Wenig plausible SMART-Werte Crucial SATA SSD 480 GB, bei gerde mal 4,5 TBW bereits 17% Gesundheit verloren

LeChuckie

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Hi Community,

ich habe Ende letzten Jahres (Dezember) bei einer Freundin das OS auf eine neue SSD migriert. Jetzt hatte der Rechner zeitweise mit einer sehr hohen Datenträgerauslastung zu kämpfen, weswegen ich mir die Smart-Werte mal angeschaut habe.
Ich war doch sehr überrrascht, was ich hier zu sehen bekommen habe:
ssd1.png



Warum ist der Gesundheitszustand nur noch bei 83%, die SSD hat ja bisher nicht viel geackert.

Als Vergleich eine SATA-SSD aus meinem PC (ok, ja, die hat 1 TB Kapazität und lebt vermutlich per se länger):

ssd2.png


Diese hat DEUTLICH mehr TBW, Power-Ons und Betriebsstunden, aber ist noch bei 100% ? Crucial ist doch eine renommierte Marke, bei meiner T-Force war ich anfangs jedenfalls skeptischer.

Wieso leidet die Crucial so sehr? Wenn das so weitergeht, hält die nur 2 Jahre, einfach lächerlich.

Danke!
 
Bei einem average block erase count von 191 und möglicherweise QLC oder zumindest der billigste TLC den Micron grade auf Lager hatte passt da schon...

LeChuckie schrieb:
Diese hat DEUTLICH mehr TBW, Power-Ons und Betriebsstunden, aber ist noch bei 100% ? Crucial ist doch eine renommierte Marke, bei meiner T-Force war ich anfangs jedenfalls skeptischer.
Bei den 100% bin ich auf jeden fall 100% skeptisch.

Ich könnte jetzt versuche mit dem 'total erase count' von 24120 abzuschätzen was der Durchschnitt pro Zelle ist, aber das ist mir grade zu komplex.
edit: bei einer Block Größe von 2 oder 4 MB passt das hinten und vorne nicht. Da fehlt vermutlich ein interner Faktor.
 
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Unterschiedliche Speichertypen zu vergleichen macht wenig Sinn, auf dem Papier ist aber die Abnutzung in der Tat nach so wenig GB recht hoch.
 
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Rickmer schrieb:
Bei einem average block erase count von 191 und möglicherweise QLC oder zumindest der billigste TLC den Micron grade auf Lager hatte passt da schon...


Bei den 100% bin ich auf jeden fall 100% skeptisch.

Ich könnte jetzt versuche mit dem 'total erase count' von 24120 abzuschätzen was der Durchschnitt pro Zelle ist, aber das ist mir grade zu komplex.

Die 100% Gesundheitsanzeige bei der anderen SSD ist tatsächlich mit Vorsicht zu genießen, viele Hersteller skalieren den Wert auf den eigenen TBW-Spec und wenn die Spec großzügig angesetzt ist bleibt der Balken lange auf 100. Bei günstiger QLC-NAND von Crucial ist der erase count von 191 bei 4,5 TBW jedenfalls kein gutes Zeichen, das klingt nach Zellen die deutlich unter der Herstellerspezifikation performen.
 
Elan1338 schrieb:
das klingt nach Zellen die deutlich unter der Herstellerspezifikation performen.
Naja, hoch gerechnet sind das ca. 1100 P/E Zyklen bis die SSD bei 0% ist. Für (sehr) schlechten TLC oder vernünftigen QLC passt das in etwa.

Die Frage ist eher, wie es zu so vielen P/E Zyklen bei relativ wenigen Writes kommt. Da wird irgendwo extrem viel Overhead erzeugt.
 
LeChuckie schrieb:
OS auf eine neue SSD migriert
Wie wurde das gemacht?

Ich würde aber auch nicht so eine eher kleine QLC SSD für das OS nehmen. Eine große als Datengrab würde eher gehen, obwohl ich das auch nicht machen würde.
 
Die BX sind mittlerweile alle QLC, habe leider schon einige Ausfälle gehabt und mache einen großen Bogen um QLC SSDs.
 
@Questionmark QLC ist für reine Lese-Workloads wie OS-Booten und Anwendungen starten eigentlich okay, aber sobald viel geschrieben wird merkt man die deutlich schwächere Ausdauer schnell. Crucial hat leider beim BX keinen großen Aufwand betrieben um das transparent zu kommunizieren, viele Käufer denken sie kaufen TLC und wundern sich dann über die SMART-Werte.
 
Questionmark schrieb:
Die BX sind mittlerweile alle QLC
Huh? Waren die irgendwann mal kein QLC?
Ich hab die BX immer als QLC gekannt...
 
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LeChuckie schrieb:
ich habe Ende letzten Jahres (Dezember) bei einer Freundin das OS auf eine neue SSD migriert. Jetzt hatte der Rechner zeitweise mit einer sehr hohen Datenträgerauslastung zu kämpfen
Klingt nach zu wenig RAM und Caching/Swaping über die SSD. Wenn das immer kleine Schreiboperationen sind, kommt da wenig Volumen bei vielen Schreibvorgängen zusammen.
 
Ich meine, am Anfang hatten die TLC, wie die MX, bin mir nicht ganz sicher.
 
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Araska schrieb:
Waren die irgendwann mal kein QLC?
Bevor es qlc gab durchaus.

@LeChuckie ignorier die Zahl. Die ssd kann bei einem vielfachen davon sterben, oder bei 95 Prozent. Das ist ein sehr sehr grober Indikator . Backups haben und fertig.
Dann ist dir auch egal wenn was passiert
 
@Questionmark
Das ist korrekt, auch die Testberichte aus der Anfangszeit sprechen von TLC bei diesen Modell.

Ich vermute ja das man die SSD noch einige Zeit verwenden kann, mit nem Ausfall sollte man ja eh immer rechnen und ein Backup haben.
 
Elan1338 schrieb:
Lese-Workloads wie OS-Booten
Ein OS kann eine relativ hohe Schreiblast erzeugen. Caching, Auslagerungsdatei und vor allem können viele Logfiles geschrieben werden. Daher ist dafür eine kleine QLC SSD eher nicht geeignet.
 
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@Helge01 Stimmt, der Punkt ist berechtigt. Besonders Windows mit ETW-Tracing und dem Pagefile schreibt mehr als man denkt, auch im Leerlauf. Für einen reinen Office-Rechner mit ausreichend RAM kommt man zwar trotzdem lange damit durch, aber als langfristige Systemdisk ist QLC tatsächlich suboptimal.
 
Alright, ich danke Euch schonmal für die ganzen Antworten. Es hat vermutlich auch viel mit swappen zu tun, denn der PC hat nur 16 GB Ram, aber die Benutzerin hat gerne mal 100 Chrome-Tabs offen.
Habe mich auch sehr auf TBW fokussiert, wenn hier auch noch andere Faktoren (Anzahl Schreib-Leseoperationen etc.).
Habe das System damals von MBR/BIOS auf GPT/UEFI migriert (mit Drivesnapshot und Partitionstool, hatte eigentlich im Kopf, dass ich das mit dem 4K-Aligment berücksichtigt und verifiziert habe, bei den Werten sollte ich das wohl aber auch nochmal kontrollieren).
Und dann regelmäßig sichern und monitoren.
 
Questionmark schrieb:
Ich meine, am Anfang hatten die TLC, wie die MX, bin mir nicht ganz sicher.
Die BX sind älter als die ersten Consumer QLC-SSDs und stehen auch bei Geizhals noch mit TLC in der Datenbank.

Allerdings war die BX-Reihe von Anfang an das misliebeige Budgetkind, mit mehr oder weniger Problemen. Irgendwie immer suspekt gewesen...
Ergänzung ()

Helge01 schrieb:
Ein OS kann eine relativ hohe Schreiblast erzeugen. Caching, Auslagerungsdatei und vor allem können viele Logfiles geschrieben werden.
Exakt das, siehe 10 Jahre "Dauerbetrieb":
1773406824625.png
 
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