Dr4ven schrieb:
Wenn ich heute in einem Ort wohne wo es einfach keine Arbeit für mich gibt und mit dem Stand der Dinge unzufrieden bin oder mehr will, habe ich Möglichkeiten das zu ändern.
Wie gesagt, ich kann u.a. umziehen, oder mich auch einfach umschulen lassen.
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Niemals habe ich etwas von billigen Wanderarbeitern, Dumpinglöhnen oder Zwangsumsiedlungen gesagt oder auch nur dran gedacht das zu propagieren, ich bin ein absoluter Gegner dessen
Der Mensch wurde seßhaft, baute Häuser, weil das umherziehen als "Jäger und Sammler", durch Ackerbau und Viehzucht, nebst Vorratshaltung, unnötig geworden war. Durch Verstädterung, wo Handel und Banken finanziell ihre Macht seit dem Mittelalter in Europa begründeten, durch die Industrialisierung, wodurch bereits die Landflucht einsetzte und den inzwischen ausgerufenen "globale Wettbewerb", wo jeder mit jedem konkurriert, ist das eigentlich hinfällig geworden. Wir sind, abgesehen von einer winzig kleinen Oberschicht, wieder zu Jägern und Sammlern geworden, allerdings geht es nicht mehr um Nahrungsmittel und noch nicht einmal mehr um Heimat/ein Territorium, wir haben überall perfekt zu funktionieren, egal ob es die Gene hergeben oder nicht. Passen wir nicht in dieses rasant wechselnde System, z.B. durch Bildungsdefizite, Krankheiten, Alter o.ä, und passen wir uns nicht ständig erneut an, sind wir schneller draußen wie uns lieb sein kann. Da hilft auch kein, angeblich gesundgeschrumpftes, Sozialsystem mehr, was eine scheinheilige Sicherheit verspricht, die eigentlich gar nicht vorhanden ist.
Warum tun wir das alles? Ich glaube es steckt Gier dahinter, Gesundheit und Ernähung ist zwar eine Notwendigkeit und Beiwerk, Freundschaften und Beziehungen kann man nüchtern gesehen auch nicht mit Geld kaufen, was man allerdings bekommt sind "Ersatzdrogen" (Konsumgüter jeder Art) und Bequemlichkeit, die uns wiederum krank macht, die Gesundheitssysteme belastet. Dass unser Leiden daran, dem Leben fernab unserer Natur, auch noch Wirtschaftsbereiche ankurbelt, das BIP klettern lässt, ist eine perverse Angelegenheit.
Dr4ven schrieb:
Was ich an unserem System kritisierte war die Tatsache dass die Lohnnebenkosten heute so hoch sind, dass die Unternehmen kaum mehr Vollzeit arbeiten lassen wollen oder wegen der fehlenden Gewinnmaximierung "können".
Wir haben global ein Problem der niedrigen Löhne, Staaten und deren Sozialsysteme, für die Steuern bezahlt werden, dienen allen Seiten, außer vielleicht denen die darauf verzichten können, weil sie genug Kapital angesammelt haben. Letztere sind wiederum diejenigen, die Kampagnen gegen Staatsverschuldung fahren, sogar Geld dafür investieren, obwohl sie auch noch sicher daran mitverdienen. Dahinter scheint die simple Logik zu stecken, dass eine auf maximale Rendite getrimmte Wirtschaft schneller mehr Profit abwirft, wie ein Bundesschatzbrief.
Dr4ven schrieb:
Meine Meinung ist ganz einfach - es muss ganz einfach möglich sein das zu tun was ich will, so viel zu arbeiten wie ich will und soviel ich brauche.
Ich glaube dabei sind wir uns in Teilen sogar einig, Arbeit muss eine freiere Angelegenheit werden, für alle Beteiligten. Eine beseitigung aufgeblähter Wirtschaftsbereiche gehört ebenso zur Sanierung wie die genaue Untersuchung mancher Staatshaushalte.