Wie machen die das?

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reaper2k11

Gast
Ich werde jetzt endlich mal in Portrait/Fashion-fotografie einsteigen. Habe in anderen Bereichen schon viel Erfahrunng sammeln können. Wenns mir nicht zusagt, dann muss ich das ja nicht weiter ausführen :)
Habe passendes Equipment (2 Blitze, 1 Softbox, Reflektorschirm etc.). Um jedoch kein "langweiliges Bilder" zu erstellen, möchte ich in der EBV noch einiges rausholen, Erfahrungen in PS sind ebenfalls vorhanden, jedoch in gewissen Bereichen ausbaufähig.

Auf vielen bearbeiteten Bilder sieht man oft, wie das gesamte Gesicht bzw der Körper absichtlich überleuchtet (weiches Licht), weichgezeichnet aber nicht überbelichtet ist.
Wie machen die das? Vor- und Nachher der Bilder sieht man nie, nur immer das "Nachher"

Was ich meine ist sowas:
http://www.langweiledich.net/Bilder/older/petravanraaij_36.jpg
http://img.fotocommunity.com/images/Menschen/Fashion-kein-Akt/La-esponja-a23173355.jpg
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/1076/display/29959773
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/1076/display/29963584
http://1.bp.blogspot.com/-Lzt3Jlhgk...AAruM/dENF9Tcsf_g/s1600/853073_800_d71481.jpg
 
Wenn du ein Objekt freistellst, kannst du es auch unabhängig vom Rest bearbeiten.

CHIP hatte übrigens erst letztens bei Practical Photoshop einen Schwerpunkt auf Portraits.
Ich hatte das mal durchgeblättert, ein paar interessante Tipps sind dabei.
 
was willst jetzt wissen?
wie man in PS weichzeichnet?
wie die models geschminkt werden?
oder wie man mit gegenlicht und nem reflektor überbelichtet / schön ausläuchtet
 
Bis auf 1 und 4 würde ich mir die Bilder jetzt auch nicht gerade als Vorbild nehmen.
 
Mir geht es um das WAS. Also was haben die gemacht, damit dieser überbelichtete Effekt entsteht. War das irgendein Filter in PS. Oder ist das schon zum Teil vor der Bearbeitung in der Kamera aufgenommen?

Ob die Pics jetzt qualitativ hochwertig sind, sei mal dahingestellt. Wie gesagt, mir geht es um diesen Effekt :)
 
Bild 1:

Bei Sonnenuntergang fotografiert, evtl. zusätzlich Reflektor von links, daher der helle Schein auf den haaren.
Später dann das Gesicht ordentlich glattgebügelt, sprich Weichzeichner.
Das Bild wirkt übrigens auch nur, weil das Model TOP ist.

Bild 4:

Grauer Hintergrund, evtl. große Softbox für weiches Licht.
Danach Lichter, Kontrast und Sättigung rausdrehen, blaugraue farbfüllung mit wenig Deckkraft.

Um jetzt nur mal 2 rauszupicken.

Aber ganz ehrlich, alle von dir geposteten Bilder sind jetzt nicht unbedingt anspruchsvoll.
Da gibt es ganz andere Kaliber.

Da hilft nur eins:

Tutorials, Workshops, mit erfahrenen Fotografen austauschen, Üben, Erfahrung sammeln.... ;)
 
Wollte ich auch gerade sagen! Bei YouTube gibt es UNzählige Tutorials! Selbst zur aktuellen CS6 gibts schon was! :)
 
Sieht mir zum Teil stark nach PS/LR Bearbeitung aus, gibt auch Blenden, Gegenlicht, Linsen Effekt Filter für PS, also da geht ne Menge, die Bilder bis auf 1 und 4 sehen eben stark danach aus. Wobei bei 4 evtl. auch nen PS Filter drin ist. Bild 5 sieht natürlicher aus, hier wurde wohl mit dem Sonnenlicht gearbeitet und dann Sepia Filter drübergezogen. Bei 1 vermute ich nen Polfilter, fragt mich nicht wieso, aber irgendwie scheint mir da nen Polfilter drauf zu sein.
 
Habe mir jetzt nochmal Bild 1 rausgesucht.
Hier ein kleines HowTo.

petravanraaij_36.jpg


1. Oben in der Mitte sieht man die Sonne und der komplette Hintergrund (die Bäume etc.) werden angestrahlt. Sowas kriegst du in Photoshop nicht hin, zumindest nicht so realistisch.
Das Foto ist einfach in der goldenen Stunde, also bei tief stehender Sonne geschossen.
Hinzu kommt der helle Schein auf den Haaren... ob da zusätzlich ein Reflektor benutzt wurde, weiss ich nicht. Aber möglich ist es.

2. Der Hintergrund ist nicht wirklich stark verschwommen, was auf eine kleinere Blendenöffnung (größerer Blendenwert) schließen lässt. Dieses Bild kann man problemlos mit nem Kitobjektiv machen, das ist ungefähr das Bokeh, was man bei f5.6 erhält.

3. Nachbearbeitung: Weichzeichner im Gesicht, Scharfzeichner vermutlich auf den Lippen für den Glanz. Sättigung ordentlich rausgedreht, so um 50% vllt. Danach die Blau/lila Kanäle hochgezogen, damit diese Farbtönung ins Bild kommt.

4. Wie schon gesagt, das Bild lebt auch von dem Model. Mit einem Durchschnittsmädchen würde das Bild ganz anders wirken.

Vllt. hilft dir das ja.

Hier noch ein Bild von mir, hab versucht diese Farbtönung nachzumachen.
Ist jetzt nicht perfekt, aber schon recht ähnlich. 30 Sekunden Arbeit.
Wie du siehst, das ist kein Hexenwerk. Bei mir fehlt halt nur die Sonne. ;)

testcarvf.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Huh, interessant, dachte es wären viel mehr Schritte notwendig :)
Mich würde noch das Vorher Bild interessieren.
 
Ich möchte jetzt nicht die Spaßbremse sein, aber Fashion würde ich erstmal sein lassen. Ohne entsprechendem Model, Styling, Kleidung und Konzept wird das nichts.
Viele stellen einfach nur eine Freundin, die vielleicht hübsch sein mag, mit Model 101 Klischee-Pose in die Matsche, reißen die Blende auf und da sie Kleidung trägt wird das Ganze als Fashion verkauft. Schlimmer geht es kaum.
Hinzu kommt die Hauptsache geblitzt Mentalität. Eine Fotografie wird nicht durch den Einsatz eines Blitzes gut oder "professionell" wirken wie es sich viele erhoffen. Hier empfiehlt es sich in die Vogue, W, Antidote, Interview, Harpers Bazaar, Muse oder ähnliche Magazine zu schauen. 80% der Editorials sind ohne Blitz entstanden und wenn doch geblitzt wurde ist es in der Regel hart von vorne.
Als erstes solltest du die Foren-Weisheiten vergessen. Unendlich Bokeh, 100% Schärfe, weiches Licht, "perfekt" ausleuchten, nicht Mittags/Nachmittags fotografieren, rauschen verboten - das kann man alles ignorieren, je nach Konzept. Spiele mit harten Schatten und Kontrasten, sammle Ideen, überlege dir eine Geschichte.
So ziemlich alle als Fashion/High Fashion deklarierten Fotos oder Serien die man in den Fotografie-Foren oder Communities sieht scheitern an Posen, Kleidung, Styling und vor allem am Model.
Wichtig sind markante Gesichter - Wangenknochen, Nase, Kinn [...]
Langweiliger Krempel von H&M an der süßen Freundin die ihre Hand hinterm Kopf und den Mund offen hat wird einfach nichts. Wenn du Namen zu vernünftigen Fotografen zwecks Ideen willst, sag Bescheid.
Die Bearbeitung sollte mit im Konzept sein da dementsprechend gearbeitet werden muss.

Bei Portraits solltest du natürlich bleiben. Nicht unnötig blitzen um es Professionell wirken zu lassen - Stimmungskiller. Keine übertriebene Bearbeitung > Graden, Crossen [...]. Studioportraits von "langweiligen" Menschen sein lassen - wirkt einfach kalt und unpersönlich.

Zum Thema "langweilige Bilder".
Langweilige Bilder sind schon vor der Bearbeitung langweilig. Durch das Pfuschen in Photoshop wird selten etwas spannend. Daher solltest du dir ein Konzept machen, Ideen sammeln und schauen dass die Aufnahme schon spannend wird. Siehe oben Fashion/Portrait. Die Bearbeitung ist zwar ein notwendiger Schritt, sollte aber nicht als Rettung gesehen werden.

Zu den Beispielbildern.
Das erste ist akzeptabel, wirkt als einzelnes Bild aber nicht und ist langweilig. Der Rest ist schrecklich... Das Portrait zum Schluss ist schön.


Fast vergessen, lass bei Fashion das Tele in der Tasche und bleib bei 24-50mm (Kleinbild). Für ein paar vereinzelte Fotos kann natürlich auch das Tele her. Das ist allerdings unüblich.


Gruß
 
Da bin ich echt fetzies Meinung

Bild 1 ist ok, wobei ich das Bokeh im Hintergrund zu hart finde und das Model durch die Fabrverfälschungen schon fast darin verschwindet. Soll wohl so ein 70er Jahre Hippie Foto werden. Polaroid Style, der ja leider immer mehr zum Trend geworden ist.
Bild 2-4 sind 0815. Mir gefällt keines, Fotografen, die mit PS spielen.
Bild 5 ist super. Aus der Hüfte fotografiert.
 
fetzie, bei solchen Posts würden mich dann natürlich deine Bilder/HP/Referenzen interessieren.
Klingt zumindest nach einem Profifotograf, der täglich mit Supermodels zu tun hat.
 
reaper2k11, ich empfehle dir mal die Seite von Ryan Brenizer anzuschauen - der fotografiert heute fast nur noch Hochzeiten, hat aber früher als Journalist/Doku Fotograf angefangen. Du denkst jetzt vielleicht "oh nein, Hochzeiten", das dachte ich erst auch, aber lass dich überraschen!
Bei dem kannst du lernen, wie man ganz normale Menschen richtig aufs Bild bringen kann, und zwar dokumentarisch mit maximal ein bis zwei Systemblitzen oder ein bisschen Akkuleuchte.

Mir gefällt seine Fotografie echt gut, und er ist auch ein sehr kommunikativer Mensch, d.h. du kannst in seinem Blog und in Tutorials viel von ihm erfahren. Finde ich wirklich sehr sympathisch, dass er sich auch bemüht, sein Wissen und seine Erfahrung weiterzugeben, anstatt sich zu freuen, dass niemand seine Tricks kennt! :)
 
fetzie schrieb:
Hallo VD, ich verstehe den Zusammenhang nicht.

Möglich.



Naja.
Du empfiehlst, es gleich sein zu lassen, wenn man kein Topmodel und kein Konzept etc. hat.
Gerade am Anfang gibt es doch nichts besseres, als mit der eigenen Freundin, oder weiblichen Freunden/Bekannten zu üben?

Nach deiner Logik dürfte es garkeine Profis geben, denn jeder fängt mal klein an.

Deine Objektivwahl kann ich auch nicht nachvollziehen.
24-50mm aufs KB bezogen ist normalerweise zu wenig.
Viele, die ich kenne, nutzen 85mm am KB, oder sogar noch mehr.

Ich wiederhole es nochmal.
Mich und wahrscheinlich viele andere würden deine fotografischen Arbeiten interessieren.
Wo ist das Problem, einfach einen Link zu posten?

Schließlich können wir ja nur von dir lernen.
 
VD schrieb:
Naja.
Du empfiehlst, es gleich sein zu lassen, wenn man kein Topmodel und kein Konzept etc. hat.
Gerade am Anfang gibt es doch nichts besseres, als mit der eigenen Freundin, oder weiblichen Freunden/Bekannten zu üben?
Nein zum "Topmodel". Die wenigsten wählen das Model nach den oftmals notwendigen Merkmalen die ich oben nannte. Konzepte sind wichtig für sehr viele Bereiche in der Fotografie. Einfach nur knipsen führt selten zum Erfolg. Natürlich kann man Fotos von der Freundin und Freunden/Bekannten machen, dagegen sagt doch keiner was. Nur wird das Ganze eben nichts mit Fashion zu tun haben solange nicht einige wichtige Kriterien erfüllt werden.
VD schrieb:
Nach deiner Logik dürfte es garkeine Profis geben, denn jeder fängt mal klein an.
Ja, nur interessieren sich diese in der Regel für Mode, die Art der Fotografie, wälzen die relevanten Magazine, assistieren eine Zeit lang und haben ein Händchen für das Ganze.
VD schrieb:
Deine Objektivwahl kann ich auch nicht nachvollziehen.
Musst du auch nicht, ist aber so. (U-)Weitwinkel bis Normal machen 90% der Editorials und Kampagnen aus.
VD schrieb:
24-50mm aufs KB bezogen ist normalerweise zu wenig.
Falsch, das zeigt aber auch dass du dich nicht dafür interessierst und scheinbar nicht viel darüber weißt. Natürlich werden auch 85mm+ verwandt, allerdings sehr wenig.
VD schrieb:
Viele, die ich kenne, nutzen 85mm am KB, oder sogar noch mehr.
:>>>
VD schrieb:
Ich wiederhole es nochmal.
Mich und wahrscheinlich viele andere würden deine fotografischen Arbeiten interessieren.
Wo ist das Problem, einfach einen Link zu posten?
Forentrollen und RL wird getrennt. Ich möchte allerdings anmerken dass alles hier (in diesem Faden) geschriebene Tatsachen sind.
VD schrieb:
Schließlich können wir ja nur von dir lernen.
Toller Kommentar - butthurt? Wie kommst du darauf?

Die folgende kleine Auswahl ist zwar überflüssig da sie dir bekannt sein sollte, aber was soll's:

http://magazineantidote.com/
http://www.wmagazine.com/
http://www.musemagazine.it/
http://www.interviewmagazine.com/
http://www.harpersbazaar.com/
http://www.dazeddigital.com/
http://i-donline.com/
http://www.vogue.it/
http://www.vogue.fr/
http://www.vogue.co.uk/
http://www.vogue.com/magazine/
[...]

Gibt's am gut sortierten Kiosk.


Eine Hand voll Fotografen:
Lachlan Bailey, Camilla Akrans, Victor Demarchelier, Tim Walker, Ellen von Unwerth, Terry Richardson, Jürgen Teller, Patrick Demarchelier, Karl Lagerfeld, Mario Testino, Mert & Marcus, Mario Sorrenti, Steven Meisel [...].

Googlen, Bingen, was auch immer. Wie du siehst gibt es einige Anlaufstellen bei denen man lernen kann - wer hätte das gedacht.


Was ist eigentlich dein Problem? Sei doch froh dass jemand sagt wie es ist. Halbwissen und Vermutungen bringen keinen weiter. Ich beziehe mich ausdrücklich auf Fashion/High Fashion. Otto, VS oder H&M Katalogbilder haben in der Regel wenig damit zu tun und gehen eher in Richtung Produktfotografie. Ein Mädchen in die Matsche zu stellen und anzublitzen kommt zwar in vielen Foren gut an, das liegt aber daran dass Anfänger von Blitzen beeindruckt sind und die älteren Herrschaften kaum aufhören können zu sabbern sobald eine junge Dame zu sehen ist.
Ich kann mit banalen Frauen/Mädchenbildern einfach nichts anfangen. Leer, langweilig, emotionslos, ideenlos und unbefriedigend. MK/DSLR-Niveau eben.
Dagegen ist natürlich nichts auszusetzen. Jeder wie er will, allerdings gibt es für jeden Bereich zu erfüllende Kriterien und die Tatsache dass ein Mädchen eine Jacke trägt reicht einfach nicht aus um es als Fashion zu verkaufen. Mehr wollte ich eigentlich nicht sagen. Wenn der TO also wirklich an Fashion interessiert ist kann er mein(e) Wissen, Tipps, Erfahrungen, Anlaufstellen mitnehmen, sich damit auseinandersetzen, Ideen sammeln und lernen, oder er bleibt erst einmal bei People/Portraits.


Gruß
 
VD schrieb:
Oben in der Mitte sieht man die Sonne und der komplette Hintergrund (die Bäume etc.) werden angestrahlt. Sowas kriegst du in Photoshop nicht hin, zumindest nicht so realistisch.
Das kann ich als Berufsfotograf nicht stehen lassen. Ich könnte das durchaus mit Photoshop so hinbekommen, allerdings nur wenn mir jemand die dafür notwendige Zeit bezahlen würde. Es ist aber in der Regel tatsächlich sinnvoller, das gleich so (oder besser) zu fotografieren.

fetzie schrieb:
Ein Mädchen in die Matsche zu stellen und anzublitzen kommt zwar in vielen Foren gut an, das liegt aber daran dass Anfänger von Blitzen beeindruckt sind und die älteren Herrschaften kaum aufhören können zu sabbern sobald eine junge Dame zu sehen ist.
Word!

fetzie schrieb:
Ich kann mit banalen Frauen/Mädchenbildern einfach nichts anfangen. Leer, langweilig, emotionslos, ideenlos und unbefriedigend. MK/DSLR-Niveau eben.
Wobei sich auch in der (von mir verabscheuten) MK einige wenige Leute rumtreiben, die extrem gute Arbeiten auf TFP-Basis machen. Was die dazu treibt, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben, aber die sind unzweifelhaft gut und machen exzellente Fashion-Bilder, wobei ich recht sicher bin, dass die sich ihre Models auch sehr genau aussuchen.
 
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