden, nichtwissend was Strom ist.

Und wieso kann hier niemand die einfache "Quote" Funktion nutzen und setzt alles arrogant auf bold?
 
Zuletzt bearbeitet:
also man sollte doch nicht vergessen, das System erzieht die Menschen.

Spezifisch gesellschaftlich antrainierte Verhaltensweise von Menschen wie: Machtstreben, Gier, Gewalt, Geiz, Konkurrenz waren immer in je wechselnder Ausprägung Erscheinungen der je einzelnen Epochen, bedingt durch eine bestimmte Form der Herrschaft über Menschen.

wie von th3o beschrieben.

@Dr4ven,

Willst du hier Wanderarbeiter, Leute, die mehrere Jobs haben ,also Jobs keine Vollerwerbsarbeit und nicht davon leben können? Ist das nicht schon schlimm genug hier? Ich kenne Menschen die sind wegen einer Stelle umgezogen und haben sogar noch draufgelegt, und das wegen eines Scheissjobs, also das gibt es schon hier so ist das nicht. Zudem ist für manche nicht so einfach ihr soziales Umfeld zu verlassen und neu anzufangen.
Was mich einfach ankotzt ist, dass mann seinem Nachbarn nichtmal den Dreck unter nen Nägeln gönnt, immer muss man sich erheben und mann will ja stolz sein um jeden Preis.
Wir haben 6,5 Mio Menschen, die entweder keine Arbeit haben oder so wenig verdienen, somit muss der Staat aufstocken/Alg2. Wenn der Markt funkitonieren würde, gäbe es nämlich keine Arbeitgeber, die subventioniert werden bzw. durch das Anlegen und ausweiten des Niedriglohnsektors wurde das ausgehebelt.
Zum Grundeinkommen, ähm, mal im Ernst du würdest genau was tun wenn es 3-4 Mio Arbeitslose gibt und nur 600 000 Stellen? Am besten wie in den USA? Alles freiwillige Obdachlose.....oder Zwangsarbeit?Wobei das haben wir in Deutschland ja schon, wer eine Stelle ablehnt, wird sanktioniert.
Also Grundeinkommen gibt es so ja schon mal nicht...übrigens der Alg2 Satz für einen Single ca. 800€ inkl. Miete/GKV usw.

übrigens Ezekiel 25/17

Der Pfad der Gerechten ist auf beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet, denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder.

schöner Spruch. Sollte man sich zu Herzen nehmen.
 
schon lustig wie manch einer hier unser System verteidigt und sich gleich persönlich angegriffen fühlt.
Und das alles, nur weil man beschreibt, wie unser System funktioniert.

Es gibt keine "Kapitalistenschweine" - es gibt nur ökonomische Akteure -

Es findet hier nur eine wertfreie beschreibung der Zustände statt - wem das schon zuviel ist - Augen zu und durch.

Der Thread heißt ja auch Weltanschauunge, Systemkritik - Klar kritisieren wir hier den Kapitalismus, was denn sonst, den Mann im Mond?
 
Du outest/bezeichnest dich selber als Linker?
Ah, jetzt klingelts.
Du willst also gar nicht wirklich diskutieren sondern den Kapitalismus abschaffen und Wege finden die Menschen davon zu überzeugen.
Den Eindruck bekommt man wenn man deine Aussagen liest, oder du hattest einen etwas zu langen Aufenthalt im Topf des philosophischen Wunschdenkens.

Ich kann dir aber helfen: Schick mir deine Kontodaten dann überweise ich dir das Geld für ein One-Way-Ticket nach Kuba oder Nordkorea, eventuell kannst du dort noch etwas bewirken.
Allerdings müsstest du dort wirklich mal deinen Gürtel um einiges enger schnallen weil es dir hier anscheinend noch zu gut geht - ansonsten kann ich mir solche überholte Aussagen nicht erklären.

der Thread handelt von Systemkritik, Weltanschauungen....
es kann nur etwas angestrebt werden das Ideal ist, wenn man nichtmal den Versuch macht...hat man doch schon verloren und nimmt alles so hin wie es ist.
Was das "Linken" Bashing soll weiss ich auch nicht...
 
Zu verallgemeinern war nicht meine Absicht, aber ich glaube wenn man meine Posts nüchtern betrachtet merkt man doch schon dass ich nicht das derzeitige System verteidige, sondern Mittel aufzeige sich selber darin besser zurecht zu finden.

Wenn ich heute in einem Ort wohne wo es einfach keine Arbeit für mich gibt und mit dem Stand der Dinge unzufrieden bin oder mehr will, habe ich Möglichkeiten das zu ändern.
Wie gesagt, ich kann u.a. umziehen, oder mich auch einfach umschulen lassen.
Unser Sozialsystem hat ja auch eine gute Seite - Umschulungen werden gefördert oder sind ganz kostenlos.

Niemals habe ich etwas von billigen Wanderarbeitern, Dumpinglöhnen oder Zwangsumsiedlungen gesagt oder auch nur dran gedacht das zu propagieren, ich bin ein absoluter Gegner dessen und weiterhin der meinung dass es meinen Arbeitern gut gehen muss um einen gesunden Betrieb zu erhalten - so hatte ich es bisher immer gehalten..

In einem früheren Post hatte ich bereits die Problematik von der Notwendigkeit dass heutzutage beide Partner in einer Familie arbeiten gehen müssen, geschrieben.
Was ich an unserem System kritisierte war die Tatsache dass die Lohnnebenkosten heute so hoch sind, dass die Unternehmen kaum mehr Vollzeit arbeiten lassen wollen oder wegen der fehlenden Gewinnmaximierung "können".

Wäre es möglich so wie früher dass man mit einem 40 oder gar 45 Stunden Job so viel verdient wie mit 2x 20-30 Stunden Jobs - hätte man das Mehrfachjob Problem nicht.

Aber da ich heute in AUT zum Beispiel keine Lohnsteuer bezahle wenn ich unter 1000 Euro verdiene gehen die Leute lieber 2 mal am Tag arbeiten und da krankt es eben weil damit auch dem Staat Geld fehlt, die Familien nicht unterstützt werden und die Menschen nur noch mehr gestresst unterwegs sind weil sie dauernd das Gefühl bekommen nicht überlebensfähig zu sein.
Der Begriff "working poor" dürfte euch ja bekannt sein.

Meine Meinung ist ganz einfach - es muss ganz einfach möglich sein das zu tun was ich will, so viel zu arbeiten wie ich will und soviel ich brauche.
Dafür muss die Arbeit aber gerechter werden, die Steuer novelliert und das Sozialwesen mal grundlegend saniert werden damit man den Konzernen Anreiz gibt im eigenen Land zu produzieren ohne die Angestellten auszubeuten.

Patentlösung hab ich nicht, sonst würde ich wohl im Parlament sitzen und Linkenbashing empfinde ich als legitim weil sie auch mit eine Ursache der derzeitigen Lage in der EU sind.

P.S.: Ja ich bin ein Ezekiel Fan und handle auch danach, nur bin ich mir selbst der Nächste und sitze nicht da und drehe Däumchen während ich darüber nachdenke was auf dieser Welt schief rennt weil man da derzeit nicht mal Kinder in die Welt setzen würde - ich arbeite auch um zu leben, nicht umgekehrt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dr4ven schrieb:
Wenn ich heute in einem Ort wohne wo es einfach keine Arbeit für mich gibt und mit dem Stand der Dinge unzufrieden bin oder mehr will, habe ich Möglichkeiten das zu ändern.
Wie gesagt, ich kann u.a. umziehen, oder mich auch einfach umschulen lassen.
...
Niemals habe ich etwas von billigen Wanderarbeitern, Dumpinglöhnen oder Zwangsumsiedlungen gesagt oder auch nur dran gedacht das zu propagieren, ich bin ein absoluter Gegner dessen

Der Mensch wurde seßhaft, baute Häuser, weil das umherziehen als "Jäger und Sammler", durch Ackerbau und Viehzucht, nebst Vorratshaltung, unnötig geworden war. Durch Verstädterung, wo Handel und Banken finanziell ihre Macht seit dem Mittelalter in Europa begründeten, durch die Industrialisierung, wodurch bereits die Landflucht einsetzte und den inzwischen ausgerufenen "globale Wettbewerb", wo jeder mit jedem konkurriert, ist das eigentlich hinfällig geworden. Wir sind, abgesehen von einer winzig kleinen Oberschicht, wieder zu Jägern und Sammlern geworden, allerdings geht es nicht mehr um Nahrungsmittel und noch nicht einmal mehr um Heimat/ein Territorium, wir haben überall perfekt zu funktionieren, egal ob es die Gene hergeben oder nicht. Passen wir nicht in dieses rasant wechselnde System, z.B. durch Bildungsdefizite, Krankheiten, Alter o.ä, und passen wir uns nicht ständig erneut an, sind wir schneller draußen wie uns lieb sein kann. Da hilft auch kein, angeblich gesundgeschrumpftes, Sozialsystem mehr, was eine scheinheilige Sicherheit verspricht, die eigentlich gar nicht vorhanden ist.

Warum tun wir das alles? Ich glaube es steckt Gier dahinter, Gesundheit und Ernähung ist zwar eine Notwendigkeit und Beiwerk, Freundschaften und Beziehungen kann man nüchtern gesehen auch nicht mit Geld kaufen, was man allerdings bekommt sind "Ersatzdrogen" (Konsumgüter jeder Art) und Bequemlichkeit, die uns wiederum krank macht, die Gesundheitssysteme belastet. Dass unser Leiden daran, dem Leben fernab unserer Natur, auch noch Wirtschaftsbereiche ankurbelt, das BIP klettern lässt, ist eine perverse Angelegenheit.


Dr4ven schrieb:
Was ich an unserem System kritisierte war die Tatsache dass die Lohnnebenkosten heute so hoch sind, dass die Unternehmen kaum mehr Vollzeit arbeiten lassen wollen oder wegen der fehlenden Gewinnmaximierung "können".

Wir haben global ein Problem der niedrigen Löhne, Staaten und deren Sozialsysteme, für die Steuern bezahlt werden, dienen allen Seiten, außer vielleicht denen die darauf verzichten können, weil sie genug Kapital angesammelt haben. Letztere sind wiederum diejenigen, die Kampagnen gegen Staatsverschuldung fahren, sogar Geld dafür investieren, obwohl sie auch noch sicher daran mitverdienen. Dahinter scheint die simple Logik zu stecken, dass eine auf maximale Rendite getrimmte Wirtschaft schneller mehr Profit abwirft, wie ein Bundesschatzbrief.

Dr4ven schrieb:
Meine Meinung ist ganz einfach - es muss ganz einfach möglich sein das zu tun was ich will, so viel zu arbeiten wie ich will und soviel ich brauche.

Ich glaube dabei sind wir uns in Teilen sogar einig, Arbeit muss eine freiere Angelegenheit werden, für alle Beteiligten. Eine beseitigung aufgeblähter Wirtschaftsbereiche gehört ebenso zur Sanierung wie die genaue Untersuchung mancher Staatshaushalte.
 
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