Wer hat Erfahrungen beim Assesmentcenter?

nekro1

Lt. Commander
Registriert
Feb. 2007
Beiträge
1.904
Hallo Mitglieder,

meine Freundin ist nächste Woche zu einem "Auswahlverfahren" bei einer grossen Deutschen Versicherungsgesellschaft im Vertrieb Richtung Aussendienst eingeladen. Ein erstes Vorstellungsgespräch hat sie erfolgreich absolviert und wird im nächsten Schritt zu diesem "Auswahlverfahren" weitergeleitet. Das Auswahlverfahren dauert ca. 5 Stunden. Daher denke ich das es sich dabei wohl um ein Assesmentcenter handelt.

Daher die Frage an Forumleser, die bereits ein solches absolviert haben und aus eigener Hand berichten können das wäre schön, dann könnte ich meiner Freundin ein weniger unter den Arm greifen.

Über jeden Tip wären wir dankbar.


Mfg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

ich habe meine Ausbildung auch bei ner Versicherung gemacht. Bei welcher Versicherung will Sie denn anfangen?
 
Ich finde ein Assesmentcenter ist mit 5 Stunden sehr knapp bemessen. Denke also eher das es dazu nicht kommen wird. Eher wie "Interview" "Vorstellung" "Aufgabe" - das ist inklusive Mittag in 5 Stunden zu schaffen. Kommt aber auf die Mitbewerber Anzahl an.
Assesmentcenter gehen länger - manchmal sogar über mehrere Tage.
 
Ich denke mal in 5 Stunden wird es eine Diskussion, evtl. in einer größeren Gruppe, geben. Zusätzlich wären noch schriftliche Tests unter Zeitdruck möglich, d.h. Fragen aus allen Wissensgebieten (Sport, Kultur, Mathe, Sprachen, Literatur, dummes Zeug ankreuzen..), die in der vorgegeben Zeit nicht schaffbar sind...
 
Die Anzahl der Bewerber ist in mehreren Gruppen ca. 5-6 pro Gruppe. Ja wahrscheinlich hast du Recht. Als Aufgabe denke ich das ggfs. Postkorbübungen oder Rollenspiel. Deswegen hab ich ja gefragt ob jemand in der Versicherungsbranche so ein Auswahlverfahren gemacht hat


Ein Wissenstest glaub ich nicht. Das sie ja schon ein Vorstellungsgepräch hatte, sonst wäre es nicht zustande gekommen oder sie nicht zu den "Auswahlverfahren" weitergeleitet worden
 
Ahhjo.

Also aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass gerade bei einer Versicherung besonders das Auftreten von besonderer bedeutung ist.
Das soll heißen, sicherer und selbstbewusster Auftritt. Gute und angebrachte Businesskleidung. Man soll ja später auch den Kunden überzeugen.
Ausserdem sollte Sie auf "Prozentrechnungs-" und "Dreisatzfragen" gefasst sein.

Ferner ist es sicherlich auch nicht verkehrt, das Grundwissen bez. aktueller Versicherungsprodukte zu haben, Wie z.B. Riester- und Rüruprente, Unfallversicherung, Haftpflicht und Hausrat. Lebensversicherung im allgemeinen.

Damit sollte sie gut gerüstet sein.
 
Hallo nekro1,

konnte bereits an zwei Assessmentcentern teilnehmen (allerdings im Automobilbereich). Wichtig hierbei ist, dass man einfach natürlich und gelassen bleibt. Es geht weniger darum, "was" man sagt sondern "wie" man es sagt. Ich versuche mal, es ein wenig zu Gliedern:

Ablauf:

  1. Einfinden im genannten Bereich und "erstes sehen" der Mitstreiter
  2. Beginn, kurze Vorstellung der "Assessoren" durch den Moderator
  3. Kurzes Vorstellen (1,5 Minuten) der Teilnehmer/seiner Person (kurz, knapp und präzise! Name, Alter, Wohnort, Studiengang und Hochschule, Thema der Diplomarbeit). Falls es 5 Minuten sein sollten, kann man das ganze noch ein wenig ausschmücken (ruhig mal zu Hause die Stoppuhr benutzen. Beim Vorstellen werden meistens keine Wertungen vorgenommen, wichtig wäre nur ein nettes Lächeln und Begeisterung zeigen (keiner nimmt einem Übel, wenn man sich mal räuspern muss oder man kurz stockt, das ist natürlich!)
  4. Erläutern des Tagesablaufs
  5. Danach geht es gleich in die Übungen über (Gruppendiskussion, Präsentation, Konfliktgespräch, usw)

Die Übungen sind von Branche, Bereich, usw. natürlich unterschiedlich, allerdings sagt der Name der Übung alles.

Gruppendiskussion:
  1. Zu Beginn versuchen, Diplomatisch die "Moderation" der Gruppe zu übernehmen
  2. Versuchen, Sachen wie Flippcharts, Whiteboards etc. zu verwenden
  3. Wichtig: Ideen anderer "aufgreifen und weiterführen", nicht über den Mund reden, Leute die wenig sagen versuchen einzubinden ("Was ist denn Deine Meinung dazu?")

Präsentation:
  1. Teilnehmer begrüßen, Überblick geben (Wichtig: Präsi gliedern in Einführung, Hauptteil ("Kernaussagen") und am Ende das persönliche Resumee/Meinung/Empfehlung!
  2. Versuchen, Sachen wie Flippcharts, Whiteboards etc. zu verwenden
  3. Wichtig: Blickkontakt, Sprechpausen, laut genug Sprechen, bei trockenem Mund ruhig etwas trinken, zeugt von "abgeklärt sein, ich muss kurz was trinken", Fragestellung an das Publikum "Fragen wir uns...") und dadurch das Interesse aufrecht erhalten -> auch wichtig beim Kunden

Konfliktgespräch (verärgerter Chef, verärgerter Kunde, du wirst hintergangen, Kündigungen von Mitarbeitern usw.):
  1. Zu Beginn versuchen, freundlich das Gespräch zu beginnen
  2. Erläutern der Situation (SACHLICH), keine Vermutungen, Behauptungen, Mitarbeitertratsch -> NUR FAKTEN (genau DAS ist vorgefallen, usw)
  3. Wichtig: der Kunde hat immer Recht! Sollte der Kunde mehr als nur dreist oder frech werden, hilft das dazuziehen des Chefs (als letztes Mittel)
  4. Mitarbeiter, Vorgesetzte, usw. für siche gewinnen "Ich möchte für Sie/Euch/Projekt nur das Beste", usw.

Hoffe, konnte so weit helfen! Ich rate noch Fachliteratur (Assessmentcenter für Hochschulabsolventen) hinzuzuziehen. Bücher gibt es wie Sand am Meer. Ich selbst habe:

9783821859675.jpg


Falls es zum "Mittagessen" in der Kantine kommt: Gespräch suchen, Tisch-Manieren, lächeln beim Smalltalk ;-)

Generell gibt es kein Allerheilmittel. Das Assessmentcenter nicht als "Prüfung" sehen, sondern als Chance sich zu zeigen!

Gruß

Orbi
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben